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ZKBW-Dialog Nr. 81 vom 14.01.2015

Überregionale Themen

Rat für Informationsinfrastrukturen gegründet

Die 24 Mitglieder des neu gegründeten Rats für Informationsinfrastrukturen sind am 03.11.2014 in Göttingen zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Der Rat hat die Aufgabe, disziplinen- und institutionsübergreifende Empfehlungen für die weitere Entwicklung und den Ausbau der digitalen Infrastrukturen von Bildung und Wissenschaft zu erarbeiten. 2013 haben sich Bund und Länder im Rahmen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) auf Struktur, Aufgaben und paritätische Finanzierung des Rates verständigt. Dem 24-köpfigen Gremium gehören sowohl Nutzer und Betreiber von wissenschaftlichen Informationsstrukturen als auch öffentliche Zuwendungsgeber und Personen des öffentlichen Lebens an.

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Zur Stärkung der Informationsinfrastruktur für die Forschung richtet die DFG zum zweiten Mal Fachinformationsdienste an wissenschaftlichen Bibliotheken ein. Dies hat der Hauptausschuss der DFG in seiner Sitzung im Dezember 2014 beschlossen. In den kommenden drei Jahren wird der Aufbau folgender Fachinformationsdienste mit insgesamt 5,87 Millionen Euro unterstützt:
Fachinformationsdienst Darstellende Kunst (Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Goethe-Universität Frankfurt/Main)
Fachinformationsdienst Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung Frankfurt, Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung Berlin, Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung Braunschweig und Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin)
Fachinformationsdienst Mathematik (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und Technische Informationsbibliothek Hannover)
Fachinformationsdienst Pharmazie (Universitätsbibliothek Braunschweig und Institut für Informationssysteme der Technischen Universität Braunschweig)
Fachinformationsdienst Theologie (Universitätsbibliothek Tübingen).

Mehrere wichtige Entscheidungen für die Wissenschaft in Deutschland haben Bund und Länder am 30.10.2014 getroffen. In der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossen sie die Fortführung und Aufstockung der Programmpauschale (= pauschale Zuschläge zur Deckung der mit der Förderung verbundenen indirekten Projektausgaben) sowie die dritte Phase des Paktes für Forschung und Innovation und fassten zudem einen Grundsatzbeschluss für eine neue Bund-Länder-Initiative zur Nachfolge der Exzellenzinitiative. Die DFG begrüßte die Entscheidungen ausdrücklich (vgl. dazu die Pressemitteilung der DFG vom 30.10.2014: http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2014/pressemitteilung_nr_44/).

Der Hauptausschuss der DFG hat eine Fortführung des 2009 eingerichteten Programms Open Access Publizieren bis Ende 2020 beschlossen. Das Förderprogramm eröffnet wissenschaftlichen Hochschulen die Möglichkeit, Mittel zum Aufbau sogenannter Publikationsfonds einzuwerben, aus denen die Gebühren für Open-Access-Zeitschriftenartikel für Autorinnen und Autoren der Hochschulen finanziert werden können. Dabei zielt die Förderung darauf ab, verlässliche finanzielle und organisatorische Strukturen zu etablieren, um eine Finanzierung von Open-Access-Publikationen auch nach Beendigung der DFG-Förderung zu gewährleisten.

Die DFG hat einen Appell zur Nutzung offener Lizenzen in der Wissenschaft (http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/info_wissenschaft_14_68/) auf ihrer Website veröffentlicht. Durch die Nutzung offener Lizenzen lässt sich die produktive Nachnutzung von Forschungsergebnissen rechtlich umfassend absichern.

Das von der DFG geförderte Projekt re3data.org – Registry of Research Data Repositories hilft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und ihren Infrastruktureinrichtungen geeignete Repositorien für ihre Daten zu finden. Das Portal bietet einen umfassenden Überblick über mehr als 1.000 Repositorien aus allen Fachgebieten, um wissenschaftliche Daten zu speichern und zugänglich zu machen.

Dank der Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Kooperation von derzeit 22 Bibliotheken (u. a. aus der SWB-Verbundregion die SLUB Dresden) sind über 100.000 von den rund 300.000 im Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17) digitalisiert. Aus der Ratsschulbibliothek Zwickau wurden im Jahr 1998 über 17.000 Nachweise aus einem abgeschlossenen DFG-Projekt zur Erschließung von Personalschriften in die VD 17-Datenbank eingespielt. Damit stehen eine große Anzahl wichtiger Titel aus Philosophie, Medizin, Recht und Theologie oder literarische Werke von Opitz, Gryphius oder Grimmelshausen online unter http://www.vd17.de/ zur Verfügung. Das VD 17 als bibliographisches Nachweisinstrument mit fachübergreifender Relevanz ist innerhalb mehrerer interdisziplinärer Fachportale für die Recherche wissenschaftlicher Informationen eingebunden (u. a. in das Gateway Bayern, in die Fachportale Clio-online und Chronicon, in den History Guide, in den Karlsruher Virtuellen Katalog und in das Wissenschaftsportal b2i).

Das VD 18 stellt die Fortführung der nationalbibliographischen Vorhaben „Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts“ (VD 16) und „Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts“ (VD 17) dar, wobei die Besonderheit des VD 18 darin besteht, dass die beiden Säulen der inhaltlichen Erschließung - Katalogisierung und Digitalisierung - integriert sind. Die Aufforderung zur Antragstellung für den zweiten Abschnitt der Hauptphase richtet sich an Bibliotheken in Deutschland, die im Sinne des Katalogisierungs- und Digitalisierungsvorhabens über eine signifikante Anzahl an Drucken und Zeitschriften des 18.Jahrhunderts verfügen, die über einen der Bibliotheksverbünde beziehungsweise die ZDB nachgewiesen sind, aber noch nicht auf nationalbibliographischem Niveau erschlossen sind und digitalisiert vorliegen. Daher sind alle Bibliotheken, die die Rahmenbedingungen erfüllen und Interesse an einer Beteiligung an der Ausschreibung zum zweiten Abschnitt der Hauptphase des VD 18 haben, aufgefordert, Interessensbekundungen bis zum 30.01.2015 bei der Geschäftsstelle der DFG einzureichen. Nach dem Eingang von Interessensbekundungen mit Titelmengen für eine Förderung von maximal zwei Jahren wird die koordinierende Einrichtung des VD 18, die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen, auf der Grundlage der vom Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) gehosteten VD-18-Datenbank eine Zuweisung von konkreten Titeln an die interessierten Bibliotheken vornehmen.

Das von der DFG geförderte Projekt „Future Publications in den Humanities“ (Fu-PusH), das an der UB der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt ist (https://www.ub.hu-berlin.de/de/ueber-uns/projekte/fu-push-1), widmet sich innovativen digitalen Publikationsformen in den Geisteswissenschaften, so genannten Enhanced Publications. Ein neu eingerichtetes Wissenschaftsblog dokumentiert den Projektverlauf, informiert über themenbezogene Literatur bzw. Veranstaltungen und fordert zu Diskussionsbeiträgen auf (https://blogs.hu-berlin.de/fupush/).

Das Archivportal-D, das am 24.09.2014 freigeschaltet wurde, ist in den letzten zwei Jahren in einem von der DFG geförderten Projekt unter Federführung des Landesarchivs Baden-Württemberg entwickelt worden. Daneben sind die Archivschule Marburg, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, das Sächsische Staatsarchiv und als Partner für Entwicklung und Betrieb das FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur am Projekt beteiligt. Das Angebot bietet zusätzlich zu institutionellen und regionalen Zugängen – einen übergreifenden, zentralen Einstiegspunkt zu archivischen Inhalten. Es finden sich Informationen zu Archiven, Bestandsübersichten, Findmittel und teilweise digitalisiertes Archivgut aus Staats-, Kommunal- und Wirtschaftsarchiven, kirchlichen und universitären Archiveinrichtungen, Partei- und Parlaments-, Herrschafts- und Medienarchiven. Das Archivportal-D ist eng mit der Deutschen Digitalen Bibliothek (https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/) verknüpft, die im März 2014 ihren Regelbetrieb aufnahm. Alle Archiv- und Erschließungsinformationen sowie Digitalisate, die in der DDB integriert sind, werden zugleich in die spartenspezifische Sicht – das Archivportal-D – aufgenommen. Außerdem können diese Daten auch an die europäischen Pendants – das Archivportal Europa (https://www.archivesportaleurope.net/de) und das Kulturgutportal Europeana (http://www.europeana.eu/) – weitergeleitet werden (nach: Archivnachrichten. Landesarchiv Baden-Württemberg Nr. 49 / September 2014).

Literaturhinweise (in Auswahl)

Müller, Maria Elisabeth; Hermes, Maria. „Die digitale Transformation eines ganzen Jahrhunderts: Digitalisierung der Zeitungen des 17. Jahrhunderts an der SuUB Bremen“. BIBLIOTHEKSDIENST 48 (2014) H.12. S.1000-1013.

„Seit Mai 2013 fördert die DFG Pilotprojekte zur Digitalisierung historischer Zeitungen in vier Bibliotheken, u. a. in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen. Zudem erfolgen der Ausbau der ZDB und die Anpassung des DFG-Viewers für Zeitungen. Neben der signifikanten Vermehrung digitalisierter Zeitungen erarbeiten die am Rahmenprojekt teilnehmenden Bibliotheken Standards der Zeitungsdigitalisierung, die auch für zukünftige Digitalisierungsprojekte Relevanz haben. Das Pilotprojekt der SuUB Bremen hat sich zum Ziel gesetzt, die kompletten deutschsprachigen Zeitungen des 17. Jahrhunderts zu digitalisieren, die in keiner anderen Bibliothek so vollständig vorhanden sind. Die Präsentation der Zeitungen erfolgt im Portal Digitale Sammlungen der SuUB Bremen (http://brema.suub.uni-bremen.de/) auf der Basis der Software Visual Library. Der Beitrag stellt die Zeitungsdigitalisierung im Kontext der aktuellen Förderpolitik der DFG vor. Neben der Herausstellung der standard- und strukturbildenden Ziele der Pilotprojekte werden die spezifische Ausrichtung und die Besonderheiten des Bremer Projekts thematisiert“ (nach dem Abstract).

Vogel, Ivo; Mathieu, Christian. „Rechtswissenschaftliche Fachinformationsversorgung im Wandel – Zur Transformation des Sondersammelgebiets Recht in einen Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung“. Recht – Bibliothek – Dokumentation 4 (2014) Nr. 1. S.1-14.

