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ZKBW-Dialog Nr. 80 vom 09.09.2014

Wissenschaft unter neuen Rahmenbedingungen – Baden-Württemberg finanziert den Ausbau einer innovativen Infrastruktur

In einer Pressemitteilung vom 29.07.2014 hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg darüber informiert, dass die Landesregierung in seiner Sitzung der Bereitstellung von Mitteln der Zukunftsoffensive III in Höhe von 3,7 Millionen Euro zur Finanzierung des Ausbaus einer leistungsfähigen und innovativen Informationsinfrastruktur für die wissenschaftlichen Einrichtungen in Baden-Württemberg zugestimmt hat.

In den letzten Jahren hat die Entwicklung digitaler Medien zu einer zunehmenden Vernetzung von Informations- und Forschungsinfrastruktur geführt. Wissenschaftler müssen mit den neuesten Methoden und der dafür nötigen Infrastruktur arbeiten können, um u. a. die Absolventen der Hochschulen voll ausgestattet mit den für das 21. Jahrhundert erforderlichen Fertigkeiten in ein erfolgreiches Berufsleben entlassen zu können. Der Zugang zu Datenbanken, E-Journals und weiteren elektronischen Medien sowie die Nachhaltigkeit und Nachnutzung wissenschaftlicher Daten wird neben der Geräteausstattung ein immer wichtigerer Faktor für Forschungs- und Innovationsprozesse. Das Wissenschaftsministerium hat die Fachdiskussion aufgegriffen und Handlungsoptionen entwickelt, die für die nationale und internationale Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Forschung und Lehre in Baden-Württemberg wichtig sind. Die E-Science-Strategie wurde durch eine Arbeitsgruppe von Expertinnen und Experten des Landes erarbeitet, an der auch ein Vertreter des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg (BSZ) beteiligt war. Zentral sind dabei fünf Handlungsfelder:

Lizenzierung elektronischer Informationsmedien: Forschung und Lehre hängen in ihrer Qualität in zunehmendem Maße von einem schnellen, umfassenden und direkten Zugang zu den weltweit verfügbaren Informationen (wissenschaftliche Publikationen, Datenbanken und Software) ab. Wenn digitale Medien nur lizenzpflichtig bereit gestellt werden können, sollen die Lizenzen konsortial für alle Hochschulen im Land verhandelt und beschafft werden.

Digitalisierung: Digitalisierung ermöglicht, zeit- und ortsunabhängig mit dem kulturellen historischen Erbe zu arbeiten und dank der internationalen Vernetzung dieses Erbe immer wieder in neue Kontexte einzubetten. Digitalisierung ist ein wesentlicher Beitrag zur Beschleunigung der Forschung, zur Setzung neuer Forschungsimpulse und zur Erschließung historischen Materials.

Open Access: Open Access zielt auf eine für die Nutzer freie Zugänglichkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsergebnissen ab. In Baden-Würtemberg sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, den internationalen Umgestaltungsprozess des wissenschaftlichen Publikationswesens als herausgehobener Akteur zu ermöglichen, zu fördern und aktiv mitzugestalten, um die Wahrnehmung der Forschungsergebnisse aus Baden-Württemberg weltweit zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nachhaltig zu sichern und zu steigern.

Forschungsdatenmanagement: Forschungsdaten sind oftmals einmalig und unwiederbringlich. Um - gerade auch im Hinblick auf die gewünschte und zunehmende Interdisziplinarität von Natur-, Geistes- und Lebenswissenschaften - Erhalt und Rekonstruktion sowie Nachvollziehbarkeit von Daten zu ermöglichen, ist ein Übergang von Forschungsdaten aus persönlichen in institutionelle oder öffentliche Domänen notwendig. Handlungsbedarf besteht in den Bereichen: Nachhaltige Sicherung, Erschließung und Bereitstellung, Nachnutzung sowie langfristige Bewahrung von Daten. Angegangen werden sollen die Entwicklung von Standards, rechtliche Regelungen (insbesondere Datenschutz) und die Vermittlung von Kompetenzen des professionellen und nachhaltigen Umgangs mit Forschungsdaten in der Lehre.

Virtuelle Forschungsumgebungen: Bei Virtuellen Forschungsumgebungen handelt es sich um flexible Infrastrukturen, die es Forschern erlauben, die Potentiale elektronischer Medien und Technologien für das gemeinschaftliche Arbeiten zu nutzen und daraus auch neue Forschungsmethoden und -gegenstände zu entwickeln. Als integrative Plattformen haben sie das Ziel, alle Schritte des Forschungsprozesses von der Projektidee über die Datensammlung und Auswertung bis zur Veröffentlichung und Nachnutzung zu unterstützen. Die Virtuellen Forschungsumgebungen stehen noch am Anfang der Entwicklung (nach der Pressemitteilung vom 29.07.2014).

Das Fachkonzept zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Infrastruktur in Baden-Württemberg trägt den Titel „E-Science - Wissenschaft unter neuen Rahmenbedingungen“ und ist als PDF-Dokument unter http://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/Remote/mwk/066_pm_anlage_e-science_web.pdf abrufbar.


Überregionale Themen

103. Deutscher Bibliothekartag in Bremen

Die (Folien-)Vorträge und Poster, die auf dem Bibliothekartag in Bremen vom 03. bis zum 06.06.2014 präsentiert wurden, können vom BIB-OPUS-Publikationsserver heruntergeladen werden (http://www.bib-info.de/verband/publikationen/opus/bremen-2014.html). Zurzeit (Stand: 18.08.2014) sind 208 Vorträge bzw. Poster des Bremer Bibliothekartages online verfügbar. Die während des Bibliothekartages täglich erscheinenden KongressNews stehen als PDF-Dokumente auf der B.I.T. online-Website zum Abruf bereit (http://www.b-i-t-online.de/daten/kn.php).


Call for Papers für den 104. Deutschen Bibliothekartag

Vom 26. bis 29.05.2015 findet in Nürnberg der 104. Deutsche Bibliothekartag statt. Veranstalter sind der Verein Deutscher Bibliothekare e.V. (VDB) und der Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB) in Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv). Das Motto der größten und zentralen Fortbildungsveranstaltung für das deutsche und europäische Bibliothekswesen lautet 2015 „Bibliotheken - von Anfang an Zukunft“. Mit zehn verschiedenen Themenkreisen richtet sich der Bibliothekartag an unterschiedliche Zielgruppen und Interessensgebiete. Die Veranstalter rufen dazu auf, Vorschläge für Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops einzureichen. Als Themenkreis neu geschaffen wurde „Neue Gesichter, frische Ideen: Fokus Bibliothekspraxis und Projektmanagement“, ein offenes Forum für Bibliothekartags-Einsteigerinnen und –Einsteiger. Der Call for Papers wurde auf der Bibliothekartags-Website veröffentlicht (http://www.bibliothekartag2015.de/). Einreichungsschluss ist der 31. Oktober 2014.


BSB München stellt Portal b2i zum Jahresende ein

Die BSB München <12> hat das Sondersammelgebiet „Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaften“ 2008 von der SUB Göttingen im Rahmen der Neuvergabe durch die DFG zusammen mit dem dazugehörigen Fachportal b2i übernommen. Das Portal b2i wurde völlig neu aufgebaut und hat 2009 das von der SUB Göttingen gestaltete Portal abgelöst. Ein Antrag der BSB auf Überführung des Sondersammelgebiets „Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaften“ in die neue DFG-Förderlinie „Fachinformationsdienst für die Wissenschaft“ (FID), der nicht zuletzt den weiteren Ausbau des Fachportals bedeutet hätte, wurde von den DFG-Gremien im Herbst 2013 einstimmig abgelehnt. Die Sondersammelgebietsverpflichtungen der Bayerischen Staatsbibliothek sind somit zum 31.12.2013 ausgelaufen. Die BSB hat folglich die Erwerbung der fachrelevanten Informationsquellen auf das Profil von 2007, also der Zeit vor der Übernahme des Sondersammelgebietes, zurückgefahren. Damit bleibt die BSB in diesen Fachgebieten zwar nach wie vor eine der zentralen Einrichtungen für die überregionale Literaturversorgung, dem bisherigen Vollständigkeitsanspruch kann sie allerdings nicht mehr gerecht werden. Nach gründlicher Abwägung und intensiver Prüfung sieht sich die BSB unter diesen veränderten Rahmenbedingungen dazu gezwungen, sich aus dem Betrieb des Portals b2i zurückzuziehen. Die Abschaltung des Portalbetriebs an der BSB erfolgt zum 31.12.2014. Die BSB München würde es begrüßen, wenn andere Institutionen sich einzeln oder auch im Rahmen einer Kooperation dazu in der Lage sähen, den Portalbetrieb zu übernehmen.


Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Der Jahresbericht der DFG bietet auf rund 300 Seiten einen Überblick über die Tätigkeits- und Förderschwerpunkte im Jahr 2013. Er stellt einzelne Projekte aus der Forschungs- und Infrastrukturförderung vor. Sie sind eine Auswahl aus über 30.000 Vorhaben, die im Berichtsjahr von der DFG mit insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Euro gefördert wurden. Ein ausführlicher statistischer Teil präsentiert die wichtigsten Zahlen und Grafiken zum Förderprogramm der DFG. Der separat und ausschließlich in elektronischer Form vorliegende Berichtsteil „Programme und Projekte“ bietet eine Übersicht zu den bewilligten Fördermaßnahmen. Der Jahresbericht 2013 steht unter http://www.dfg.de/dfg_profil/jahresbericht/ zur Verfügung.

Die neue Kurzbroschüre „Zahlen und Fakten 2013“ informiert in kompakter Form über die wichtigsten Kennzahlen rund um das DFG-Förderprogramm im Jahr 2013. Sie gibt Auskunft zu Bewilligungsquoten und Summen in DFG-Programmen, Fachgebieten oder in der Einzelförderung. Der Flyer kann in deutscher und in englischer Sprache im Internet abgerufen werden (http://www.dfg.de/dfg_profil/foerderatlas_evaluation_statistik/).

In einem Dossier skizziert die DFG die großen Chancen, die sich Bibliotheken durch den digitalen Wandel bieten, der sie aber gleichwohl vor immense Herausforderungen stellt. Fünf Aspekte werden besonders betont, darunter die neuen Fachinformationsdienste (FID) für die Wissenschaft und das Projekt „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten“, in dem es vor allem darum geht, die derzeit regional organisierte Verbundstruktur hin zu einer einheitlichen, international ausgerichteten Katalogisierungs- und Datenplattform zu entwickeln. Das Dossier mit dem Titel „Impulse für den digitalen Wandel“ steht unter http://www.dfg.de/dfg_magazin/aus_der_wissenschaft/digitaler_wandel_jb13/index.html zum Abruf bereit.

