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Eine kommentierte Linksammlung des Team MusIS im BSZ

Regelwerke und Datenfeldkataloge

Datenfeldkatalog zur Grundinventarisation

Der Datenfeldkatalog entstand in einer Arbeitsgruppe der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes. 1993 von Viktor Pröstler veröffentlicht, enthält er 28 Kategorien für eine Minimaldokumentation im Inventar einer Sammlung. Jedes Feld wird definiert und ist jeweils mit weiteren Informationen wie Feldtypus, Hinweisen zur Verwendung und Schreibanweisung versehen. Er ist vor allem als Leitlinie vorgesehen, bei einer EDV-gestützen Dokumentation eine gewisse Datenkonsitstenz im Hinblick auf Datentransfere zu erreichen.

CIDOC Guidelines und CIDOC-CRM

Vom Fachkomitee CIDOC (Internationales Komitee für Dokumentation) von ICOM erarbeite Liste, die grundlegende Informationskategorien für die Objektbeschreibung und -verwaltung und vorsieht, unter Berücksichtigung aller gängigen Sammlungstypen. Die CIDOC-Richtlinien von 1995 decken Prozesse wie Ankauf, Eingang, Abgabe, Standortverwaltung, Zustandsprüfung, Konservierung und Bildarchiv inkl. Reprorechte ab. Nicht berücksichtigt sind Ereignisse, wie Leihvorgänge, Ausstellungsplanung, Adressenverwaltung, Provenienz, Bewertung, Versicherung, Restaurierung und Terminmanagement. Zur inhaltlichen Erschließung wird zu kontrolliertem Vokabular geraten. Darauf aufbauend entstand 2003 das CIDOC-CRM (Conceptual Reference Model) als Fortsetzung und Vervollständigung der Standards. Bei diesem Modell handelt es sich um eine formale Wesensbestimmung von Informationskategorien in Dokumentationssystemen im Kulturbereich, mit dessen Hilfe die Integration und Vermittlung von heterogenen Datenstrukturen ermöglicht werden sollen. Insofern hat CIDOC-CRM den Charakter eines Metadatenstandards. Vergleichbare Informationskategorien unterschiedlicher Systeme werden als sogenannte Entities identifiziert und nach einem einheitlichen Schema systematisiert.LITERATURHINWEIS: Das CIDOC Conceptual Reference Model: Eine Hilfe für den Datenaustausch? : Bericht der AG Datenaustausch Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund / Regine Stein [u. a.] - Berlin : Inst. für Museumskunde, 2005. (Mitteilungen und Berichte aus dem Institut für Museumskunde ; 31). Bestandsnachweis im SWB-Verbund.

Spectrum

Der vom britischen Museumsbund (MDA, heute Collection Trust) entwickelte Dokumentationsstandard ist aus der praktischen Museumsarbeit in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Museumsdokumentation entstanden. SPECTRUM bietet nicht nur Standards für sämtliche Vorgänge, die notwendig sind, um ein Museumsobjekt ordnungsgemäß zu dokumentieren und zu verwalten, sondern definiert auch Datenfelder, beschreibt ihre Verwendung und wechselseitigen Beziehungen. Er liefert damit nicht nur eine konkrete Struktur für die Entwicklung von Dokumentationssystemen, sondern auch Empfehlungen für Schreibregeln und Datenformate.Durch die AG Sammlungsmanagement steht seit 2012 eine deutsche Fassung von SPECTRUM zur Verfügung. Sie kann neben Kurztexte und Ablaufdiagramme zu einzelnen Kernverfahren hier heruntergeladen werden.

Cataloguing Cultural Objects (CCO)

Durch Anregung des Getty Research Institute und vom Visual Resources Association (VRA) erarbeiteter Metadatenstandard mit Mindestdaten für Kunstsammlungen. Der CCO bietet Anleitungen fürs Beschreiben, Dokumentieren und Katalogisieren von Objekten und ihren Abbildern und dient somit als Katalogisierungsvorlage mit kontrolliertem Vokabular und Ansetzungsregeln. Dabei begrenzt er sich auf Datenfelder, die für die Objektdokumentation relevant sind und schließt dabei keine administrativen oder technischen Datenfelder ein.

