Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


fl-team:publikationen:dialog73-html

ZKBW-Dialog Nr. 73 vom 16.10.2012

BSZ-Kolloquium: Vorträge online - Aktualisierte Ausgabe des BSZ-Kompakt erschienen

Die Vortragsfolien und Präsentationen des 13. BSZ-Kolloquiums, das am 01./02.10.2012 an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg stattfand, stehen unter http://www.bsz-bw.de/kolloquium/2012.html zum Abruf bereit.

Die Informationsbroschüre BSZ-Kompakt ist aus Anlass des 13. BSZ-Kolloquiums am 01./02.10.2012 an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg in einer aktualisierten Ausgabe erschienen. Sie gibt einen Überblick über das gesamte Dienstleistungsspektrum des BSZ; alle Serviceleistungen für Bibliotheken, Museen und Archive werden ausführlich dargestellt. Das BSZ-Kompakt 2012 ist auf den WWW-Seiten des BSZ als pdf-Datei zum Download abrufbar (http://swop.bsz-bw.de/volltexte/2012/1036/pdf/kompakt2012.pdf). Auch die BSZ-Kurzinformationen (Flyer) liegen aktuell zum Download als pdf-Dateien auf der Seite Publikationen und Infomaterial (dort: linke Spalte) vor. Auf Anfrage sendet das BSZ diese Publikationen auch gerne gedruckt zu.

SWB-Online-Fernleihe und verbundübergreifende Fernleihe

SWB-Online-Fernleihe

Teilnehmerstand

Derzeit (Stand: 11.09.2012) nehmen insgesamt 213 (Teil-)Bibliotheken an der SWB-Online-Fernleihe teil (104 gebend und nehmend, 109 nur nehmend). Neu hinzugekommen ist die Stadt- und Schulbibliothek Dommitzsch <1109> (nur nehmend).

Die Liste der an der SWB-Online-Fernleihe teilnehmenden Bibliotheken steht unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken zum Abruf bereit.

11. Anwendertreffen Fernleihe

Am 12.07.2012 fand das 11. Anwendertreffen Fernleihe in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart statt.

Das BSZ berichtete ausführlich von den Ergebnissen und Empfehlungen der (verbundübergreifenden) AG Leihverkehr vom 15.05.2012 in Göttingen. Die Sitzung der AG Leihverkehr beschäftigte sich u. a. mit folgenden Themen: - verbundübergreifende Fernleihe: Der SWB wird mit dem hbz die elektronische Dokumentlieferung in Kürze starten; - urheberrechtliche Fragen: Eine Zusammenstellung der Zahlen der Kopienlieferungen für die Jahre 2010 und 2011 ergab, dass die Beträge nach der neuen Regelung für die Abgeltung urheberrechtlicher Entgelte in der Kopienfernleihe deutlich höher gewesen wären als die Pauschalbeträge, die bis Ende 2011 galten. Etwa vier Prozent der Kopien betrafen urheberrechtsfreie Werke (im "Vertrag zur Abgeltung urheberrechtlicher Ansprüche für den Versand von Kopien im Leihverkehr nach Leihverkehrsordnung – LVO - durch der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen“ wurden 1,3 % als urheberrechtsfrei genannt); - Analyse der Organisation des deutschen Fernleihsystems im internationalen Vergleich (vor dem Hintergrund der Evaluation der Verbundsysteme): Eine AG wurde eingerichtet, die ein Papier erarbeiten wird; - Elektronische Ressourcen im Leihverkehr: Bisher sind Elektronische Ressourcen in den Endnutzerfernleihoberflächen in der Regel nicht bestellbar, obwohl viele Lizenzverträge Fernleihen zulassen. Daher wurden in der EZB = Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (http://rzblx1.uni-regensburg.de/ezeit/) Fernleihindikatoren vergeben, die über den gemeinsamen Lieferdienst EZB/ZDB in die Verbundsysteme übernommen werden. Bisher wurden Nationallizenzen und Konsortien mit Fernleihindikatoren versehen. Außerdem ist beabsichtigt, dass die Bibliotheken auch für ihre Einzellizenzen Indikatoren in der EZB erfassen können. Dadurch soll die Berücksichtigung der Fernleihrelevanz von elektronischen Ressourcen in den Bestellsystemen der Verbünde ermöglicht werden.

Anschließend stellte das BSZ sein Konzept für die Lieferung elektronischer Ressourcen vor (vgl. dazu im Detail https://wiki.bsz-bw.de/lib/exe/fetch.php?media=fl-team:info-bibliotheken:elektronischedokumentlieferung:er_leihverkehr_swb.pdf).

Das BSZ erstattete - wie bei jedem Anwendertreffen - einen Statusbericht zur verbundinternen und - übergreifenden Fernleihe und arbeitete gemeinsam mit den Teilnehmern eine Liste von Aufgaben ab.

Unter „Verschiedenes“ stellte das BSZ die Forderung der Zentralen Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten (ZENDAS), auf die Speicherung des Benutzernamens, der Benutzer- und der Matrikel-Nummer zu verzichten, zur Diskussion und berichtete über EVA, den Erwerbungsvorschlags-Assistent in der Fernleihe. EVA, ein Projekt der FH Köln und des hbz, generiert aus nehmenden Fernleihbestellungen nach bestimmten Kriterien Erwerbungsvorschläge, die der zuständige Fachreferent abruft. Dieser entscheidet, ob das Buch gekauft wird oder ob eine Fernleihbestellung ausgelöst wird. Unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:info-bibliotheken:anwendertreffen:protokolle stehen das ausführliche Protokoll des 11. Anwendertreffens, die Aufgabenliste und drei Präsentationsfolien (eine zum Thema „Benutzername“ von Volker Conradt und zwei zu den Themen „Elektronische Ressourcen im Leihverkehr“ und „EVA“ von Wiebke Kassel) zum Abruf bereit.


Wiebke Kassel hat am 01.10.2012 auf dem 13. BSZ-Kolloquium an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg einen Vortrag zum Thema „Elektronische Ressourcen im Leihverkehr“ gehalten. Die Vortragsfolien stehen unter http://swop.bsz-bw.de/volltexte/2012/1052/ zum Nachlesen bereit.


Zeitweise geschlossenen Fernleihstellen in deutschen Bibliotheken

Eine Zusammenstellung der „Zeitweise geschlossenen Fernleihstellen in deutschen Bibliotheken“ steht unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:nachrichten:schliesszeitenliste zur Verfügung.


