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Inhaltsverzeichnis

ZKBW-Dialog Nr. 84 vom 15.01.2016

Überregionale Themen

Gemeinsame Förderung von Wissenschaft und Forschung

Seit 2008 gibt das Büro der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) regelmäßig eine Übersicht der Finanzströme in der gemeinsamen Forschungsförderung von Bund und Ländern heraus. Erstmalig wird in diesem Jahr in den „Finanzströmen“ nicht nur die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern, sondern zusätzlich die gemeinsame Förderung von Wissenschaft an Hochschulen dargestellt, zu der z.B. die Finanzierung zusätzlicher Studienanfänger nach dem Hochschulpakt gehört. Die aktuelle Publikation liegt seit Ende September 2015 unter dem Titel „Gemeinsame Förderung von Wissenschaft und Forschung - Finanzströme im Jahr 2013“ als PDF-Version vor (http://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Papers/GWK-Heft-44-Finanzstroeme2013.pdf).
Bund und Länder stellten danach 2013 mehr als 12,3 Milliarden Euro für die gemeinsame Förderung von Wissenschaft und Forschung nach Artikel 91b Absatz 1 des Grundgesetzes bereit. Das sind 1,6 Milliarden oder 15 % mehr als im Vorjahr 2012. Zwei Drittel dieser Mittel stammten vom Bund, ein Drittel von den Ländern. 62 % des Mittelvolumens gingen an die großen außeruniversitären Wissenschaftsorganisationen: Die Helmholtz-Gemeinschaft erhielt rund 2,6 Milliarden Euro, die DFG rund 2,1 Milliarden Euro.

Checkliste für Lizenzverträge

Die Kommission für Elektronische Ressourcen (KER) im Bibliotheksverbund Bayern (BVB) hat in Zusammenarbeit mit der Rechtskommission des dbv eine Checkliste für Lizenzverträge erstellt. Die Checkliste leistet Hilfestellung, wenn im täglichen Lizenzierungsgeschäft vom Verlag vorgelegte Verträge punktuell geändert werden oder bei den Vertragsverhandlungen genaue Vorgaben für den Vertragspartner gemacht werden sollen. Sie dient als Orientierung in der Bibliothekspraxis, enthält aber keine rechtsverbindlichen Auskünfte.

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Die DFG (http://www.dfg.de) fördert weitere 21 Fachinformationsdienste an wissenschaftlichen Bibliotheken. Der Hauptausschuss der DFG bewilligte in seiner Sitzung im Dezember 2015 insgesamt 21,2 Millionen Euro für den Aufbau spezialisierter Literatur- und Informationsangebote. Die neu eingerichteten Fachinformationsdienste sind zum einen auf ein breites fachliches Spektrum (Geistes- und Sozialwissenschaften, Geowissenschaften), zum anderen auf Forschungsregionen bezogen. Weitere Informationen können von der Website der DFG abgerufen werden (http://www.dfg.de/foerderung/programme/infrastruktur/lis/lis_foerderangebote/fachinformationsdienste_wissenschaft/index.html) (via https://idw-online.de/de/news643697).

Urheberrecht – Open Access – Open Data

Urheberrecht

Update zu (Bibliotheks-) urheberrechtlichen Ausnahmeregeln
Auf dem Repository des Fachinformationsdienstes für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung intr2dok, der von der Staatsbibliothek zu Berlin bereitgestellt wird, findet sich ein ausführliches Update zu einigen Schrankenregeln (gleichzeitig ein „Vorabdruck“ aus der 2. Auflage der Publikation Bibliotheksurheberrecht von Katja Bartlakowski, Eric Steinhauer und Armin Talke mit dem Stand 07.11.2015). Enthalten sind u.a.: - Elektronischer Semesterapparat (§ 52a), - Elektronische Leseplätze (§ 52b), - Digitalisierung verwaister (§ 61 ff. UrhG) und vergriffener Werke (§§ 13 d f. UrhWG).

2016 noch keine Einzelerfassung der Nutzungen nach § 52a Urheberrechtsgesetz durch die Hochschulen
Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) und die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) haben sich kürzlich darauf verständigt, die gemäß § 52a Urheberrechtsgesetz (UrhG) gesetzlich erlaubten Intranetnutzungen an öffentlichen Hochschulen, etwa für digitale Semesterapparate, 2016 nochmals über eine angemessene Pauschalzahlung zu vergüten. 2016 sei daher noch keine Einzelerfassung der Nutzungen nach § 52a Urheberrechtsgesetz durch die Hochschulen vorzunehmen. Darüber hinaus soll im 1. Quartal 2016 das geplante Verfahren für die Erfassung und Meldung der einzelnen, an den Hochschulen vorgenommenen Nutzungen weiter entwickelt werden. Das Meldeverfahren soll − im Vergleich zu dem im Pilotprojekt der Universität Osnabrück im Wintersemester 2014/15 erprobten Verfahren − deutlich vereinfacht und für die Hochschulen nutzerfreundlich ausgestaltet werden. Eine entsprechende Meldung und Abrechnung werde damit nicht vor dem 01. Januar 2017 erfolgen (via Börsenblatt online vom 09.12.2015).

HRK-Stellungnahme zu Osnabrücker Pilotprojekt § 52a: Einzelerfassung der Nutzung von Texten
Die Hochschulrektorenkonferenz hat ihre Stellungnahme zu den Ergebnissen des Pilotprojektes „Einzelerfassung der Nutzung von Texten nach § 52a Urhebergesetz“ (http://www.hrk.de/uploads/media/Stellungnahme_HRK_Ergebnisse_Abschlussbericht_Projekt___52aUrhG_Juli_2015.pdf), die von der Universität Osnabrück vorgelegt wurden, veröffentlicht. Darin erkennt sie an, dass eine Einzelfallerhebung die Interessen der Rechteinhaber bei der Vergütung besser wahrt als eine pauschale Erhebung und Vergütung. Jedoch verneint sie, dass die Kosten und der Aufwand einer Einzelfallerhebung an den Hochschulen das Interesse der Rechteinhaber an einer „gerechteren“ Vergütung rechtfertigt.

Entscheidung des BGH I ZR 69/11 (Elektronische Leseplätze II) liegt vor
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 16.04.2015 die Klage des Eugen Ulmer Verlags gegen die TU Darmstadt endgültig abgewiesen. Der Verlag hatte gegen die Universität geklagt, weil sie Werke eingescannt und Nutzern an elektronischen Leseplätzen sowohl die Ansicht als auch den Ausdruck und das Abspeichern von Werken auf USB-Sticks ohne Zustimmung des Verlages ermöglicht hatte. Am 24.09.2015 hat der BGH die ausführliche Urteilsbegründung vorgelegt: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&client=12&nr=72304&pos=0&anz=1&Blank=1.pdf. Der Eugen Ulmer Verlag hat am 20.10.2015 in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Bundesgerichtshofs in Sachen § 52b eingereicht.

DBV-Stellungnahme zum Urhebervertragsrecht
Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) hat Ende 2015 zu einem Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) für ein Gesetz zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung eine Stellungnahme abgegeben. Er unterstützt das Vorhaben des BMJV, in Verträgen zwischen Urhebern und Verwertern mehr Parität herzustellen und damit die Autor/innen zu unterstützen, nachdrücklich. Das gilt insbesondere im wissenschaftlichen Bereich, wo die Autoren oftmals Total–Buyout-Bedingungen von Kernzeitschriften in Kauf nehmen müssen. Die Stellungnahme des dbv steht unter http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/positionen/2015_12_dbv-Stellungnahme_Urhebervertragsrecht.pdf zum Abruf bereit.

DBV-Stellungnahme zu EU-Urheberrechtsplänen
Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) hat eine Stellungnahme zur Mitteilung der EU-Kommission "Schritte zu einem modernen, europäischeren Urheberrecht" verfasst. Sie ist auf der Website des Deutschen Bibliotheksverbandes nachlesbar (http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/positionen/2015_12_15_dbv-Stellungnahme_EU-Urheberrecht.pdf). Als besonders beachtlich bezeichnet es der dbv, dass die Kommission das Verhältnis von Urheberrechts-Ausnahmen, die bestimmte Nutzungen ohne Erlaubnis der Rechteinhaber zulassen, zu bestehenden Lizenzbedingungen klären möchte. Andererseits stellt der dbv fest, was seiner Meinung nach in der Mitteilung fehlt: Eine klare Positionierung in Richtung zwingender Schrankenregelungen für Forschung, Ausbildung und Informationszugang; die Einführung rechtlicher Rahmenbedingungen für die „Ausleihe“ von E-Books und E-Medien in Bibliotheken; eine Regelung für die kreative Nutzung von Inhalten, die auch für Nutzer von Bibliotheken und ihrer Medien wichtig wäre.