Vor dem Hintergrund der von der DFG geforderten Transformation der Sondersammelgebiete in Fachinformationsdienste (FID) beschreiben die Verfasser (beide Staatsbibliothek zu Berlin) die Konsequenzen für das bisherige Sondersammelgebiet Recht. Folgende Maßnahmen werden in den nächsten drei Jahren an der Berliner Staatsbibliothek durchgeführt: - Konzeptionelle Neuausrichtung des Bestandsaufbaus; - Aufbau und Etablierung eines direkten Leihverkehrs; - bedarfsgerechte Digitalisierung gemeinfreier Rechtsmaterialien; - Profilierung der Virtuellen Fachbibliothek Recht als zentrales Serviceportal; - nachhaltige Einbindung der rechtswissenschaftlichen Fachcommunity.

Schwerpunkt Informationsinfrastruktur für die Forschung. Vom Sondersammelgebiet zum Fachinformationsdienst. Bibliothek, Forschung und Praxis 38 (2014) H.3. S. 343-416.

Grundlage des inhaltlichen Schwerpunkts dieser sind „Referate, die unter dem Titel 'Neustrukturierung der Sondersammelgebiete – aus den SSG-Bibliotheken werden Fachinformationsdienste' bei der Sitzung der Sektion 4 am 30. April 2014 von Ralf Depping (Das Ende der Sondersammelgebiete – Ende einer Infrastruktur); Elmar Mittler (Forschungsbibliothek – auch in Zukunft ein Erfolgsmodell?) sowie Petra Hätscher und Maria Elisabeth Müller (Fachinformationsdienst für die Wissenschaft – mehr als nur eine Umbenennung der SSG-Förderung) vorgetragen worden sind. … Das Bild wird durch einen Beitrag von Bernd Hagenau aus der pragmatischen Sicht einer Bibliothek ergänzt, die sich entschlossen hat, keinen Antrag auf Überführung ihres Sondersammelgebietes Psychologie in einen Fachinformationsdienst zu stellen. Den Charakter unserer forschungsorientierten Zeitschrift entsprechend, werden in den Beiträgen von Klaus Kempf zur Sammlung im digitalen Zeitalter und von Andreas Degkwitz zu den Möglichkeiten, die digitale Medien im Forschungsprozess spielen, grundsätzliche Aspekte reflektiert“ (nach dem Editorial von Elmar Mittler).

Datendienst „Bibliografische Dienstleistungen“ der DNB

Die Website Datendienst „Bibliografische Dienstleistungen“ (http://www.dnb.de/datendienst) mit Informationen zu den bibliografischen Dienstleistungen der Deutschen Nationalbibliothek ist grundlegend überarbeitet worden. Sie bietet einen Überblick über die fortlaufend und retrospektiv verfügbaren Datenkontingente, informiert über die verschiedenen Datenformate und über die zahlreichen Gesamtlieferungen, die kostenfrei unter der Lizenz CC0 1.0 zur Verfügung stehen.

Deutscher Bibliothekartag 2015 in Nürnberg / Jahresversammlung 2015 des VDB-Regionalverbandes Südwest / IFLA-Weltkongress in Kapstadt / LIBER-Jahreskonferenz in London

Zum 104. Deutschen Bibliothekartag laden der Berufsverband Information Bibliothek (BIB) und der Verein Deutscher Bibliothekare (VDB) für 2015 nach Nürnberg ein. Der Bibliothekartag wird auf dem Gelände der NürnbergMesse in der Woche nach Pfingsten vom 26.-29.05.2015 stattfinden. - Die nächste Jahresversammlung des VDB-Regionalverbandes Südwest findet am 20.03.2015 in Rottenburg/Neckar statt. - Zum nächsten IFLA-Weltkongress lädt der Weltverband der Bibliothekare vom 15.-21.08.2015 nach Kapstadt ein. - Die nächste Jahreskonferenz von LIBER, dem Verband der europäischen wissenschaftlichen Bibliotheken, findet vom 24. bis zum 26.06.2015 in London statt. Motto der Konferenz ist „Towards Open Science“.

Deutschsprachige IFLA-Website gestartet

Zum Tag der Bibliotheken am 24.10.2014 hat das IFLA-Nationalkomitee Deutschland die neuen deutschsprachigen Seiten der IFLA veröffentlicht (http://www.ifla.org/DE). Das Projekt ist eine deutsch-österreichisch-schweizerische Gemeinschaftsproduktion, die von Bibliothek & Information Deutschland (http://www.bideutschland.de/), Bibliothek Information Schweiz (http://www.bis.ch/) und dem Büchereiverband Österreichs (https://www.bvoe.at/) unterstützt wurde. Neben den bereits verfügbaren Kerninformationen zum Weltbibliotheksverband sollen in Zukunft auch weitere Inhalte in deutscher Sprache publiziert werden, um die Rolle des Deutschen als einer der sieben offiziellen IFLA-Geschäftssprachen mit Leben zu füllen.

Digitale Agenda der Bundesregierung

Der digitale Wandel ist zu einer der zentralen Gestaltungsaufgaben für Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik geworden. Auch Bibliotheken sehen sich im digitalen Zeitalter mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert, für die sie konstruktive Lösungen suchen. Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) verfolgt den politischen Dialog zur Umsetzung der Digitalen Agenda der Bundesregierung 2014-2017 mit großem Interesse. Bibliotheken können zu zentralen Handlungsfeldern der Digitalen Agenda einen wichtigen Beitrag leisten, da Kernaufgaben und die wesentlichen Ziele ihres Bildungs- und Kulturauftrags berührt sind (nach dem dbv-Newsletter vom 17.12.2014). Der dbv hat eine Stellungnahme zur Digitalen Agenda der Bundesregierung verfasst.

Über 210 Vorträge des Bibliothekartages in Bremen sind online

211 Vortragstexte, Folien oder Poster des 103. Deutschen Bibliothekartages in Bremen stehen über den BIB-OPUS-Publikationsserver zur Verfügung (Stand: 15.12.2014). Das sind so viele wie bei keinem vorherigen Bibliothekartag.

Urheberrecht - Open Access - Open Data

Urheberrecht

Europäischer Gerichtshof gestattet Bibliotheken Digitalisierung von Büchern
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass Mitgliedsstaaten ihren Bibliotheken gestatten dürfen, Lehrbücher zu digitalisieren und an Terminals zum Lesen zur Verfügung zu stellen (vgl. Pressemitteilung des EuGH Nr. 124/14). Die Terminals müssen sich allerdings in den Räumlichkeiten der Einrichtung befinden. Ausdrucke oder Kopien auf Datenträger wie USB-Sticks sind nur dann zulässig, wenn die Rechteinhaber angemessen entschädigt werden. Geklagt hatte der Eugen Ulmer Verlag gegen die TU Darmstadt. Die Bibliothek der Hochschule hatte von Ulmer ein Lehrbuch erworben und selbst digitalisiert. Das Angebot, das Werk als E-Book zu erwerben, hatte sie nicht angenommen. Die Bibliothek stellte sicher, dass das Lehrbuch nicht an mehr Terminals gleichzeitig aufgerufen werden konnte als Exemplare in der Bibliothek vorhanden waren und ermöglichte den Nutzern, Kopien auf USB-Stick und als Ausdrucke anzufertigen und nach Hause mitzunehmen. Das OLG Frankfurt hatte als Vorinstanz der TU Darmstadt noch untersagt, Kopien oder Ausdrucke von dem Werk anzufertigen. Der Bundesgerichtshof hatte dem EuGH drei zentrale Rechtsfragen zur Vorabklärung vorgelegt (nach: heise online vom 11.09.2014). Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) begrüßte die Entscheidung in einer Pressemitteilung nachdrücklich (http://www.bibliotheksverband.de/dbv/presse/presse-details/archive/2014/september/article/deutscher-bibliotheksverband-begruesst-eugh-urteil-zu-digitalen-leseplaetzen.html?tx_ttnews%5Bday%5D=12&cHash=b8ae9fbeaf); der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeigte sich enttäuscht darüber, dass der EuGH den Bibliotheken eine Digitalisierung von Büchern auch dann gestatten will, wenn Urheber und Verlag ein angemessenes Lizenzierungsangebot für das zu nutzende Werk unterbreitet haben (http://www.boersenverein.de/de/158446/Pressemitteilungen/158417?presse_id=814678) .

Digitale Werk-Auszüge für die Lehre bleiben erlaubt
Die umstrittene, insgesamt viermal befristete Intranetklausel im Urheberrechtsgesetz wird dauerhaftes Recht: Der Deutsche Bundestag hat in seiner 63. Sitzung am 06.11.2014 aufgrund der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz den von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurf unverändert angenommen. Der Entwurf erlaubt dauerhaft, „kleine Teile“ von Werken einem „bestimmt abgegrenzten Bereich von Unterrichtsteilnehmern“ für Bildungszwecke in einem abgeschlossenen Netzwerk zugänglich zu machen (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803069.pdf). Am 28.11.2014 hat der Bundesrat in seiner Plenarsitzung der Gesetzesreform ebenfalls zugestimmt. Den auch als Intranetklausel bezeichneten Paragrafen 52a Urheberrechtsgesetz (http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__52a.html) hatte zuletzt die Vorgängerregierung Ende 2012 für zwei weitere Jahre verlängert.

Datenbank für verwaiste Werke
Eine Datenbank für verwaiste Werke = Orphan Works Database wurde am 27.10.2014 vom Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) der EU eingeführt. Verwaiste Werke sind zum Beispiel Bücher, Filme, Zeitungsartikel und sonstige kreative Materialien, die urheberrechtlich geschützt sind, deren Rechteinhaber jedoch nicht ausfindig gemacht werden können. Zweck der Datenbank ist die Erfassung von Informationen über verwaiste Werke, die Teil von Sammlungen in nationalen öffentlichen Bibilotheken, Museen, Archiven, im Bereich des Film- und Tonerbes tätigen Einrichtungen sowie öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten in ganz Europa sind. Die kulturellen Einrichtungen, die über Werke verfügen, müssen zuerst eine sorgfältige Suche zu den Autoren der Werke durchführen. Verläuft diese Suche erfolglos, müssen sie die Informationen über das Werk in die Datenbank eingeben. Sobald diese Werke in einem Land als verwaist identifiziert wurden, werden sie in der gesamten Europäischen Union als verwaist anerkannt. Das heißt, jede kulturelle Einrichtung, die solche Werke in ihren Beständen hat, kann die Werke digitalisieren und in der ganzen EU öffentlich zugänglich machen.