Categories for the Description for the Works of Art (CDWA)

Die von der Getty-Stiftung erarbeiteten Dokumentationsstandards beziehen sich in erster Linie auf kunsthistorische Sammlungen (Kunst, Architektur und Archäologie). Bei CDWA und der weniger komplexen Adaption CDWA lite liegt der Schwerpunkt deutlich auf der Katalogisierung und wissenschaftlichen Erschließung der Objekte, von der genauen Identifizierung, über Ikonographie, Provenienz bis zur Werkrezeption sowie Informationen zum räumlichen oder kulturhistorischen Kontext.Von den Verwaltungsvorgängen werden Ausstellungs- und Leihgeschichte, Standortverwaltung und einige Erwerbungsdaten berücksichtigt. Nicht vorhanden sind Kategorien wie Veräußerung, Revision, Restaurierung, Versicherung, Leihverkehr, Adressverwaltung oder Terminmanagement.Die Informationskategorien sind in thematische Gruppen unterteilt, enthalten Vorschläge zur Datenstruktur, Angaben zum Gebrauch, Beispiele für Inhalte und bibliographische Verweise. Fast jede Kategorie enthält eine Quellenangabe und ein Kommentarfeld, wo darüber Nach-weis geführt werden soll, weshalb ein bestimmter Inhalt erfasst wurde .Neben den Informationskategorien für die Objektbeschreibung liefert CDWA vier Gruppen für die terminologische Kontrolle der Inhalte (Authorities/ Vocabulary Control) - Herstellernamen, Ortsnamen, Objektbezeichnung, Thema - die idealer weise in Thesaurusform eingebunden werden. Die beiden Erfassungsstandards sind als Harvestingformat für den Datenaustausch angelegt.

Object-ID

Eine kleine Untergruppe der CDWA-Kategorien wurde von der UNESCO 1999 als internationaler Standard für die Identifizierung von Kulturgütern ratifiziert, die weltweit als Checkliste bei der Verfolgung von Diebstählen und gesetzeswidriger Ausfuhr von Kunstgegenständen von Polizei, Zoll, Versicherungen, Kunsthandel und Gutachtern eingesetzt wird. Dieser Standard ist kompatibel mit den meisten Datenbanken für Kunstdiebstahl u. a. der von Interpol oder dem International Art Loss Register. Der Object-ID-Standard basiert auf einer umfangreichen Umfrage, die in den Museen in 84 Ländern durchgeführt wurde.Der Standard enthält neben einer kurzen Objektbeschreibung und Foto lediglich 9 Kategorien: Objekttyp, Material/Technik, Maße, Beschriftung/Marken, besondere Merkmale, Titel, Thema der Darstellung, Datierung und Hersteller. CIDOC/ ICOM schloss sich 1997 der Resolution an und stellte fest, dass ein Museum in der Lage sein sollte, aus seiner Sammlungsdatenbank einen entsprechenden Bericht zu generieren, der dem Object-ID-Standard entspricht.

Dublin Core

Dublin Core ist ein Metadatenstandard, der seit 1995 ursprünglich für den Bibliotheksbereich entwickelt wurde. Er dient der Beschreibung von elektronischen Dokumenten aller Art und ermöglicht eine plattformunabhängige Recherche sowie den Datenaustausch zwischen heterogenen Dokumentationssystemen. Das DC-Metadaten Element Set besteht in seiner einfachen Anwendung aus 15 Elementen, die so allgemein formuliert sind, dass sie grundsätzlich auf alle Arten von identifizierbaren Informationsquellen angewendet werden können.Für den Museumsbereich ist der Dublin Core Standard nicht ohne Einschränkung nutzbar, weil sich die Beschreibungselemente in erster Linie auf gedruckte Texte oder elektronisch verbreitete Textdokumente beziehen, nicht aber die speziellen Anforderungen der Objektdokumentation berücksichtigen.Dublin Core hat sich als Metadatenstandard weltweit durchgesetzt und wird von zahlreichen internationalen Initiativen und Konsortien unterstützt.