Zulassungen zum Leihverkehr in der Südwest-Verbundregion

in Baden-Württemberg:

Hochschule für Kunsttherapie, Bibliothek <1869>, Sigmaringer Straße 15/2, 76622 Nürtingen, Tel. (07022) 9333 6-18, E-Mail bibliothek@hkt-nuertingen.de, URL http://www.hkt-nuertingen.de/95-0-bibliothek.html ISIL DE-1869; BAW; SWB
Sammelschwerpunkt: Kunsttherapeutische Literatur

Die Leihverkehrsliste für die Südwest-Region ist im BSZ-Wiki unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken:baden-wuerttemberg zugänglich.

in Sachsen:

Staatsbetrieb Sachsenforst, Bibliothek <Pir 3>, Bonnewitzer Straße 34, 01796 Pirna, Tel. (03501) 542 256, Fax (03501) 542 213, E-Mail Carola Schuchardt, URL http://www.smul.sachsen.de/sbs/index.html
ISIL DE-Pir3; SAX; SWB
Sammelschwerpunkte: Forstwissenschaft; Forstwirtschaft; Biologie; Bodenkunde; Kartographie; Waldkartierung

Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften <Gl 2>, Arndtstraße 11a, 02826 Görlitz, Tel. (03581) 671350, Fax (03581) 671375, E-Mail I.Kuba-Traeger, URL http://www.olb.goerlitz.de/ ISIL DE-Gl2; SAX; SWB Sammelschwerpunkte: Landesgeschichte Oberlausitz, Niederschlesien; Böhme, Jacob


Verbundübergreifende Fernleihe

Das diesjährige Fernleih-Anwendertreffen der Wissenschaftlichen Bibliotheken findet am 28.11.2012 im hbz in Köln statt. Anmeldungen (bei Sabine Zylka; E-Mail Sabine Zylka) sind bereits möglich; die offizielle Einladung mit der Tagesordnung wird vom hbz voraussichtlich Anfang November verschickt. Aus Platzgründen kann leider nur eine Person pro Bibliothek (bzw. pro Sigel) angemeldet werden.


Die AG Transport, eine Unter-AG der AG Leihverkehr, informiert im Verbund-Wiki des GBV (http://www.gbv.de/wikis/cls/AG_Transport) über ihre personelle Zusammensetzung und Aufgaben. Außerdem hat sie die Protokolle ihrer Sitzungen ins Netz gestellt. Ein neues Dokument „Informationen Zoll und Internationaler Leihverkehr“ ist in die Rubrik Dokumente eingestellt worden. Darin werden Empfehlungen ausgesprochen, die das Risiko minimieren sollen, dass Rücksendungen im deutschen Zoll hängenbleiben und dann mühsam ausgelöst werden müssen. Leider gibt es auch mit dem geschilderten Verfahren keine Garantie, es kommt wohl immer sehr auf die zuständige Zollbehörde an. Die AG Transport hat großes Interesse daran, über Erfahrungen aus anderen Bibliotheken informiert zu werden.

Urheberrecht + Open Access + Open Data

Urheberrecht

Die dringlichsten Probleme des Urheberrechts aus bibliothekarischer Sicht: Eine gut lesbare Zusammenfassung der aus Sicht der Bibliotheken aktuell brennendsten Probleme im deutschen Urheberrecht findet sich im bildungsklick.

„Zukunft des Publizierens“ ist erschienen: Das neue Heft der Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APuZ aktuell. Ausgabe 41-42) zum Thema „Zukunft des Publizierens“ ist erschienen. Darin enthalten sind auch Beiträge zum Urheberrecht. Das komplette Heft kann online gelesen oder als PDF oder ePub kostenlos heruntergeladen werden (http://www.bpb.de/145397).

EU-Parlament verabschiedet Richtlinie zu verwaisten Werken: Das Europäische Parlament hat am 13.09.2012 in Straßburg die Richtlinie über bestimmte zulässige Formen der Nutzung verwaister Werke verabschiedet. Die Richtlinie erlaubt die nicht-kommerzielle Nutzung von Büchern, Filmen und anderen schöpferischen Werken, für die kein Urheber mehr ermittelt werden kann. Bibliotheken und Archive können laut der Richtlinie nach einer „sorgfältigen Suche“ nach möglichen Rechteinhabern Werke aus ihrem Bestand digitalisieren und öffentlich zugänglich machen (nach: heise online vom 13.09.2012). Der EU-Rat hat Anfang Oktober 2012 die Richtlinie zum Umgang mit sogenannten verwaisten Werken gebilligt.

Europäisches Parlament lehnt ACTA endgültig ab: Das Europäische Parlament hat am 04.07.2012 das umstrittene Urheberrechtsabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) abgelehnt. Die überwiegende Zahl der Parlamentarier folgte mit dem Votum den Empfehlungen des federführenden Handelsausschusses und seiner vier mitberatenden Gremien. Im Vorfeld der Abstimmung hatte die IFLA gemeinsam mit dem europäischen Lobbyverband EBLIDA (European Bureau of Library, Information and Documentation Associations) eine Stellungnahme an die Mitglieder des Parlaments gerichtet, die sie zur Ablehnung des Acta-Abkommens bewegen sollte. IFLA und EBLIDA haben die Entwicklung des Abkommens seit Verhandlungsbeginn im Jahre 2007 beobachtet und insbesondere die geheime Verhandlungsstrategie kritisiert. Beide Bibliotheksverbände haben sich immer für eine offene und öffentliche Diskussion des umfangreichen Themenkomplexes im Rahmen der WIPO (World Intellectual Property Organization) eingesetzt. Das gemeinsame Statement von IFLA und EBLIDA steht unter http://www.ifla.org/en/publications/ifla-and-eblida-statement-on-acta-and-the-importance-of-multilateral-multi-stakeholder- zum Abruf bereit.

dbv begrüßt Debatte zur Wissenschaftsschranke: Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) begrüßt die gegenwärtige Debatte über eine allgemeine Wissenschaftsschranke im Urheberrecht und betont die hohe Bedeutung einer raschen Novellierung des Urheberrechts für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Der dbv hatte bereits am 20.04.2012 mit seinem Positionspapier zum Urheberrecht auf dringend notwendige Lösungen in diesem Bereich hingewiesen. Sorge bereitet dem dbv zurzeit der drohende Wegfall der bis zum 31.12.2012 befristeten Regelung von § 52a Urheberrechtsgesetz (UrhG). Mit seinem Positionspapier vom 12.06.2012 setzt er sich daher für eine Entfristung und Erweiterung von § 52a UrhG ein (http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/positionen/2012_06_Stellungnahme__52a_final.pdf). Auch die Kanzler der Fachhochschulen warnten vor gravierenden Konsequenzen der geplanten Streichung. Professoren würden Gefahr laufen, einen hohen administrativen Aufwand betreiben zu müssen, um urheberrechtlich geschützte Werke zu nutzen. Die Kosten könnten deutlich steigen, weil die Verlage bezahlt werden müssten. Der Paragraf erlaubt seit 2003, kleine Teile von Publikationen kostenlos für Forschung und Lehre in schulische und universitäre Intranets einzustellen, zum Beispiel für die Nutzung in elektronischen Semesterapparaten. Ausdrücklich begrüßt der dbv ebenfalls die Analyse und die Vorschläge, die Prof. Wolfgang Marquardt als Vorsitzender des Wissenschaftsrats in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 08. August 2012 unter der Überschrift „Fairness und Ausgewogenheit im Urheberrecht“ vorgetragen hat.