Einbetten von frei zugänglichen Videos verletzt nicht das Urheberrecht
Wer ein (Internet-)Video auf der eigenen Webseite einbettet (so genanntes Framing), verletzt nicht das Urheberrecht. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Beim Einbetten werden Videos, aber auch Fotos oder Textnachrichten, in eine Webseite eingebaut. Sie können dann direkt angesehen werden. Der eigentliche Inhalt stammt aber weiterhin von der ursprünglichen Website, von der die Inhalte hochgeladen wurden, z. B. der Videoplattform YouTube. Ist das Video auf der Ursprungs-Webseite frei zugänglich, verletzt das Einbetten nicht das Urheberrecht, entschieden die Luxemburger Richter.

dbv und Kommunale Spitzenverbände für Bibliothekstantieme für E-Books
In einem gemeinsamen Schreiben an den Bundesjustizminister und die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien haben sich der Deutsche Bibliotheksverband und die drei kommunalen Spitzenverbände für die Erweiterung der Bibliothekstantieme auf E-Books ausgesprochen. Die deutschen Städte, Landkreise und Gemeinden ermöglichen über die von ihnen finanzierten öffentlichen Bibliotheken einkommensunabhängig allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu allen Arten von Büchern. Dies sollte nach gemeinsamer Auffassung der kommunalen Spitzenverbände und des Deutschen Bibliotheksverbandes auch bei E-Books so bleiben.

Urheberrecht als Schwerpunkt auf dem Deutschen Juristentag
Der 70. Deutsche Juristentag behandelte das europäische Urheberrecht als Schwerpunkt. Einen einheitlichen Standpunkt gab es auf der dreitägigen Konferenz dazu allerdings nicht. Mehr dazu unter http://irights.info/artikel/von-allem-ein-bisschen-juristen-schwanken-zwischen-interessen-von-urhebern-nutzern-und-verwertern/23987.

Literaturhinweise (in Auswahl)

„EU-Gerichtshof stärkt Rechte der Bibliotheken: Aktuelles Urteil zum Digitalisierungsstreit zwischen Ulmer-Verlag und TU Darmstadt“. Buch und Bibliothek 6 (2014) H.11/12. S.740-741.

Zum Urheberrechtsstreit zwischen dem Ulmer-Verlag und der Technischen Universität Darmstadt hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 11.09.2014 folgendes Urteil gesprochen: „Ein Mitgliedstaat darf Bibliotheken gestatten, bestimmte Bücher aus ihrem Bestand ohne Zustimmung der Rechteinhaber zu digitalisieren, um sie an elektronischen Leseplätten bereitzustellen“. BuB druckt die Stellungnahme der TU Darmstadt zu dem Urteil ab.

Heeg, Jürgen. „Die Einführung einer allgemeinen Wissenschaftsschranke im Urheberrecht – Anforderungen aus Sicht des Deutschen Bibliotheksverbandes“. BIBLIOTHEKSDIENST 48 (2014) H.12. S.943-947.

„Der Deutsche Bibliotheksverband (DBV) fordert die Einführung einer allgemeinen Wissenschaftsschranke im Urheberrecht. Eine einheitliche allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke mit einer pauschalen Regelung zur Nutzung von Werken im digitalen Zeitalter sollte nach Überzeugung des dbv die bisherigen einzelnen Schrankenparagrafen ergänzen und ersetzen. In zahlreichen Ausführungen hinkt das derzeit geltende deutsche Recht deutlich der digitalen Welt und der gängigen Praxis hinterher“ (nach dem Abstract).

Klein, Florian. „Das mach‘ ich doch mit Links!“ DFN Mitteilungen Ausgabe 87 / November 2014. S. 54-59 https://www.dfn.de/fileadmin/5Presse/DFNMitteilungen/DFN_Mitteilungen_87.pdf

„Die Haftung eines Linksetzers für verlinkte fremde Inhalte im Internet hängt im Wesentlichen davon ab, ob der Linksetzer sich die fremden Inhalte zu eigen gemacht hat und sie deshalb wie eigene Inhalte behandelt werden müssen, für die keinerlei Haftungsprivilegierungen bestehen. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat nun im Hinblick auf eine wettbewerbsrechtliche Streitigkeit mit Urteil vom 19.02.2014 (Az. 6 U 49/13) entschieden, dass das Setzen eines Links auf der eigenen Internetseite zur Startseite eines fremden Internetauftritts auch bei einer empfehlenden Ankündigung regelmäßig nicht genügt, um darin schon ein Zueigenmachen bestimmter rechtswidriger Inhalte auf Unterseiten des fremden Internetauftritts zu sehen“ (nach dem Abstract).

Lauber-Rönsberg, Anne. „Schutzrechte an musikwissenschaftlichen Quellen“. Forum Musikbibliothek 35 (2014) H.3. S. 7-11.

„Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) beinhaltet zwei unterschiedliche Arten von Schutzrechten: Das Urheberrecht an selbstständigen schöpferischen Leistungen währt 70 Jahre post mortem auctoris; nach Ablauf dieser Schutzfrist werden Werke gemeinfrei. Zum Zweiten statuiert das UrhG Schutzrechte für sonstige Leistungen, z.B. für Darbietungen von Musikern oder für technisch-organisatorische Leistungen, z.B. von Tonträgerherstellern. Dieser Beitrag stellt die Leistungsschutzrechte für wissenschaftliche Verdienste dar, d.h. den Schutz von wissenschaftlichen Ausgaben (§ 70 UrhG), von nachgelassenen Werken (§ 71 UrhG) und von Digitalisaten im Rahmen des Lichtbildschutzes“ (§ 72 UrhG).

Roos, Philipp. „Bibliothek 2.0: Alles digital, oder was?: Schlussanträge des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Auslegung der 'Bibliotheksschranke'. DFN Mitteilungen Ausgabe 87 / November 2014. S.50-53 https://www.dfn.de/fileadmin/5Presse/DFNMitteilungen/DFN_Mitteilungen_87.pdf

„Die Bibliothek der Zukunft: Bildschirme, Tablets und Smartphones – aber keine Bücher mehr? Hiervon sind heutige Bibliotheken noch weit entfernt. Zumindest existieren in einigen Bibliotheken bereits digitale Leseplätze, von denen aus Bücher aus dem Bestand der Bibliothek aufgerufen werden können. Das beruht darauf, dass der Gesetzgeber am 1. Januar 2008 mehrere urheberrechtliche Normen einführte, die es sich zum Ziel setzten, die Medienkompetenz der Bevölkerung und die öffentliche Bildung zu stärken. Eine dieser Normen befasst sich mit der urheberrechtlichen Zulässigkeit digitaler Leseplätze in Bibliotheken und anderen öffentlichen Einrichtungen. Dabei war lange Zeit unklar, wie die einzelnen Merkmale der Norm auszulegen sind. Hierzu äußerte sich … der Generalanwalt des EuGH (Schlussanträge des Generalanwalts Niilo Jääskinen v. 5.6.2014 in der Rechtssache C-117/13)“ (nach dem Abstract).

Steiger, Martin. „Elektronischer Dokumentlieferdienst: Klage der großen Wissenschaftsverlage gegen die Bibliothek der ETH Zürich“. Recht – Bibliothek – Dokumentation 4 (2014) Nr. 1. S.58-73.

Seit Ende 2011 stehen die Wissenschaftsverlage Elsevier, Springer und Thieme einerseits sowie die ETH Zürich andererseits in einer rechtlichen Auseinandersetzung, die den elektronischen Dokumentlieferdienst der ETH-Bibliothek betrifft. Mit Urteil vom 07.04.2014 entschied das zuständige Handelsgericht des Kantons Zürich in erster Instanz, dass ein elektronischer Dokumentlieferdienst, wie ihn die ETH Zürich betreibt, gemäß Schweizer Urheberrecht nicht rechtmäßig ist, „weil er eine unzulässige Konkurrenzierung zu den eigenen digitalen Angeboten der Wissenschaftsverlage darstelle“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sollte es rechtskräftig werden, müsste die ETH-Bibliothek ihren Dokumentlieferdienst in der heutigen Form voraussichtlich einstellen. Vergleichbare Angebote anderer Bibliotheken in der Schweiz wären ebenfalls nicht mehr möglich. Der Autor fasst das Urteil zusammen, stellt wichtige Aspekte zum Sachverhalt dar und gibt die relevanten rechtlichen Erwägungen – teilweise mit direkten Zitaten aus dem gut lesbaren Urteil – wieder. Anschließend zieht er ein persönliches Fazit.

Anm.: Das Schweizer Bundesgericht hat inzwischen entschieden, dass Bibliotheken auf Bestellung einzelne Aufsätze aus wissenschaftlichen Zeitschriften einscannen und per E-Mail an Benutzer verschicken dürfen. Der von der ETH Zürich betriebene Dokumentenlieferdienst ist nach diesem Urteil mit dem Urheberrecht vereinbar. Das Bundesgericht hat somit das Urteil des Zürcher Handelsgerichts aufgehoben und die Klage der Verlage Elsevier, Springer und Thieme abgewiesen.

Open Access

AG Open Access veröffentlicht Broschüre zu Open-Access-Publikationsfonds
Die Arbeitsgruppe Open Access in der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen hat eine Broschüre zum Thema „Open-Access-Publikationsfonds“ veröffentlicht. Zentrales Anliegen von Publikationsfonds ist es, „den Transformationsprozess von subskriptionsbasiertem zu Publikationsgebühren-basiertem Open-Access-Publizieren effizient und nachhaltig zu gestalten. Open-Access-Publikationsfonds sind dabei weit mehr als ein verwaltungs-, organisations- und finanztechnisches Instrument zur Bewirtschaftung von Mitteln für die Bezahlung von Open-Access-Publikationsgebühren.“ In der Broschüre wird erläutert, welchen Zielen Open-Access-Publikationsfonds dienen und was bei ihrem Aufbau und Betrieb beachtet werden sollte. Die Online-Version der Broschüre ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung“ (CC-BY) lizenziert und unter folgendem DOI abrufbar http://doi.org/10.2312/allianzoa.006. Eine englische Kurzfassung ist unter folgendem DOI abrufbar http://doi.org/10.2312/allianzoa.007. Weitere Informationen zur Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ finden sich unter http://www.allianz-initiative.de.

Vortragsfolien der Open-Access-Tage 2014
Die Vortragsfolien der Open-Access-Tage 2014, die am 08./09.09.2014 an der FH Köln stattfanden, sind online. Sie stehen unter http://open-access.net/de/aktivitaeten/open_access_tage/programm/ zum Abruf bereit.