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt wird am Studienzentrum August Hermann Francke der Franckeschen Stiftungen zu Halle eine Rechercheplattform Francke-Portal zu dem Theologen und Pädagogen August Hermann Francke (1663-1727) aufgebaut, in der Handschriften und Drucke unter einem einheitlichen Recherchezugriff zugänglich sind. Unter der Adresse http://digital.francke-halle.de kann seit Juni 2014 in den digitalisierten Schriften, Briefen, Tagebüchern und auch zu den Porträts August Hermann Franckes recherchiert werden.

Literaturhinweise (in Auswahl)

Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 61 (2014) H.3 – Schwerpunktthema: Fachinformationsdienste statt Sondersammelgebiete

Kümmel, Christoph; Strohschneider, Peter. „Ende der Sammlung? Die Umstrukturierung der Sondersammelgebiete der Deutschen Forschungsgemeinschaft“. Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 61 (2014) H.3. S.120-129.

„Die künftigen Herausforderungen einer effizienten wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur sind erheblich. Zu ihrer Bewältigung kommt es auf eine enge Abstimmung aller beteiligten Akteure an. Eine entsprechende Klärung der Rolle der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und ihres Selbstverständnisses bei der Förderung versucht der Beitrag zu leisten. Ein Teil der DFG-Förderung, die Sondersammelgebiete, wird nach einer intensiven Programmevaluierung grundsätzlich neu ausgerichtet. Hieraus folgt eine weitreichende Umstrukturierung, da sich der Beitrag des neuen Förderprogramms, der Fachinformationsdienste, nicht mehr vorrangig auf umfassende Literatursammlungen bezieht. Ausgehend von einem Rückblick auf den über 60-jährigen Wandel der Förderung wird dargelegt, welche komplementäre Funktion die qualitätsorientierte Zusatzfinanzierung der DFG für Aufbau und Weiterentwicklung von Informationsinfrastrukturen erfüllt. Anschließend wird beschrieben, welche Aufgabe den Fachinformationsdiensten im Gefüge überregionaler Informationsinfrastrukturen zukommt und was der weiterentwickelte Rahmen der DFG-Förderung für die bibliothekarische Sammlung bedeuten kann“ (nach dem Abstract).

Dörr, Marianne. „Vom Sondersammelgebiet zum Fachinformationsdienst – ein Praxisbericht“. S.130-137.

„Die laufende Umgestaltung des etablierten Systems der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sondersammelgebiete in Fachinformationsdienste für die Wissenschaft wird in der bibliothekarischen Öffentlichkeit, nicht nur von den betroffenen Bibliotheken, intensiv diskutiert. Der Beitrag schildert den Übergang von den Sondersammelgebieten zu Fachinformationsdiensten aus der Perspektive einer betroffenen Bibliothek, der Universitätsbibliothek Tübingen. Dabei werden sowohl die Konzepte, die die Bibliothek für ihre bereits gestellten Fachinformationsanträge verfolgte, dargestellt als auch bibliotheksübergreifende Überlegungen zur Umgestaltung des Sondersammelgebietssystems und seinen Konsequenzen angestellt“ (nach dem Abstract).

Griebel, Rolf. „Ein »folgenreicher« Paradigmenwechsel. Die Ablösung der Sondersammelgebiete durch die Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“. S.138-157.

„Der Beitrag stellt die Probleme dar, die aus der Transformation der DFG-Sondersammelgebiete in Fachinformationsdienste resultieren. Der Aufsatz, der das in diesem Kontext gezeichnete Bild des SSG-Systems unter einigen Aspekten korrigiert und aufzeigt, dass wesentliche Elemente des FID-Systems bereits lange Kontinuitäten zu älteren Förderkonzepten der DFG aufweisen, setzt sich kritisch mit dem Paradigmenwechsel vom umfassenden vorsorgenden Bestandsaufbau zum selektiven Bestandsaufbau und den Konsequenzen einer strikten »E-Only-Policy« in der gegenwärtigen Phase auseinander. Er entlarvt die Legitimation des Paradigmenwechsels aus der maßgeblichen Mitgestaltung der Fachcommunity beim Bestandsaufbau als Fiktion. Der Prozess des kurzwegigen Übergangs in ein neues Diensteparadigma deutet darauf hin, dass das Verständnis für die größeren Zusammenhänge einer nachhaltigen, stabilen und verlässlichen Literaturversorgung auf Spitzenniveau abhanden gekommen ist“ (nach dem Abstract).

Zum Thema „Informationsinfrastruktur für die Forschung - Vom Sondersammelgebiet zum Fachinformationsdienst“ erscheint in Heft 3 des laufenden Jahrgangs der Zeitschrift Bibliothek, Forschung und Praxis ein inhaltlicher Schwerpunkt, mit dem eine Reihe von Beiträgen zu dieser Thematik zusammengefasst werden. Die Preprints zu diesen Beiträgen stehen unter https://www.b2i.de/bibliothekforschungundpraxis/preprint-artikel/ zum Abruf bereit.


Digitale Agenda

Die Digitale Agenda, die am 20.08.2014 von der Bundesregierung veröffentlicht wurde, enthält auch wichtige Aussagen zu Archiven, Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Die Digitale Agenda kann unter http://www.digitale-agenda.de/DA/Navigation/DE/Home/home.html heruntergeladen werden.


Neuer Name der DGI

Der neue Name der DGI ist amtlich. Am 11.08.2014 wurde beim Amtsgericht Frankfurt am Main der von der Mitgliederversammlung am 25.04.2013 beschlossene neue Name der DGI eingetragen: Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI).


Urheberrecht, Open Access und Open Data

Urheberrecht

dbv stellt seine Position zum Urheberrecht vor
Bei einer Veranstaltung mit Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung am 25.06.2014 im Jacob-und Wilhelm-Grimm-Zentrum der Zentralbibliothek der Humboldt Universität zu Berlin stellte der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) seine Position in der aktuellen Diskussion um eine Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht vor. Der dbv drängt darauf, dass die bestehenden „Bibliotheksschranken“ für Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung veröffentlichter Werke für den Bereich von Wissenschaft, Forschung und Lehre beibehalten und weiter konkretisiert werden. Unter http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/positionen/2014_06_25__dbv-Stellungnahme_Wissenschaftsschranke.pdf stehen weitere Informationen zum Abruf bereit.

Allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke
„Seit Jahren fordert die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen eine wissenschaftsfreundlichere Gestaltung des deutschen Urheberrechtes. Ein Resultat dieser Bemühungen war das zum Ende der vergangenen Legislaturperiode beschlossene Zweitveröffentlichungsrecht, das die Nutzung des Grünen Weges zum Open Access absichern soll. Offen ist die Formulierung einer Wissenschaftsschranke, die die Bundesregierung für die Legislaturperiode in Aussicht gestellt hat. Als Schranken werden im Urheberrecht Regelungen bezeichnet, die unter speziell festgelegten Umständen eine genehmigungsfreie Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke erlauben. In der Regel sind diese Schranken mit einer pauschalen Vergütung an die Verwertungsgesellschaften verbunden. Was mit der Wissenschaftsschranke erreicht werden soll, ist politisch umstritten. Im Interesse der Wissenschaft liegen eine Zusammenfassung, Vereinfachung und Erweiterung der geltenden Ausnahmeregelungen für Bildung und Wissenschaft. Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hatte zuletzt im Juli 2011 einen konkreten Vorschlag für eine Schranke für Bildung und Wissenschaft gemacht (s. Neuregelung des Urheberrechts: Anliegen und Desiderate für einen dritten Korb. S. 8). Jetzt wurde die Diskussion um die Ausgestaltung der Wissenschaftsschranke durch die Vorstellung eines vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft in Auftrag gegebenen Gutachtens neu belebt. Der Vorschlag der Gutachterin Prof. Dr. Katharina de la Durantaye zeichnet sich durch den Ansatz aus, die geltenden Regelungen nicht nur zusammenzufassen, sondern sie flexibler zu formulieren. Dies gäbe den Gerichten mehr Spielraum bei der Interpretation der Norm und würde dem Interesse an mehr Anpassungsfähigkeit an die sich schnell entwickelnden technischen Rahmenbedingungen Rechnung tragen“ (nach dem 49. Helmholtz Open Science Newsletter).

Privatkopien von unveröffentlichten Werken
Der Bundesgerichtshof hat in einem am 26.08.2014 veröffentlichten Urteil vom 19.03.2014 (Az.: I ZR 35/ 1 3) entschieden, dass die Schrankenbestimmung des § 53 Abs. 1 UrhG, die die Anfertigung von Kopien zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch ermöglicht, auch dann anwendbar ist, wenn das betroffene urheberrechtliche Werk (noch) nicht veröffentlicht worden ist.

Wer geschützte Werke im Web nur betrachtet, verstößt nicht gegen das Urheberrecht
Wenn ein Webnutzer ein urheberrechtlich geschütztes Werk auf einer Webseite betrachtet, muss er dafür keine gesonderte Lizenz erwerben. Das ist die Quintessenz eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Rechtsstreit zwischen der Public Relations Consultants Association (PRCA) und der Newspaper Licensing Agency (NLA). Die Kopien auf dem Bildschirm und im Cache der Festplatte eines Computers, die für das Betrachten einer Webseite erstellt werden, erfüllen nach Ansicht der Richter die Voraussetzungen, um vom Schutz der europäischen Urheberrechtsrichtlinie ausgenommen zu werden. Schließlich seien diese vorübergehend, flüchtig oder begleitend und ein integraler und wesentlicher Teil eines technischen Verfahrens (nach heise online vom 06.06.2014).

Ergebnisse der EU-Konsultation zum Urheberrecht
Die Europäische Kommission hat mitgeteilt, dass insgesamt mehr als 9.500 Antworten zu den Fragen zu den EU-Urheberrechtsrichtlinien eingegangen sind. Damit handelt es sich um eine der höchsten Beteiligungsraten an einer Konsultation für die EU-Gesetzgebung überhaupt. Die Meinung der Interessensvertreter wird nun von der Europäischen Kommission für die Überarbeitung der Gesetzeslage mit einbezogen. Dabei geht es unter anderen um territoriale Regeln im Binnenmarkt, Harmonisierung, Beschränkungen und Ausnahmen vom Urheberrecht im digitalen Zeitalter. Die öffentliche Konsultation startete am 05.12.2013 und endete im März 2014. Wer mehr wissen möchte, rufe den Report on the responses to the Public Consultation on the Review of the EU Copyright Rules (http://ec.europa.eu/internal_market/consultations/2013/copyright-rules/docs/contributions/consultation-report_en.pdf) auf.