Bundesjustizministerium will moderate Änderungen beim Urheberrecht: Das Bundesjustizministerium will dem Prinzip „Fair use“ als Ergänzung zu den bestehenden Nutzerfreiheiten mehr Gewicht geben, eine Regelung für verwaiste Werke vorlegen und das Urheberwahrnehmungsrecht flexibilisieren (nach: heise online vom 20.09.2012 - Urheberrechtsreform: Ein kleiner Strauß Änderungen statt 3. Korb).

Bleibt § 52a vorerst bis Ende 2014?: Der Anfang Juli 2012 vom Bundesjustizministerium an den Rechtsausschuss des Bundestages versandte dritte Evaluationsbericht zur Nutzung des § 52a empfiehlt, die vorerst bis Ende 2012 befristete Vorschrift, auch im Hinblick auf noch offene Gerichtsverfahren, um zwei Jahre zu verlängern. Der Paragraf regelt die Bereitstellung von Inhalten in schulischen und universitären Intranets. Wird sich die Bundesregierung nochmals für eine Befristung entscheiden? Genaueres wird erst im Herbst 2012 in den federführenden Ausschüssen debattiert und beschlossen und zur Abstimmung an den Bundestag überwiesen. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.

BGH legt Europäischem Gerichtshof Frage zur Zulässigkeit elektronischer Leseplätze vor: In dem seit 2009 andauernden Rechtsstreit zwischen der Technischen Universität Darmstadt und dem Ulmer Verlag hat der Bundesgerichtshof (BGH) am 20.09.2012 nicht das erhoffte Grundsatzurteil gefällt. Er hat in seinem Beschluss die Entscheidung über die wesentliche Rechtsfrage, ob Bibliotheken Digitalisate eines Lehrbuchs anfertigen und über elektronische Leseplätze zugänglich machen dürfen, ausgesetzt und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Entscheidung vorgelegt. Der BGH hat dem EuGH u. a. folgende Fragen zur endgültigen Entscheidung überlassen: Sind die Mitgliedstaaten der EU dazu berechtigt, Bibliotheken das Recht zu gewähren, Druckwerke des Bibliotheksbestands zu digitalisieren, wenn dies erforderlich ist, um die Werke auf den Terminals zugänglich zu machen? Darf es den Bibliotheksnutzern ermöglicht werden, auf den Terminals zugänglich gemachte Werke ganz oder teilweise auf Papier auszudrucken oder auf USB-Sticks abzuspeichern und diese Vervielfältigungen aus den Räumen der Einrichtung mitzunehmen?

Deutscher Kulturrat legt Positionspapier zur Zukunft des Urheberrechts vor: Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat ein Positionspapier „Zur Zukunft des Urheberrechts“ vorgelegt. Im Deutschen Kulturrat haben sich die Verbände der Künstler, der Kultureinrichtungen, der Kulturvereine und der Kulturwirtschaft aller künstlerischen Sparten zusammengeschlossen. Im Spitzenverband sind daher alle Bereiche des kulturellen Lebens vertreten. In dem Positionspapier „Zur Zukunft des Urheberrechts“ stellt der Deutsche Kulturrat den Konsens dieser verschiedenen Akteure des Kulturbereichs vor. Das Positionspapier des Deutschen Kulturrates „Zur Zukunft des Urheberrechts“ kann unter http://www.kulturrat.de/pdf/2398.pdf abgerufen werden (PDF-Dokument).

IFLA unterzeichnet Positionspapier zum Urheberrecht im Bildungsbereich: Am 18.07.2012 hat IFLA gemeinsam mit 17 weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen ein Positionspapier zum Thema Urheberrecht im Bildungsbereich im Rahmen einer Sitzung des Ständigen Ausschusses für Urheber- und verwandte Rechte der WIPO (Weltorganisation für geistiges Eigentum) unterzeichnet. Die unterzeichnenden Organisationen fordern die Mitgliedsstaaten der WIPO langfristig zu einer gemeinsamen internationalen Erklärung auf und formulieren in ihrem Positionspapier dazu zwölf Empfehlungen. Auch der dbv begrüßt die aktuellen Diskussionen in der WIPO über internationale Urheberrechtsregelungen für Bibliotheken, insbesondere die Forderung nach Schrankenregelungen für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Vortrag zum Urheberrecht in Stuttgart: Das Stuttgarter Schriftstellerhaus und die Stadtbibliothek Stuttgart hatten zu einem Vortrag zum Thema „Urheberrecht“ am 23.07.2012 in die Stadtbibliothek Stuttgart eingeladen. Wolfgang Tischer, Journalist, gelernter Buchhändler und Betreiber der Plattform literaturcafe.de (http://www.literaturcafe.de/), hielt den Vortrag, in dem er die Forderung aufstellte, auf jedwede Urheberrechtspolizei und Zensurmechanismen zu verzichten. „Denn der Ruf nach 'politischen Lösungen' kann nur bei technischen Filtern enden, die uns Stoppschilder zeigen, die uns im Internet beobachten und uns unter Generalverdacht stellen. Wir sollten nicht in einer Welt leben, in der eine private 'Urheberrechtspolizei' unter Umgehung staatlicher Stellen das scheinbar Nötige direkt mit den Providern verhandelt. Denn nichts ist in solch einem Fall schlimmer und erschreckender als der Satz: „Wer nichts zu verbergen hat, der braucht vor solchen Maßnahmen keine Angst zu haben“. Eine Audio-Datei des Vortrags kann unter http://www.literaturcafe.de/neue-urheber-statt-neue-gesetze-mitschnitt-des-vortrags-von-wolfgang-tischer/ angehört werden; ein weiterer Artikel von Wolfgang Tischer zum selben Thema ist auf ZEIT online zu finden („Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber!“).

Bremen fordert Richtlinie für E-Medien: Das Bremer Kulturressort und die Stadtbibliothek Bremen treten für eine neue nationale bzw. europaweite Richtlinie ein, um die öffentliche Ausleihe elektronischer Medien zu gewährleisten. Der Zugang zu E-Medien ist – rechtlich betrachtet - eine Dienstleistung; daher werden diese Werke nicht – wie bei gedruckten Exemplaren – über den Buchhandel bezogen. Vielmehr entscheiden die Verlage als Rechteinhaber im Rahmen eines Lizenzvertrags, ob sie überhaupt den Zugriff auf ein E-Book und dessen Verwendung als Ausleihexemplar gewähren möchten oder nicht. Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, einen fairen finanziellen Ausgleich zwischen Bibliotheken, Verlagen und Urhebern herzustellen. Derzeit gibt es zwar die Buchpreisbindung für E-Books, die den Bibliotheken grundsätzlich den Erwerb zum gebundenen Ladenpreis ermöglicht, andererseits fehlen für den E-Book-Bereich die bei gedruckten Büchern üblichen Regelungen für eine „Bibliothekstantieme“, die die Verlage für die Ausleihvorgänge angemessen entschädigt.