Marburger Inventarisations-, Dokumentations- und Administrations-System (MIDAS)

MIDAS ist ein Verfahren für die Dokumentation, ERschließung und Verwaltung von Kunst- und Bauwerken mit Hilfe elektronischer Datenverarbeitung. Das im Bildarchiv Foto Marburg entwickelte System bietet:

  • ein Modell für die Strukturierung der Daten kunst- und bauhistorischer Sachverhalte einschließlich ihres chronologischen, geographischen, biographischen und bibliographischen Kontextes;
  • ein Regelwerk für die Ansetzung historischer Entitäten und Begriffe, das bereits existierende Regelwerke anderer Wissenschafts- und Verwaltungsfelder weitestgehend berücksichtigt;
  • eine Bibliothek maschinell nutzbarer Thesauri und Lexika, Kataloge und Inventare;
  • das auf die Spezifität kunstgeschichtlicher Daten zugeschnittene Datenbanksystem HiDA;
  • eine Datenbank mit gegenwärtig 708.000 Dokumentationseinheiten, davon 413.000 zu Objekten, 62.000 zu Künstlern und 31.400 zu ikonographischen Themen (orientiert an ICONCLASS) und 38.000 über Magisterarbeiten und Dissertationen.

Seit Mai 1995 wird dieser Datenbestand auch jährlich auf CD-ROM publiziert.

Klassifikationen und Systematiken

Social history and industrial classification (SHIC)

Bei der SHIC handelt es sich über eine in Großbritannien entstandene und dort weit verbreitete Objektklassifikation mit etwa 100.000 Begriffen für die Katalogisierung in Museen. Das Ziel der Klassifikation ist es, kontextuale Beziehungen zwischen verschiedenen Musealien (dreidimensionale Objekte, Fotografien, Schrift- und Tondokumente) herzustellen – entsprechend des Bereiches der menschlichen Tätigkeiten, der sie entstammen. Vier Hauptgruppen werden dabei unterschieden (Gesellschaftliches Leben, Häusliches und familiäres Leben, Persönliches Leben, Arbeitsleben), die wiederum in je 10 Untergruppen geteilt werden.Vom Museum der Arbeit in Hamburg wurde 1999 umfassende, überarbeitete und ins Deutsche übersetzte Fassung („Sozialgeschichtliche und industrielle Klassifikation: eine theoretische Klassifikation für Museumssammlungen") geschaffen, die hier bezogen werden kann.

Systematik kulturhistorischer Sachgüter

Ein Klassifikationssystem, das in den 1970er Jahren von Walter Trachsler in der Schweiz entwickelt wurde. Es nimtt eine Unterteilungvon Kulturgütern vorrangig aus volkskundlichen Kontexten in 10 Funktionsgruppen vor. Diese Gruppen systematisieren die Obkete nach ihrem ursprünglichen Verwendungszweck: Natur und Umwelt, Individuum und Gemeinschaft, Landwirtschaft, Hauswirtschaft, Handwerk/Gewerbe (Industrie), Brauchtum, Glaube und Kult, Obrigkeit und Behörden, Bildende Kunst. LITERATURHINWEIS: Systematik kulturhistorischer Sachgüter : eine Klassifikation nach Funktionsgruppen zum Gebrauch in Museen und Sammlungen / Walter Trachsler. - Bern: Haupt, 1981 ISBN 3-258-02942-3 Bestandnachweis im SWB-Verbund.

Systematik zur Inventarisierung kulturgeschichtlicher Bestände in Museen

Auch „Hessische Systematik" genannt. 1993 vom Hessischen Museumsverband e. V. erstellte und seitdem weiterentwickelte Systematik zur klaren Strukturierung von Beständen nach Funktionsbereichen, die 18 Hauptgruppen bilden. Die weitere Untergliederung erfolgt in 132 Sach- bzw. Untergruppen. Die Vokabularplattform www.museumsvokabular.de stellt diese Systeamik als Download zur Verfüguing. LITERATURHINWEIS: Systematik zur Inventarisierung kulturgeschichtlicher Bestände in Museen / hrsg. vom Hessischen Museumsverband. Bearb.: Kornelia Wagner. - Kassel : Hessischer Museumsverband, 1993 (Schriftenreihe des Hessischen Museumsverbandes, Band 3)

Systematik nach Knorr

Heinz A. Knorrs Buch „Inventarisation und Sammlung in den Heimatmuseen" war ein Quasi-Standard in der DDR und ist somit in vielen Museen der neuen Bundesländer Grundlage für den Auf- und Ausbau der Dokumentation gewesen. Knorr schlägt ein knappes Ordnungssystem vor, das für eine ganze Reihe von Museen - zum Teil bis heute – die Grundeinteilung der Sammlung beschreibt. Hauptkategorien bilden „Natur" und „Geschichte", die sich weiter in mehrere Sach- und Untergruppen unterteilen. LITERATURHINWEIS: Inventarisation und Sammlung in den Heimatmuseen. - Heinz A. Knorr , Fachstelle für Heimatmuseen (Hrsg.) - Halle an der Saale, 1957.