Open Access-Strategie für Schleswig-Holstein
Die Wissenschaftsministerin des Bundeslandes Schleswig-Holstein hat dem Kabinett am 18.11.2014 die Open Access-Strategie des Landes vorgelegt. Die Strategie wurde gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Politikerinnen und -politikern aller Fraktionen, Hochschulen und der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften Kiel entwickelt. Mit der Strategie sichert die Landesregierung ihren Hochschulen und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Unterstützung bei der Verbreitung ihrer Veröffentlichungen zu. Die Strategie sieht als Instrumente dafür folgende Elemente vor:
Bekenntnis der Hochschulen zu Open Access durch Unterzeichnung der „Berliner Erklärung“ für den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen;
Schaffung eines rechtlichen Beratungsangebotes (2015) für Publizierende im Bereich Open Access, u. a. zu urheberrechtlichen Fragen;
Aufbau eines landesweiten Open-Access-Dokumentenservers (geplant bis 2016);
Einrichtung eines Publikationsfonds (2015), mit dem insbesondere Publikationsgebühren von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in renommierten Open Access-Medien gefördert werden können.
Im Haushaltsjahr 2015 sind von Landesseite 100.000 Euro für den Beginn der Umsetzung der Open Access-Strategie vorgesehen. Damit soll unter anderem die Rechtsberatung (stellenanteilig) und der Beginn der Einrichtung eines Servers finanziert werden. Es ist geplant, dass ein Monitoring-Verfahren den Open Access-Prozess und die Testphase des Dokumentenservers 2 Jahre nach Einführung (2016/2017) begleitet. Die Strategie 2020 der Landesregierung Schleswig-Holstein für Open Access steht als PDF-Dokument unter http://www.schleswig-holstein.de/MSGWG/DE/Service/Presse/PI/PDF/2014/141118_msgwg_OpenAccessStrategie__blob=publicationFile.pdf zum Abruf bereit.

Literaturhinweise (in Auswahl)

Huber, Ursula. 10 Jahre Open Access Initiative - Eine Zwischenbilanz für die Schweiz. Chur: Hochschule für Technik und Wirtschaft, 2014 http://www.htwchur.ch/uploads/media/CSI_70_Huber.pdf (Churer Schriften zur Informationswissenschaft)

Die Arbeit stellt eine Momentaufnahme des Themas Open Access an den Schweizer Hochschulen dar. Im ersten Teil erfolgt nach der Begriffsdefinition und einem kurzen geschichtlichen Rückblick die Klärung des Untersuchungsfeldes. Im zweiten Teil wird analysiert, wie die Hochschulbibliotheken Open Access mit der Verwendung von Dokumentenservern umsetzen und vermitteln. Im dritten Teil werden Gespräche mit den Bibliothekaren bzw. deren Open-Access- Verantwortlichen und einschlägige Umfragebögen ausgewertet.

Krujatz, Sebastian. Open Access. Der offene Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und die ökonomische Bedeutung urheberrechtlicher Ausschlussmacht für die wissenschaftliche Informationsversorgung. Tübingen: Mohr Siebeck, 2012. 357 S. (Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht; Band 71)

Vierkant, Paul; Kindling, Maxi. „Welche Institutionen betreiben Open-Access-Repositorien in Deutschland?“ LIBREAS. Library Ideas #26 (2014) http://libreas.eu/ausgabe26/07vierkantkindling/

Der Artikel analysiert die Ergebnisse des „2014 Census on Open Access Repositories in Germany, Austria and Switzerland“ im Hinblick auf die Institutionen, die in Deutschland Repositorien betreiben. Der 2014 Census basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse der Webseiten der Repositorien, einer automatisierten Validierung der über das OAI-PMH ausgelieferten Metadaten sowie einer Umfrage an die Repositorienbetreiber im Erhebungszeitraum 06.01. bis 13.02.2014. Die Forschungsdaten des 2014 Census sind auf zenodo.org verfügbar.

Weishaupt, Karin. Bibliotheken in der Shareconomy: Open Access als Geschäftsmodell. Forschung aktuell 1 / 2015 http://www.iat.eu/forschung-aktuell/2015/fa2015-01.pdf

„Shareconomy – Güter tauschen und verleihen anstatt sie zu kaufen und zu besitzen – ist in den letzten Jahren zum Modethema geworden. Die wohl älteste Form dieser gemeinsamen Nutzung von Ressourcen stellen Bibliotheken dar: Nicht alle, die ein Buch lesen wollen, kaufen es sich selbst, sondern leihen es für eine begrenzte Zeit aus und stellen es nach der Nutzung der nächsten interessierten Person zur Verfügung. Das Internet eröffnet hier ganz neue Möglichkeiten, Wissen zu teilen. Wie das funktionieren und der freie Zugang zu wissenschaftlichem Wissen gewährleistet werden kann, untersucht ein aktueller Forschungsbericht aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT/ Westfälische Hochschule)“ (nach dem Abstract).

Open Data

„Web der Daten“ hat sich mehr als verdreifacht
Seit Herbst 2011 hat sich das „Web der Daten“ mehr als verdreifacht, melden die Universität Mannheim, das Hasso-Plattner-Institut (HPI) sowie das irische Insight Centre. Die Analyse ergab 1019 offen zugängliche Quellen strukturierter Daten (http://lod-cloud.net/). Im Jahr 2011 waren es 295 Sätze solcher Linked Open Data, vier Jahre zuvor lediglich 12. Die auf einer Idee von Web-Pionier Tim Berners-Lee aus dem Jahr 2007 basierende Technik erleichtert es, Informationen aus diversen Quellen automatisiert zu verarbeiten und miteinander zu verknüpfen. Waren 2011 im Daten-Web immerhin schon fast 32 Milliarden standardisierte Beschreibungen von Personen, Dingen und Ereignissen zu finden, fanden die Forscher jetzt gut 84 Milliarden solcher „Tripel“. Im Mittelpunkt der Linked-Open-Data-Übersicht steht DBpedia, eine aus strukturierten Daten bestehende Wikipedia-Version. Zahlreiche Linked-Data-Beiträge stammen außerdem aus der Geografie, den Biowissenschaften, von Behörden sowie aus den Bereichen Medien und Bildung (nach: heise online vom 26.09.2014).

Open-Access-Publikationsgebühren in Deutschland
Damit das kostenpflichtige Publizieren in Open-Access-Zeitschriften für alle transparent und nachvollziehbar ist, haben sich Betreiber von Publikationsfonds entschieden, ihre Preisinformationen als Open Data frei verfügbar und nutzbar zu machen. Gemeinsames Ziel ist es, die geleisteten Open-Access-Publikationsgebühren der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland umfassend zu dokumentieren. Bislang beteiligen sich die Publikationsfonds der folgenden Universitäten: • KIT Karlsruhe • Leibniz Universität Hannover • Universität Bielefeld • Universität Duisburg-Essen • Universität Konstanz • Universität Regensburg sowie die • Max Planck Digital Library (MPDL).
Die gemeinsame Datenveröffentlichung der Publikationsfonds erfolgt über ein GitHub-Repository https://github.com/njahn82/unibiAPC. Der standardisierte Gesamtdatensatz, der regelmäßig ergänzt wird, ist unter https://github.com/njahn82/unibiAPC/blob/master/data/apc_de.csv durchsuchbar.

Semantic Web in Libraries (SWIB) 2014
Seit 2009 veranstaltet die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) zusammen mit dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) die internationale Konferenz „Semantic Web in Bibliotheken“, kurz SWIB. Die SWIB (http://www.swib.org) ist eine Konferenz, die sich in Vorträgen, Diskussionen und Workshops sowohl wissenschaftlich als auch alltagspraktisch mit den übergeordneten Themen Semantic Web, Linked Open Data und webbasierter Wissenschaftskommunikation beschäftigt. Seit 2012 wird die Tagung in englischer Sprache abgehalten und heißt „Semantic Web in Libraries“. An der sechsten internationalen Konferenz „Semantic Web in Libraries“, die in diesem Jahr vom 01. bis 03.12. 2014 in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn stattfand, nahmen 165 Teilnehmer/innen aus 24 Ländern teil. Das vollständige Programm mit Links zu den Folien und Kurzvideos steht unter http://swib.org/swib14/programme.php zum Abruf bereit.

Literaturhinweise (in Auswahl)

De Luca, Ernesto W.; Dahlberg, Ingetraut. „Die Multilingual Lexical Linked Data Cloud: Eine mögliche Zugangsoptimierung?“ Information. Wissenschaft & Praxis 65 (2014). H.4-5. S.279-287.

„Sehr viele Informationen sind bereits im Web verfügbar oder können aus isolierten strukturierten Datenspeichern wie Informationssystemen und sozialen Netzwerken gewonnen werden. Datenintegration durch Nachbearbeitung oder durch Suchmechanismen … ist deshalb wichtig, um Informationen allgemein verwendbar zu machen. Semantische Technologien ermöglichen die Verwendung definierter Verbindungen (typisierter Links), durch die ihre Beziehungen zueinander festgehalten werden, was Vorteile für jede Anwendung bietet, die das in Daten enthaltene Wissen wieder verwenden kann. Um eine semantische Daten-Landkarte herzustellen, benötigen wir Wissen über die einzelnen Daten und ihre Beziehungen zu anderen Daten. Dieser Beitrag stellt unsere Arbeit zur Benutzung von Lexical Linked Data (LLD) durch ein Meta-Modell vor, das alle Ressourcen enthält und zudem die Möglichkeit bietet sie unter unterschiedlichen Gesichtspunkten aufzufinden. Wir verbinden damit bestehende Arbeiten über Wissensgebiete (basierend auf der Information Coding Classification) mit der Multilingual Lexical Linked Data Cloud…“ (nach dem Abstract).

Linked Data. Structured Data on the Web. Wood, David (Ed.) Shelter Island, NY: Manning, 2014. 276 S.

Linked Data Management. Hrsg. von Andreas Harth, Katja Hose und Ralf Schenkel. Boca Raton [u. a.]: CRC Press, 2014. 547 S.

Pohl, Adrian. „ Bibliotheken: Wir öffnen Daten. Zum Stand der Entwicklung einer offenen Dateninfrastruktur“. o-bib. Das offene Bibliotheksjournal 1 (2014) Nr.1. S. 45-55 (https://www.o-bib.de/article/view/2014H1S45-55/1155)

„In den letzten Jahren haben sich – gerade in Deutschland – viele Bibliotheken und insbesondere Verbundzentralen entschlossen, bibliothekarische Daten unter einer offenen Lizenz zu publizieren und/oder als Linked Data aufzubereiten. Dieser Beitrag versucht, diese Aktivitäten in einem größeren Kontext zu sehen, indem er Open Data als eines von mehreren Elementen einer offenen Dateninfrastruktur versteht. Es werden sieben Elemente einer Dateninfrastruktur skizziert und eingeschätzt, wie offen die einzelnen Elemente gegenwärtig in Deutschland sind. Abschließend wird am Beispiel von (Open) Discovery vorgeführt, wie offene Ansätze bestehende Probleme beheben könnten und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt“ (nach dem Abstract).

Stein, Christian. „Linked Open Data – Wie das Web zur Semantik kam”. Bibliothek, Forschung und Praxis 38 (2014) S.447-455.