Leistungsschutzrecht – Google & Co. sollen für Presseartikel zahlen: Das Bundeskabinett hat Ende August 2012 einen Gesetzentwurf für ein Leistungsschutzrecht verabschiedet, der Verlagen das Recht geben soll, für ihre Inhalte von Google und anderen Suchmaschinen Geld zu fordern. Der Gesetzentwurf wird kontrovers diskutiert. Insbesondere hat sich Widerstand bei den SPD-geführten Ländern im Bundesrat formiert.

Google stuft Suchergebnisse bei Urheberrechtsverletzungen zurück: Die Suchmaschine Google stuft seit Ende August 2012 Webseiten und Angebote zurück, die illegale Inhalte verbreiten oder gegen das Urheberrecht verstoßen. Seiten mit einer hohen Zahl angezeigter Verstöße rutschen im Ranking auf hintere Plätze. Nach eigenen Angaben wurden allein im Juli 2012 4,3 Millionen Internet-Adressen wegen Copyright-Verletzungen bei Google gemeldet.

Google und US-Verlage einigen sich: Der US-Verlegerverband AAP (Association of American Publishers) und Google haben am 04.10.2012 bekannt gegeben, dass sie im Streit um Urheberrechtsverletzungen bei der Digitalisierung von Bibliotheksbeständen einen außergerichtlichen Vergleich erzielt haben. Damit endet eine siebenjährige Auseinandersetzung mit einem Kompromiss, mit dem zuletzt kaum noch gerechnet wurde. Da sich die Streitparteien direkt miteinander geeinigt haben, ist nach Angaben der AAP eine richterliche Zustimmung zu der Vergleichsvereinbarung nicht notwendig. Der Vergleich erkennt die Rechte und Interessen der Rechteinhaber an: US-Verlage können wählen, ob sie ihre Bücher und Zeitschriften, die von Google digitalisiert worden sind, im Rahmen des Bibliotheksprojekts (Library Project) öffentlich zugänglich machen oder ihre Titel aus dem Projekt entfernen. Diejenigen Verlage, die ihre Titel nicht entfernen wollen, erhalten eine digitale Kopie der gescannten Titel für den eigenen Bedarf. Die Einzelheiten des Vergleichs werden von der AAP und Google vertraulich behandelt. Unabhängig vom Vergleich können US-Verlage individuelle Absprachen mit Google über den Gebrauch ihrer anderen digitalisierten Werke (die nicht im Rahmen des Library Project gescannt wurden) treffen (nach: Börsenblatt online vom 04.10.2012).

US-Justiz wertet Googles Buchdigitalisierung als Fair use legal: Die Klage der US-Autorenvereinigung Authors Guild und ihrer Partnerorganisationen gegen die Digitalisierungsprojekte von fünf Hochschulen wurde abgewiesen. Der zuständige Bundesbezirksrichter hat den Ende 2011 erhobenen Vorwurf zurückgewiesen, die Universitäten hätten Google unberechtigterweise erlaubt, massenhaft Bücher einzuscannen. Googles Projekt falle unter Fair use und sei deswegen rechtmäßig. Darüber hinaus unterstütze es die Ideale, die dem Antidiskriminierungsgesetz Americans with Disabilities Act zugrunde liegen (nach: heise online vom 11.10.2012).

Literaturhinweise (in Auswahl):

Richter, Andreas. „Bibliotheksrecht“. ZfBB 59 (2012) H.3-4. S.201-204.

Andreas Richter (Staatsbibliothek zu Berlin) berichtet über einschlägige Urteile, Vorschriften, Entscheidungen und Aufsätze für die Zeit vom 01.09.2011 bis 29.02.2012. In der Rubrik „Benutzung“ referiert er ein Urteil des Landgerichts Stuttgart zur Zugänglichmachung mehrerer Seiten eines Buches auf einer elektronischen Lernplattform (vgl. dazu „OLG Stuttgart untersagt Fernuniversität Hagen Nutzung eines Lehrbuchs im Intranet“. In: ZKBW-Dialog Nr. 72 vom 22.06.2012).

Schmidt-Hensel, Roland Dieter. „Urheberrecht und musikbibliothekarische Praxis“. ZfBB 59 (2012) H. 3-4. S. 192-200.

„Fragen des Urheberrechts spielen im musikbibliothekarischen Alltag immer wieder eine Rolle, wobei sowohl der Schutz des Werkes an sich als auch der Schutz bestimmter Ausgaben zu beachten ist. In der Praxis fällt dabei besonders ins Gewicht, dass die gesetzlichen Bestimmungen für die Vervielfältigung geschützter Werke und Ausgaben zum eigenen und wissenschaftlichen Gebrauch bei Notenausgaben wesentlich restriktiver sind als bei Büchern und Aufsätzen. Der Aufsatz gibt einen Überblick über die wichtigsten rechtlichen Regelungen und thematisiert dabei auch Probleme, die sich für Mitarbeiter(innen) und Nutzer(innen) von Musikbibliotheken aus diesen Regelungen ergeben können“ (nach dem Abstract).

Steinhauer, Eric W. „Bemerkungen zum 'Kröner-Urteil' des OLG Stuttgart“. Recht - Bibliothek - Dokumentation 42 (2012) Nr. 1. S.15-36.

Die Entscheidung des OLG Stuttgart vom 04.04.2012 (Az.: 4 U 171/11) wird von Eric W. Steinhauer kommentiert. Das Urteil ist auf den Seiten 41-81 im Wortlaut abgedruckt.

Open Access

Universität Ulm unterstützt Open Access: Auch die Universität Ulm unterstützt jetzt offiziell den unter der Bezeichnung Open Access seit Jahren propagierten kostenfreien und öffentlichen Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen im Internet. Die von der Max-Planck-Gesellschaft initiierte „Berliner Erklärung“ hat die Universität kürzlich unterzeichnet und zugleich ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgefordert, im Sinne von Open Access zu publizieren. Ferner hat die Universität bereits einen Fonds zur Finanzierung hier anfallender Kosten eingerichtet. Die Open-Access-Resolution der Universität kann unter http://www.uni-ulm.de/einrichtungen/kiz/bibliothek/wiss-informationsdienste/oap/open-access-resolution.html nachgelesen werden, weitere Infos zu Open Access in Ulm sind unter http://www.uni-ulm.de/index.php?id=1358 zu finden.