EU-Generalanwalt: Bibliotheken dürfen einzelne Werke digitalisieren
Darf eine Bibliothek ein Werk aus ihrem Bestand digitalisieren und auf Terminals zum Lesen anbieten, obwohl der Rechteinhaber das nicht gestattet? Darum geht es in einem Streit zwischen der TU Darmstadt und dem Verlag Eugen Ulmer KG, der inzwischen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH, Az. C-117/13) gelandet ist. Auslöser ist das Buch „Einführung in die Neuere Geschichte“ von Winfried Schulze. Die Uni scannte es und stellte es ihren Besuchern zum Lesen auf Terminals zur Verfügung. Dort konnten sie auch Ausdrucke anfertigen und das Buch auf einen USB-Stick kopieren. Der Verlag wollte das digitale Kopieren verbieten und bot alternativ Lizenzen für eine E-Book-Version an, worauf die TU jedoch nicht einging. In einem Rechtsgutachten vertritt der Generalanwalt beim EuGH nun die Meinung, EU-Staaten dürften Bibliotheken erlauben, Werke gegen den Willen des Rechteinhabers zu digitalisieren, etwa wenn sie alt und empfindlich sind oder wenn zahlreiche Studierende nur auf wenige Exemplare zugreifen können, sodass diese durch das Kopieren beschädigt werden könnten. Diese Kopien dürften an speziellen Leseplätzen genutzt werden. Das Angebot eines Lizenzvertrages ändere daran nichts. Etwas anderes sei es, wenn zwischen den Parteien bereits ein solcher Vertrag besteht. Auch das Ausdrucken solcher digitalisierten Werke könne im Rahmen der Privatkopie zulässig sein, da man in diesem Zusammenhang nicht von einer massenhaften Vervielfältigung ausgehen könne. Etwas anderes sei allerdings das Kopieren der digitalen Version auf einen USB-Stick: Das sei für eine Privatkopie zwar nützlich, aber nicht erforderlich und gehe über die den Bibliotheken zugestandenen Sonderrechte hinaus (nach heise online vom 05.06.2014).

Buchdigitalisierung von Google bleibt legal
Googles Buchdigitalisierung bleibt in den USA weiterhin legal: Ein Berufungsgericht in New York hat ein Urteil vom Oktober 2012 bestätigt, dass Bibliotheken ihren Bestand berechtigterweise einscannen ließen. Wie die Vorinstanz entschied auch das Berufungsgericht am 10.06.2014, die Digitalisierung entspreche dem Fair Use, das im US-amerikanischen Urheberrecht eine Ausnahme begründe (nach: heise online vom 11.06.2014). Als Fair Use (dt.: Angemessene Verwendung) bezeichnet man eine Rechtsdoktrin des anglo-amerikanischen Urheberrechts, die bestimmte, nicht autorisierte Nutzungen von geschütztem Material gestattet, sofern sie der öffentlichen Bildung und der Anregung geistiger Produktionen dienen. Die Doktrin ist in § 107 des US-amerikanischen Copyright Act kodifiziert und erfüllt eine vergleichbare Funktion wie die Schrankenbestimmungen des kontinentaleuropäischen Urheberrechts (nach der Wikipedia).

Großbritannien beschließt Urheberrechtsreform
Mit der Bestätigung durch das House of Lords am 14.05.2014 haben beide Kammern des britischen Parlaments eine Urheberrechtsreform für das Vereinigte Königreich beschlossen. Wie die Libraries and Archives Copyright Alliance des Berufsverbands CILIP (Chartered Institute of Library and Information Professionals) meldet, wurden damit drei Ausnahmegruppen in das entsprechende gesetzliche Regelwerk eingefügt: 1. Menschen mit Behinderung; 2. Forschung, Bildung, Bibliotheken und Archive sowie 3. die öffentliche Verwaltung. Die Neuregelung ist am 01.06.2014 in Kraft getreten. Weitere Informationen (in englischer Sprache) stehen unter http://www.ipo.gov.uk/hargreaves-copyright-techreview zur Verfügung.

Literaturhinweise (in Auswahl)

Die Digitale Bibliothek und ihr Recht - ein Stiefkind der Informationsgesellschaft?: Kulturwissenschaftliche Aspekte, technische Hintergründe und rechtliche Herausforderungen des digitalen kulturellen Speichergedächtnisses. Hrsg. von Oliver Hinte und Eric Steinhauer. Münster: Verl.-Haus Monsenstein und Vannerdat, 2014. 200 S. Das Buch kann für 14,40 Euro beim Verlag erworben werden. Außerdem ist es unter http://kups.ub.uni-koeln.de/5720/1/Buchblock_Digitale_Bibliothek_und_ihr_Recht.pdf frei zugänglich.

Hartmann, Thomas: Große Koalition: Endlich ein Happy End für das Urheberrecht? (http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1595/). Vortrag auf dem 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen


Open Access

Open-Access-Transformation
Die DFG hat Anträge ausgeschrieben, mit denen neue Ansätze zu einer fachspezifischen Ausgestaltung der offenen Wissenschaftskommunikation entwickelt und erprobt werden. Erbeten werden Vorschläge für innovative Open-Access-Lösungen in allen Bereichen des Publikationsprozesses. Anträge müssen bis spätestens 31.10.2014 an die Geschäftsstelle der DFG gerichtet werden. Die Ausschreibung ist auf der DFG-Website unter http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/info_wissenschaft_14_29/ zu finden.

o-bib – Offenes Bibliotheksjournal erscheint ab Herbst
Der Verein Deutscher Bibliothekare (VDB) hat während des 103. Deutschen Bibliothekartags in Bremen bei seiner Mitgliederversammlung am 05.06.2014 ein neues Bibliotheksjournal vorgestellt, das erstmals in diesem Herbst als Open-Access-Publikation erscheinen wird. Beiträge werden Open Access unter einer Creative Commons Namensnennung-Lizenz (CC BY) veröffentlicht. Beiträge können von allen interessierten Autorinnen und Autoren auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden. Die Texte werden ausschließlich online und frei zugänglich publiziert. o-bib erscheint viermal im Jahr. Fachbeiträge unterliegen einem Peer Review-Verfahren durch zwei Gutachter. Daneben veröffentlicht o-bib Berichte über Tagungen und Veranstaltungen, kleinere Beiträge über Projekte, Neuerungen etc., Rezensionen sowie in einem Verbandsteil Nachrichten aus dem Verein Deutscher Bibliothekare (VDB). o-bib (http://www.o-bib.de/) wird vom VDB herausgegeben, mit Open Journals System (OJS) produziert und bei der UB der LMU München gehostet.

Open Access-Publikationen der Universität Tübingen
Da die verfügbaren Mittel 2013 deutlich überschritten wurden, wurde 2014 die Vollfinanzierung von Open Access-Publikationen im Rahmen des Publikationsfonds der Universität Tübingen mit Unterstützung der DFG durch eine Zuschussregelung abgelöst. Das bedeutet, dass auf Antrag 70 % der Publikationsgebühr von Veröffentlichungen in Zeitschriften, die im Directory of Open Access Journals (http://www.doaj.org) gelistet sind und deren Publikationskosten 2000.- Euro brutto nicht übersteigen, erstattet werden. Weitere Informationen zum Open Access-Publikationsfonds, zum Verfahren der Kostenübernahme und zu Verträgen mit einzelnen Verlagen finden sich unter http://www.ub.uni-tuebingen.de/lernen-lehren-forschen/open-access-publikationsfonds.html.

Open-Access-Zeitschrift Informationspraxis gegründet
In Bremen haben sich etwa zwanzig Informations- und Bibliothekspraktiker aus Deutschland und der Schweiz anlässlich des Bibliothekartags 2014 in einem Verein zusammengefunden, um die Open-Access-Zeitschrift Informationspraxis für Themen, die für die Welt der Bibliotheken, Archive und Informationswissenschaft von Interesse sind, zu gründen. Für die verschiedenen Sparten wurden inzwischen Themenverantwortliche benannt. Die Produktion der Zeitschrift soll mit Hilfe des Open Journal Systems erfolgen. Der Verein möchte damit eine Publikationsplattform bereitstellen, auf der Beiträge begutachtet und zeitnah veröffentlicht werden können. Alle Informationspraktiker sind dazu aufgefordert, Beiträge wie Tagungsberichte, Rezensionen, Praxisberichte u.ä. einzureichen. Weitere Informationen stehen unter http://informationspraxis.de/ bereit.

Positionspapier der Schweizerischen Akademie der Wissenschaften zu Open Access
Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) stärkt ihre Unterstützung von Open Access mit einem am 14.08.2014 in der Reihe der „swiss academies communications“ erschienenen Positionspapier. Das Papier wurde von der Kommission Biomedizinische Bibliotheken der SAMW in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Open Access Schweiz (AG OA-CH) ausgearbeitet (http://www.akademien-schweiz.ch/dms/pub/communication0901d.pdf). Darin bezeichnet die Akademie Open Access als „den optimalen Weg, um die Informationsversorgung von Forschenden, Medizinalpersonen, Patienten und allgemeiner Öffentlichkeit nachhaltig zu sichern und zu verbessern“ und fordert Verlage und Wissenschaftsakteure mit neun Empfehlungen auf, den Übergang zu Open Access zu beschleunigen.

Dänemark beschließt Open-Access-Strategie
Die dänische Ministerin für Ausbildung und Forschung hat am 24.06.2014 eine neue nationale Open Access-Strategie der dänischen Regierung für den freien, kostenlosen Zugang zu allen wissenschaftlichen Artikeln bis 2022 vorgestellt. Im Jahr 2017 sollen demnach 80 Prozent aller wissenschaftlichen Artikel dänischer Forschungsinstitutionen, die im Jahr 2016 publiziert werden, in Online-Repositorien frei und kostenlos zugänglich sein. Spätestens 2022 sollen alle wissenschaftlichen Artikel dänischer Forschungsinstitutionen frei und kostenlos zugänglich sein.