Outline of Cultural Material (OCM)

Die OCM - in den USA entwickelt und seit den 1980ern von den nordeuropäischen Ländern adaptiert - ist ein nummerisches System zur Kategorisierung von Kulturgut zu Forschungszwecken.

ICONCLASS

ICONCLASS ist ein internationales Klassifikationssystem für ikonographische Forschung und die Dokumentation von bildlichen Darstellungen. Es beinhaltet eine Sammlung von fest definierten, hierarchisch geordneten Begriffen (28.000) zu Objekten, Personen, Ereignissen, Situationen und abstrakten Ideen, die Inhalt eines Bildes sein können. Somit können Informationen über alles bildlich Dargestellt mit alphanumerischen Codes verschlagwortet werden. Desweiteren bietet es einen alphabetischen Index mit 14.000 Stichwörtern für die thematische Suche und eine umfangreiche Bibliographie. Derzeit ist es in acht verschiedenen Sprachen verfügbar.

Thesauri - Normvokabular

Objektbezeichnungsdatei (OBG)

Unter Federführung der Landesstelle für nichtstaatliche Museen Bayern seit den 1980er Jahren aufgebautes Normvokabular (ehemals „Oberbegriffsdatei (OBG)". Sie stellt unter 42 Hauptgruppen hierarchisch strukturiert Begriffsdeskriptoren vorzugsweise zu historischer Sach- und Alltagskultur sowie Handwerk dar. Die Struktur orientiert sich an formalen Gesichtspunkten. Die OBG kann über die Plattform xTree public bezogen werden. LITERATURHINWEIS: Werkzeuge - eine Typologie für Museen und Sammlungen. - Gitta Böth , Manfred Hartmann und Viktor Pröstler - Berlin ; München : Deutscher Kunstverlag, 2020.

Art and Architecture Thesaurus (AAT)

Beim AAT handelt es sich um einen umfangreichen hierarchisierten Wortschatz mit ca. 125.000 Begriffen für die Beschreibung von Werken der Bildenden Kunst, Architektur, des Kunsthandwerkes, für materielle Kultur und Archivmaterialien aus der Zeit der Antike bis zur Gegenwart (bezogen auf alle Länder und Gegenden). Da der Wortschatz sowohl Vorzugsbegriffe („Deskriptoren") mit Definitionen als auch Synonyme und Begriffsverweisungen (z. B. ausländische Bezeichnungen) enthält, ist er zur Standardisierung innerhalb von Dokumentation und/oder Katalogisierung bestens geeignet. Der AAT wurde vom Getty Research Institute in Los Angeles aufgebaut und exisitert bereits in mehreren Sprachen, an einer deutschen Version wird derzeit gearbeitet.

Ägyptologischer Thesaurus des CCER

Das Centre for Computer-aided Egyptological Research (Fakultät für Theologie, Universität Utrecht), das seit seiner Gründung 1990 einen internationalen Ruf als wissenschaftliche Institution erworben hat, hat bis zu seiner Einstellung 2010 online die Nutzung eines Ägyptologischen Thesaurus zu den Kategorien Standort, Gattung, Fundort, Datierung, Material, Technik, Erhaltungszustand, Beschreibung, Sprache, Schrift, Textgattung, Textinhalt, Götternamen, Königsnamen und Erwerb bereitgestellt. Das CCER hat von Anfang an bei der Entwicklung und Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien auf dem Gebiet der Ägyptologie eine innovative Pionierrolle gespielt.

Vokabular grundlegender Begriffe für die Katalogisierung von Kleidung

Erarbeitet von ICOM Internationales Komitee für Kostüm- und trachtengeschichtliche Sammlungen und dreisprachig (deutsch, englisch, französisch) verfügbar, inkl. Definitionen und Illustrationen. Zugang via Collections Tust.