Urheberrechtliche Aspekte beim Umgang mit audiovisuellen Materialien in Forschung und Lehre
Ein Rechtsgutachten von Dr. Paul Klimpel und Dr. Eva-Marie König mit dem Titel "Urheberrechtliche Aspekte beim Umgang mit audiovisuellen Materialien in Forschung und Lehre" ist vom Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands gemeinsam mit der Gesellschaft für Medienwissenschaft in Auftrag gegeben worden. Fazit: Das deutsche Urheberrecht schränkt die Geistes- und Sozialwissenschaften im Gebrauch audiovisueller Medien so stark ein, dass Lehre und Forschung an deutschen Hochschulen im internationalen Vergleich ins Hintertreffen geraten. Weitere Informationen und eine Stellungnahme zu dem Rechtsgutachten stehen unter http://www.historikerverband.de/verband/stellungnahmen/verwendung-av-quellen.html bereit.

U.S. Court of Appeals erlaubt Google Einscannen und Verbreitung von kurzen Auszügen von Büchern
Im von der Authors Guild angestrebten Berufungsverfahren hat der U.S. Court of Appeals bei der Klage gegen Google wegen unerlaubten Kopierens von Büchern das vorinstanzliche Urteil bestätigt. Danach entspricht das Einscannen und die Verbreitung von kurzen Auszügen („Snippets“) dem „Fair Use“ des US-amerikanischen Urheberrechts. Die Authors Guild hatte ihre Klage ursprünglich 2005 eingereicht und Google vorgeworfen, durch das Einscannen von Büchern (Google Books) gegen das Urheberrecht zu verstoßen. Das US-Berufungsgericht wies den Antrag der Autorenvereinigung am 16.10.2015 zurück und bestätigte das Urteil der Vorinstanz. Das Gericht ist der Auffassung, dass das Einscannen eine „transformative Nutzung“ ist. Es folgte damit nicht der Auffassung der Authors Guild, dass Google einen Ersatz für die Werke selbst biete, da die öffentliche Anzeige der Texte begrenzt sei. Gegen die Verwendung von „Snippets“, die das Auffinden der Werke erleichtere, hat das Gericht ebenfalls keine Einwände. Dass Google kommerzielle Interessen verfolge, reiche nicht aus, um einen Verstoß gegen das „Fair Use“ auszusprechen. Die Verbreitung digitaler Kopien an teilnehmende Bibliotheken sei kein Rechtsverstoß durch Google. Die Authors Guild hat gegen das Urteil als letzte Möglichkeit den Supreme Court angerufen (nach: Börsenblatt online vom 19.10.2015).

Literaturhinweise
Altenhöner, Reinhard; Schöneborn, Katharina. „Der Lizenzierungsservice Vergriffene Werke als Beitrag zur Digitalisierung der Literatur des 20. Jahrhunderts“. Dialog mit Bibliotheken 2015/2. S.30-33.

R. Altenhöner und K. Schöneborn stellen den Lizenzierungsservice Vergriffene Werke der DNB vor, der Institutionen die Recherche und Beantragung vergriffener Druckwerke über die VG Wort ermöglicht. Voraussetzungen für die Nutzung des Lizenzierungsservices sind die Registrierung der Institution für ein Benutzungskonto des Services bei der DNB sowie der Beitritt der Institution zum Rahmenvertrag. Um für ein Werk eine Nutzungslizenz erwerben zu können, muss es vergriffen sein. Durch einen automatisierten Abgleich gegen Verzeichnisse des Buchhandels ermittelt die DNB den Lieferbarkeitsstatus für die Werke in ihrem Bestand. Sowohl über die Katalogsuche im Portal als auch über den Upload von Listen von bis zu 1.000 Titeln kann eine Institution den Lieferbarkeitsstatus der Werke feststellen, für die sie eine Lizenzierung plant, und direkt vom Suchergebnis den Schritt zur Lizenzbeantragung gehen. Sind vergriffene Titel identifiziert, bietet der Lizenzierungsservice die Möglichkeit, Anträge für eine Lizenzierung der betreffenden Werke zu stellen, sofern die bibliografischen Mindestanforderungen erfüllt sind (§ 13e UrhWahrnG). Die Beantragung kann für einzelne Titel, aber auch für ein umfangreicheres Titelset gebündelt stattfinden. Dies geschieht aus der Oberfläche des Lizenzierungsservice heraus, dabei werden die Anträge direkt an die VG Wort übermittelt. Mit dem Eingang des Lizenzantrags veranlasst die VG Wort zudem automatisch die Eintragung aller beantragten Werke im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA).

Fuhrmann-Siekmeyer, Anne; Thelen, Tobias. „Einzelmeldungen urheberrechtlich geschützter Sprachwerke gemäß § 52 a UrhG an die VG Wort“. Bibliothek. Forschung und Praxis 39 (2015) H.3. S. 394–400.

„Der vorliegende Artikel stellt die Ergebnisse eines Pilotprojekts zur Einzelabrechnung von elektronischem Lehrmaterial nach § 52 a UrhG an der Universität Osnabrück vor. Hierfür wurde prototypisch ein Lizenzauswahldialog im Lernmanagementsystem mit Schnittstelle zur VG Wort entwickelt sowie eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Die Nutzungsdaten geben Aufschluss über die Bedeutung von elektronischen Lehrmaterialien und das Bereitstellungsverhalten von Lehrenden in unterschiedlichen Fachbereichen. Kritisch diskutiert wird die technische, insbesondere aber auch die organisatorische Umsetzbarkeit“ (nach der Zusammenfassung).

Hartmann, Thomas. Urheberrecht in der Bildungspraxis: Leitfaden für Lehrende und Bildungseinrichtungen. Bielefeld: Bertelsmann, 2014. 120 S.

Hinte, Oliver. „Erntezeit – was die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu elektronischen Leseplätzen für Bibliotheken bedeutet“. b.i.t. online 18. 2015. Nr. 6. S.566-567.

Hinte, Oliver. "Pauschal oder einzeln – die Abrechnungsproblematik bei den elektronischen Semesterapparaten“ b.i.t. online 18 (2015) Nr.5. S.467-468.

Open Access

Checkliste Open Access für Universitäten
Der europäische Universitätsverbund European University Association (EUA) hat eine circa 20 Seiten umfassende Checkliste (in englischer Sprache) für Hochschulen erarbeitet, die sich eine Open-Access-Strategie geben wollen. Der Praxisratgeber richtet sich an Wissenschaftsmanager und Forscher und gibt Tipps zur Qualitätssicherung und zur kontinuierlichen Fortschreibung einer erfolgreichen gestarteten Strategie. Der Ratgeber nennt überdies die Kosten für Hard- und Software und das notwendige Personal. Er kann kostenlos auf der Website der EUA heruntergeladen werden (http://www.eua.be/Libraries/publications-homepage-list/Open_access_report_v3.pdf).

Relaunch von LeibnizOpen
Der zentrale Zugang zu mehr als 26.000 Open-Access-Publikationen aus 65 Leibniz-Instituten ist grundlegend überarbeitet worden: Äußerlich erscheint LeibnizOpen in einem Layout, das sich an das Corporate Design der Leibniz-Gemeinschaft anlehnt. Außerdem wurde die Software erneuert, so dass es nun bessere Such- und Filtermöglichkeiten gibt sowie das Einstellen von Publikationen erleichtert wird (http://www.leibnizopen.de/).

Open-Access-Tage in Zürich am 07./08.09.2015
Die Vorträge und Präsentationen der Open-Access-Tage in Zürich, die am 07./08.09.2015 unter dem Motto „Der freie Zugang zu wissenschaftlicher Information“ stattfanden, sind seit geraumer Zeit online (vgl. dazu den Tagungsbericht von Rudolf Mumenthaler. „Open Access im Teenageralter angekommen: Bericht über die Open-Access-Tage 2015 in Zürich“. b.i.t. online 18. 2015. Nr. 5. S.459-461).

Berliner Senat beschließt Open-Access-Strategie
Berlin will den freien Zugang zu digitalen Wissensressourcen deutlich ausbauen. Aus diesem Grund hat der Senat Mitte Oktober 2015 eine Open-Access-Strategie beschlossen. In dem Strategiepapier werden konkrete Ziele und Maßnahmen formuliert, die eine umfassende Open-Access-Kultur für die öffentlich finanzierten Wissenschafts- und Kulturbereiche in Berlin schaffen sollen. Zudem werden die technischen und strukturellen Voraussetzungen genannt. Berlin schließt sich damit entsprechenden nationalen und internationalen Initiativen an. Das Land möchte mit seiner Open-Access-Strategie auch erreichen, dass die für Bildung, Wissenschaft und Kultur aufgewendeten Steuermittel die Wettbewerbsfähigkeit Berlins nachhaltig sichern und größtmöglichen Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft erzielen.