Norwegische Initiative für Open Access in der Forschung
Der Norwegische Forschungsrat hat ein neues auf fünf Jahre angelegtes Förderprogramm angestoßen, das einen wesentlichen Teil der Kosten decken soll, die Forschungseinrichtungen durch Veröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften entstehen. Mit dem Programm soll der norwegischen Forschung ein zügigerer Übergang zur Open-Access-Veröffentlichungspraxis ermöglicht und sichergestellt werden, dass alle interessierten Parteien freien Zugang zu neuen Forschungsergebnissen erhalten, sobald diese verfügbar sind. Weitere Informationen (in englischer Sprache) gibt es unter http://www.forskningsradet.no/en/Newsarticle/A_boost_for_open_access_to_research/1253997204282.

Literaturhinweise (in Auswahl)

49. Helmholtz Open Science Newsletter (http://oa.helmholtz.de/bewusstsein-schaerfen/newsletter/archiv/newsletter-49-vom-12062014.html)

Blumtritt, Ute; Rösch, Henriette; Voigt, Michaela. „Open Access-Zeitschriften leicht gemacht: Unibibliotheken unterstützen Forschung mit neuen Diensten und Infrastruktur“. BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 7 (2014) Nr. 2. S.104-105 (http://www.qucosa.de/recherche/frontdoor/?tx_slubopus4frontend[id]=14868)

Die drei sächsischen Hochschulbibliotheken in Chemnitz, Dresden und Leipzig bieten die Möglichkeit, selbst Open-Access-Journals herauszugeben. An der UB Chemnitz und der SLUB Dresden wird dafür die Software Open Journal Systems (OJS) eingesetzt (http://pkp.sfu.ca/). Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit 89 Installationen mit über 240 Zeitschriften. Auch die UB Leipzig baut ihre Dienstleistungen als Hoster elektronischer Journals aus. Ziel ist es, alle eingespeisten Zeitschriften in der Leipziger Digitalen Publikationsinfrastruktur zentral zu verwalten. Die Veröffentlichung der Dokumente erfolgt über Quocosa.

Ceynowa, Klaus; Landes, Lilian. „Neuer Wein in neuen Schläuchen: Von Wissenschaftlern, die nicht nur anders publizieren, sondern auch anders schreiben werden“. Bibliothek, Forschung und Praxis 38 (2014) H.2. S.287-293 (Preprint online unter https://www.b2i.de/fileadmin/dokumente/BFP_Preprints_2014/Preprint-Artikel-2014-AR-2954-Ceynowa_Landes.pdf)

„Open Access bewirkt tiefgreifende Systemverschiebungen. Nicht nur äußerlich, indem sich besonders in den Geisteswissenschaften die Rollen von Verlagen, Bibliotheken und Forschungsförderern verändern, sondern auch methodisch: Wie wird wissenschaftliches Schreiben morgen aussehen, wenn das Netz nicht mehr Spiegelbild Gutenbergscher Publikationstradition ist, sondern seine tatsächlichen Potenziale genutzt werden? Wenn sich im Digitalen der traditionelle Publikationsbegriff zugunsten des Konzepts eines entgrenzten, sich immer neu vernetzenden, dynamischen Wissensstromes auflöst? Ausgehend von einer Münchener Open-Access-Veranstaltung [Anm.: Es handelt sich um die Veranstaltung „Nachwuchswissenschaftler, Verlage, Bibliotheken & Open Access. Zeitgemäßes Publizieren in den Geisteswissenschaften“, die am 11.02.2014 in München stattfand] werden Aspekte wissenschaftlichen Publizierens der Zukunft beleuchtet“ (nach dem Abstract).

Gehrlein, Sabine. „Bibliothek und Publikationsmanagement von E-Journals im Open Access“. b.i.t. online 17 (2014) H. 3. S.225-230 (http://www.b-i-t-online.de/heft/2014-03-fachbeitrag-gehrlein.pdf).

„Das Publikationsmanagement von E-Journals im Open Access stellt ein neues Aufgabenfeld für Bibliotheken dar, das mit klassischen bibliothekarischen Kernkompetenzen, wie Bereitstellung der Infrastruktur, Beratung und Katalogisierung, zu einem Service mit deutlichem Mehrwert ausgestaltet werden kann. Am Beispiel des seit 2008 an der Universitätsbibliothek Heidelberg etablierten E-Journal-Publikationsservices [Anm.: der Service Open Journal Systems] sollen diese Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt und aktuelle Fragestellungen diskutiert werden“ (nach dem Abstract).

Jahn, Najko et al.: Open-Access-Clearing-Stelle an der Universität Bielefeld. Ein Beitrag zur Verstetigung von Publikationsfonds (http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1646/). Vortrag auf dem 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen

Leiter, Aline: Open Access Publikationen in EU-Projekten: Umsetzung von OpenAIRE in der Fraunhofer-Gesellschaft (http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1648/). Vortrag auf dem 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen

Lohmeier, Felix: Leitbild Openness - Bibliotheken als Wächter für den (dauerhaft) freien Zugang zum Wissen (http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1654/). Vortrag auf dem 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen

Scholze, Frank et al.: Rolle und Perspektive von re3data.org bei der Förderung von Open Science (http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1574/). Vortrag auf dem 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen


Open Data

Metadaten der ZDB unter den Bedingungen „Creative Commons Zero (CC0 1.0)“ verfügbar
Seit Juni 2014 ist der größte Teil der Metadaten der Zeitschriftendatenbank (ZDB) unter den Bedingungen "Creative Commons Zero (CC0 1.0)" verfügbar. Damit sind rund 1,7 Mio. Titeldaten in allen Sprachen und ohne zeitliche Einschränkung mit über 13 Mio. Besitznachweisen für die Weiterverwendung freigegeben. Die Freigabe bezieht sich auch auf die kommerzielle Nutzung. Durch diesen Schritt wird die Nachnutzung der Metadaten der weltweit größten Datenbank für Titel- und Besitznachweise fortlaufender Sammelwerke, also von Zeitschriften, Zeitungen, Schriftenreihen und anderen periodisch erscheinenden Veröffentlichungen in gedruckter und elektronischer Form, möglich.

WorldCat Works im Linked Data-Format
OCLC stellt 197 Millionen bibliografische Werkbeschreibungen, die sog. WorldCat Works, im Linked Data-Format zur Verfügung. Durch die Freigabe dieser Daten werden Bibliotheksbestände in größeren Teilen des Webs zugänglich und durch Websites und Dienste, die Bibliotheksbenutzer täglich besuchen, besser auffindbar. OCLC hat verbindliche Werkbeschreibungen zu bibliografischen Ressourcen in WorldCat erstellt, in dem vielfältige Erscheinungsformen eines Werkes in einem logischen Datensatz zusammengeführt werden. Die Freigabe von WorldCat Works ist der erste Schritt, Ansichten komplexer WorldCat-Einträge im Linked Data-Format anzubieten. Mittelfristig werden weitere beschreibende Datensätze erstellt und herausgegeben. Auf der OCLC-Website finden sich weitere Informationen über die verfolgte Strategie und Beispiele zu WorldCat Works sowie mehr über die technischen Details.

EU-Kommission stellt Leitlinien für Open Data vor
Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten helfen, Informationen des öffentlichen Sektors zu erschließen. Die Kommission hat fünf Datentypen vorgestellt, an denen Unternehmen und andere potenzielle Zweitnutzer am meisten interessiert sind. Dazu zählen Postleitzahlen und geographisches Kartenmaterial, Informationen über Wetter, Boden- und Wasserqualität, Energieverbrauch, Emissionen und andere Umwelt- und Erdbeobachtungsdaten. Auch seien Verkehrsinformationen wie Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel oder zu laufenden und geplanten Straßenarbeiten, statistische Angaben sowie Unternehmens- und Handelsregister sehr gefragt. Die Kommission empfiehlt darüber hinaus, dass öffentliche Stellen wie Bibliotheken, Museen und Archive keine Gebühren erheben sollten, wenn digitale Dokumente online heruntergeladen werden können. Andernfalls sollten Einnahmen etwa über Registrierungsgebühren von den Gesamtkosten abgezogen werden. Damit blieben beim Nutzer nur die „Nettokosten“ für die Reproduktion und Verbreitung der Daten hängen. Die komplette Meldung kann bei heise online nachgelesen werden (http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Kommission-veroeffentlicht-Leitlinien-fuer-Open-Data-2262882.html).

Literaturhinweise (in Auswahl)

Borst, Timo. „Repositorien auf ihrem Weg in das Semantic Web: Semantisch hergeleitete Interoperabilität als Zielstellung für künftige Repository-Entwicklungen“. Bibliothek, Forschung und Praxis 38 (2014) H.2. S.257-265 (Preprint online unter https://www.b2i.de/fileadmin/dokumente/BFP_Preprints_2013/Preprint-Artikel-2013-AR-2928-Borst.pdf)

„Repositorien zählen mittlerweile zu den Standardanwendungen und Infrastrukturkomponenten im Bereich digitaler Bibliotheken und zielen mit ihrer durchgängigen Unterstützung des OAI-Protokolls seit jeher auf Interoperabilität, Austausch und Wiederverwendung ihrer Daten. In dem vorliegenden Artikel wird erläutert, warum das Protokoll in seiner bisherigen Form hierfür allerdings keine ausreichende Grundlage bietet. Demgegenüber bietet der Einsatz von Prinzipien und Techniken des Semantic Web die Aussicht, die Daten von Repositorien auf der Einzelebene nicht nur selbst besser wiederverwendbar und interoperabel mit anderen Repositorien zu publizieren, sondern durch die konsequente Verwendung von – teilweise bereits als Linked Open Data (LOD) vorliegenden – externen Daten in eine LOD-basierte Dateninfrastruktur zu integrieren. Vor diesem Hintergrund wird beschrieben, wie im Rahmen einer experimentellen Entwicklung die Metadaten eines großen Repositoriums für wirtschaftswissenschaftliche Literatur in ein Linked Dataset konvertiert wurden, und welche Folgearbeiten sich hieraus ergeben“ (nach dem Abstract).

Pohl, Adrian: Bibliotheken: Wir öffnen Daten. Zum Stand der Entwicklung einer offenen Dateninfrastruktur (http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1550/). Vortrag auf dem 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen


Aus dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ)

BSZ-Kolloquium in Stuttgart
Das 15. BSZ-Kolloquium wird am 30.09.2014 in der Universität Stuttgart stattfinden. Am 29.09.2014 wird es eine Informationsveranstaltung zum Thema RDA geben. Informationen zum BSZ-Kolloquium werden fortlaufend unter http://www.bsz-bw.de/kolloquium/2014.html bereitgestellt. Das Tagungsprogramm liegt als PDF zum Download unter http://www.bsz-bw.de/kolloquium/2014/bsz-kolloquium2014-programm.pdf zum Abruf bereit.