Universität Würzburg fördert Open Access: Die Universität Würzburg und die DFG fördern seit Januar 2011 Open-Access-Publikationen. Die DFG hat auch den Folgeantrag der Universität Würzburg für das Jahr 2012 bewilligt. Damit stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität, die Artikel in Open-Access-Zeitschriften veröffentlichen, auch 2012 wieder Projektmittel zur Finanzierung der Publikationsgebühren zur Verfügung. Die DFG bewilligte wie im Vorjahr eine Fördersumme von 60.000 Euro. 2011 konnten von der Universität Würzburg bereits über 60 Open-Access-Veröffentlichungen finanziert werden. Weitere Informationen und eine Liste der geförderten Artikel sind unter http://openaccess.uni-wuerzburg.de/open_access_zeitschriften zugänglich.

Universität Mainz stockt Mittel für Open Access auf: Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Universitätsmedizin der Mainzer Universität stellen künftig mehr Mittel für den Publikationsfonds bereit, den sie zur Förderung von Open-Access-Publikationen eingerichtet haben. Die Mittel konnten mit Unterstützung der DFG auf 85.000 Euro für das Jahr 2013 aufgestockt werden. Gelder aus dem Fonds können – auch noch für dieses Jahr – auf unkomplizierte Weise beantragt werden. Darüber hinaus hat die Universitätsbibliothek Mainz auf ihren Open-Access-Webseiten (http://www.blogs.uni-mainz.de/openaccess-jgu/) einen Blog eingerichtet, um über Entwicklungen zum Thema an der Universität zu informieren und interessante Beiträge aus der deutschland- und europaweiten Diskussion zum Thema zu präsentieren.

Bundesrat empfiehlt Zweitveröffentlichungsrecht: Der Bundesrat hat sich in seiner Sitzung am 12.10.2012 mit dem Thema Open Access befasst und empfiehlt die Verankerung eines unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrechts. Die Regelung, die in §38 UrhG ihre gesetzliche Grundlage finden soll, würde es WissenschaftlerInnen ermöglichen, Publikationen nach Ablauf von sechs Monaten auf Repositorien frei zugänglich zu machen (vgl. dazu auch http://wisspub.net/2012/10/13/bundesrat-open-access-fordert-leistungsfahigkeit-und-innovation/).

Suchoberfläche für deutsche Dokumentenserver über BASE: Die wissenschaftliche Suchmaschine BASE (= Bielefeld Academic Search Engine) bietet seit Kurzem unter http://de.base-search.net/ eine eigene Suchoberfläche für in Deutschland beheimatete Dokumentenserver an. Damit fasst BASE die nationalen Dokumentenserver nach dem Territorialprinzip zusammen. Aktuell (Stand: 15.10.2012) sind unter http://de.base-search.net/ 219 Dokumentenserver mit 1.852.517 Datensätzen recherchierbar. Über dokumentierte Schnittstellen werden die Daten bereits jetzt in andere Endnutzersysteme und Datenplattformen integriert und können mit anderen Daten zusammengeführt werden. BASE ist eine der weltweit größten Suchmaschinen speziell für frei im Sinne des Open Access zugängliche wissenschaftliche Dokumente im Internet. Betreiber der Suchmaschine BASE (http://www.base-search.net/) ist die UB Bielefeld <361>. Der BASE-Index umfasst derzeit insgesamt 37,4 Mio. Dokumente aus 2.336 Quellen.

DOAB weist Open-Access-Bücher nach: Das Directory of Open Access Books (DOAB) ist für Bücher das, was das Directory of Open Access Journals (DOAJ) für Zeitschriften darstellt. Akademische Verlage können hier ihre Open Access- und Peer-Reviewed-veröffentlichten Bücher nachweisen. Träger von DOAB ist die OAPEN Foundation in der KNB Den Haag. DOAB verzeichnet derzeit 1.217 Bücher von insgesamt 33 Verlagen (Stand: 15.10.2012). Unter den kostenlos verfügbaren und frei zugänglichen E-Books sind zahlreiche aktuelle Neuerscheinungen aus den Jahren 2010 bis 2012, die man auch nach Fachgebieten sortiert durchsuchen kann.

DINI-Zertifikat für German Medical Science: Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) hat dem Open-Access-Portal German Medical Science (gms) das DINI-Zertifikat 2010 für Dokumenten- und Publikationsservices verliehen. Das DINI-Zertifikat (in seiner aktuellen Version von 2010) ist eines der angesehensten Qualitätssiegel, besonders im Open-Access-Bereich.

Was ist Creative Commons?: Eine Infografik von Martin Mißfeld gibt einen Überblick über die verschiedenen Creative Commons-Lizenzen. Die leicht verständliche Grafik, die selbst unter der Lizenz CC-BY-SA steht, ist unter http://www.bildersuche.org/creative-commons-infografik zu finden. „Creative Commons (abgekürzt CC) ist eine gemeinnützige Organisation, die 2001 gegründet wurde. Sie veröffentlicht verschiedene Standard-Lizenzverträge, mit denen ein Autor der Öffentlichkeit auf einfache Weise Nutzungsrechte an seinen Werken einräumen kann….Die verschiedenen Lizenzen von Creative Commons weisen große Unterschiede auf. Einige CC-Lizenzen schränken die Nutzung relativ stark ein, andere wiederum sorgen dafür, dass auf das Urheberrecht so weit wie möglich verzichtet wird. Veröffentlicht jemand beispielsweise ein Werk unter der Lizenz CC-BY-SA, dann erlaubt er die Nutzung durch andere Menschen, aber der Urheber sowie die betreffende Lizenz müssen angegeben werden“ (nach: Wikipedia - Creative Commons).

Zwei Bibliotheks-Zeitschriften erscheinen Open Access: Perspektive Bibliothek ist eine neue Open-Access-Zeitschrift im Bereich Bibliotheks- und Informationswesen, in der Referendare der Bibliotheksakademie Bayern ihre Beiträge veröffentlichen können (http://perspektive-bibliothek.uni-hd.de). In der ersten Ausgabe finden sich zwei Artikel zur zielgruppenspezifischen Vermittlung von Informationskompetenz sowie Beiträge zu den Themenkreisen Semantic Web und Linked Open Data, Bibliotheken im Film, Exlibris, DFG, Change Management und Archivgut/Archivgesetzen. Da diese Artikel zum großen Teil Überblickscharakter haben, eignen sie sich für alle Bibliothekare und Informationswissenschaftler, die sich kompakt zu einem Thema informieren möchten. In der Mitte Oktober 2012 erschienenen zweiten Ausgabe finden sich u. a. Artikel zur Europeana und zur Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB), zum Thema Open Access und Lizenzierung am Beispiel der Allianz-Lizenzen und zu den Verzeichnissen der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16., 17. und 18. Jahrhunderts (VD 16, VD 17, VD 18). - GMS Medizin – Bibliothek – Information ist die elektronische, frei im Internet verfügbare Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen (http://www.agmb.de). Sie veröffentlicht Beiträge aus dem Bibliotheks- und Informationswesen, wobei der Schwerpunkt auf Themen liegt, die für medizinische Hochschulbibliotheken, Krankenhausbibliotheken und Pharmabibliotheken von besonderem Interesse sind. GMS Medizin - Bibliothek - Information erscheint dreimal pro Jahr, wobei ein Teil jeder Ausgabe einem Schwerpunktthema gewidmet ist.

Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft spricht sich für Förderung von Open Access aus: In ihrer Sitzung am 25.06.2012 hat sich die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages für eine umfassende Förderung von Open Access im Wissenschaftsbereich ausgesprochen. Das Open Access-Prinzip soll in der deutschen Forschungsförderungspolitik und in der deutschen Hochschullandschaft auch durch die gemeinsame Entwicklung einer nachhaltigen Open Access-Strategie vorangetrieben werden. In den verabschiedeten Handlungsempfehlungen wird empfohlen, insbesondere die Zeitschriften, die von den Fachgesellschaften selbst herausgegeben werden, Open Access zu publizieren. Ausführliche Informationen stehen unter http://www.bundestag.de/internetenquete/Siebzehnte_Sitzung_Bericht/index.jsp zum Abruf bereit.

Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten fordert freien Zugang zu öffentlich finanzierten Studien- und Forschungsdaten: Öffentlich finanzierte Studien- und Forschungsdaten sollen frei zugänglich gemacht werden. Das fordert der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten in seinem Abschlussbericht zum Zukunftsdialog, den der Rat am 28.08.2012 der Bundeskanzlerin übergeben hat. Sollte der freie Zugang zu Daten nicht vorgesehen sein, müsse dies eigens begründet werden, wenn öffentliche Mittel dafür beantragt werden. Mehr als 100 Experten in 18 Arbeitsgruppen hatten an dem Bericht mitgearbeitet.

Open Access in Großbritannien: Im Juli 2012 haben die Research Councils UK (RCUK), die Dachorganisation der britischen Forschungsförderer, ihre aktualisierte Open-Access-Richtlinie veröffentlicht. Veröffentlichungen, die ab dem 01.04.2013 ganz oder teilweise durch die RCUK finanziert werden, müssen in Zeitschriften publiziert werden, die der RCUK Open Access Richtlinie entsprechen und einen Hinweis auf die Förderart und Informationen zur Zugänglichkeit enthalten. Ferner müssen die Zeitschriften über eine CC-BY-Lizenz und die Option „pay-to-publish“ verfügen. Die RCUK werden insbesondere Forschungseinrichtungen und Universitäten Fördergelder zur Verfügung stellen, die eine „pay-to-publish“ Option in ihren Einrichtungen unterstützen. Anfang September 2012 kündigte die britische Regierung an, Open-Access-Publikationen mit einer Investition in Höhe von 10 Millionen Pfund in den kommenden Jahren zu unterstützen. Ziel der Maßnahme ist es, Forschungsergebnisse direkt in wissenschaftlichen Zeitschriften zu publizieren, in denen die Ergebnisse sofort und ohne Einschränkungen nutzbar sind (“Goldener Weg”).

EU-Kommission will Zugang zu Forschungsdaten erleichtern: Die Europäische Kommission will Forschern und Unternehmen den Zugang zu öffentlich geförderter europäischer Forschung erleichtern. Bis 2016 sollen 60 Prozent der Forschungsergebnisse frei verfügbar sein, lautet das Ziel. In der http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons zu den geplanten Maßnahmen heißt es, dass dadurch die Innovationskapazität der EU gestärkt und die Bürger rascher in den Genuss der Vorteile wissenschaftlicher Entdeckungen kämen. Die jährlichen Forschungsinvestitionen in Höhe von 87 Milliarden Euro würden auf diese Weise für Europa rentabler genutzt und die Steuerzahler würden nicht zweimal für Forschungsergebnisse zahlen müssen. Die Europäische Kommission will dies zunächst bei „Horizont 2020“, dem Forschungs- und Innovationsförderprogramm der EU für 2014 bis 2020, umsetzen. Ab 2014 müssen alle durch das Programm geförderten Artikel frei zugänglich sein. Zwei Wege schlägt die Kommission vor: erstens den „goldenen“ freien Zugang, bei dem die Publikationen sofort online verfügbar sind. Hier könnten die Veröffentlichungskosten gegebenenfalls von der Europäischen Kommission erstattet werden. Zweitens den „grünen“ freien Zugang. Forscher stellen ihre Artikel spätestens sechs Monate nach der Veröffentlichung (zwölf Monate im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften) über ein frei zugängliches Archiv zur Verfügung. Den EU-Mitgliedstaaten wird empfohlen bei nationalen öffentlichen Forschungsprogrammen ähnlich zu verfahren. So sollen bis 2016 von den veröffentlichten Resultaten der in Europa öffentlich geförderten Forschung 60 Prozent frei zugänglich sein. In Großbritannien etwa wurde bereits am 16.07.2012 angekündigt, dass bis 2014 öffentlich geförderte Forschungsliteratur insgesamt frei zugänglich sein soll (vgl. dazu die Meldung von heise online vom 17.07.2012). Die Kommission will zudem mit Möglichkeiten des freien Zugangs zu Daten experimentieren, die im Rahmen öffentlich finanzierter Forschungsarbeiten gewonnen wurden (nach: Börsenblatt online vom 18.07.2012).

DIE fördert Open Access für Veröffentlichungen: Im 1. Halbjahr 2012 sind mehr als 250 Publikationen des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V. (DIE) für den kostenlosen Online-Zugriff freigeschaltet worden. Diese Initiative steht in engem Zusammenhang mit einer breiten Open Access-Strategie des Instituts, die ihre Wurzeln in den 1990er Jahren hat. Seit Ende der 90er Jahre ist das DIE mit texte.online Anbieter von Open Access-Publikationen und gehört damit im Bereich der Erziehungswissenschaften zu den Pionieren in diesem Bereich. In größerem Umfang ist dies im 1. Halbjahr 2012 erfolgt, nachdem mit dem W. Bertelsmann Verlag entsprechende Embargo-Fristen vereinbart wurden. Danach werden Titel der DIE-Buchreihen spätestens nach fünf Jahren freigeschaltet, Beiträge in der Reihe Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung bereits drei Jahre nach Erscheinen. Auf dieser Grundlage wurden im 1. Halbjahr 2012 neben 206 Zeitschriftenaufsätzen 66 Bücher der Erscheinungsjahre 2003 bis 2008 freigeschaltet. Ab Herbst 2012 wird das DIE ausgewählte Titel seiner vier Buchreihen von vornherein Open Access publizieren („Goldener Weg“).