Allgemeines Künstlerlexikon aller Zeiten und Völker (AKL)

Neben der vom Getty Institute gepflegten ULAN (Union List of Artist Names) handelt es sich beim AKL um das anerkannteste und umfassendste Verzeichnis von Künstlerdaten (verschiedene Namensformen, Werk- und Ausstellungsverzeichnisse, bio- und bibliographische Angaben), das unter der Federführung des KG Saur , nun de Gruyter Verlagesdie Nachfolge des Thieme-Becker-Künstlerlexikons und der Internationalen Künstlerdatenbank (IKD) angetreten hat.Die bisher erschienenen vierzehn Bände enthalten rund 81.000 Künstlerbiographien, während insgesamt ein Umfang von ca. 80 Bänden mit etwa 500.000 Künstlerbiographien vorgesehen ist.Inzwischen ist das AKL auch als CD-ROM-Ausgabe erhältlich und ist online recherchierbar.

Union List of Artist Names (ULAN)

Die ebenfalls vom Getty Institut in den USA entwickelte Datei zu Künstlernamen und Architekten. Der ULAN bietet neben der Namensansetzung (Vorzugsbegriff, Synonyme, Pseuodyme und Namensvarianten) auch biographische und bibliographische Informationen zu den Personen.

Gemeindeverzeichnis (GV)

Das Gemeinedeverzeichnis, in dem online kostenlos recherchiert werden kann, führt jede politisch selbständige Gemeinde Deutschlands auf und zwar u. a. mit den Merkmalen:

  • Amtlicher Gemeindeschlüssel (AGS)
  • Gemeindenamen
  • Postleitzahl
  • Fläche
  • Einwohnerzahl (insgesamt/männlich/weiblich)

Eine ausführliche CD-ROM „Gemeindeverzeichnis" mit Zusatzmerkmalen kann seit April 2002 käuflich erworben werden.

Thesaurus of Geographical Names (TGN)

Dieser ebenfalls vom Getty REasearch Institute entwickelte und gepflegte Thesaurus beinhaltet ca. 1 Mio. Bezeichnungen für rund 900.000 Orte. Der TGN deckt die gesamte Welt in aktuellen und historischen sowohl in geophysischen als auch geopolitischen Hierarchien ab. Neben den Bezeichnungen werden Koordinaten, Ortstypen und andere Informationen gespeichert. Unzureichend ist er bislang in der Zuordnung historischer Ortsnamen und in der geografischen Detailierung außerhalb Nordamerikas.

Müllers Großes deutsches Ortsbuch

Obgleich keine historischen Ortsnamen enthaltend, ist dieses Standardwerk das für die Katalogisierung am meisten verwendete Ortsverzeichnis, das Informationen zu über 126.000 Orten der Bundesrepublik Deutschland bietet. Es verzeichnet nicht nur Städte und Gemeinden, sondern auch Ortsteile, Dörfer, Weiler etc. Neben Einwohnerzahl, Postleitzahl, Zustellpostamt und Bahnhof führt das Ortsbuch auch sämtliche jeweils zuständigen Ämter, Gerichte und Behörden auf.Inzwischen ist der "Ortsmüller" auch als CD-ROM-Ausgabe erhältlich. Online ist er noch nicht verfügbar. LITERATURHINWEIS: Müllers grosses deutsches Ortsbuch : vollständiges Ortslexikon; enthält ... Ortsnamen und für alle Städte und Gemeinden Angaben zur politischen Gliederung und zur räumlichen Zuständigkeit einer Vielzahl von Behörden und Gerichten sowie einen ausführlichen Anhang mit Adress- und weiteren Angaben - Berlin ; New York, NY : de Gruyter Saur. Bestandsnachweis im SWB-Verbund.

Geographic Names Server (GNS)

Der Geographic Names Server (GNS) enthält etwa 5,5 Mio. Ortsnamen weltweit: geographische, regionale und administrative Einordungen, letztere nicht sehr tief. Alle Orte sind mit Koordinaten versehen und klassifiziert z. B. als populated place, river, battlefield. Die Suche ist nicht sehr komfortabel und enthält keine Kartenanzeige. Fehlende Ortsnamen im TGN werden aus dem Material des GNS ergänzt. Das Material des GNS ist frei aus dem Netz herunterzuladen.