Sachsen-Tag des BSZ
Der BSZ-Informationstag in Sachsen findet am 05.11.2014 an der Bibliothek der HTW Dresden statt. Alle weiteren Informationen finden sich unter http://www.bsz-bw.de/kolloquium/sachsentag/2014.html.

Strategische Partnerschaft von BSZ und VZG
Die Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (VZG) und das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) kooperieren mit dem Ziel der Verbesserung von Angeboten und Services in folgenden Bereichen:
• Entwicklung einheitlicher Katalogisierungs- und Anwendungsrichtlinien in beiden Verbünden
• Anpassung und Vereinheitlichung der technischen Strukturen der PICA-Systeme beider Verbünde mit der Perspektive der Zusammenlegung
• Gemeinsame E-Book-Einspielungen in beiden Verbünden mit arbeitsteiliger Organisation
• Intensiver Austausch und arbeitsteilige Zuständigkeiten im Bereich der Sacherschließung
• Kooperation im Bereich Repositorien, Metadaten und Objektserver.
Im Verlauf des Jahres 2014 werden erste Optimierungsmaßnahmen im Bereich der E-Book-Einspielungen in beiden Verbünden durchgeführt.

BSZ nimmt am Alma Early-Adopter Program teil
Das BSZ als Bibliotheksdienstleister und Ex Libris als Anbieter von Softwarelösungen und Services im Bibliotheksbereich verfügen über gemeinsame Kunden, für die beide Parteien nach hoher Qualität der angebotenen Services und ausgezeichneter Kundenzufriedenheit streben. Das BSZ wird sich daher mit dem aktuellen Produkt „Alma“ von Ex Libris vertraut machen, Know-how bzgl. der Konsortialfunktionen aufbauen und gemeinsam mit Kunden und Ex Libris neue Dienstleistungsangebote des BSZ diskutieren und entwickeln. Zu diesem Zweck ist das BSZ dem Alma Early Adopter Programm für Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz beigetreten. Ab November 2014 wird für das BSZ eine eigene Alma Network Zone, ein Alma-Lokalsystem sowie das Discovery-System Primo Direct zu ersten Testzwecken zur Verfügung stehen.

SWB-Verbundsystem
Die Datenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) (http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/) enthielt Ende August 2014 rund 64,6 Mio. Bestandsnachweise und rund 20,1 Mio. Titelnachweise.

Bibliothekssysteme
Die PalatinaSEARCH führt die wissenschaftlichen Erschließungsdaten zu den in der UB Heidelberg und in der Bibliotheca Apostolica Vaticana aufbewahrten Palatina-Handschriften sowie die bibliographischen Metadaten zu den circa 13.000 heute ebenfalls in Rom liegenden Druckschriften der Bibliotheca Palatina („Stampati Palatini“) in einer Rechercheoberfläche zusammen (https://palatina-search.bsz-bw.de/). Die Oberfläche der PalatinaSEARCH wurde mit Koha realisiert, setzt auf den Vorarbeiten für die Bibliotheca Laureshamensis – digital (http://www.bibliotheca-laureshamensis-digital.de) auf und wurde um neue Suchoptionen und Funktionen erweitert. Es ist unter anderem die Recherche nach den Entstehungszusammenhängen, kodikologischen oder paläographischen Sachverhalten, aber auch gezielte Suchen nach Vorbesitzern, Autoren, Werken, Initien oder nach einer differenzierten Sacherschließung der Texte möglich. Die Datenbank wird fortlaufend ergänzt. Die Folien zum Vortrag „PalatinaSEARCH – Koha macht’s möglich“ vom 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen sind online unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1642/ abrufbar.

MARE (Museen, Archive, Repositorien)
Die Hochschulschriftenserver der Pädagogischen Hochschule Freiburg, der Hochschule Offenburg, der Hochschule Nürtingen-Geislingen, der Hochschule Osnabrück und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg wurden erfolgreich von der Software Opus3 auf die Software Opus4 migriert. Die Repositorien der PH Freiburg, der Hochschule Offenburg, der Hochschule Nürtingen-Geislingen, der Hochschule Osnabrück und der Ludwigsburger Hochschule sind unter http://phfr.bsz-bw.de/home, http://opus.hs-offenburg.de, http://hfwu.bsz-bw.de/home, http://opus.hs-osnabrueck.de/home bzw. unter http://opus-hslb.bsz-bw.de/home erreichbar.

Literaturhinweise (in Auswahl)

Conradt, Volker. E-Books und PDA in den deutschen Verbünden (http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1599/). Vortrag auf dem 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen

Fischer, Katrin et al.: „PalatinaSearch“ - Koha macht's möglich (http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2014/1642/). Vortrag auf dem 103. Deutschen Bibliothekartag in Bremen

Kühn, Roswitha. „E-Books und PDA im Südwestdeutschen Bibliotheksverbund“. Bibliothek, Forschung und Praxis 38 (2014) H.2. S.253-256 (Preprint online unter https://www.b2i.de/fileadmin/dokumente/BFP_Preprints_2014/Preprint-Artikel-2014-AR-2952-K%C3%BChn.pdf).

„Wie kommen eigentlich die Metadaten zu den E-Books, die eine Bibliothek für die nutzergesteuerte Erwerbung anbietet, in ihren Katalog? Dafür hat das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg für die Teilnehmerbibliotheken des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes bisher drei verschiedene Varianten der Datenverarbeitung implementiert, deren Vor- und Nachteile hier beleuchtet werden“ (nach dem Abstract). Roswitha Kühn ist Mitarbeiterin des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg in Konstanz.

Mallmann-Biehler, Marion. BSZ: Tasks and Services. Vortrag der ehemaligen Leiterin des BSZ auf der XXI. Internationalen wissenschaftlichen Konferenz „Korporative Bibliothekssysteme: Techniken und Neuerungen“ am 26.06.2014 in Stuttgart (http://arbicon.ru/conference/media/arbicon2014/materials/Mallmann-Biehler%20Vortrag%20Stuttgart-1.pdf)

Nagl, Manfred. „'Kindermedienwelten' - ein Projekt zu einem Forschungsfeld mit vielen weißen Flecken“. Bibliothek, Forschung und Praxis 38 (2014) H.2. S.294-300 (Preprint online unter https://www.b2i.de/fileadmin/dokumente/BFP_Preprints_2014/Preprint-Artikel-2014-AR-2949-Nagl.pdf).

„Das Institut für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) an der Hochschule der Medien Stuttgart besitzt eine Sammlung von über 4.00 Kindermedien. Sie umfasst Beispiele aus nahezu allen für Kinder relevanten Medienbereiche: akustische und visuelle Medien, Spiel- und Lernmedien und Medienverbünde. Dieser Fundus bildet die Basis für den Aufbau einer Internetpräsentation und Forschungsprojekte zur Geschichte, Nutzung, Sozialisationsleistung und Interaktion von Medien für Kinder“ (nach dem Abstract). Die Sammlung wird mit Unterstützung des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg (BSZ) in die imdas-pro Museumsdatenbank eingegeben. Damit wird sowohl die Dokumentation nach wissenschaftlichen Kriterien wie die öffentliche Zugänglichkeit gewährleistet. Ebenfalls unterstützt vom BSZ wird unter der Adresse http://www.kindermedienwelten.de auf der Basis des MuseumsInformationsSystems (MusIS) eine Auswahl aus den vier Bereichen der Sammlung als virtuelle Ausstellung im Internet präsentiert. Damit bietet sich die Möglichkeit, das Themenfeld Kindermedien über die Ausstellungsobjekte hinaus zu ergänzen, zu vernetzen und in größere Kontexte zu stellen. Mit finanzieller Unterstützung der Förderinitiative „Ein Netz für Kinder“, das vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Bundesfamilienministerium zur Entwicklung qualitätsvoller Internetangebote für Kinder ins Leben gerufen wurde, wurde auf der Basis der Sammlung eine kindgerechte Webseite (http://www.mexii.de). Das als Point-and-Click-Adventure gestaltete Webangebot wurde im Zusammenarbeit mit dem BSZ entwickelt, das im Rahmen des Projekts die imdas-pro-Datenbank zur Erfassung der Objekte zur Verfügung stellt und das Angebot hostet.


Digitale Angebote und Internet-Portale von Bibliotheken und Archiven der SWB-Verbundregion

Sachsen startet „Landesdigitalisierungsprogramm Wissenschaft und Kultur“
Mit zusätzlichen Mitteln fördert Sachsen ab 2015 die Erwerbung von elektronischen Büchern und Zeitschriften, die Digitalisierung von wissenschaftlich und kulturell wertvoller Literatur in sächsischen Bibliotheken und die Langzeitarchivierung von Digitalisaten. Für das „Landesdigitalisierungsprogramm Wissenschaft und Kultur“ sollen jährlich 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Das „Landesdigitalisierungsprogramm Wissenschaft und Kultur“ setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Zum einen unterstützt es die sächsischen Hochschulbibliotheken bei der Lizenzierung digitaler Medien wie E-Books, Volltextdatenbanken und elektronische Zeitschriften, die ihren Nutzerinnen und Nutzern frei zugänglich sind. Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) koordiniert diese Erwerbungen. Die Hochschulbibliotheken können damit den eingeschlagenen Weg des „digital first“ fortsetzen und ihren Bestand an wissenschaftlichen elektronischen Medien erheblich vergrößern. Zum anderen wird durch das Landesdigitalisierungsprogramm die Digitalisierung von wertvollem Schriftgut unterstützt. Gerade auch in kleineren wissenschaftlichen Bibliotheken und Sammlungen befinden sich kostbare Bücher und Dokumente, die weltweit von Interesse sind und die in digitaler Form für wissenschaftliche und kulturelle Zwecke genutzt werden können. Alle Digitalisate stehen der Öffentlichkeit frei zur Verfügung. Die dritte Komponente betrifft die Langzeitsicherung von Digitalisaten und soll gewährleisten, dass elektronisch gespeicherte Informationen langfristig gesichert werden und zuverlässig les- und nutzbar bleiben. Die SLUB verfügt in Dresden bereits über eines der wichtigsten Digitalisierungszentren Deutschlands, das auch große Mengen historischer Bücher, Karten und anderer Medien einscannen kann (http://www.slub-dresden.de/ueber-uns/ddz/). In den vergangenen Jahren hatte die SLUB damit ihre digitalen Sammlungen bereits stark ausgebaut und im Internet frei zugänglich gemacht. Zudem gibt es an der TU Dresden, der Kunstbibliothek Dresden, den Kunstsammlungen und zahlreichen anderen Institutionen das Bestreben, auch regionale Bestände und Kunstwerke digital im Netz zugänglich zu machen.