„Seit Beginn des World Wide Web besteht die Idee der universellen Vernetzung von Information in einem einfachen, standardisierten Verfahren. Ein Computer stößt bei der Interpretation von natürlich sprachlicher Bedeutung jedoch schnell an seine Grenzen. Die letzte Generation des Webs, das Semantic Web, schließt diese Lücke und modelliert Semantik explizit und maschinenlesbar – und eröffnet damit neue Möglichkeiten“ (nach dem Abstract).


Büchertransport der Region Baden-Württemberg: Jahresbericht 2013

Die Statistik der Büchertransportdienste der baden-württembergischen Bibliotheken weist gegenüber dem Vorjahr erneut einen leichten Rückgang der transportierten Bände auf. Der Austausch zwischen den Bibliotheken des Landes hat beim Bücherauto um 6,3 % und bei den Containerdiensten um 8,0 % abgenommen. Auch in andere Leihverkehrsregionen wurden weniger Container verschickt (- 6,7 %).
Insgesamt wurden 253.858 Bände (- 6,5 %) transportiert. Diese weiterhin hohen Transportzahlen machen deutlich, wie wichtig die Büchertransportdienste für eine schnelle und leistungsfähige Literaturversorgung der Bibliotheken im Rahmen der Fernleihe sind. Die Transportdienste sind damit auch weiterhin gut ausgelastet.

Bücherautodienst: Mit dem Bücherauto wurden an baden-württembergische 160.777 Bände transportiert. Im Vorjahr waren es 171.667 Bände, was einer Abnahme von 6,3 % entspricht.
Pro Band sind 0,85 Euro an Kosten entstanden. Die höheren Kosten gegenüber dem Vorjahr sind dadurch bedingt, dass ein neues Bücherauto angeschafft wurde. In diesen Kosten sind auch die Containeranbindungen an die UB Heidelberg, Bibliothek der Universität Konstanz, UB Mannheim und an das kiz Ulm enthalten, deren Bände über das Transportzentrum an der KIT-Bibliothek Karlsruhe mit dem Bücherauto an die weiteren Bibliotheken des Landes transportiert werden. Darüber hinaus wurden dem Bücherauto Sendungen für die überregionalen Containerdienste mitgegeben, die über das Transportzentrum weiter verschickt wurden.

Containerdienste: Innerhalb von Baden-Württemberg wurden 3.269 Container verschickt (- 8,0 %). Im Vorjahr waren es 3.553 Container.
Mit dem überregionalen Containerversand wurden 93.081 Bände in 3.101 Containern transportiert. Dies bedeutet eine weitere Abnahme um 6,7 % gegenüber dem Vorjahr mit 99.743 Bänden. Mit durchschnittlich 30 Bänden waren die Container weiterhin sehr gut beladen.
Der Vergleich mit den Leihverkehrsregionen macht deutlich, dass 43.538 Sendungen von/nach Bayern (- 7,3 %) verschickt wurden. Die Regionen Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen wurden über das HUB Göttingen mit insgesamt 34.173 Bänden beliefert (- 6,7 %). Mit 15.370 Bänden (- 4,6 %) ist das Saarland auch weiterhin ein wichtiger Fernleihpartner in der Verbundregion des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes
(nach: Hannsjörg Kowark. Büchertransport der Region Baden-Württemberg: Jahresbericht 2013. Dezember 2014).

Aus dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ)

Das 15. BSZ-Kolloquium fand am 30.09.2014 in der Universität Stuttgart statt. Sämtliche Vorträge, die dort gehalten wurden, können auf der Website des BSZ nachgelesen werden (http://www.bsz-bw.de/kolloquium/2014.html). Ein ausführlicher Bericht über das Kolloquium ist im Südwest-Info Nr. 27 (2014) auf den Seiten 14-18 erschienen (http://www.vdb-online.org/landesverbaende/sw/sw-info/suedwest-info-27-2014.pdf).

Der Informationstag des BSZ in Sachsen fand am 05.11.2014 in der Bibliothek der HTW Dresden statt. Die Vorträge sind jetzt online verfügbar (http://www.bsz-bw.de/kolloquium/sachsentag/2014.html).

Der BSZ-Newsletter informiert per E-Mail über Neuigkeiten, insbesondere über neue Dienstleistungen, Aktualisierungen von SWB-Datenbanken, Hinweise auf Updates und aktualisierte Webseiten, interessante Links und Veröffentlichungen, Termine und Veranstaltungen. Der BSZ-Newsletter kann auf der Seite http://www.bsz-bw.de/publikationen/newsletter/index.html kostenfrei abonniert werden. Dort steht auch ein Archiv sämtlicher Ausgaben bereit. Mit Datum vom 19.11.2014 ist vor kurzem der jüngste BSZ-Newsletter erschienen. Auch der ZKBW-Dialog veröffentlicht regelmäßig interessante Inhalte des aktuellen BSZ-Newsletters in Auswahl.

SWB-Verbundsystem

Die Datenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) (http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/) enthielt Ende Dezember 2014 rund 65,8 Mio. Bestandsnachweise und rund 20,7 Mio. Titelnachweise.

Neben verschiedenen Archivbibliotheken (Stadtarchiv Mannheim, Kreisarchiv Rottweil und das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft) sind kleinere Institutionen wie das Deutsche Tagebucharchiv, die Mailänder Bibliothek der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, das Goethe-Institut Khartum, die Museumsbibliothek Schloss Friedenstein in Gotha, die Hohenheimer Gärten und die Bibliothek des Instituts für Entwerfen, Kunst und Theorie, Fachgebiet Architekturtheorie des KIT Karlsruhe dem SWB-Verbund beigetreten. Als größere Institution ist die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Berlin zu nennen, die seit 01.11.2014 ihre Bestände im SWB katalogisiert. Die Frankfurter Forschungsbibliothek des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung wird im 1.Quartal 2015 folgen. Das gilt auch für die Bibliothek des Bundesministeriums der Justiz und Verbraucherschutz und der des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Am 24./25.09.2014 fand in Frankfurt am Main das 3. Deutsche VuFind-Anwendertreffen statt, auf dem Stefan Winkler einen Vortrag zum Thema „Relevance Ranking Revisited – Heterogene Datenquellen in VuFind?“ gehalten hat. Der Vortrag ist – neben den anderen Präsentationen – auf der HeBIS-Website (http://www.hebis.de/de/1ueber_uns/projekte/portal2/vufind-treffen-2014_programm.php) zu finden. Eine Zusammenfassung des VuFind-Anwendertreffens kann ebenfalls auf der HeBIS-Website nachgelesen werden (http://www.hebis.de/de/1ueber_uns/projekte/portal2/vufind-treffen-2014_vortraege/Zusammenfassung_3._VuFind-Anwendertreffen.pdf).

Bibliothekssysteme

Mit den sieben Bibliotheken des Landesarchivs Baden-Württemberg hat das BSZ die Migration seiner Horizon-Kunden in das neue System aDIS/BMS erfolgreich abgeschlossen.

Mit einer Vorlaufzeit von nur vier Wochen hat das BSZ das Gottfried-Keller-Gymnasium in Berlin mit dem Bibliothekssystem Koha ausgestattet (http://gks-berlin.bsz-bw.de). Das BSZ betreut nun insgesamt 17 produktive Koha-Installationen, drei weitere Installationen sind aktuell in Vorbereitung. – Die neu gegründete Hochschule für Gesundheit Bochum setzt in ihrer Hochschulbibliothek auf die BSZ-Produkte Koha und BOSS. Nach dem Modell Software-as-a-Service stellt das BSZ der Hochschule das Bibliothekssystem Koha mit dem Discovery-Tool BOSS als OPAC zur Verfügung (http://boss.bsz-bw.de/HGBO/?myTheme=DE-1866,blueprint).

MARE (Museen, Archive, Repositorien)

Die Hochschulschriftenserver der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Hochschule Heilbronn wurden erfolgreich von der Software Opus3 auf die Software Opus4 migriert. Die Repositorien sind unter http://phbl-opus.phlb.de bzw. http://opus-hshn.bsz-bw.de/home erreichbar.

Der vom BSZ betreute Opus-Server hat im Open Access Repository Ranking (http://repositoryranking.org/) der Humboldt-Universität zu Berlin gute Platzierungen erhalten: SerWisS - Server für Wissenschaftliche Schriften der Hochschule Hannover und Cologne Open Science der Fachhochschule Köln sind auf Platz 12 gelandet. EconStor (https://www.econstor.eu/), das Repositorium der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), liegt auf dem ersten Platz.

Der Virtuelle Auskunftsdienst InfoDesk Pro, der den bestehenden Dienst InfoDesk ablöst, wurde vom BSZ vollständig neu entwickelt und webbasiert programmiert. Bei der Entwicklung wurde das Augenmerk insbesondere auf eine benutzerfreundliche Bedienung gerichtet. Es kam eine Vielzahl neuer, standardisierter Frameworks zur Anwendung, die InfoDesk Pro zu einem flexiblen, erweiterbaren System mit deutlich verbesserter Usability machen. Weitere Informationen zu InfoDesk Pro gibt es unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=mare-team:virtuelle_auskunft:infodesk_info_hilfe.

Für die Realisierung des elektronischen Pflichtexemplars in Baden-Württemberg steht unter der URL https://boatest.bsz-bw.de als weitere Instanz der Software SWBcontent eine für Präsentationszwecke verwendbare Testinstallation bereit. Die Installation zeigt, was bei einer Realisierung der Pflichtablieferung von Verlags-E-Books zu beachten ist, wenn deren Nutzung nicht nur an fest installierten Einzelleseplätzen innerhalb einer Bibliothek erfolgen soll. Realisiert wurde der Fernzugriff auf elektronische Pflichtexemplare, kombiniert mit einer differenzierten Rechtevergabe (SimUser-Kontrolle, Shibboleth, DRM) und einer Ablaufgestaltung. Die Installation ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der Badischen Landesbibliothek, der Württembergischen Landesbibliothek und des BSZ.