Alexandria Digital Library (ADL)

Der Alexandria Digital Library (ADL) nutzt wie GNS auch das Datenmaterial der „National Geographic Agency", weshalb es weitgehende Überschneidungen gibt, auch in der Bezeichnung der Orte und der geographischen und administrativen Einordnung. Der AG umfasst etwa 4 Mio. Einträge und ist für nicht kommerzielle Zwecke von der University of California at Santa Barbara erhältlich. Die Anzeige enthält eine grobe kartographische Lokalisierung des Ortes. Wie beim GNS sind Koordinaten und die Angaben zur verwandten Projektion vorhanden.

Publikationen des "Ständigen Ausschusses für geographische Namen" (StAGN)

Der StAGN ist das für die Standardisierung geographischer Namen zuständige Gremium im deutschen Sprachraum. Er ist ein selbständiges wissenschaftliches Gremium ohne hoheitliche Funktionen, dem Wissenschaftler und Praktiker der Fachgebiete Topographie, Kartographie, Geographie und Linguistik sowie aus mit geographischen Namen befassten Einrichtungen und Verwaltungen angehören. Sitz des Ausschusses ist das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie in Frankfurt am Main. Seit 1967 haben Mitglieder des StAGN an den sieben Konferenzen der Vereinten Nationen zur Standardisierung geographischer Namen teilgenommen. Ausgewählte Publikationen (z. T. online verfügbar):

  • 1981 Geographisches Namenbuch Bundesrepublik Deutschland
  • 1990 Wörterbuch geographischer Namen Amerika
  • 1994 E. Spiess: Ausgewählte Exonyme der deutschen Sprache (im PDF-Format)
  • 1999 Geographisches Namenbuch Deutschland - Kurzausgabe
  • 2000 Duden: Wörterbuch geographischer Namen des Baltikums und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten.
  • 2002 Exonymenliste mit phonetischer Umschriftung
  • 2002 Empfehlungen und Richtlinien zur Schreibweise geographischer Namen - Bundesrepublik Deutschland, 4. Ausg.
  • 2002 H. Liedtke: Namen und Abgrenzungen von Landschaften in der Bundesrepublik Deutschland, mit einer Karte; 3.Ausg.
  • 2004 Liste der Staatennamen 8. Ausg., mit Anhang 'Liste der Namen ausgewählter nichtselbständiger Gebiete'
  • 2005 Geographische Namen in den deutschen Küstengewässern, 4 Karten

Vom StAGN aus wurde auch das Projekt EuroGeoNames (EGN) initiiert und realisiert. Es strebt an alle geographischen Namen Europas zentral recherchierbar zu machen. Mittlerweile beteiligen sich 14 Länder an diesem Datenservice, der in über 20 Sprachen verfügbar ist. Zu den Ortsnamen werden umfassende Metadaten angeboten.

Materials Thesaurus

Beim Materials Thesaurus handelt es sich um einen kontrollierten Wortschatz, der von der Museum Documentation Association (MDA) 1997 auf Basis der Sammlungen des British Museums enstand. Er bildet ein System aus Vorzugsbegriffen (Deskriptoren), ungültigen, verwandten sowie Ober- und Unterbegriffen, denen größtenteils Definitionen begefügt sind. Organisches, Anorganisches und produziertes Material bilden die drei Hauptgruppen.

Thesaurus for Graphic Materials (TGM)

Der TGM wurde von der Library of Congress zusammengestellt. Er besteht aus zwei Teilen: den Subject Headings (TGM I) für die inhaltliche Erschließung von bildlichem Material - besonders ausgelegt auf historische Bilder wie sie in grossen Sammlungen in vielen Bilbiotheken, Archiven und Museen vorenthalten werden - sowie den Genre and Physical Characteristic Terms (TGM II) zur Verschlagwortung von Photographien, Drucken, Zeichnungen und anderem bildlichen Material. Beide Thesauri wurden von der Prints and Photographs Division der Library of Congress zusammengestellt und werden gepflegt und regelmäßig aktualisiert. Sowohl der TGM I als auch der TGM II können online durchsucht werden; beide stehen zum Download bereit. Über ein Formular können zudem Neumeldungen an den TGM vorgeschlagen werden.