SLUB Dresden als nestor-Partner
Die SLUB Dresden betreibt mit dem Dresdner Digitalisierungszentrum (DDZ) ein führendes Zentrum zur Massendigitalisierung und ist Mitglied im Kompetenznetzwerk Deutsche Digitale Bibliothek. Sie arbeitet an zahlreichen Drittmittelprojekten zur Digitalisierung und wirkt maßgeblich an der Entwicklung von Produktions- und Präsentationssoftware sowie Robotertechnologie mit. Die SLUB ist seit vielen Jahren an der Entwicklung von Konzepten für die Langzeitarchivierung als Partner beteiligt. Auf der Basis eines EU-Projekts wurde ein Langzeitarchivsystem aufgebaut. Der aktuelle Schwerpunkt der SLUB liegt bei der Konzeption und Umsetzung von Workflows für die Langzeitarchivierung der digitalen Objekte der SLUB (Retrodigitalisate und elektronische Dokumente mit den Datentypen Text, Bild, Audio, Video) und der Hochschulbibliotheken Sachsens. Die Aufgabe umfasst die Auswahl von geeigneten Datenformaten und Metadatenformaten, die Pre-Ingest-Verarbeitung, die Aufnahme ins Langzeitarchiv (Ingest), die Benutzung (Access) und die Bewahrung (Preservation planning and action). Die SLUB hat Erfahrung mit Speicherung, Archivierung und Speicher-Infrastrukturen, die die Basis für Langzeitarchivsysteme bilden. Die Konzeption und Beschaffung der technischen Infrastruktur für die Langzeitarchivierung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) der TU Dresden, das den Betrieb dieser Infrastruktur übernehmen wird (nach dem nestor Newsletter Juni 2014/30).

Netzpublikationen aus Sachsen
Zu den originären Aufgaben der SLUB Dresden als Sächsischer Staatsbibliothek gehört die möglichst vollständige Sammlung von Veröffentlichungen zu Sachsen wie auch der in Sachsen erschienenen Publikationen (Pflichtexemplare). Mit der Novelle des SLUB-Gesetzes vom 17.12.2013 hat der Gesetzgeber diesen Auftrag erneut bestätigt. Neu ist die Einbeziehung von Netzpublikationen (oder auch Online-Publikationen) in die Ablieferungspflicht. Diese digitalen Publikationen sind im novellierten § 11 SächsPresseG als „… Darstellungen in Schrift, Bild und Ton, die … in unkörperlicher Form in öffentlichen Netzen verbreitet werden“ definiert. Im bibliothekarischen Sprachgebrauch wird oft synonym der Begriff elektronisches Pflichtexemplar (oder auch kurz E-Pflicht) verwendet. Zu den Netzpublikationen gehören beispielsweise im Internet veröffentlichte Dateien diverser Formate (sehr häufig PDF), E-Books, Webseiten, Weblogs u. ä. Diese Veröffentlichungen können frei verfügbar sein oder Nutzungseinschränkungen unterliegen. Als Basis der praktischen Arbeit dienen zum einen die Sammelrichtlinien für Pflichtexemplare, die in Form eines internen Arbeitspapiers vorliegen. Zum anderen wird für die praktische Umsetzung ein Werkzeug für die Verarbeitung der elektronischen Dokumente benötigt. Dafür wird der Sächsische Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa (http://www.qucosa.de/) genutzt, um die Dokumente selbst sowie die zugehörigen Metadaten aufzunehmen und zu speichern. Unabdingbar für die erfolgreiche Langzeitarchivierung ist die Beschaffenheit der Dokumente hinsichtlich definierter technischer Standards. Die SLUB Dresden arbeitet in Kooperation mit dem Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechner (ZIH) in Dresden seit Juli 2012 auf Basis der Software Rosetta (ExLibris) am Aufbau eines Langzeitarchivierungssystems (nach: Gaitzsch, Uta; Wartenberg, Anke. "Wenn die Pflicht ruft… Die Novellierung des sächsischen Pressegesetzes und das sächsische Pflichtexemplar“. BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 2/2014. S.79-81).
Im Baden-Württembergischen Online-Archiv BOA (http://www.boa-bw.de/) sammeln die Badische Landesbibliothek Karlsruhe, die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart und das Landesarchiv Baden-Württemberg elektronische Publikationen und Websites aus oder über Baden-Württemberg. Die Publikationen werden erschlossen, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und für die Zukunft archiviert. Der technische Betrieb von BOA und die Sicherung der Daten werden vom BSZ geleistet. BOA wird mit der vom BSZ entwickelten Archivierungssoftware SWBcontent betrieben. Die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek nutzt die Plattform SaarDok (http://saardok.sulb.uni-saarland.de/), um elektronische Publikationen und Websites mit Bezug zum Saarland zu erschließen, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und zu archivieren. Der Betrieb und die technische Sicherung der Inhalte von SaarDok werden vom BSZ geleistet. Als technische Grundlage für SaarDok verwendet das BSZ ebenfalls die Archivierungssoftware SWBcontent.

SLUB Dresden veröffentlicht Geschäftsbericht für das Jahr 2013
Die SLUB Dresden hat ihren Geschäftsbericht 2013 veröffentlicht (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-145734). Darin bietet die SLUB einen Rück- und Ausblick auf Projekte und Kooperationen, die die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden im vergangenen Jahr prägten.

PDA als Thema einer Fortbildungsveranstaltung des VDB-Südwest
Am 09.07.2014 fand eine Fortbildungsveranstaltung des Regionalverbandes VDB-Südwest in der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Frankfurt am Main statt. Das Thema PDA („Der Nutzer als besserer Fachreferent? Formen von und Erfahrungen mit nutzergesteuerter Erwerbung – PDA - in wissenschaftlichen Bibliotheken“) stieß auf großes Interesse. Alle fünf Referate stehen inzwischen auf der Veranstaltungsseite des Vereins Deutscher Bibliothekare (VDB) zum Abruf bereit (http://www.vdb-online.org/veranstaltungen/644/).

UB Freiberg startet Digitale Bibliothek
Die Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“ <105> der Technischen Universität Bergakademie Freiberg/Sachsen stellt bislang nur schwer auffindbare oder öffentlich nicht zugängliche Bestände der Öffentlichkeit zur Verfügung. Für die Digitalisierung und Präsentation der Freiberger Bestände, die von der SLUB Dresden maßgeblich unterstützt werden, wird die Open-Source-Software Goobi genutzt. In der neuen Digitalen Bibliothek präsentiert die UB Freiberg einen Großteil ihrer Schätze aus dem wissenschaftlichen Altbestand (http://digital.ub.tu-freiberg.de/kollektionen/). Neben einer Kollektion von 220 Sächsischen Grubenrissen oder den Bildern des Bergaufzugs von 1719 gibt es u. a. ein vollständig digitalisiertes Jahrbuch: Das „Jahrbuch für das sächsische Berg- und Hüttenwesen“ mit 114 Bänden enthält die wichtigsten statistischen Angaben zum sächsischen und europäischen Montanwesen, die bis ins Jahr 1829 zurückgehen. Bis zum 250. Gründungsjubiläum der Bergakademie im kommenden Frühjahr wird zudem ein montanhistorisches Portal ins Leben gerufen. Dort werden Aufsätze zur sächsischen Bergbau- und Hüttengeschichte digital und im Volltext zur Verfügung gestellt, darunter bislang unveröffentlichte Arbeiten. Das Montan-Portal wird kontinuierlich vervollständigt und erweitert. Gemäß dem OpenData-Gedanken können alle Digitalisate komplett oder in Teilen frei verwendet werden. Die UB Freiberg ist von Anfang an Mitglied im Goobi e.V. und zählt neben der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, der Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, der SLUB Dresden, der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, der Universitätsbibliothek Kiel, der Oberösterreichischen Landesbibliothek Linz und der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, zu den Gründungsmitgliedern der im September 2012 ins Leben gerufenen Initiative „Goobi Digitalisieren im Verein“ (vgl. dazu Oliver Löwe. „Sächsisches Berg- und Hüttenwesen digital: Universitätsbibliothek Freiberg startet Digitale Bibliothek mit Gobi und plant weitere Kollektionen“. BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 2/2014. S.108-109).

Zentrum für populäre Kultur und Musik in Freiburg gegründet
Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau hat das neue Zentrum für populäre Kultur und Musik (ZPMK) eingerichtet. Mit der Gründung betont die Universität die Bedeutung der Populärkulturforschung für Wissenschaft und Gesellschaft. Das Zentrum beherbergt unter anderem Tonaufzeichnungen und Tonträger, darunter 20.000 Singles mit populärer Musik ab 1950, 14.000 Gedichte und 3.000 Lieder aus dem Ersten Weltkrieg, die Sammlung „Deutsches Musicalarchiv“ sowie Liedflugblätter und -schriften aus dem 15. bis 20. Jahrhundert. Die Bestände ermöglichen es Forscherinnen und Forschern unterschiedlicher Disziplinen, Musik von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart als Teil der sozialen und kulturellen Praxis zu untersuchen. Das Zentrum ist aus dem Deutschen Volksliedarchiv hervorgegangen. Durch die Integration in die Universität wird das Profil erhalten, ausgebaut und erweitert. Das ZPMK hat u.a. das Online-Songlexikon / Encyclopedia of Songs (http://www.songlexikon.de/) und das Historisch-kritische Liederlexikon (http://www.liederlexikon.de/lieder) ins Netz gestellt. Das Historisch-kritische Liederlexikon umfasst derzeit 277 Lieder mit insgesamt 1219 Liededitionen (Stand: Anfang Juli 2014). Es wird kontinuierlich ergänzt und ausgebaut. Das Online-Songlexikon wird in Kooperation mit der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften veröffentlicht. Es enthält Informationen zu den Musikern, zur Entstehung des Songs sowie zu dessen Kontext, Inhalt und Rezeption. Alle Genres populärer Musik werden berücksichtigt.