Fraunhofer Open Access
Der Fraunhofer Vorstand hat am 12.10.2015 die Fraunhofer Open Access-Strategie 2020 verabschiedet. Die Strategie konkretisiert, welche Ziele Fraunhofer mit Open Access anstrebt und legt konkrete Maßnahmen für die nächsten fünf Jahre fest (http://www.openaccess.fraunhofer.de/wp-content/uploads/2015/12/Fraunhofer-Open-Access-Strategie-2020.pdf). Konkret wird angestrebt, bis 2020 mindestens jede zweite wissenschaftliche Publikation eines Jahrgangs per Open Access frei zugänglich zu machen, davon mindestens ein Drittel über den goldenen Weg der Erstveröffentlichung in einer Open Access-Zeitschrift. Durch gezielte Förderung soll zugleich erreicht werden, dass – soweit möglich – auch zugehörige Forschungsdaten frei zugänglich gemacht werden.

Wissenschaftszentrum Berlin macht 1.500 wissenschaftliche Texte im Open Access zugänglich
Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) stellt rund 1.500 Verlagspublikationen und damit mehr als 50.000 Seiten Text von WZB-Forscherinnen und -Forschern im Open Access zur Verfügung. Die Publikationen werden erstmals als Volltext im Internet kostenfrei und dauerhaft zugänglich gemacht. Die Digitalisierung der Forschungstexte ist Teil einer langfristig angelegten Open-Access-Strategie des WZB. Geplant ist eine Ausweitung der Open-Access-Aktivitäten, unter anderem durch die systematische Zweitveröffentlichung von aktuellen Zeitschriftenaufsätzen im Rahmen der urheberrechtlichen Möglichkeiten. Das derzeitige Projekt „OA 1000+“ (https://www.wzb.eu/de/bibliothek/serviceangebote/open-access/oa-1000) umfasst Publikationen zu einem breiten Spektrum sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Themen von 68 WZB-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern. Die meisten Texte sind zwischen 1966 und 1994 auf Deutsch und Englisch als Monografien oder Aufsätze in Sammelbänden und Zeitschriften erschienen. Darüber hinaus wurden ausgewählte im Verlag edition sigma publizierte und mittlerweile vergriffene Monografien und Aufsätze aus den Jahren 1985 bis 2004 digitalisiert. Als Speicher- und Fundort für die digitalisierten Texte dient das Fachrepositorium EconStor (http://www.econstor.eu/) der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), die Kooperationspartner im Projekt ist. Außerdem können die Publikationen auch über die WZB-Webseite (https://www.wzb.eu/de), den WZB-Bibliothekskatalog (https://www.wzb.eu/de/bibliothek/bestand-recherche/katalog) und gängige Suchmaschinen wie Google Scholar (https://scholar.google.de/) gefunden werden (via https://idw-online.de/de/news642560).

DFG-Projekt DeepGreen gestartet
Am 01.01.2016 startete der KOBV gemeinsam mit fünf weiteren Institutionen (Bibliotheksverbund Bayern, BSB München, FAU Erlangen-Nürnberg, TU Berlin, Helmholtz Koordinationsbüro Open Science am GeoForschungsZentrum Potsdam) mit dem DFG-geförderten Projekt DeepGreen. Das Projekt DeepGreen will wissenschaftliche Veröffentlichungen, die lizenzrechtlich nach Embargofristen frei zugänglich gemacht werden dürfen, in den Open Access überführen. Hierbei zielt das Projekt speziell auf die DFG-geförderten überregional verhandelten Lizenzen ab, die sog. Allianz-Lizenzen, welche spezielle Open-Access-Regelungen enthalten. Die Erfahrung der seit 2011 getätigten Allianz-Abschlüsse zeigt, dass der Kreis berechtigter Autorinnen und Autoren (oder ihre institutionellen Vertreter) bislang kaum Gebrauch von den vereinbarten Open-Access-Rechten macht. DeepGreen will in einer zweijährigen Projektphase die vereinbarten Open-Access-Konditionen auf technischer Ebene komfortabel ausgestalten und wenn möglich automatisieren, so dass nicht mehr Autorinnen und Autoren oder die hierzu berechtigten Bibliotheken die Publikationen manuell in Open-Access-Repositorien einpflegen müssen, sondern die Verlage selbst zyklisch über definierte Schnittstellen abliefern. Dazu bauen die Projektpartner eine technische Plattform als Datendrehscheibe auf: Teilnehmende Verlage speisen ihre Publikationen und Metadaten über Schnittstellen ein, anschließend werden berechtigte institutionelle oder fachliche Open-Access-Repositorien mit den Daten bedient. Als Pilotpartner konnten die Verlage Karger und SAGE gewonnen werden. Die Koordination des Projektes liegt beim Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg. Über Fortschritte des Projekts berichtet die Website https://deepgreen.kobv.de/ (via http://www.inetbib.de/listenarchiv/msg57078.html).

Literaturhinweise
55. Helmholtz Open Science Newsletter vom 14.12.2015

Im Newsletter vom 14.12.2015 sind Beiträge zu folgenden Themen zu lesen: 10 Jahre Helmholtz Open Science Koordinationsbüro; „Helgoland Marine Research“ wird Open-Access-Zeitschrift; Dokumentenserver Klimawandel gestartet; Rückblick: „The Importance of Content Mining for Science“; Berliner Senat beschließt Open-Access-Strategie; Niederlande: Umstieg auf Open Access bis 2024 geplant; Österreich: Transformationsstrategie veröffentlicht; Von Lingua zu LingOA; Literaturhinweise.

Apel, Jochen; Nissen, Martin. „Open Access Publikationsfonds: UB unterstützt Wissenschaftler durch Finanzierung von Publikationsgebühren.“ Theke aktuell 21 (2015) Nr. 1.

Seit 2014 unterstützt die Universitätsbibliothek Heidelberg Wissenschaftler bei der Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften durch die Übernahme der anfallenden Publikationsgebühren. Hierzu wurden im Rahmen der DFG-Förderlinie „Open Access Publizieren“ erfolgreich Drittmittel zur Einrichtung eines Publikationsfonds eingeworben. 2015 hat der Fonds ein Gesamtvolumen von 197.500 Euro. 75 % dieser Summe übernimmt die DFG, 25 % werden als Eigenanteil von der Universität beigesteuert. Die Autoren vergleichen den Durchschnittspreis von 1.400 Euro, den die Wissenschaftler für die Veröffentlichung zu zahlen haben (und der in der Regel aus dem Publikationsfonds übernommen wird), mit den Kosten für die Subskription wissenschaftlicher Zeitschriften und kommen zu dem Schluss, dass die Veröffentlichung nach dem Open-Access-Modell alles in allem ‚günstiger‘ ist.

Keller, Alice. „Bibliotheken unterstützen Open-Access-Zeitschriften: eine Bedarfsabklärung“. o-bib. Das offene Bibliotheksjournal 2 (2015) H.4. S.297-313.

„Der Aufsatz beschreibt eine Studie zur Herausgabe von Open-Access-Zeitschriften an der Universität Zürich. Er geht der Frage nach, welche Bedürfnisse Open-Access-Zeitschriften bzw. ihre Herausgeber haben und welche publikationsunterstützenden Services infolgedessen von Universitätsbibliotheken angeboten werden sollten. Die Studie umfasste zwei Teile: eine ausführliche Online-Evaluation der Zeitschriften und ihrer Funktionalitäten sowie Einzelinterviews mit den Herausgebern. Die Resultate zeigen, dass eine sehr große Heterogenität besteht hinsichtlich der Funktionalitäten, der technischen Plattformen, der Finanzierungsmodelle, sowie der Anbindung an Verlag oder Bibliothek. Insbesondere Zeitschriften, die weder einem Verlag noch einer Bibliothek angegliedert sind, weisen Lücken bei den Funktionalitäten und der Nachhaltigkeit auf. Insgesamt stellen die fehlenden finanziellen Ressourcen für viele Herausgeber die größte Sorge dar. Außerdem fehlen den Herausgebern Ansprechpersonen, und sie fühlen sich in ihrer Publikationstätigkeit zum Teil sehr allein gelassen. Die Migration einer Open-Access-Zeitschrift auf ein durch die Bibliothek betriebenes Journal Management System stellt insbesondere für Herausgeber von nicht-affiliierten Zeitschriften (also Zeitschriften, die nicht von einem Verlag oder einer Bibliothek unterstützt werden) eine interessante Option dar, birgt aus Sicht der Herausgeber aber auch die Gefahr des Verlusts der Unabhängigkeit und bedeutet für sie zusätzlichen Arbeitsaufwand und/oder Kosten“ (nach dem Abstract).

