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Für neue digitale Interaktionsmöglichkeiten mit ihren Besuchern und Nutzern sowie für die interne digitale Verwaltung ihrer Sammlungen benötigen Museen die Daten aus der digitalen Dokumentation ihrer Sammlungen. Zur Sammlungsdokumentation arbeiten die Staatlichen Museen Baden-Württembergs (sowie eine Reihe weiterer Museen) mit der Datenbank imdas pro, die zentral am BSZ betrieben wird. Imdas pro verfügt selbst nicht über Online-Schnittstellen, die eine Nutzung der Daten z.B. durch externe Webanwendungen erlauben.

Die ExpoDB repliziert daher die Sammlungsdaten aus imdas pro in einen Suchindex, aus dem sie über eine Web-Schnittstelle variabel selektiert und sortiert in JSON-, XML- und CSV-Formaten abgerufen werden können. Umgekehrt werden Daten aus den Museen automatisiert via Internet übernommen und im Batchverfahren nach imdas pro importiert. Eine wichtige Komponente der Sammlungsdokumentation bilden digitale Bilder (sowie Audio-, Video- und 3D-Digitalisate), die aus der ExpoDB abgerufen werden können; für hochauflösende Bilder steht dazu ein IIIF-Server zur Verfügung.

Abb. 1: Die Architektur der ExpoDB: Über expo.dashboard wird expo.trafo gesteuert, das Exporte aus den Sammlungsdaten und Importe nach imdas pro verarbeitet; über die Web-API expo.digest werden die Daten publiziert. Die Museen sind zustän­dig für die Datenpflege sowie für deren externe Nutzungen; das BSZ betreibt und konfiguriert imdas pro und die ExpoDB.

Die Publikation und Nachnutzung der Sammlungsdaten ist nicht nur eine Frage der technischen Schnittstellen: Da die Erschließung nicht unter diesen Zielsetzungen erfolgt war, beinhalten die Daten z.B. keine Geokoordinaten für Kartierungen oder numerische Datierungen für einen Zeitstrahl; die Texte in der Datenbank sind nicht für ein breites Publikum geschrieben und Übersetzungen liegen selten vor. In imdas pro mussten die nötigen Datenstrukturen erst konfiguriert werden und eine Steuerung etabliert, welche Datensätze und Datenelemente für die Nachnutzung bereitgestellt werden können und welche zunächst noch überarbeitet werden müssen oder sowieso sensibel sind.

Der Aufbau der ExpoDB wird getrieben durch die Anforderungen und Termine aus parallel in den Museen durchgeführten Projekten zur Digitalisierung. So ist ständig eine Überprüfung der Entwicklungen an der Praxis gegeben. Allerdings erforderten diese Projekte in den Museen auch, die inhaltlichen Defizite in ihren Sammlungsdaten - bis zum "Launch" - schnell und effizient auszuräumen. Ein Schwerpunkt der ExpoDB bildet daher, sie bei der Ertüchtigung ihrer Sammlungsdaten zu unterstützen, z.B. durch die Anreicherung der in imdas pro von den Museen verwendeten Vokabulare um Normdaten, die Geokoordinaten und Übersetzungen mitbringen. Dies beschleunigt die Erschließung, verbessert die Recherche und erhöht die Interoperabilität der Daten,

Ein wichtiger Aspekt in den Projekten sind die Kommunikationsstrukturen zwischen dem BSZ, den Museen und den von diesen dafür beauftragten Agenturen. Als wichtiges Hilfsmittel dienen hierbei die Referenzimplementierung einer Rechercheoberfläche zur ExpoDB-Schnittstelle, mit der die Sammlungsdaten überprüft und die Lieferformate optimiert werden können. Eine Online-Dokumentation der Datenstrukturen erlaubt es, die Verarbeitung jedes Datenelements von imdas pro bis in die ExpoDB-Schnittstelle zu verfolgen.

Alle Konzepte, Konfigurationen und Implementierungen der ExpoDB werden standardisiert angelegt. Dies gestaltet die Arbeiten an der ExpoDB selbst effizient und ist Basis für ihre dauerhafte Betreuung im Rahmen des regulären imdas-pro-Supports. Die Nachhaltigkeit der Ergebnisse ist insofern gesichert, insbesondere auch im Hinblick auf die zur ExpoDB geschaffene Kooperation unter den Museen. Die ExpoDB bietet sich insofern als Ausgangspunkt für weitere innovative Digitalisierungsinitiativen in den Museen an.

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