UB Heidelberg beteiligt sich am Projekt VD 18
Seit dem 01.08.2014 beteiligt sich die UB Heidelberg <16> an der Hauptphase des von der DFG geförderten Projekts „Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts” (VD 18), das darauf abzielt, alle von 1701 bis 1800 in deutscher Sprache oder im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke zu erfassen und zu erschließen. Dabei werden die entsprechenden Werke nicht nur katalogisiert, sondern auch vollständig digitalisiert und online zugänglich gemacht. In der dreijährigen Pilotphase des Projektes wurden in fünf Bibliotheken (Staatsbibliothek zu Berlin, SULB Dresden, SUB Göttingen, ULB Sachsen-Anhalt Halle, BSB München) zunächst mehr als 110.000 Drucke mit einem Seitenvolumen von etwa 11 Millionen Seiten bearbeitet, bevor dann in der auf sechs Jahre veranschlagten Hauptphase mit 600.000 Titeln sämtliche relevanten Werke erfasst werden. Nach Abschluss des Projektes soll eine vollständige virtuelle Nationalbibliothek des 18. Jahrhunderts zur Verfügung stehen. Die UB Heidelberg übernimmt dabei in den nächsten zwölf Monaten die auf nationalbibliographischem Niveau vorzunehmende Erschließung und Digitalisierung von circa 1.500 im deutschen Sprachraum erschienenen Monographien und circa 140 Zeitschriftentiteln im Bestand der Bibliothek. Die Katalogisierung der Monographien erfolgt im SWB, die Katalogisierung der Zeitschriftentitel über die ZDB. Alle im Projekt erzeugten Metadaten und Images werden öffentlich zugänglich sein (Open Access) und neben dem Nachweis in den Bibliotheksverbünden, dem VD18-Portal oder der Deutschen Digitalen Bibliothek auch international über das OAI-Netzwerk und über die Europeana bereitgestellt. Die Bibliotheksverbünde BSZ bzw. SWB, BVB, GBV und hbz sind ebenfalls Projektpartner.

Euregio-Bodensee-Datenbank weist mehr als hunderttausend Titel nach
Im Juni 2014 wurde der einhunderttausendste Titel elektronisch in der Euregio-Bodensee-Datenbank erfasst, die 1977 als gemeinsames Projekt der Bibliothek der Universität Konstanz <352> und des Vereins für die Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung gestartet ist. Jedes Jahr kommen im Schnitt zweitausendfünfhundert neue Titel von Büchern und Artikeln hinzu, die sich inhaltlich mit Themen, Orten und Personen des Bodenseeraumes befassen. Aus Anlass des 600-jährigen Jubiläums des Konstanzer Konzils rechnet die Bibliothek der Universität Konstanz mit einer Vielzahl von Neueinträgen an Büchern und Aufsätzen. Was 1977 mit einer jährlich gedruckten Bibliographie anfing, präsentiert sich seit dem Jahr 2000 ausschließlich in der digitalen und frei zugänglichen Form der Euregio-Bodensee-Datenbank im Internet. Die Daten wurden 2007 Bestandteil der Datenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes. Über diese Datenbank kann die Literatur mit dem entsprechenden Standortnachweis recherchiert werden, sofern sie nicht ohnehin in elektronischer Form als Volltext vorliegt. Rund 3.100 Titel können bislang im Volltext heruntergeladen werden. Der Zugriff auf die Euregio-Bodensee-Datenbank ist unter http://swb.bsz-bw.de/DB=2.319/ oder http://www.ub.uni-konstanz.de/region/euregio-bodensee-datenbank/ möglich.

UB Mannheim und UB Heidelberg erreichen Spitzenplätze im BIX
In den Kategorien Angebot, Entwicklung und Nutzung liegt die UB Mannheim <180> im BIX 2014, dem deutschen Bibliotheksrating, an der Spitze und ist mit je einem Stern ausgezeichnet. Bei der Effizienz gibt es für einen Platz im oberen Mittelfeld einen halben Stern. Bei den deutschen Bibliotheken ihrer Größenordnung hat die UB Mannheim damit die Bestmarke erreicht. Die volle Vier-Sternezahl wurde nur an die kleineren Bibliotheken der Freien Universität Bozen, der Medizinischen Universität Graz und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg vergeben. In Baden-Württemberg sind in der Vergleichsgruppe der einschichtigen Bibliotheken die UB Mannheim sowie die Bibliothek der Universität Konstanz auf Spitzenplätzen gelandet. Insgesamt haben sich europaweit 38 einschichtige Bibliotheken beteiligt, darunter beispielsweise die Bibliothek der Université Pierre et Marie Curie in Paris oder die Universitätsbibliothek Wien. Auch die UB Heidelberg <16> hat zum fünften Mal in Folge den Spitzenplatz im Bibliotheksindex BIX erreicht. Als einzige unter den großen wissenschaftlichen Bibliotheken liegt sie in den vier Kategorien Angebot, Nutzung, Effizienz und Entwicklung in der Spitzengruppe.

Evaluation des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA)
Der Wissenschaftsrat hat die kürzlich erfolgte Einrichtung des Forschungsverbundes Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) nachdrücklich begrüßt. Von der gemeinsamen Forschung der drei Forschungsbibliotheken und -archive erwartet er einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der deutschen Geisteswissenschaften insgesamt und zur Verbesserung ihrer Sichtbarkeit auch im Ausland. Der Wissenschaftsrat hatte die Einrichtung des Forschungsverbundes MWW im Zuge seiner Begutachtungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA), der Klassik Stiftung Weimar und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (HAB) empfohlen. Auch über den Forschungsverbund MWW hinaus bewertet der Wissenschaftsrat die Entwicklungen des DLA (und der Klassik Stiftung Weimar) positiv: Um die erfolgreiche Arbeit auch in Zukunft fortsetzen zu können, benötigt das DLA neben einer ausreichenden Finanzierung auch zeitgemäße Rahmenbedingungen. Diese wurden mit der Neufassung der Satzung geschaffen, die nach einem langwierigen Prozess im Frühjahr 2012 von der Deutschen Schillergesellschaft, dem Trägerverein des DLA, beschlossen wurde. Der Bericht „Umsetzung der Empfehlungen aus der zurückliegenden Evaluation des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA)“ liegt als PDF-Dokument vor (http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3985-14.pdf).

Hauptstaatsarchiv Stuttgart präsentiert Maueranschläge im Internet
Das Landesarchiv Baden-Württemberg – Hauptstaatsarchiv Stuttgart präsentiert in Erinnerung an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs fast 3.000 Maueranschläge mit Bildern im Internet, um den Zugriff auf diese historisch bedeutsame Sammlung zu ermöglichen. Das Findbuch mit den Abbildungen kann unter der Adresse https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/startbild.php?bestand=5544 eingesehen und durchsucht werden.

Staatsarchiv Sigmaringen stellt digitalisierte Archivalien ins Netz
Das Landesarchiv Baden-Württemberg – Staatsarchiv Sigmaringen hat eine Reihe digitalisierter Archivalien zum Ersten Weltkrieg ins Internet gestellt. Unter http://www.landesarchiv-bw.de/web/41980 sind u.a. Feldpostkarten und Aufnahmen von Soldaten und Kriegszerstörungen, Aufnahmen von Soldaten, Etappenorten und Kriegszerstörungen in Wolhynien und Nordfrankreich und die Kriegssammlung des Fürstlich Hohenzollernschen Archivars Gustav Hebeisen zu sehen.

WLB Stuttgart digitalisiert (Baden-)Württembergische Landtagsprotokolle
Die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart <24> hat die Württembergischen Landtagsprotokolle digitalisiert. Die Einzelbände der historischen Landtagsprotokolle Württembergs bzw. der Nachfolgestaaten liegen in zweifacher Ordnung vor: Die chronologische Reihenfolge nach Legislaturperioden bzw. Berichtszeiträumen (von 1797 bis 1996) erleichtert den Überblick über das Zeitgeschehen unabhängig von der bibliographischen Teilserie der Landtagsprotokolle. Dagegen gibt die formal-institutionelle Gliederung gattungs- und epochenspezifische Merkmale (vom Alten Landtag 1797-1799 bis zum Landtag Baden-Württemberg 1953-1996) wieder. Die Badische Landesbibliothek Karlsruhe <31> hat bereits die Badischen Landtagsprotokolle 1819 bis 1933 digitalisiert, die Bände ab 1996 präsentiert der Landtag Baden-Württemberg in digitaler Form (https://www.landtag-bw.de/cms/home/dokumente/plenarprotokolle.html).

WLB Stuttgart: Zusammenstellung der Digitalisate
Auf ihrer Seite Digitale Sammlungen präsentiert die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart <24> ausgewählte retrodigitalisierte Objekte aus ihrem Bestand (Alte und Wertvolle Drucke, Bibeln, Bibliothek für Zeitgeschichte, Graphische Sammlungen und Handschriften, Werke Friedrich Hölderlins, Karten und Musikalia sowie Württembergica).

Erich Fromm online
Seit 2012 unterstützt die Karl Schlecht Stiftung, die ihren Sitz in Aichtal bei Stuttgart hat, die Digitalisierung der Bestände und Bestandsverzeichnisse des Tübinger Erich-Fromm-Archivs. Das Archiv bietet Zugang zum digitalen Erich Fromm-Dokumentationszentrum, das sowohl das Erich-Fromm-Archiv als auch den literarischen Nachlass des Psychoanalytikers und Sozialpädagogen enthält. Rund 25.000 Datensätze stehen bereits unter http://www.erich-fromm-online.de zur Verfügung. Die Website Erich Fromm online enthält auch Dokumente zu Leben und Werk von Erich Fromm (1900-1980) sowie zu seiner Rezeption und Wirkung und ermöglicht die Suche in den Verzeichnissen und Beständen des Fromm-Archivs, in seinen Werken und in seinem Nachlass über einen eigenen Dokumentenserver (http://opus4.kobv.de/opus4-Fromm/home).