Open Data

Europäisches Datenportal geht online
Mit über 250.000 Datensätzen aus 34 europäischen Ländern ist das in den öffentlichen Testbetrieb Europäische Datenportal gegangen. Den Zuschlag für das IT-Großprojekt hatte im Februar 2015 ein Konsortium erhalten, das der französische Beratungs- und Dienstleistungskonzern Capgemini Consulting leitet. Wichtige Bestandteile der Plattform hat das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme Fokus entwickelt, das einschlägige Erfahrungen hierzulande gesammelt hat. Zu den Komponenten „made in Germany“ gehören das Datenregister und Harvesting-Mechanismen, die einschlägige Datenbanken der beteiligten Staaten regelmäßig nach offenen Datensätzen durchforsten und diese in das Portal einbinden. Verfügbar sind auch Metadaten in Form von Linked Data, die eindeutig über einen Uniform Resource Identifier (URI) identifizierbar und Teil des semantischen Webs sind. Momentan sind die Steuerelemente des Portals in deutscher, englischer und französischer Sprache gehalten, weitere Übersetzungen sollen folgen. Geplant ist, den Datenbestand sukzessiv zu erweitern und die Testphase im Frühjahr 2016 abzuschließen. Langfristig sollen Daten aus 39 europäischen Staaten abrufbar werden (via http://heise.de/-3010257).

Literaturhinweise (in Auswahl)
Löhden, Änne; Borst, Timo. „'Linked Library Data' auf der 6. Internationalen Fachtagung 'SWIB 2014' in Bonn“. Bibliothek. Forschung und Praxis 39 (2015) H.3. S. 405–409

„Die sechste Auflage der vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der vom ZBW-Leibniz-Informationszentrum für Wirtschaft gemeinsam ausgerichteten SWIB-Tagung bot erneut eine interessante Mischung aus technologischen Grundlagenvorträgen, Anwendungsbeispielen und Konzepten, um Bibliotheken, Archive und Museen mitsamt ihrer Inhalte im Semantic Web zu positionieren. Dabei wurde das Oberthema 'Linked Library Data' in verschiedenen Formaten behandelt: Neben einem eigenen Workshop-Tag bot die Tagung klassische Vorträge und Kurzberichte ('Lightning Talks')“ (nach der Zusammenfassung).

Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ)

BSZ auf dem 6. Bibliothekskongress in Leipzig

Der 6. Bibliothekskongress, der zugleich der 105. Deutsche Bibliothekartag ist, findet vom 14. bis 17. März 2016 im Congress Center Leipzig statt. Er steht unter dem Motto „Bibliotheksräume – real und digital“. Das BSZ hat wieder zusammen mit dem GBV, HeBIS und der ZDB einen Gemeinschaftsstand und ist mit folgenden Vorträgen auf dem Kongress vertreten:
• Reiner Diedrichs / Dr. Ralf Goebel: Ein Katalog für zehn Bundesländer - BSZ und GBV (VZG) TK 2: Bibliotheksstrategie und Bibliotheksmanagement Tag: 15.03.2016, Uhrzeit: 16:00-18:00
• Dr. Silke Schomburg / Dr. Ralf Goebel: Der Alma-Verbund für deutsche Bibliotheken TK 2: Bibliotheksstrategie und Bibliotheksmanagement Tag: 15.03.2016, Uhrzeit: 16:00-18:00
• Silke Horny: RDA in den D-A-CH-Ländern - Von der Theorie in die Praxis Name der Sitzung: RDA - Theorie und europäische Praxis Tag: 17.03.2016, Uhrzeit: 09:00-12:00, Raum: Saal 2 (380)
• Volker Conradt: Komfortable und beschleunigte Bereitstellung von E-Book-Metadaten und -Lizenznachweisen - Das EBM-Tool. Ein erstes Ergebnis der Kooperation zwischen dem BSZ und der VZG (GBV) Name der Sitzung: E-Ressourcen Tag: 15.03.2016, Uhrzeit: 16:00-18:00, Raum: Saal 4 (180)
• Stefan Wolf / Frank Duehrkohp: Digishelf.de: Selbstständig digitalisieren - gemeinsam präsentieren Name der Sitzung: Digitalisieren & Forschen Tag: 17.03.2016, Uhrzeit: 09:00-12:00, Raum: Saal 5 (180)
• Berthold Gillitzer / Volker Conradt: Die Lücke im System schließen: E-Books in der Fernleihe - Technik, Lizenzen, Organisation Name der Sitzung: E-Ressourcen Tag: 15.03.2016, Uhrzeit: 16:00-18:00, Raum: Saal 4 (180)

BSZ und VZG (GBV) unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Im Rahmen der 19. Verbundkonferenz des GBV unterzeichneten Dr. Ralf Goebel, Direktor des Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) und Reiner Diedrichs, Direktor der Verbundzentrale des GBV (VZG) am 03.09.2015 im Osnabrücker Schloss eine Kooperationsvereinbarung, die u.a. die Vereinigung der Verbundkataloge des BSZ und der VZG in einer gemeinsamen Produktivumgebung zum Gegenstand hat. Das BSZ und die VZG vereinbarten zudem, ihre Aktivitäten zu koordinieren, den Ressourceneinsatz zu optimieren und neue Services gemeinsam und arbeitsteilig aufzubauen. Das BSZ und die VZG nehmen damit die Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats (WR) zur engeren Kooperation zwischen den Verbundsystemen sowie zu arbeitsteiligen Serviceangeboten auf und setzen diese auf operationaler Ebene konstruktiv um. Die Kooperationsvereinbarung steht im Wortlaut auf der BSZ-Website als PDF-Dokument zur Verfügung (http://www.bsz-bw.de/publikationen/kooperationsvereinbarung2015.pdf).

BSZ-Kolloquium an der Universität Stuttgart

Das 16. BSZ-Kolloquium fand am 22.09.2015 an der Universität Stuttgart statt. Alle Vorträge/Vortragsfolien sind auf der Website des BSZ abrufbar.

SWB-Verbundsystem

Die Datenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) (http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/) enthielt Ende Dezember 2015 rund 69,2 Mio. Bestandsnachweise und rund 22,5 Mio. Titelnachweise.

Am 03./04.10.2015 wurde erfolgreich die RDA-Konfiguration auf die SWB-Katalogisierungsdatenbank übernommen. Der erste neu nach RDA katalogisierte Datensatz wurde von der Bibliothek des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg angelegt: Introduction au marché intérieur: libre circulation des marchandises. Claude Blumann (dir.)… 3e éd. Bruxelles: IEE, Institut d'Études Européennes, 2015. 542 S. Zur Diskussion von Regelwerksfragen hat das BSZ auf seiner Ilias-Plattform ein Forum eingerichtet: https://vitruv.uni-tuebingen.de/ilias3/goto_bsz1_frm_99.html. Dort stehen auch die Schulungsunterlagen und weiteres Material zum Thema RDA zur Verfügung (vgl. dazu auch: Silke Horny. „RDA im SWB live“. Südwest-Info Nr. 28.2015).

Der im Rahmen der Kooperation mit dem GBV aufgebaute E-Book-Pool steht mittlerweile als Test-Datenbank für die beiden Verbünde zur Verfügung. Ziel ist es, möglichst schnell und flexibel mit den Metadateneinspielungen in die Verbundsysteme und damit in die lokalen OPACs zu reagieren, wenn neue Lizenzierungen aus den Teilnehmerbibliotheken gemeldet werden. Das im BSZ programmierte E-Book-Metadaten-Management-Tool (EBM-Tool), über das die Informationen zu Lizenzen und Paketen im E-Book-Pool verwaltet und automatisiert Einspielungen gestartet werden, wird seit Mitte November 2015 einem ersten Testlauf unter Beteiligung ausgewählter Verbundbibliotheken unterzogen (vgl. dazu auch: Roswitha Kühn. „Verwaltung von E-Book-Metadaten mit E-Book-Pool und EBM-Tool“. Südwest-Info Nr. 28.2015).

Neue SWB-Teilnehmerbibliotheken: Unter anderem sind folgende Bibliotheken im letzten Halbjahr dem SWB beigetreten: Bibliothek im Faust-Archiv Knittlingen; Palucca-Hochschule für Tanz Dresden – Bibliothek; Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig – Bibliothek; Sorbische Zentralbibliothek; Bibliothek der Versuchsstation Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim; Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe; Bibliothek der Hochschule für Gestaltung Offenbach; Bibliothek des Goethe-Instituts Peking.