CAMEO - Conservation & Art Material Encyclopedia Online

CAMEO ist ein Angebot des Museum of Fine Arts, Boston. Die Materialdatenbank enthält Informationen u.a. chemischer und physikalischer Art zu mehr als 10.000 historischen wie zeitgenössischen Materialarten, die in der Herstellung und Erhaltung von künstlerischen, architektonischen, archäologischen und anthropologischen Materialien Verwendung finden.

Unesco Thesaurus

Hinter dem UNESCO Thesaurus verbirgt sich eine Sammlung kontrollierten Vokabulars, das intern für die inhaltliche Erschließung von Dokumenten und Publikationen der Bereiche Bildung, Kultur, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Kommunikation und Information verwendet wird. Der Thesaurus ist multilingual angelegt (Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch) und auch als CD-ROM erhältlich.

Thesauri und Wortlisten der Fotosammlungen in Sachsen

Die Sächsische Landesstelle für Museumswesen stellt verschiedene Thesauri und Wortlisten zur freien Verfügung, z.B. Hinweise zur Verfahrensidentifizierung von Fotografien und fotomechanischen Druckverfahren, zu Standardformaten und Schadensbildern.Alle Thesauri/Wortlisten liegen auch im museumvok-XML-Schema vor.Hilfreich erscheinen in diesem Zusammenhang auch die ausgearbeiteten Handreichungen zur Bestandserhaltung, zur Fotogeschichte, zur Inventarisierung, zur Reprofotografie sowie eine Literaturliste für die Arbeit an fotografischen Beständen in Archiven, Museen und anderen Sammlungen.

Consortium of European Research Libraries Thesaurus (CERL)

Der CERL, der von der SUB Göttingen als CERL-Mitglied bereit gestellt wird, enthält normierte Datensätze von Orts-, Drucker-, Verleger- und Autorennamen, die in handgedruckten Büchern oder anderen Materialien in der Zeit von ca. 1450-1830 erwähnt werden, inklusive der darin vorkommenden Namensvarianten. Außerdem wird auch die Suche nach Provenienzinformationen (nur bei personal names und corporate names) angeboten, soweit diese von den CERL-Mitgliedern geliefert werden. CERL verfolgt mit der Heritage of the Printed Book Database (HPB) zudem das Ziel, alle in Europa handgedruckten Bücher aus der Zeit von ca. 1450–1830 in einem Online-Katalog zu verzeichnen. HPB ist für CERL-Mitglieder (in Deutschland: SUB Göttingen, Staatsbibliothek zu Berlin, BSB München) frei zugänglich, für andere Bibliotheken ist der Zugang kostenpflichtig.

Allgemeine Hinweise zur Museumsdokumentation

Fragen zu Klassifikationen, Thesauri, Wortlisten, zu Regelwerken, formaler Objektbeschreibung etc. dergeben u.a. auch Museumsberatungsstellen der einzelnen Bundesländer und das Institut für Museumsforschung in Berlin, wo in der Bibliothek eine umfangreiche Literatursammlung zu diesen Themen gepflegt wird.Ein Forum für Erfahrungsaustausch und für Ratschläge ist auch die Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes.

Plattform museumsvokabular.de

Auf museumsvokabular.de erhalten Sie Vokabulare für die Museumsdokumentation (Systematiken, Wortlisten, Thesauri, etc.), die digital verfügbar sind und von ihren Verantwortlichen zur Nutzung frei bereitgestellt werden. In naher Zukunft soll auch ein interaktives, webbasiertes Arbeiten mit den hier gebotenen Vokabularen ermöglicht werden. Literaturhinweise zu verschiedenen Objekt- und Materialgruppen bzw. quellenkundlichen Fächern befinden sich zudem im MusIS-Büro des BSZ (Literatur zur Entwicklungsgeschichte bestimmter Objekte, Nachschlagewerke, Lexika, Typologien und Klassifikationen, Verzeichnisse von Museen mit entsprechenden Sammlungen, Hinweise zur objektgruppengerechten Konservierung).

Ansprechpartner im BSZ: Jens Lill

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