Digitalisierte Bestände der UB Tübingen
Die UB Tübingen <21> digitalisiert ausgewählte Objekte aus ihren umfangreichen Beständen (http://www.ub.uni-tuebingen.de/suchen-ausleihen/digitalisierte-bestaende.html):
In einem von der DFG geförderten Projekt werden zentrale theologische Publikationsorgane, die im Prozess der theologischen Schulenbildung des 19. Jahrhunderts entstanden bzw. in denen dieser Prozess wissenschaftlich rekonstruierbar wird, digitalisiert (DigiTheo).
Seit 2010 digitalisiert sie Handschriften und Drucke und stellt sie im Internet zur Verfügung. Das Angebot befindet sich im Aufbau und wird laufend erweitert (DigiTü). Stücke mit Bezug auf Baden-Württemberg stellt die UB Tübingen als Projektteilnehmer auch über das landesgeschichtliche Portal LEO-BW (http://www.leo-bw.de/) zur Verfügung.
Im Rahmen der von der DFG geförderten Virtuellen Fachbibliothek Altertumswissenschaften Propylaeum (http://www.propylaeum.de/), zu der die UB das Modul Altorientalistik beisteuert, hat die UB 2012 begonnen, ausgewählte Zeitschriften und ältere Monographien im Bereich der Altorientalistik und der Vorderasiatischen Archäologie zu digitalisieren. Das Angebot digitalisierter Werke wird noch erweitert (DigiAltori). Auch die Mitteilungen der Deutschen Orientgesellschaft wurden von 1898 (Band 1) bis 1968 (Band 100) digitalisiert (http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/mdog).
Unter dem Namen Digital South Asia digitalisiert die UB gedruckte und handschriftliche Quellen aus und über Südasien. Den Anfang machen die Epigraphia Carnatica, eine Sammlung von über 9000 Inschriften, herausgegeben in 18 Bänden. Indische Handschriften aus der Sammlung der Universitätsbibliothek Tübingen sollen folgen.
Im Rahmen eines kooperativen Digitalisierungsprojektes der UB Tübingen und der Graphischen Sammlung am Kunsthistorischen Institut wurden 10.000 Portraits in einer Bilddatenbank der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (Portraitsammlungen).
Im Rahmen des von der DFG seit 2014 geförderten Fachinformationsdiensts Kriminologie (FID) - ehemals SSG Kriminologie - wird damit begonnen, kriminologisch relevante Publikationen zu digitalisieren, um das Volltextangebot des FID auszubauen (DigiKrimDok). Alle digitalisierten Werke sind ebenfalls in der kriminologischen Datenbank KrimDok nachgewiesen.


SWB-Online-Fernleihe und verbundübergreifende Fernleihe

SWB-Online-Fernleihe

Teilnehmerstand

Derzeit (Stand: 26.08.2014) nehmen insgesamt 316 (Teil-)Bibliotheken an der SWB-Online-Fernleihe teil (110 gebend und nehmend, 206 nur nehmend). Neu hinzugekommen sind das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland <Dü 72> in Düsseldorf (gebend und nehmend) und die Stadtbücherei Besigheim <2108>, die Öffentliche Bücherei Creglingen <2124>, die Stadtbibliothek Filderstadt <986>, die Bibliothek der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn <2170>, die Stadtbibliothek Herrenberg <2119>, die Bibliothek der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg <Rt 3>, die Stadtbibliothek Renningen <2004>, das Stadtarchiv Rottweil <2123> und die Städtische Mediothek Tauberbischofsheim <1000> sowie die Bibliothek der Hochschule für Telekommunikation Leipzig <L 226> (alle nur nehmend).

Die Liste der an der SWB-Online-Fernleihe teilnehmenden Bibliotheken steht unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken zum Abruf bereit.


Erweiterungen der SWB-Online-Fernleihe

Folgende Erweiterungen der SWB-Online-Fernleihe sind am 26.06.2014 aktiviert worden:

- EDL verbundübergreifend: Elektronische Dokumentlieferung zwischen KOBV und SWB
- Kopie-Vormerkungen zwischen BVB und SWB
- SEPA-Umstellung
- Auswertung des Fernleihindikators p bei elektronischen Zeitschriftenaufsätzen: auf dem FL-Schein wird zusätzlich der Text „Postweg“ angezeigt (p bedeutet, dass elektronische Zeitschriftenartikel nur per Post zwischen Bibliotheken verschickt werden dürfen).


Standort Wolframstraße der Hochschule der Medien geschlossen

Die Bestände der Hochschule der Medien (HdM) Standort Wolframstraße (bisheriges Sigel 900) sind mit den Beständen am Standort Nobelstraße <958> zusammengeführt worden. Der Standort Wolframstraße der HdM-Bibliothek wurde unlängst geschlossen. Der Bestand von Sigel 900 ist in der SWB-Verbunddatenbank auf das Sigel 958 (der verbliebene und ab sofort einzige Standort der HdM-Bibliothek) umgesetzt worden. Daher kann das Sigel 900 aus dem Leitweg der Dienstoberfläche entfernt werden.


Neuzulassungen zum Leihverkehr in der Südwest-Region

Das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) hat folgende Bibliotheken zum überregionalen Leihverkehr der deutschen Bibliotheken zugelassen:

Stadtarchiv Esslingen, Bibliothek <Ess 4>, Georg-Christian-von-Kessler-Platz 10, 73728 Esslingen

Bücherei Gemmingen <2041>, Bahnhofstraße 41, 75050 Gemmingen

Stadtbücherei Weikersheim <2140>, Laudenbacherstraße 3, 97990 Weikersheim

Die Leihverkehrsliste für die Südwest-Region ist im BSZ-Fernleih-Wiki unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken:baden-wuerttemberg zugänglich.


Zeitweise geschlossene Fernleihstellen in deutschen Bibliotheken

Die Zusammenstellung „Zeitweise geschlossene Fernleihstellen in deutschen Bibliotheken“ steht im BSZ-Fernleih-Wiki unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:nachrichten:schliesszeitenliste zum Abruf bereit.


Verbundübergreifende Fernleihe

Das Protokoll der Sitzung der (überregionalen) AG Leihverkehr vom 07.05.2014 in Göttingen (http://www.gbv.de/wikis/cls/AG_Leihverkehr_der_Arbeitsgemeinschaft_der_Verbundsysteme - „Protokolle“) steht im GBV-Verbund-Wiki zum Abruf bereit.


Seit dem 30.06.2014 ist unter http://portal.kobv.de die Version 1.0 des neuen KOBV-Portals freigeschaltet. Das KOBV-Portal ist das regionale Bibliotheksportal für Berlin und Brandenburg. Seit dem 01.07.2014 ist die neue Version des KOBV-Portals auch über den Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) erreichbar. Aus dieser Version heraus können auch KOBV-Online-Fernleihen abgesetzt werden.


Internationaler Leihverkehr

Die Document Supply Services der British Library haben die Preise für ihre Dokumentlieferdienste erhöht. Die aktuelle Preisliste steht unter http://www.bl.uk/reshelp/atyourdesk/docsupply/help/pricing/2013_14/index.html zum Abruf bereit.


Neue Adressdaten, Namensänderungen und Bibliothekssigel

<neues Sigel:> Stadtbücherei Achern <2217>, Kaiser-Wilhelmstraße 5, 77855 Achern, Tel. (07841) 6421420, E-Mail stadtbuecherei@achern.de, URL http://www.achern.de/stadtbuecherei ISIL DE-2217 Leihverkehrsregion BAW

<neue Anschrift:> Stadtbibliothek am Neumarkt <131>, Kavalleriestraße 17, 33602 Bielefeld (Postanschrift: Postfach 10 29 31, 33529 Bielefeld) NRW

<neues Sigel:> Stadtbibliothek Emmendingen <2206>, Landvogtei 8, 79312 Emmendingen, Tel. (07641) 4 52-712, E-Mail stadtbibliothek@emmendingen.de, URL http://www.emmendingen.de/de/stadtbibliothek/ ISIL DE-2206 Leihverkehrsregion: BAW

<Streichung eines Sigels:> Institut für Business Litigation, Bibliothek <gestrichenes Sigel: 25/176>

<Streichung eines Sigels:> Regierungspräsidium Freiburg, Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, Bibliothek <gestrichenes Sigel: Frei 201>

<Adressänderung:> Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha <547/0039>, Forschungsbibliothek Gotha, Schloss Friedenstein, 99867 Gotha. Die bisherige Postfachadresse für Brief- und Büchersendungen etc. entfällt ab sofort.

<neue Anschrift:> HafenCity Universität Hamburg, Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung, Bibliothek <1373>, Überseeallee 16, 20457 Hamburg HAM

<gelöschtes Sigel:> Kirchhoff-Institut für Physik, Bibliothek in Heidelberg <16/110>

<neues Sigel:> Duale Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn, Bibliothek <2170>, Bildungscampus 1, 74076 Heilbronn, Tel. (07131) 12 37-129, E-Mail bibliothek-hn@dhbw-mosbach.de, URL http://www.heilbronn.dhbw.de ISIL DE-2170 Leihverkehrsregion: BAW
Zum 01.07.2014 hat sich der Campus Heilbronn als eigenständige Hochschule DHBW Heilbronn etabliert und ist nicht mehr länger eine Außenstelle der DHBW Mosbach. Daher benötigte die Bibliothek in Heilbronn ab dem 01.07.2014 ein neues Fernleihsigel, das unabhängig von der Bibliothek der DHBW Mosbach fungiert.

<gelöschtes Sigel:> KIT-Bibliothek, Bibliothek des Instituts für Geographie und Geoökologie <90/65>

<Namensänderung:> Kommunikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM), IT- und Bibliotheksdienste <352>, Dokumentlieferung, 78457 Konstanz (Briefadresse) / Universitätsstraße 10, 78464 Konstanz (Paketadresse), E-Mail dokumentlieferung.ub@uni-konstanz.de BAW

<neues Sigel:> Schulbibliothek Fritz-Ruoff- und Albert-Schäffle-Schule Nürtingen <2218>, Albert-Schäffle-Straße 7, 72622 Nürtingen, Tel. (07022) 93292-280, E-Mail bibliothek.frs@googlemail.com, URL http://www.schubi-saeer.de ISIL DE-2218 Leihverkehrsregion: BAW

<neue Anschrift und neue E-Mail-Adresse:> Hochschule der Medien - Bibliothek - <958>, Nobelstraße 10, 70569 Stuttgart, Tel. (0711) 89 23-2510 (mit AB), E-Mail bibliothek@hdm-stuttgart.de BAW

<gelöschtes Sigel:> Hochschule der Medien – Bibliothek Standort Wolframstraße <900>

<neues ISIL:> Württembergische Landesbibliothek, Bücherauto Baden-Württemberg <ISIL DE-624>, Konrad-Adenauer-Straße 8, 70173 Stuttgart (Postanschrift: Postfach 10 54 41, 7047 Stuttgart) URL http://www.wlb-stuttgart.de/ BAW. In Absprache mit der AG Transport werden für die Frachtzentren und Bücherautodienste nur ISIL, aber keine Sigel vergeben. Diese Einrichtungen werden als „Serviceeinrichtung“ geführt.

<neue Anschrift:> Stadtbibliothek Zwickau <163>, Leihverkehr, Katharinenstraße 44a, 08056 Zwickau (Lieferanschrift) bzw. Containerdienst über Bibliothek der Westsächsischen Hochschule Zwickau <Zwi 2>; Postfach 200933, 08009 Zwickau (Postanschrift), Tel. (0375) 834322, E-Mailstadtbibliothek@zwickau.de SAX

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