MusIS auf der CIDOC-Jahrestagung 2014 in Dresden
Vom 06. bis 11.09.2014 fand die Jahrestagung von CIDOC, dem internationalen Komitee für Museumsdokumentation, in Dresden statt. MusIS war auf der englischsprachigen Konferenz mit zwei Präsentationen vertreten. Die jährliche, weltweit stattfindende Konferenz des internationalen Komitees für Museumsdokumentation (CIDOC – International Council of Museums) dient als Forum für den Austausch von Strategien und Entwicklungen in der Museumsdokumentation. Unter dem Titel „Zugang zu Kulturgut – Netzwerken im digitalen Zeitalter“ begann die Tagung am 06. und 07.09.2014 mit einer Reihe von Workshops. Die Haupttagung vom 08. bis 10.09.2014 umfasste über 120 Vorträge, aufgeteilt in 26 verschiedene thematische Sektionen mit den Schwerpunkten Dokumentationsstrategien und -richtlinien, Verfahren in der Museumsdokumentation, Museumsdokumentation als Beruf, Vernetzung - Netzwerke, Metadaten, mehrsprachige Terminologie, digitale Langzeitarchivierung, immaterielles Kulturerbe, GIS-Anwendungen im Kulturerbebereich, digitale Dokumentation in der Archäologie, Zugang zum Kulturerbe sowie 3D-Dokumentation im Kulturerbebereich. Keynote-Speaker waren Murtha Baca vom Getty Research Institute, Günther Schauerte von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Tanya Szraiber vom British Museum. Neben den vielen Einzelvorträgen gab es drei Special Sessions: die erste widmete sich dem britischen Spectrum-Standard, die zweite den Getty-Vokabularien und Linked Open Data und die dritte den besonderen Anforderungen der Dokumentation in der Archäologie. Dr. Werner Schweibenz und Jens Lill haben das BSZ und MusIS mit zwei Vorträgen vertreten, die mittlerweile über den SWB und SWOP, den Publikationsserver des BSZ, recherchiert werden können. Weitere Informationen, Programm und Beiträge sind auf der Konferenz-Webseite http://www.cidoc2014.de/ zu finden sowie im CIDOC-Archiv unter http://network.icom.museum/cidoc/archives/past-conferences/2014-dresden/. Die nächste CIDOC-Tagung findet 2015 voraussichtlich in Neu Delhi statt.

Lill, Jens M.; Schweibenz, Werner. Use your head to save your feet. Strategies and guidelines for documentation applied by MusIS – The South-Western German Museum Network. Paper zur 2014 Annual Conference of CIDOC „Access and Understanding – Networking in the Digital Era“. Dresden, September 6-11, 2014 (http://swop.bsz-bw.de/volltexte/2014/1158/ SWOP + http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=415860156&INDEXSET=1 SWB)

Lill, Jens M.; Schweibenz, Werner. Mind the Gap! Documentation as “missing link” in the ICOM definition of museum. Paper zur 2014 Annual Conference of CIDOC „Access and Understanding – Networking in the Digital Era“. Dresden, September 6-11, 2014 (http://swop.bsz-bw.de/volltexte/2014/1160/ SWOP + http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=415864828&INDEXSET=1 SWB)


Literaturhinweise

Conradt, Volker. „Strategische Partnerschaft von BSZ und VZG“. Südwest-Info Nr. 27 (2014). S.8 (http://www.vdb-online.org/landesverbaende/sw/sw-info/suedwest-info-27-2014.pdf)

Volker Conradt (BSZ) stellt die Ziele der strategischen Partnerschaft zwischen BSZ und der Verbundzentrale des GBV vor. Die Verbesserungen in den Dienstleistungen beider Verbünde kommen allen Verbundbibliotheken zu Gute.

Hilger, Horst. „Von Koha, VuFind, Goobi und der Cloud: 15. BSZ-Kolloquium in Stuttgart“. Südwest-Info Nr. 27 (2014). S.14-18 (http://www.vdb-online.org/landesverbaende/sw/sw-info/suedwest-info-27-2014.pdf).

Horst Hilger (BSZ) berichtet ausführlich über das 15. BSZ-Kolloquium, das am 30.09.2014 an der Universität Stuttgart stattfand.

Trevisiol, Oliver. „Digitalisierung ohne Altbestand? Das kulturelle Erbe der Region Bodensee Online“. Bibliothek aktuell Heft 98. 2014. S.29-30 (https://ojs.ub.uni-konstanz.de/ba/article/view/5878/5368)

Die bislang vollständigste Sammlung historischer Zeitschriften der Bodenseeregion wurde durch ein Digitalisierungsprojekt frei zugänglich gemacht: Der Verein der Bibliotheken der Regio Bodensee (http://www.bodenseebibliotheken.de/) schuf eine digitale Bibliothek der historischen Zeitschriften des Bodenseeraums. Rund 350.000 Seiten aus 45 historischen und naturwissenschaftlichen Zeitschriften wurden von der ersten Ausgabe bis zur Gegenwart digitalisiert und im Volltext auf der digitalen Plattform des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg (BSZ) zur Verfügung gestellt. Die digitalisierten Texte sind im Volltext recherchierbar, was eine zeitschriftenübergreifende Suche nach Stichworten - zum Beispiel Orte, Personen oder Flurnamen - möglich macht und bislang unentdeckte Querverbindungen aufzeigt. Die digitale Bibliothek wird vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg technisch betreut und ist unter der Internetadresse http://www.bodenseebibliotheken.de/zeitschriften.html frei verfügbar. Olivier Trevisiol beschreibt das Projekt aus der Sicht der Bibliothek der Universität Konstanz.


Digitale Angebote und Internet-Portale von Bibliotheken und Archiven des SWB-Verbundes

Portal Kultur & Schule
Das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) geförderte Portal Kultur und Schule (http://www.kultur-und-schule-bw.info/) fördert den Austausch, den Dialog und die Vernetzung zwischen Schule und kulturellen Einrichtungen mit den Möglichkeiten des Mediums Internet. Auf den einzelnen Internetplattformen – Theater, Orchester, Tanz, Museum und Bibliothek – findet sich das Angebot der kulturellen Einrichtungen, die vom MWK gefördert werden, sowie Informationen zu den jeweiligen Bereichen von Kultur und Schule. So können hier Veranstaltungen und Angebote für Schülerinnen und Schüler, Ansprechpartner für mögliche Projekte, weiterführende Informationen oder auch Neuigkeiten aus den verschiedenen Bereichen gefunden werden. Die WLB Stuttgart hat bereits ihre Veranstaltungs- und Schulungstermine eingebracht.

SLUB Dresden veröffentlicht Open Source-Software D:SWARM
Anfang Dezember 2014 hat die SLUB Dresden <14> die Beta-Version der Software D:SWARM (http://www.dswarm.org/) anlässlich der Konferenz Semantic Web in Libraries (SWIB14) veröffentlicht. Die SWIB-Konferenzen haben das Ziel, den Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen Praktikern im Bereich Linked Open Data (LOD) in Bibliotheken zu fördern. D:SWARM ist ein Ergebnis eines von der EU geförderten Entwicklungsprojektes für eine neue Datenmanagementplattform auf Basis von Linked Open Data Technologien, um in Zukunft mehrere Datenquellen besser und redundanzfrei verknüpfen zu können. In dem Projekt arbeitet die SLUB Dresden mit der Firma Avantgarde Labs zusammen, mit der auch die multilinguale semantische Suche SLUBsemantics entwickelt worden ist. Die SLUB bittet darum, die Web-Applikation (http://demo.dswarm.org/) zu testen, die Entwicklungsziele (https://jira.slub-dresden.de/secure/Dashboard.jspa) zu bewerten und den Quellcode der Open Source-Software (https://github.com/dswarm) zu verwenden. Jens Mittelbach (SLUB Dresden) hat die Software D:SWARM am 05.12.2014 auf dem Symposium „Forschung für die Praxis - Perspektiven für Bibliotheks- & Informationsmanagement„ an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart vorgestellt (http://www.hdm-stuttgart.de/bi/symposium/skripte/Mittelbach_Offene_Bibliothek_Forum%201_14-12-07.pdf).

Monographien und Sammelwerke als E-Books im Portal Propylaeum
Seit Ende November 2014 bietet das von der UB Heidelberg <16> gemeinsam mit der BSB München betriebene Portal Propylaeum (https://www.propylaeum.de/) nicht nur eine Plattform für die Veröffentlichung von E-Journals an, sondern es können nun auch Monographien und Sammelwerke als E-Books publiziert werden. Als technische Plattform wird von der UB Heidelberg die Open-Source-Software Open Monograph Press (OMP) eingesetzt. Sie bildet den gesamten redaktionellen Begutachtungs- und Publikationsprozess bei der Veröffentlichung eines E-Books ab. So lässt sich von der Einreichung eines Beitrags über die Organisation des Peer Review bis hin zur Veröffentlichung jeder Schritt über den Webbrowser abwickeln. Eine Print-on-Demand-Lösung ist in Vorbereitung. Ein erstes Beispiel ist die neue Open-Access-Schriftenreihe “Archäologische Berichte” der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (http://www.dguf.de/).

Bilder, Fakten, Bibliographie zur Cranach-Werkstatt
Unter dem Titel Cranach Online ermöglicht arthistoricum.net, der gemeinsame Fachinformationsdienst Kunst der UB Heidelberg, der SLUB Dresden und der Universität München, den direkten Zugriff auf zahlreiche digitale Forschungsressourcen sowie das digitale Gesamtwerkverzeichnis (CORPUS CRANACH). Die noch im Aufbau befindliche, aber bereits knapp 1.500 Titel umfassende Bibliographie Cranach bietet einen gezielten Zugriff auf die interdisziplinäre Forschungsliteratur zu Lucas Cranach d. Ä., seinen Söhnen, Mitarbeitern, Schülern und Nachfolgern. Bei circa 100 Werken handelt es sich um überwiegend in Heidelberg digitalisierte, frei zugängliche Online-Ressourcen. Die Bibliographie wird von der UB Heidelberg im Kontext ihres DFG-Projekts arthistoricum.net - Fachinformationsdienst Kunst gehostet und betrieben. Die Präsentation erfolgt mit Hilfe des als Open Source Software entwickelten Discovery Systems VuFind. Mit der Gründung des virtuellen Forschungs-Instituts „www.cranach.net werden seit Herbst 2009 unter Leitung des Heidelberger Kunsthistorikers Michael Hofbauer systematisch Daten zum umfangreichen Werk der Cranach-Werkstatt erhoben und ausgewertet.

Digitale Bibliothek der UB Heidelberg auch in DBIS
Die Heidelberger Universitätsbibliothek verzeichnet ihre Digitale Bibliothek (http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/digi/digilit.html) auch in einer DBIS-Aufnahme. In ihrer Digitalen Bibliothek weist die UB Heidelberg über 20.000 Digitalisate (Stand: Dezember 2014) ihrer historischen Bestände nach. Die Digitalisate sind frei und kostenlos im Internet zugänglich.

Neue Ausgabe von Perspektive Bibliothek ist erschienen
Die Ausgabe 3.2 von Perspektive Bibliothek, der Bibliothekszeitschrift der Münchner Referendare, die von der UB Heidelberg <16> gehostet wird, ist erschienen. Unter http://perspektive-bibliothek.uni-hd.de findet sich die neue Ausgabe u. a. mit folgenden Beiträgen: Michael Lemke: Sind wir wirklich reif für E-only? Nutzerbedarf und Leseverhalten als Kriterien einer monographischen Erwerbungspolitik an wissenschaftlichen Bibliotheken; Markus Schnalke: Open Access, Freie Software und Co.: Eine Analyse der Gemengelage; Almut Breitenbach: Altbestand 2.0: Möglichkeiten und Bedingungen des Einsatzes von Social Media zur Kommunikation über historische Bestände.