Handreichung für Repository-Manager, Bibliothekare und Autoren: Eine Handreichung mit dem Titel Open-Access-Rechte in Allianz- und Nationallizenzen wendet sich an Repository-Manager, Bibliothekare, Autoren und alle Interessierte, die sich mit der Zweitveröffentlichung auf Grundlage von Allianz- oder Nationallizenzen im Alltag auseinandersetzen. Sie erläutert die verschiedenen Begrifflichkeiten im Umfeld des Lizenzmodells und gibt einen kurzen Abriss zur Entstehung. Insbesondere werden folgende Fragen beantwortet: Welche Autoren und Institutionen profitieren von der Regelung und für welche Zeitschriften gelten diese? Welche Schritte sind durchzuführen, bevor eine Zweitveröffentlichung nach dem Open-Access-Prinzip realisiert werden kann? Wie unterscheiden sich Allianz- und Nationallizenzen? Die Handreichung ist als PDF-Dokument auf der Website der Nationallizenzen zu finden (http://www.nationallizenzen.de/open-access). Zusätzlich kann dort eine Excel-Datei eingesehen werden, die eine Übersicht zur Nutzung der verhandelten Open-Access-Rechte bietet.

Helmholtz-Zentren kooperieren mit Copernicus Publications: Um den Open-Access-Gedanken in der Wissenschaft zu fördern, haben sechs Helmholtz-Zentren einen Vertrag mit dem Verlag Copernicus Publications unterzeichnet. Den Urhebern wissenschaftlicher Beiträge wird dadurch das Publizieren von Büchern als Open-Access-Titel erleichtert. In Zukunft werden die Publikationsgebühren, die bei der Veröffentlichung in den Zeitschriften des Open-Access-Verlages für die Autoren anfallen, zentral abgerechnet. Mit 28 von Experten begutachteten Fachzeitschriften und 14 wissenschaftlichen Diskussionsforen ist Copernicus Publications der weltweit größte Open-Access-Verlag im Bereich der Geowissenschaften. Einige der Publikationen werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Helmholtz-Gemeinschaft herausgegeben.

Springer veröffentlicht Open-Access-Bücher: Springer baut seine Marke SpringerOpen (http://www.springeropen.com/) aus und bietet künftig die Möglichkeit, auch Bücher als Open Access-Titel zu veröffentlichen. Springers Open Access-Angebot bestand bislang aus Open Access-Zeitschriften unter den Marken SpringerOpen und BioMed Central sowie aus dem Hybridmodell Springer Open Choice. Der Autor bzw. Herausgeber behält das Copyright für das komplette Open Access-Buch und somit für jedes einzelne Kapitel. SpringerOpen Bücher erscheinen unter der Creative Commons Attribution Non-Commercial (CC BY-NC) Lizenz, die die freie Verbreitung der Inhalte und die freie Weiterverwertung für nicht-kommerzielle Zwecke unterstützt, solange der Autor/Herausgeber korrekt zitiert wird. Die Open-Access-Bücher werden im Verzeichnis für Open Access-Bücher DOAB = Directory of Open Access Books (http://www.doabooks.org/) verzeichnet.

Open Data

Erklärungen und Definitionen zum Begriff Open Data:
- Definition Offenes Wissen (http://opendefinition.org/okd/deutsch/); - The Power of Open (http://thepowerofopen.org/); - Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates zur Änderung der Richtlinie 2003/98/EG über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors (http://ec.europa.eu/information_society/policy/psi/docs/pdfs/directive_proposal/2012/de.pdf); - Europeana White Paper 2: The Problem of the Yellow Milkmaid - A Business Model Perspective on Open Metadata. Authors: Harry Verwayen, Martijn Arnoldus, Peter B. Kaufman (http://pro.europeana.eu/documents/858566/2cbf1f78-e036-4088-af25-94684ff90dc5/).

Vortrag zu Open Data: Volker Conradt, der stellvertretende Leiter des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg, hat auf dem 13. BSZ-Kolloquium an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg einen Vortrag zum Thema „Datennutzung, Open Data, Linked Open Data im SWB-Verbund“ gehalten. Die Vortragsfolien stehen unter http://swop.bsz-bw.de/volltexte/2012/1047/ zum Nachlesen bereit. Conradt erläuterte die Begriffe Open Data und Linked Open Data und führte in die „Geheimnisse“ des Semantic Web ein.

HeBIS-Verbund seit Juli 2012 Linked Open Data: Seit Ende Juli 2012 liegen 17 Millionen Titeldatensätze des HeBIS-Verbundkatalogs als Linked Open Data unter der Creative Commons Lizenz CC0 zum Download bereit. Zusätzlich hat HeBIS diese Daten auch über die von der Open Knowledge Foundation betriebene Website http://thedatahub.org zugänglich gemacht. Durch weltweite Nutzung und Verlinkung der Daten mit anderen Datenquellen ist mit einer Aufwertung und auch einer größeren Nachnutzbarkeit dieser Daten zu rechnen. Weitere Informationen zum kompletten HeBIS-Angebot im Bereich Linked Open Data stehen auf der Startseite des HeBIS Linked Open Data Services zur Verfügung.

Themenheft zur US-amerikanischen Open-Data-Debatte: Die aktuelle Ausgabe von NISO Information Standards Quarterly enthält interessante Beiträge aus der amerikanischen Debatte zum Thema „Linked Data for Libraries, Archives, and Museums“ (http://www.niso.org/publications/isq/2012/v24no2-3/). Das Heft enthält u. a. Beiträge zu folgenden Themen: Linked Data Vocabulary Management; OCLC’s Linked Data Initiative: Using Schema.org to Make Library Data Relevant on the Web; Europeana: Moving to Linked Open Data.

Bundesregierung richtet Behörden-Portal mit freien Daten ein: Die Bundesregierung will bis Anfang 2013 ein Internet-Portal mit frei zugänglichen Behördendaten von Bund, Ländern und Gemeinden einrichten. Damit folgt die Regierung den Empfehlungen der aktuellen Studie "Open Government Data Deutschland" (PDF-Datei) des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), die eine Bestandsaufnahme des Themas Open Data liefert. Zum Start des Portals sollen öffentliche Statistik-, Umwelt- und Geodaten verfügbar gemacht werden. Eine Kurzfassung der Studie ist auf den Seiten des Bundesinnenministeriums unter http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/OED_Verwaltung/ModerneVerwaltung/opengovernment_kurzfassung.pdf zu finden. In der Kurzfassung der mehr als 500 Seiten umfassenden Studie werden die rechtlichen, organisatorischen und technischen Dimensionen dargestellt.