Bibliothekssysteme

Nach 18 Jahren hat das BSZ am 12.10.2015 seinen letzten Horizon-Server abgeschaltet. Im Oktober 1997 ging die UB Ulm als Pilotbibliothek mit HORIZON in Betrieb. Bis 2008 hat das BSZ dieses Bibliothekssystem in mehr als 60 Hochschulen, Museen, Archiven und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen eingeführt. Zum Stichtag 01.04.2008 war HORIZON in 3 von 9 Landesuniversitäten, einer privaten Universität, 5 von 8 Kunst- und Musikhochschulen, 5 von 6 Pädagogischen Hochschulen und 2 Lehrerseminaren, 20 von 22 Fachhochschulen, 11 von 12 Berufsakademien, 3 Museen, 3 Spezialbibliotheken und dem Landesarchiv Baden-Württemberg mit 5 Bibliotheken im Einsatz. Bis auf wenige Ausnahmen wurden alle Horizon-Systeme im Projekt IBS|BW auf das Bibliothekssystem aDIS/BMS der Fa. aStec umgestellt.

aDIS / BMS: Im Jahr 2015 haben sich drei Bibliotheken neu für den aDIS-Support durch das BSZ entschieden: das Auswärtige Amt, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie die Popakademie Mannheim. Insgesamt nehmen jetzt 59 Bibliotheken das Software-as-a-Service-Angebot des BSZ in Anspruch. Seit Ende Oktober ist die aDIS-Version 8.3N im Einsatz. Highlight dieser Version ist der neue mobile OPAC. Die Desktop-Variante wechselt auf Smartphones automatisch in die mobile Ansicht.

Koha: Mit Stand 01.11.2015 betreibt das BSZ für 21 Institutionen das Bibliothekssystem Koha nach dem Modell Software-as-a-Service. In diesem Jahr hinzugekommen sind das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, die Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim und das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) mit der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) in Berlin und der Frankfurter Forschungsbibliothek (FFB). In der BBF-Bibliothek hat Koha das bisher eingesetzte Bibliothekssystem allegro abgelöst. Migriert wurden circa 870.000 Titeldaten aus der Verbunddatenbank sowie Exemplar-, Benutzer- und Ausleihdaten aus dem allegro-System. Mit über 730.000 konventionellen und elektronischen Medien ist die BBF der bisher größte Koha-Anwender mit Hosting und Support durch das BSZ (Katalog: http://bbf.bsz-bw.de). Auch die FFB-Bibliothek wurde von Bibliotheca auf Koha umgestellt. Migriert wurden circa 190.000 Titeldatensätze sowie Exemplar-, Benutzer-, Ausleih- und Erwerbungsdaten aus Bibliotheca. Beide Bibliotheken setzen neben OPAC, Ausleihe und Katalogisierung auch die Module für Erwerbung und Zeitschriftenverwaltung ein (Katalog: http://ffb.bsz-bw.de).

Alma: Ab 2016 bietet das BSZ auch Support für das Bibliothekssystem Alma an. Das BSZ übernimmt für seine Kunden die Rolle des Kompetenzzentrums für Alma. Bei Bedarf kann das BSZ die komplette Administration des Systems auf Anwendungsebene übernehmen, es führt Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliotheken durch und ist erster Ansprechpartner seiner Kunden für das System. Für Fehlermeldungen, Weiterentwicklungswünsche und sonstige Kommunikation mit dem Hersteller übernimmt das BSZ die gesamte Interaktion mit Ex Libris in englischer Sprache.

MARE (Museen, Archive und Repositorien)

OPUS 4: Im BSZ ist OPUS 3 Geschichte. Alle Repositorien, die das BSZ für mittlerweile fast 50 Einrichtungen betreibt, basieren auf OPUS 4. Dreizehn wurden bereits mit der neuen Software aufgebaut, zuletzt die Installationen der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel sowie der Kunsthochschule für Medien in Köln. Unterdessen wurden die Zertifizierung DINI-ready angestoßen, die Module zur Teilnahme an der OA-Statistik vorbereitet und für alle Kunden die erforderlichen Unterlagen zum Datenschutz erarbeitet. Gemeinsam mit dem KOBV wurden Aufträge zur Erweiterung der Software spezifiziert und umgesetzt. Im Frühjahr 2016 ist ein Anwendertreffen zu OPUS 4 geplant, in dem die aktuellen Entwicklungen vorgestellt werden.

Digitalisierung des kulturellen Erbes in Museen
Literaturhinweis: Monika Hagedorn-Saupe und Werner Schweibenz (BSZ): „Erschließung, Vernetzung und Access“. In: Der Vergangenheit eine Zukunft - Kulturelles Erbe in der digitalen Welt. Eine Publikation der Deutschen Digitalen Bibliothek. Hrsg. von Paul Klimpel und Ellen Euler. iRights Media: Berlin 2015. S. 46 - 61. CC BY 4.0 International.
(https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/ueber-uns/aktuelles/erschliessung-vernetzung-und-access-ein-beitrag-von-monika-hagedorn-saupe-und-werner-schweibenz). Das PDF ist mittlerweile auch vom BSZ-Server abrufbar (http://swop.bsz-bw.de/volltexte/2015/1244/).

„Die Digitalisierung des kulturellen Erbes ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die die Kultureinrichtungen der verschiedenen Sparten vor unterschiedliche Herausforderungen stellt. Diese ergeben sich aus dem ungleichen Sammlungsgut und den abweichenden wissenschaftlichen Traditionen in den einzelnen Sparten. Museen stehen vor anderen Aufgaben wie Bibliotheken und Archive, weil sie überwiegend dreidimensionale und einzigartige Objekte sammeln, bewahren, erschließen, erforschen und durch Ausstellungen vermitteln. Bei der Erfüllung dieser Aufgaben spielen die digitale Dokumentation der Museumsobjekte, die Digitalisierung von Museumsinformationen aller Art sowie die Zugänglichmachung und Verbreitung über das Internet eine maßgebliche Rolle. Hinzu kommt, dass die digitale Verfügbarkeit von Museumsinformationen im Internet von immer größeren Teilen der Gesellschaft erwartet wird. Deshalb ist die Frage des Zugangs zu digitalen Museumsinformationen zu einer zentralen Frage für das Museum geworden. Gleichzeitig steht sie in einem Spannungsverhältnis zu der traditionellen Ausrichtung auf die analoge Welt der Objekte“ (nach dem Abstract).

Projekte

Unterstützung der SWB Alma-Bibliotheken: Nach dem Start der ersten Hochschulbibliothek (HTWK Leipzig) mit dem Bibliothekssystem Alma der Firma Ex Libris folgte im Sommer 2015 auch die zweite SWB-Teilnehmerbibliothek, die HTW Dresden. Das BSZ unterstützte auch hier die Implementierung für die Bibliothek und die Herstellerfirma Ex Libris intensiv (vgl. dazu auch: Giersch, Katrin; Schiemichen, Astrid; Stenzel, Petra-Sibylle. "Alma. Einführung des cloudbasierten Bibliotheksmanagementsystems in den Bibliotheken der HTWK Leipzig und der HTW Dresden". BIS - Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 8. 2015. H.3. S.178-179). Mitte Januar 2016 ist der Workflow, bei dem geänderte bzw. neue Lokaldaten vom BSZ über OAI aus dem Alma-System abgeholt und automatisch im SWB-Verbundsystem eingespielt werden, in Routine gegangen. Somit wird der SWB-Verbundclient WinIBW von den Kolleginnen und Kollegen der Alma-Bibliotheken hauptsächlich für die Erfassung neuer Titelaufnahmen im SWB verwendet. Ansonsten kann autonom in der Alma-Anwendung gearbeitet werden. Auch die Implementierung und Tests für den Anschluss an die SWB Online-Fernleihe über die SLNP-Schnittstelle wurde fertiggestellt und ist seit 11.01.2016 im Produktivbetrieb. Seit Anfang des Jahres ist auch der Umstieg der UB Mannheim auf Alma abgeschlossen.

CBDZ: Im Rahmen des Projekts CBDZ ist das BSZ aktuell gemeinsam mit den Verbundzentralen hbz und VZG (GBV) mit der Konzeption der Common Bibliographic Data Zone beschäftigt. Ziel dieses Projekts ist der Aufbau einer Alma-Netzwerkzone, die von den Verbundzentralen genutzt werden kann, um den Alma-Bibliotheken weiterhin Daten und Dienstleistungen der Verbünde zur Verfügung zu stellen. Auch werden dann lokale Clients wie bspw. WinIBW nicht mehr für die Arbeit benötigt: wenn von der Bibliothek gewünscht, findet die bibliothekarische Arbeit ausschließlich in der Alma-Umgebung statt.