Neue Ausgabe von Masala erschienen
Die neue Ausgabe des Newsletters Masala, die von der Bibliothek des Heidelberger Südasien-Instituts <16/77> herausgegeben wird, ist am 07.11.2014 erschienen. Die Online-Ausgabe kann unter folgendem Link eingesehen werden: http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/masala/index. Die Ausgabe enthält folgende Beiträge: Anna Sawerthal und Markus Viehbeck: Digitalisierungsaktivitäten im Heidelberger „Kalimpong-Projekt“: Die Zeitung Himalayan Times; Borayin M. Larios und Julie Pusch: Following the Garnet's Trail: From South Asia to Europe. Daneben informiert der Newsletter wieder über fachrelevante Veranstaltungen sowie Neuigkeiten aus dem Sondersammelgebiet Südasien und Savifa, der Virtuellen Fachbibliothek Südasien (http://www.savifa.uni-hd.de/).

Historisches Bildarchiv der Bundeswasserstraßen
Das Historische Bildarchiv der Bundeswasserstraßen steht auf dem Portal der Verkehrswasserbaulichen Zentralbibliothek der Bundesanstalt für Wasserbau <Ka 74> in Karlsruhe unter http://bildarchiv.baw.de/cdm/search/collection/wsv zur Verfügung. Circa 10.000 Bilder, die von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und ihrer Vorgängerbehörden über viele Jahrzehnte gesammelt wurden, können dort abgerufen werden. Seit kurzem ist das Bildarchiv auch im Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek (https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/) vertreten.

KIT-Bibliothek übernimmt die Literaturversorgung der DHBW Karlsruhe
Die Bibliothek der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe (DHBW) <Ka 90> ist eine Spezialbibliothek zur Literaturversorgung von 3.000 Studierenden, 70 Professorinnen und Professoren sowie 700 Dozentinnen und Dozenten. Die Bibliothek umfasst einen Bestand von 30.000 Bänden zu den Schwerpunktthemen Wirtschaft, Technik und – neu hinzugekommen – Arztassistenz. Damit passen die Literaturbestände hervorragend zum Portfolio der KIT-Bibliothek, die bereits 2009 die Literaturversorgung der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft übernommen hatte. Daher wurde im Juni 2014 ein Kooperationsvertrag zwischen der DHBW und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) geschlossen. Die Fachbibliothek wird in das Transportsystem zwischen den verschiedenen Standorten der KIT-Bibliotheken integriert und bietet somit direkten Zugriff auf über 2 Mio. Bücher des gesamten Bibliothekssystems. Darüber hinaus wird ein erweitertes Angebot an elektronischen Ressourcen umgesetzt. Der Bestandsaufbau erfolgt in Zukunft zentral über die Fachreferenten der KIT-Bibliothek in enger Abstimmung mit den Professoren und Dozenten der DHBW (nach: Diana M. Tangen in Südwest-Info S.5-6 - http://www.vdb-online.org/landesverbaende/sw/sw-info/suedwest-info-27-2014.pdf).

DLA Marbach überführt Hörfunk- und Fernsehmanuskripte in Kallías
Die Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach <Mar 1> hat ihren Katalog der Hörfunk- und Fernsehmanuskripte vollständig in die Datenbank Kallías überführt (http://www.dla-marbach.de/?id=51890). Überregional ist der Bestand im Fachportal Germanistik (http://www.germanistik-im-netz.de/metasuche/) nachgewiesen. Die konvertierten Titelnachweise tragen dazu bei, die standortunabhängige Nachweislage der für Hörfunk und Fernsehen produzierten literarischen Gattungen auszubauen und zu erweitern. Gefördert wurde das Projekt von der DFG, die Erfassungsarbeiten wurden von der Firma Bibliographische Dienste GmbH durchgeführt. Der Schwerpunkt des konventionellen Spezialkatalogs lag auf literarischen Hörfunk- und Fernsehsendungen von sämtlichen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz und Österreichs aus dem Zeitraum 1950 bis 198. Es handelt sich um bibliothekarisch bislang nicht nachgewiesene Materialien mit Quellencharakter (Hörspielmanuskripte und Drehbücher) oder mit literaturwissenschaftlichem Bezug (Buchbesprechungen, Autorenporträts, Radiofeatures). In der Projektlaufzeit wurden rund 33.000 Titeldatensätze erfasst, davon sind etwa 12.000 Titel der Primärliteratur zuzuordnen, unter ihnen rund 5.800 Hörspiele und 3.100 Fernsehspiele. Unter den übrigen Titeln aus dem Bereich Sekundärliteratur befinden sich überwiegend Rezensionen, Features und Radio-Essays (nach: Jutta Bendt. „Marbacher Fachkatalog Kallías angereichert“. Buch und Bibliothek 66. 2014. H.9).

Abwicklung des DFG-Sondersammelgebiets Psychologie an der SULB Saarbrücken
Seit 1965 betreut die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek Saarbrücken (SULB) <291> das DFG-Sondersammelgebiet Psychologie (SSG Psychologie). Sie wird diese Tätigkeit zum 31.12.2014 beenden, da im Einvernehmen mit der Universitätsleitung kein Antrag auf Weiterförderung bzw. Transformierung in das neue DFG-Fördersystem der Fachinformationsdienste gestellt wurde. Über 1.300 Abonnements der laufenden aus- und inländischen psychologischen Fachzeitschriften mussten abbestellt werden; auf der diesjährigen Buchmesse wurden erfolgreiche Verhandlungen geführt, um den Totalausfall der konsortial zur Verfügung stehenden elektronischen Journals zu verhindern und so die Literaturversorgung auf dem Campus wenigstens einigermaßen zu sichern – zumindest für das Jahr 2015. Die SULB ermöglichte durch die Eigenbeteiligung am SSG die Realisierung einiger fachübergreifender Journal-Collections. Ebenso mussten die langjährig etablierten Approval Plans mit den deutschlandweiten Buchhändlern für 2015 gestoppt werden. Die Zukunft der SSG-spezifischen Dienstleistungen der SULB wird derzeit noch diskutiert. Unter Umständen wird es in dem einen oder anderen Bereich eine Fortführung durch das Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) in Trier geben (nach: Eva E. Kopp in Südwest-Info S.6-7 - http://www.vdb-online.org/landesverbaende/sw/sw-info/suedwest-info-27-2014.pdf).

Bibliothek für Zeitgeschichte arbeitet an Enzyklopädie zum Ersten Weltkrieg mit
Die Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek <24> in Stuttgart hat zusammen mit mehr als 1.000 Autoren, Herausgebern und Partnern aus über 50 Ländern, darunter der BSB München, das englischsprachige virtuelle Nachschlagewerk „1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War“ erarbeitet, das im Open Access zugänglich ist (Creative Commons License Germany-CC BY-NC-ND 3.0). Die Enzyklopädie bietet vier verschiedene Artikeltypen: 1. Survey Articles (Regional) liefern eine Übersicht über Regionen bzw. Länder; 2. Survey Articles (Thematic) bieten eine transnationale bzw. vergleichende Übersicht über ein Thema; 3. Regional Thematic Articles behandeln ein Thema, das für eine Region oder ein Land spezifisch ist; 4. Encyclopedic Entries liefern präzise lexikalische Einträge zu Personen, Ereignissen oder Organisationen.

Digitalisierungsprojekte der WLB Stuttgart
Aus Hochschulpaktmitteln wurden in der zweiten Jahreshälfte 2014 mehrere Digitalisierungs- und Dokumentationsprojekte abgewickelt. Überwiegend in Kooperation mit Dienstleistern wurden die historischen Stuttgarter Adressbücher (Jahrgang 1800-1943) sowie weitere Württembergica (z.B. Übersichtsbände zum Verwaltungsapparat) digitalisiert. Aktuell zum Weltkriegsgedenkjahr 2014 hat die Bibliothek für Zeitgeschichte ihr Themenportal Erster Weltkrieg um zusätzliche 250 Bücher und Broschüren sowie circa 5.000 Rationierungsmarken erweitert. 1.300 digitalisierte Plakate werden durch höherwertigere Exemplare ersetzt. OCR-Texterfassung mit manueller Nachbearbeitung ist sinnvoll für die älteren Bände der Landesbibliographie (1895-1975). Technisch besonders anspruchsvoll war die Digitalisierung der Nicolai-Sammlung (155 Bände) mit historischen Karten und Graphiken, insbesondere aus der Militärgeschichte. Hausintern erfolgt die Digitalisierung exemplarischer Missionsbibeln sowie die Erfassung bisher unberücksichtigter Durchreibungen von Werkzeugen zur Einbandverzierung aus der Sammlung Kyriss (Schwerpunkt 16.-17. Jahrhundert). Alle digitalisierten Objekte werden (oder sind bereits) von der WLB in ihr Portal „Digitale Sammlungen“ eingestellt.

Literaturhinweis
Herrmann, Christian. „Historische Landtagsprotokolle aus (Baden-)Württemberg digital“. WLBforum. Mitteilungen der Württembergischen Landesbibliothek 16 (2014) H.2. S.16-18.

Landesbibliographie Baden-Württemberg in neuem Design
Sämtliche Funktionen und Inhalte der alten Website der Landesbibliographie Baden-Württemberg (http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/LABI) wurden neu strukturiert, um neue Angebote erweitert und finden sich als Einstiegspunkte in einer Menüleiste wieder. Im großen zentralen Bereich sind die jeweilige Recherchemaske und die Rechercheergebnisse wie Register, Trefferlisten und Einzeltreffer sowie einzelne Textbeiträge positioniert. Der Informationsblock bietet einen kurzen geschichtlichen Überblick zur Landesbibliographie. Die Rubrik „Aktuelles“ weist auf neue Angebote, Feature und interessante Themen rund um die Landesbibliographie hin. Außerdem gibt es eine Reihe von Links zu weiteren bibliothekarischen und landeskundlichen Angeboten. Hierzu zählen der Meta-Katalog Virtuelle Deutsche Landesbibliographie (VDL), das landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg LEO-BW, der Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) und eine Liste von Landes- und Regionalbibliographien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Individualisiert ist die Website durch Bildleisten mit hiesigen Ortsansichten, Bildnissen von historischen Ereignissen und Porträts baden-württembergischer Persönlichkeiten. Im Mittelpunkt des neuen Webauftritts stehen aber auch weiterhin verschiedene Rechercheeinstiege mit allen vertrauten Funktionalitäten: die Literatursuche, die Personensuche, die Browsing-Möglichkeit über die Fachsystematik der Landesbibliographie und der Sucheinstieg über alle regelmäßig ausgewerteten Zeitschriften. Die Menüpunkte „Nachrichten-Archiv“ und „Technische Hinweise“ sowie eine Kurzhilfe zur Benutzung der Datenbank runden das Angebot ab. Über das Kontaktformular können Meinungen, Anregungen oder Titelvorschläge an die Landesbibliographie gemeldet werden. Neue Funktionen sind in Vorbereitung bzw. stehen kurz vor ihrer Freischaltung: So werden ortsbezogene Literaturnachweise in der Trefferanzeige visualisiert und auf einer Baden-Württemberg-Karte angezeigt. Auch dem Wunsch nach einer Weiternutzung der bibliographischen Daten, insbesondere von Aufsatzliteratur, wird entsprochen. Über eine Exportfunktion wird das Suchergebnis gezielt in verschiedene Literaturverwaltungsprogramme (Formate: RIS, EndNote, BibTex) importiert werden. Künftig soll die Website auch zur Nutzung mit mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets optimiert werden (nach: Anja Thalhofer in Südwest-Info Nr. 27 / 2014. S.35-37 - http://www.vdb-online.org/landesverbaende/sw/sw-info/suedwest-info-27-2014.pdf).