Digitale Angebote und Internet-Portale von Bibliotheken und Archiven des SWB-Verbundes

Übergabe des Sondersammelgebietes Technikgeschichte der SLUB Dresden an die Bibliothek des Deutschen Museums

Seit 1998 betreute die SLUB Dresden (https://www.slub-dresden.de/) <14> das Sondersammelgebiet Technikgeschichte. Sie erhielt dafür jährlich Fördermittel der Deutsche Forschungsgemeinschaft zum Erwerb ausländischer Zeitschriften, Monographien und Mikroformen. Zum Jahresende 2015 endete die DFG-Förderung. Daher wurde die Bearbeitung des Fachkatalogs Technikgeschichte durch die SLUB am 31.12.2015 nach Abschluss des Berichtsjahres eingestellt. 2016 hat die SLUB Dresden das Sondersammelgebiet Technikgeschichte beendet und die Bearbeitung des Fachkatalogs Technikgeschichte einschließlich der vorhandenen 166.000 Titelnachweise an die Bibliothek des Deutschen Museums <210> in München übergeben. Dort ist die weitere Erschließungsarbeit im Rahmen des Fachinformationsdienstes Geschichtswissenschaft im Bereich Technikgeschichte vorgesehen. Der Zugriff auf das neue Datenbank-Angebot wird weiterhin möglich sein (via http://blog.slub-dresden.de/beitrag/2015/12/10/ueberfuehrung-des-sondersammelgebietes-technikgeschichte/).

Zentrum für Populäre Musik der Universität Freiburg erschließt ihre Liedflugschriften in der Datenbank VDLied

Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und die Staatsbibliothek zu Berlin haben ihre Liedflugschriften in das Verzeichnis der deutschsprachigen Liedflugschriften digital (VDLied) eingebracht. Das VDLied ergänzt die jahrhundertbezogenen nationalbibliographischen Verzeichnisse VD 16, VD 17 und VD 18 als medienspezifisches, jahrhundertübergreifendes Verzeichnis. In der Datenbank werden nur vollständig digitalisierte Drucke nachgewiesen. VDLied erfasst sowohl die als Ephemera oft nur in wenigen Exemplaren erhaltenen populären Kleindrucke der Flugschriften als auch die in diesen Drucken enthaltenen Lieder (meist zwei oder mehr). Die Erschließung der Lieder umfasst neben dem Liedanfang auch Refrain und Melodienverweis sowie Strophen- und Zeilenzahl. Von 2012 bis 2015 wurde das Projekt von der DFG gefördert. In der Förderphase wurden die Liedflugschriftensammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und des Zentrums für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit den enthaltenen Liedern erfasst, die Drucke digitalisiert und die Daten in dem von der Verbundzentrale des GBV eingerichteten Portal VDLied zusammengeführt. Beteiligt ist außerdem das Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes Wien, das die Daten der dort bereits erschlossenen und digitalisierten Liedflugschriften dem Projekt zur Verfügung stellt. Weitere Informationen zum VDLied können unter http://staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/abteilungen/historische-drucke/projekte/vd-lied-digital/ abgerufen werden.

Heidelberg University Press seit Juli 2015 am Start

Mit dem Werk „Abwesenheit von Rom” der Autorin Astrid Habenstein ist der Verlag Heidelberg University Publishing (HST) am 23.07.2015 online gegangen. Die Universität Heidelberg verfolgt mit ihrem Verlag das Ziel, über innovative digitale Publikationsformen freien Zugang zu herausragenden wissenschaftlichen Publikationen zu ermöglichen (Open Access) und neue Wege in der wissenschaftlichen Kommunikation zu eröffnen. Die UB Heidelberg unterstützt Open Access als Publikationsmodell für die Verbreitung von Forschungsergebnissen und setzt Open-Source-Software für die gemeinsame Entwicklung der zugrunde liegenden Publikationstechnologien ein. Derzeit ist Heidelberg University Press dabei, eine peer-review-geprüfte Open-Access-Schriftenreihe zum Thema Transkulturalität - Heidelberg Studies in Transculturality - herauszugeben. In Kürze erscheint der zweite Titel: „Passing through Shanghai. Ethnographic Insights into the Mobile Lives of Expatriate Youths“ von Marie Sander.

Portal zur Agrargeschichte

Mit über 1.500 Digitalisaten stellt das Deutsche Landwirtschaftsmuseum der Universität Hohenheim derzeit über die Hälfte der ausgestellten Objekte im neu eingerichteten Portal Agrargeschichte (http://www.museum-digital.de/agrargeschichte/). Nicht nur das Deutsche Landwirtschaftsmuseum hat Digitalisate auf der zentralen Plattform eingestellt, sondern auch sechs weitere Museen präsentieren dort rund 2.500 agrarhistorische Objekte und 19 Sammlungen (Freunde historischer Landtechnik Dresden e.V., Archiv des Vereins FAHR-Schlepper-Freunde in Gottmadingen, Virtuelles Hanomag-Museum Hildesheim, IFA-Museum Nordhausen, Universitätsarchiv Hohenheim, Agrarhistorisches Archiv KR Karl Prillinger - Privatarchiv - in Wels/Österreich). Bis jetzt hat das Deutsche Landwirtschaftsmuseum fünf seiner Sammlungen digitalisiert. Neben einer Traktorensammlung widmen sich die vier anderen digitalisierten Sammlungen der Agrargeschichte der DDR (Prospekte, Ersatzteilkataloge, Broschüren, Betriebsanleitungen und Prüfberichte). Insgesamt sind über 15.000 Seiten online abrufbar. Die digitalisierte Sammlung ermöglicht es dabei nicht nur, die verschiedensten Abschnitte der Agrargeschichte nachzuvollziehen. Denn viele dieser alten Schätze aus der DDR werden auch heute noch in Polen oder Ungarn als Nutzfahrzeuge verwendet. Auf diese Weise haben die Digitalisate einen praktischen Nutzen und können als Unterlagen für die Wartung und Reparatur landwirtschaftlicher Geräte Verwendung finden. Die kompletten Digitalisate des Deutschen Landwirtschaftsmuseums der Universität Hohenheim, dessen Kern die 1818 begründete „Hohenheimer Geräte- und Modellsammlung“, die älteste agrartechnische Sammlung der Welt, darstellt, sind unter http://www.museum-digital.de/agrargeschichte/index.php?t=institution&instnr=1 zu finden.

Virtuelle Ausstellung der DDB zur Stadtgeschichte von Karlsruhe

Eine virtuelle Ausstellung mit dem Titel „Vom Privilegienbrief zum Bundesverfassungsgericht“, die zusammen mit dem Stadtarchiv Karlsruhe und FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur entstand, führt den Besucher durch die allgemeine Stadtgeschichte der Residenzstadt Karlsruhe und setzt Schwerpunkte auf den Bereichen Planen und Bauen, Migration und Internationalität, Mobilität und Energie sowie Kultur und Innovation (http://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/ka300/exhibits/show/vom-privilegienbrief-zum-bundesverfassungsgericht/einleitung). Die Ausstellung wird anlässlich des 300.Geburtstages der Stadt Karlsruhe gezeigt. Die Schau zeigt anhand zahlreicher Bilder, Dokumente und Museumsobjekte – teilweise in 3-D – in 30 Stationen den Werdegang der Stadt Karlsruhe und schöpft dabei aus Beständen städtischer und staatlicher Sammlungen. Die Einzelobjekte sind mit der Datenbank der Deutschen Digitalen Bibliothek verknüpft.

RDA in der Badischen LB Karlsruhe

Am 26.11.2015 fand an der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe eine Fortbildungsveranstaltung des VDB-Regionalverbandes Südwest zum Thema „Was man als Nicht-Katalogisierer über RDA wissen muss - eine Einführung in das neue Katalogisierungsregelwerk“ statt. Die Fortbildungsveranstaltung richtete sich an Kolleginnen und Kollegen, die nicht selbst katalogisieren, aber in ihrer täglichen Arbeit mit RDA-Daten umgehen bzw. umgehen werden – z.B. bei der Sacherschließung und im Informationsdienst. Die Präsentationsfolien der Veranstaltung, das Aufgabenblatt und die Lösungen zu den Aufgaben stehen auf der Website des VDB zum Abruf bereit (http://www.vdb-online.org/veranstaltungen/693/).

VOE im KVK

Über den Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) kann seit Ende Oktober 2015 auch in einem Katalog für spezielle Benutzerinteressen, dem Verbundkatalog östliches Europa (VOE), recherchiert werden. „Der Verbundkatalog östliches Europa – VOE (http://katalog.martin-opitz-bibliothek.de/voe/) weist mit über 1.000.000 Titeln (Oktober 2015) die EDV-erschlossenen Bestände von dreißig Bibliotheken und kulturell-wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, Polen und Tschechien nach. Der Katalog enthält Literatur zum gesamten Raum des östlichen Europas, zur Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa, zur Geschichte Deutschlands und seiner östlichen Nachbarländer und zu Migration und Integration. Das Fächerspektrum umfasst Geschichte, Literatur, Sprachwissenschaft, Genealogie, Theologie, Musik, Kunst etc. Mit dem Ausbau sowie der Betreuung ist die Martin-Opitz-Bibliothek betraut„ (nach der Homepage der Martin-Opitz-Bibliothek Herne). Mit dem Verbundkatalog östliches Europa können jetzt insgesamt 72 Nachweissysteme über den KVK abgefragt werden. Der VOE ist im KVK in der Rubrik „Deutschland“ zu finden.

FID für das Fach Kommunikations- und Medienwissenschaft an der UB Leipzig

An der UB Leipzig <15> wird seit 2014 der Fachinformationsdienst (FID) für das Fach Medien- und Kommunikationswissenschaft entwickelt. Ziel des FID ist es, den Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern deutschlandweit benötigte Publikationen für ihren Forschungsbedarf schnell und unmittelbar zur Verfügung zu stellen oder den Zugang zu ermöglichen. Um eine punktgenaue, bedarfsorientierte Bereitstellung von Publikationen zu gewährleisten, basiert der noch im Aufbau begriffene FID konsequent auf dem Modell der nutzergesteuerten Erwerbung. Der FID für das Fach Medien- und Kommunikationswissenschaft trägt den Namen adlr.link (= Advanced Delivery of Library Resources for Communication and Media Studies). Noch im Wintersemester 2015/2016 wird die Beta-Version (= letzte Version vor dem Release) an den Start gehen. Ein Blog zum Portal adr.link existiert bereits: http://blog.adlr.link/ informiert über den Fortgang des Projekts und den Entwicklungsstand. Von Interesse für die Fachcommunity sind u.a. die FAQs, die unter http://blog.adlr.link/faq/ erreichbar sind. Die Ergebnisse einer Befragung der Fachcommunity sind mittlerweile in dem Open-Access-Journal "o-bib" Bd. 2/2015 Nr.3 (Sebastian Stoppe. "Was Kommunikations- und Medienwissenschaftler/innen von einem Fachinformationsdienst erwarten. Design und Ergebnisse einer Fachcommunity-Befragung". S.37-62) und im adlr.link-Blog publiziert worden.

Mannheimer Institut für deutsche Sprache (IDS) stellt Lehnwortportal ins Netz

Das Lehnwortportal Deutsch des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim stellt Wörterbücher zu Entlehnungen aus dem Deutschen in andere Sprachen zur Verfügung. Diese Wörterbücher können als Einzelwerke konsultiert werden. Zusätzlich sind jedoch in der Datenbasis des Portals sämtliche Informationen als wörterbuchübergreifendes Netzwerk von Lehn- und Herkunftswörtern dargestellt. So ist das Portal auch als 'umgekehrtes Lehnwörterbuch' nutzbar: Im Wörterbuch der Herkunftswörter kann ausgehend von deutschen Lexemen in allen Wörterbüchern nach zugehörigen Lehnwörtern in anderen Sprachen gesucht werden. Für Experten bietet das Portal komplexe Suchfunktionen an, um Lehn- oder Herkunftswörter beispielsweise auch anhand von grammatischen Merkmalen oder zeitlich-dialektaler Zuordnung zu finden. Sprachen, die bereits zur Verfügung stehen, sind Polnisch, Teschener Polnisch, Slovenisch und neuerdings Hebräisch.

DFG-Projekt „Netzliteratur authentisch archivieren und langfristig verfügbar machen“ im DLA Marbach

Die Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA) sammelt, erschließt und archiviert die neuere deutschsprachige Literatur. Seit 2008 werden auch Netzpublikationen auf Literatur im Netz (http://literatur-im-netz.dla-marbach.de/) archiviert, einer Installation der Software SWBcontent am BSZ. Für die seit den 1990er Jahren entstandene Literaturgattung „Netzliteratur“ hat das DLA erkannt, dass Archivierung, langfristige Nutzbarkeit und authentische Wiedergabe nur in einer Gesamtlösung realisierbar sind. Mit Förderung der DFG wird jetzt ein Projekt abgeschlossen, das diese Aufgabe löst: eine Rechteabklärung für mehr als 80 Publikationen, die zur Netzliteratur gehören, wurde durchgeführt, so dass sie bibliographisch im SWB erschlossen und in Literatur im Netz archiviert werden konnten. Zusätzlich wird die Authentizität der Wiedergabe mit Screenshots und Screencasts der ursprünglichen Wiedergabeumgebung dokumentiert. Alle Inhalte aber werden über ein selbst vom BSZ entwickeltes Application Profile zusammen gehalten und in „Literatur im Netz“ abgelegt, wo sie auch genutzt werden können. Das BSZ leistete Unterstützung besonders im Bereich Metadatenspezifikation und Anpassung der Software und beteiligt sich am Abschlussworkshop des Projekts am 01./02.12.2015.

Digitales Tonarchiv ist Anfang Oktober 2015 gestartet

Das digitale Tonarchiv Dichterlesen.net ist Anfang Oktober 2015 online gegangen. Das Literarische Colloquium Berlin (LCB) und das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) präsentieren dort historische und aktuelle Veranstaltungsmitschnitte zum Anhören und virtuelle Ausstellungsräume. Das Vorgängerportal konnte mithilfe der finanziellen Unterstützung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) technisch und grafisch erneuert werden und wurde in dichterlesen.net umgetauft. Die Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Basel wird fortgesetzt. Zum Auftakt und anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung haben sich die beiden Autoren Marcel Beyer und Julia Schoch mit den Tonarchiven in Marbach und Berlin intensiv beschäftigt und ihre jeweils eigenen Blickwinkel in einer virtuellen Online-Ausstellung verarbeitet. Daraus entstand der erste Projektraum „Literatur der Mauerrisse“.

Stuttgarter Gemeinderatsprotokolle digitalisiert

Das Stadtarchiv Stuttgart hat die Protokolle der öffentlichen Gemeinderatssitzungen der Jahre 1945 bis 1995 digitalisiert und im Internet frei zugänglich gemacht (http://www.stuttgart.de/stadtarchiv/gemeinderatsprotokolle). Die Gemeinderatsprotokolle waren bislang nur im Lesesaal des Stadtarchivs Stuttgart einsehbar.

Digitale Sammlungen der UB Stuttgart

In den Digitalen Sammlungen der UB Stuttgart <93> befinden sich Digitalisate aus älteren Beständen. Schwerpunkte sind Fotografien, Karten, Pläne und Architekturzeichnungen. Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert. Sämtliche Daten können sowohl heruntergeladen als auch ausgedruckt werden. Das Schwergewicht der Digitalen Sammlungen der Stuttgarter UB liegt derzeit auf Karten und Plänen des italienischen Architekten Giovanni Salucci, der 1818 zum Hofbaumeister des württembergischen Königs Wilhelm I. ernannt wurde. Salucci zeichnete verantwortlich für zahlreiche repräsentative Bauwerke in Württemberg (wie Schloss Rosenstein, das Wilhelmspalais und die Grabkapelle auf dem Württemberg, die er nach dem frühen Tod von Königin Katharina erbaute).

Digitale Angebote der Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek

Die Bibliothek für Zeitgeschichte (BfZ) feierte im letzten Jahr ihren 100. Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums sollen die digitalen Angebote der Stuttgarter Spezialbibliothek, die seit 2000 eine Abteilung der Württembergischen Landesbibliothek ist, in dieser Ausgabe des ZKBW-Dialog vorgestellt werden: Bücher und Broschüren, die den Zeitraum 1914 bis 1918 (Erster Weltkrieg) behandeln (Stand 10.12.2015: 425) - „Bibliothek für Zeitgeschichte“ anklicken; Plakat-Datenbank der Bibliothek für Zeitgeschichte (gesamte Sammlung umfasst circa 30.000 Bild- und Schriftplakate seit der Kaiserzeit bis in das Jahr 2005; recherchierbar sind die Plakate aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik, des Dritten Reichs und Teile der Sammlung aus dem Zeitraum von 1945 bis 1970er Jahre.); Rationierungsmarken-Datenbank der Bibliothek für Zeitgeschichte (insgesamt circa 6.800 Datensätze); Themenportal Erster Weltkrieg: Bücher und Broschüren, die den Zeitraum 1914 bis 1918 (Erster Weltkrieg) behandeln - „Bibliothek für Zeitgeschichte“ anklicken; Tagebücher und Briefe: Die Lebensdokumentensammlung der BfZ enthält circa 50.000 Feldpostbriefe, Tagebücher und Erinnerungen von Kriegsteilnehmern des Ersten Weltkriegs. Ausgewählte Beispiele wurden digitalisiert und transkribiert und stehen online zur Verfügung; Plakat-Datenbank der Bibliothek für Zeitgeschichte: Ausschnitt Erster Weltkrieg; Kriegszeitungen Erster Weltkrieg; Rationierungsmarken-Datenbank der Bibliothek für Zeitgeschichte: Ausschnitt Erster Weltkrieg.