Vorträge des Symposiums „Forschung für die Praxis - Perspektiven für Bibliotheks- & Informationsmanagement“ an der HdM Stuttgart
Die Vorträge des Symposiums „Forschung für die Praxis – Perspektiven für Bibliotheks- & Informationsmanagement“, die am 05.12.2014 an der Hochschule der Medien in Stuttgart gehalten wurden, können von der HdM-Website heruntergeladen werden (http://www.hdm-stuttgart.de/bi/symposium/skripte). Darunter befinden sich auch die Vorträge „Modernes Datenmanagement: Linked Open Data und die offene Bibliothek“ (Jens Mittelbach, SLUB Dresden), „Der RDA-Umstieg in Deutschland - Herausforderungen für das Metadaten-Management“ (Heidrun Wiesenmüller, HdM Stuttgart) und „Cloud Computing für die Verarbeitung von Metadaten“ (Magnus Pfeffer, HdM Stuttgart), die von besonderem Interesse für wissenschaftliche Bibliothekare sind.


SWB-Online-Fernleihe und verbundübergreifende Fernleihe

SWB-Online-Fernleihe

Teilnehmerstand

Derzeit (Stand: 07.01.2015) nehmen insgesamt 325 (Teil-)Bibliotheken an der SWB-Online-Fernleihe teil (111 gebend und nehmend, 214 nur nehmend). Neu hinzugekommen sind die Bibliothek der Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Dresden <D 161> und die Bibliothek der Evangelischen Hochschule Dresden <D 275> (beide gebend und nehmend) sowie das Stadtarchiv Esslingen <Ess 4>, die Bücherei Gemmingen <2041>, die Bücherei Köngen <2128>, die Stadtbücherei Metzingen <2227>, die Stadtbücherei Ostfildern <1385>, die Stadt- und Kreisbibliothek Rochlitz <Ch 102>, die Stadtbibliothek Sebnitz <545>, die Stadtbücherei Weikersheim <2140> und die Schulbibliothek der Fritz-Ruoff- und Albert-Schäffle-Schule Nürtingen <2218> (alle nur nehmend). Die Medizinische Fachbibliothek des Klinikums Ludwigsburg <2067> wurde geschlossen. Die WHL Wissenschaftliche Hochschule Lahr befindet sich in Abwicklung. Deren Bibliothek <1164> wurde deshalb ebenfalls von der Liste der nur nehmenden SWB-Teilnehmerbibliotheken und von der Amtlichen Leihverkehrsliste des Landes Baden-Württemberg gestrichen.

Die Liste der an der SWB-Online-Fernleihe teilnehmenden Bibliotheken steht unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken zum Abruf bereit.

Neuzulassungen zum Leihverkehr in der Südwest-Verbundregion

in Baden-Württemberg:

Das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) hat folgende Bibliotheken zum überregionalen Leihverkehr der deutschen Bibliotheken zugelassen:

  • Gemeindebücherei Aldingen <2254>, Im Brühl 26, 78554 Aldingen
  • Schulbibliothek der Fritz-Ruoff- und Albert-Schäffle-Schule Nürtingen <2218>, Albert-Schäffle-Straße 7, 72622 Nürtingen
  • Stadtbücherei Metzingen <2227>, Christophstraße 7, 72555 Metzingen
  • Stadtbücherei Ostfildern <1385>, In den Anlagen 6, 73760 Ostfildern

Die Medizinische Fachbibliothek des Klinikums Ludwigsburg <2067> wurde geschlossen. Die WHL Wissenschaftliche Hochschule Lahr befindet sich in Abwicklung. Deren Bibliothek <1164> wurde deshalb ebenfalls von der Leihverkehrsliste für die Südwest-Region gestrichen.

Die Leihverkehrsliste für die Südwest-Region ist im BSZ-Fernleih-Wiki unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken:baden-wuerttemberg zugänglich.

in Sachsen:

  • Bibliothek der Staatlichen Studienakademie Dresden <D 161>, Hans-Grundig-Straße 25, 01307 Dresden
  • Evangelische Hochschule Dresden, Bibliothek <D 275>, Dürerstraße 25, 01307 Dresden

Die Leihverkehrsliste für Sachsen ist unter http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=1.2/CMD?ACT=SRCHA&IKT=8525&SRT=LST_so&TRM=lva+%DCLV+und+lvr+sax (nach Sigeln) bzw. http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=1.2/CMD?ACT=SRCHA&IKT=8525&SRT=LST_os&TRM=lva+%DCLV+und+lvr+sax (nach Orten) zugänglich.


Erweiterungen der SWB-Online-Fernleihe

Ende November 2014 sind folgende Erweiterungen der SWB-Online-Fernleihe aktiviert worden:

Vormerkungen zwischen KOBV und SWB,

EDL verbundübergreifend: Elektronische Dokumentlieferungen zwischen KOBV und SWB (Der KOBV wird ab sofort PDFs bestellen und liefern),


Gemeinsamer Index der Verbünde (GVI)

In Kooperation mit HeBIS und dem GBV hat das BSZ das Schema für den geplanten gemeinsamen Index der Verbünde (GVI) festgelegt. Das Schema beinhaltet neben dem Titel auch die Besitznachweise (Lokaldaten), insbesondere einen kumulierten Fernleihindikator pro Titel und Bibliothek. Das BSZ hat seine Daten nach diesem Schema indexiert und entwickelt jetzt auf Basis dieses Index eine Bestellkomponente für die Fernleihe.


Protokoll des Anwendertreffens Fernleihe vom 10.07.2014 veröffentlicht

Das Protokoll des 15. Anwendertreffens Fernleihe, das am 10.07.2014 in der WLB Stuttgart stattfand, wurde im BSZ-Fernleih-Wiki veröffentlicht (https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:info-bibliotheken:anwendertreffen:protokolle).


Zeitweise geschlossene Fernleihstellen in deutschen Bibliotheken

Die Zusammenstellung „Zeitweise geschlossene Fernleihstellen in deutschen Bibliotheken“ steht im BSZ-Fernleih-Wiki unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:nachrichten:schliesszeitenliste zum Abruf bereit.


Neue Adressdaten, Namensänderungen, Bibliothekssigel und Sigelstreichungen

<neues Sigel:> Gemeindebücherei Aldingen <2254>, Im Brühl 26, 78554 Aldingen, Tel. (07424) 88 37 66, E-Mail lesen.aldingen@t-online.de, URL http://www.aldingen.de/index.php?id=257 ISIL DE-2254 BAW

<Namensänderung und neue E-Mail-Adresse:> Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (früher: Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung) in Brühl; neue E-Mail-Adresse der Zentralbibliothek <1877>: bibliothek@hsbund.de.

<neues Sigel:> Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, University College, Bibliothek <25/180>, Bertoldstraße 17, 79085 Freiburg/Breisgau, Tel: (0761) 203-67342, E-Mail studyinfo@ucf.uni-freiburg.de, URL http://www.ucf.uni-freiburg.de ISIL DE-25-180 BAW

<neues Sigel:> Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Universitätsarchiv, Bibliothek <25/179>, Werthmannstraße 14, 79085 Freiburg/Breisgau, Tel. (0761) 203-3832, E-Mail info@uniarchiv.uni-freiburg.de, URL https://www.uniarchiv.uni-freiburg.de/ ISIL DE-25-179 BAW

<Streichung eines Sigels:> Erzbischöfliches Priesterseminar Collegium Borromaeum, Bibliothek <Frei 25> in Freiburg/Breisgau / Die Bibliothek wurde mit der Erzbischöflichen Bibliothek Freiburg <Frei 164>, Schoferstraße 2, 79098 Freiburg/Breisgau zusammengelegt.

<neues Sigel:> Psychologische Ausbildungsstelle für EFL-Beratung im Erzbistum Freiburg, Bibliothek <2234>, Landsknechtstraße 4, 79102 Freiburg/Breisgau, Tel. (0761) 7043850, E-Mail pas@ehe-familie-lebensberatung.de, URL http://www.ehe-familie-lebensberatung.de/ ISIL DE-2234 BAW

<neues Sigel:> Owinger Bücherei <2253>, Rathausstraße 24, 72401 Haigerloch-Owingen, Tel. (07474) 91 62 12, E-Mail info@owbib.de, URL http://www.owbib.de ISIL DE-2253 BAW

<neue Anschrift>: Sortierzentrale NRW <ISIL DE-621>, Robert-Perthel-Straße 79, 50739 Köln, Tel. (0221) 888 67 229

<geänderte E-Mail-Adresse:> Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig <L 189>, Karl-Liebknecht-Straße 132, 04277 Leipzig, E-Mail fernleihe.bib@htwk-leipzig.de

<Schließung einer Bibliothek und Streichung eines Sigels:> Medizinische Fachbibliothek des Klinikums Ludwigsburg <2067> in Ludwigsburg

<neues Sigel:> Stadtbücherei Metzingen <2227>, Christophstraße 7, 72555 Metzingen, Tel. (07123) 92 51 40, E-Mail stadtbuecherei@metzingen.de, URL http://www.metzingen.de/de/Stadt+B%C3%BCrger/Bildung-und-Kultur/Stadtb%C3%BCcherei ISIL DE-2227 BAW

<Streichung eines Sigels:> Öffentliche Musikbücherei des Saarlandes <Sa 28> in Saarbrücken / Teile der Bestände sind von der Bibliothek der Hochschule für Musik Saar <Sa 17> übernommen worden.

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