Visualisierung von Orten in der Landesbibliographie Baden-Württemberg

Die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart und die Badische Landesbibliothek Karlsruhe erstellen mit Unterstützung der Kommission für geschichtliche Landeskunde und des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg die Landesbibliographie Baden-Württemberg. Eine der Aufgaben der Landesbibliographie ist der Nachweis von Literatur zu einzelnen Orten und Ortsteilen in Baden-Württemberg. Seit dem 07.12.2015 gibt es ein neues Serviceangebot: In einer Baden-Württemberg-Karte im rechten Bildbereich sind alle Orte, auf die sich der Inhalt eines Literaturtitels bezieht, visualisiert und mit einem blauen nummerierten Symbol markiert. Die graphische Aufbereitung in dieser zweidimensionalen Karte bietet eine Orientierung bei der Verortung von Titeln im Bundesland Baden-Württemberg. Die dafür nötige Georeferenzierung sämtlicher Orte, die in der Landesbibliographie nachgewiesen sind, und die Entwicklung der Kartenfunktion ist in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg und mit Unterstützung des Landesarchivs Baden-Württemberg erfolgt.

Förderung von Open Access Publikationen an der Universität Ulm

Im Jahr 2015 konnten aus dem vom kiz Ulm verwalteten Open Access Fonds der Universität Ulm und dem Open Access Fonds der medizinischen Fakultät bislang OA-Artikel mit einem Betrag von 83.000 Euro gefördert werden. Durch die Bewilligung eines DFG-Antrags, den das kiz zur Förderung von OA-Publikationen gestellt hat, kann das Fördervolumen im Jahr 2016 weiter gesteigert werden. Gefördert werden nur Veröffentlichungen in reinen „Gold“ Open Access Journals, sogenannte hybride Zeitschriften (Abo- und Lizenzmodell, das Open Access auf Artikelebene gestattet) werden durch die Fonds nicht unterstützt. Für Artikel bei der Royal Society of Chemistry besteht die Möglichkeit, diese auf Anfrage per Voucher Open Access zu stellen. Die genauen Bedingungen sind auf der kiz-Website zu den Open Access Förderkonditionen einsehbar (via kiz Newsletter Nr. 12 November 2015).


SWB-Online-Fernleihe und verbundübergreifende Fernleihe

SWB-Online-Fernleihe

Teilnehmerstand

Aktuell (Stand: 02.01.2016) nehmen insgesamt 367 (Teil-)Bibliotheken an der SWB-Online-Fernleihe teil (115 gebend und nehmend, 252 nur nehmend). Neu hinzugekommen sind die Bibliothek des Kreisarchivs Esslingen <Ess 6> und die Gemeindebücherei Oberstenfeld <2315> (nur nehmend).

Die Liste der an der SWB-Online-Fernleihe teilnehmenden Bibliotheken steht unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken zum Abruf bereit.


Neuzulassungen zum Leihverkehr in der Südwest-Verbundregion

in Baden-Württemberg:

Das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) hat folgende Bibliotheken zum überregionalen Leihverkehr der deutschen Bibliotheken zugelassen:

Bibliothek der Hochschule für Internationales Management Heidelberg (HIMH) <2357, ISIL DE-2357>, Sickingenstraße 63-65, 69126 Heidelberg

Owinger Bücherei - Kath. Öffentliche Bücherei St.Jakobus <2253, ISIL DE-2253>, Rathausstraße 24 (Postanschrift: c/o Kindergarten, Hauptstraße 78), 72401 Haigerloch-Owingen

Gemeindebücherei Oberstenfeld <2315, ISIL DE-2315>, Gronauer Straße 1, 71720 Oberstenfeld

Die aktuelle Leihverkehrsliste für die Südwest-Region ist im BSZ-Fernleih-Wiki unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken:baden-wuerttemberg zugänglich.


in Sachsen:

Stadtbibliothek Hartha <2352, ISIL DE-2352>, Markt 2a, 04746 Hartha

Stadtbibliothek Roßwein <2351, ISIL DE-2351>, Poststraße 1, 04741 Roßwein


Protokoll des 17. Anwendertreffens Fernleihe

Das Protokoll des 17. Anwendertreffens Fernleihe, das am 15.07.2015 in der UB Stuttgart stattfand, wurde veröffentlicht (https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:info-bibliotheken:anwendertreffen:protokolle).


Verbundübergreifende Fernleihe

Am 10.11.2015 fand in Göttingen der 5. Erfahrungsaustausch Überregionaler Leihverkehr statt. Die Dokumente und Vorträge der Tagung stehen unter https://www.gbv.de/wikis/cls/Erfahrungsaustausch_am_10.11.2015_in_G%C3%B6ttingen im GBV Verbund-Wiki zur Verfügung. Das Protokoll wird noch eingestellt (zum Erfahrungsaustausch Überregionaler Leihverkehr am 10.11.2015 in Göttingen vgl. auch VZG Aktuell 2015 Ausgabe 3).

Ein Blick in die Präsentationen der Impulsvorträge ist lohnend:

  • Die AG Transport und das Feld „Büchertransport“ in der Adressdatei der ZDB und ISIL-Agentur
  • RFID in der (nehmenden) Fernleihe
  • 14th IFLA ILDS Conference : Resource Sharing at the Crossroads
  • Internationale Fernleihe
  • Internationale Fernleihe mit WorldShare ILL : Erfahrungen an der SUB Göttingen, TIB Hannover und der ZBW
  • Arbeitsabläufe in der verbundübergreifenden Fernleihe

Neue Adressdaten, Namensänderungen, Bibliothekssigel und Sigelstreichungen

<neue Anschrift:> Zeppelin Universität gGmbH, Bibliothek <1141>, Fallenbrunnen 3, 88045 Friedrichshafen. Alle anderen Kontaktdaten bleiben unverändert.

<neue Anschrift:> Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Hochschulbibliothek <Ha 125>, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale). Alle anderen Kontaktdaten bleiben unverändert.

<neues Sigel:> Hochschule für Internationales Management Heidelberg, Bibliothek <2357>, Sickingenstraße 63-65, 69126 Heidelberg, Tel. (06221) 6 44 20, E-Mail info@himh.de, URL http://www.himh.de/ ISIL DE-2357 BAW

<Namensänderung:> Technisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe Abt Süd, Bibliothek und Fachinformationsstelle (Bibliothek TAusbZLw Abt Süd) <Kau 3>, Apfeltranger Straße 15, 87600 Kaufbeuren

<neues Sigel:> Bibliothek im Faust-Archiv Knittlingen <2345>, Kirchplatz 9, 75438 Knittlingen, Tel. (07043) 951610, E-Mail dr@faustmuseum.de, URL http://faustmuseum.de/faust-archiv/ ISIL DE-2345 BAW

<Adressänderung:> Hochschule Niederrhein, Hochschulbibliothek <829>, Richard-Wagner-Straße 140, 41065 Mönchengladbach

<Adressänderung:> Stadtbibliothek Neunkirchen <888>, Marienstraße 2a, 66538 Neunkirchen, Tel. Auskunft: (06821) 202470, Fernleihe: Carina Heller (06821) 202477

<Adressänderung:> Bibliothek Remshalden <2023>, Fronäckerstraße 43, 73630 Remshalden

<Adressänderung:> Hochschule Reutlingen, Lernzentrum <Rt 2>, Alteburgstraße 150, 72762 Reutlingen, Tel. (07121) 271 1359, E-Mail fernleihe@reutlingen-university.de, URL http://www.reutlingen-university.de/lernzentrum/ (Das Postfach ist entfallen)

<Namensänderung:> Verein für Familienkunde in Baden-Württemberg e.V., Vereinsbücherei <Stg 273> in Stuttgart. Alle anderen Kontaktdaten bleiben unverändert.

<neues Sigel:> Mediathek Waldkirch <2347>, Schlettstadtallee 9, 79183 Waldkirch, Tel. (07681) 24147, E-Mail info@mediathek-waldkirch.de, URL http://www.stadt-waldkirch.de/,Lde/202115.html ISIL DE-2347 BAW

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