BMF startet Open-Data-Webportal zum Bundeshaushalt: Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat das Webportal Bundeshaushalt-info.de gestartet, das den Bürgern den Bundeshaushalt 2012 transparent und zugänglich machen soll. In interaktiven „Haushaltskreisen“ und Balkendiagrammen kann man sich einen Überblick über die geplanten Ausgaben und Einnahmen verschaffen. Dabei lassen sich die Angaben bis auf einzelne Haushaltstitel verfolgen, beispielsweise wie hoch die Zinsaufwendungen für Bundesanleihen 2012 sind. Dazu führen direkte Links zu den offiziellen Haushaltsplänen. Außerdem werden die Rohdaten frei zugänglich und unbeschränkt nutzbar zur Verfügung gestellt. Zusätzlich gibt es ein Glossar, in dem sich Begriffe nachschlagen lassen (nach heise online vom 17.08.2012).

Neue Positionspapiere von Wissenschaftsrat und DFG

Der Wissenschaftsrat hat am 13.07.2012 ein Papier mit dem Titel „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen in Deutschland bis 2020“ vorgelegt. Bund und Ländern wird darin empfohlen, eine gemeinsame Finanzierung von Informationsinfrastrukturen und ihren Serviceangeboten, besonders an Hochschulen, zu ermöglichen. Zudem sollten Bund und Länder sich zukünftig besser abstimmen, bevor sie über die Neugründung, Zusammenlegung oder Schließung von Informationsinfrastruktureinrichtungen entscheiden. Großen Abstimmungsbedarf sieht der Wissenschaftsrat auch bei der Bearbeitung der derzeit wichtigsten Infrastrukturaufgaben wie beispielsweise der (Retro-) Digitalisierung, der Langzeitarchivierung und der langfristigen Sicherung des Zugangs zu Forschungsdaten und Informationen. Eine zentrale Empfehlung richtet sich an Bund und Länder, die einen Rat für Informationsinfrastrukturen als übergeordnetes Koordinierungsgremium einrichten sollen. Dieser Rat sollte eine Abstimmung zwischen den unterschiedlichen Initiativen gewährleisten und Bund und Ländern künftig Empfehlungen zur strategischen Weiterentwicklung des Informationsinfrastruktursystems geben.

Am 03.07.2012 hat der Senat der DFG ein neues Positionspapier mit dem Titel „Die digitale Transformation weiter gestalten – Der Beitrag der DFG zu einer innovativen Informationsinfrastruktur für die Forschung“ verabschiedet, in dem die DFG sich mit Nachdruck für eine strategische Weiterentwicklung der Informationsinfrastrukturen in Deutschland einsetzt. Das Ziel des vom Ausschuss für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme erarbeiteten Positionspapiers ist, die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Informationsinfrastrukturen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen voranzutreiben. Dafür legt es Analysen vor und unterbreitet Vorschläge.

Der DFG-Jahresbericht gibt einen Überblick über die Ereignisse im Jahr 2011 und stellt ausführliche Statistiken zum DFG-Fördergeschehen zur Verfügung (http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/geschaeftsstelle/publikationen/dfg_jb2011.pdf). Als Ergänzung zum Jahresbericht mit dem Titel „Aufgaben und Ergebnisse“, der als gedruckter Band und als PDF verfügbar ist, bietet das zusätzliche Online-Angebot „Programme und Projekte“ Informationen zu den Fördermaßnahmen des Berichtsjahres und erlaubt die Recherche nach Projekten, Personen oder Orten (http://jahresbericht.dfg.de/2011/OCTOPUS).

Weitere Informationen zu den Themen Fernleihe, Dokumentlieferung und Internet-Recherche

Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ)

Die Datenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) (http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/) enthielt Ende September 2012 57,7 Mio. Bestandsnachweise und circa 17,6 Mio. Titelnachweise.

Der BSZ-Newsletter informiert per E-Mail über Neuigkeiten, insbesondere über neue Dienstleistungen, Aktualisierungen von SWB-Datenbanken, Hinweise auf Updates und aktualisierte Webseiten, interessante Links und Veröffentlichungen, Termine und Veranstaltungen. Der BSZ-Newsletter kann auf der Seite http://www.bsz-bw.de/publikationen/newsletter/index.html kostenfrei abonniert werden. Dort steht auch ein Archiv sämtlicher Ausgaben bereit. Auch der ZKBW-Dialog veröffentlicht regelmäßig interessante Inhalte des aktuellen BSZ-Newsletters in Auswahl.

Mit Hilfe des BSZ baut die Hochschulbibliothek der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ein eMedien-Portal auf. In einer ersten Phase wurden E-Books der ZHAW in die Verbunddatenbank eingespielt. Seit kurzem verfügt die ZHAW über eine produktive Beta-Version, die auf der Grundlage einer lokalen Sicht auf den SWB-Verbund-OPAC den Zugriff auf die 20.000 E-Books der ZHAW sowie auf die rund 190.000 Titel lizenzfreier Online-Ressourcen erlaubt. Derzeit kann man alle WISO-, Springer- und Beltz-Titel, die die Bibliothek lizenziert hat, im Portal recherchieren und auf diese zugreifen (s. auch http://www.zhaw.ch/zhaw/hochschulbibliothek/emedien-portal.html).

Aktuell betreibt das BSZ insgesamt neun produktive Koha-Installationen (darunter Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, Bibliothek der MHMK Macromedia Hochschule, Mathematisches Forschungsinstitut Oberwolfach sowie fünf Seminarbibliotheken in Esslingen, Heilbronn, Stuttgart, Rottweil und Weingarten) sowie die angepasste Rechercheoberfläche für die virtuelle Klosterbibliothek Lorsch. Ihre Erfahrungen mit Koha (http://www.bsz-bw.de/bibliothekssysteme/koha.html) schildern Katrin Fischer und Angelika Stabenow in einem Aufsatz in Heft 1 (2012) der Zeitschrift Buch und Bibliothek: Eine Brücke zwischen Alt und Neu (auf dem BSZ-Opus-Server unter http://swop.bsz-bw.de/volltexte/2012/1015/). Am 28./29.08.2012 fand ein Koha-Workshop des BSZ in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart statt. Die Vortragsfolien der zweitägigen Veranstaltung können unter http://swop.bsz-bw.de/schriftenreihen_ebene2.php?sr_id=14&la=de abgerufen werden. Katrin Fischer hat auf dem 13. BSZ-Kolloquium am 01./02.10.2012 an der PH Ludwigsburg einen Überblick über die Entwicklungen der letzten Zeit gegeben (http://swop.bsz-bw.de/volltexte/2012/1059/).

BSZ One Stop Search (BOSS) ist ein Resource Discovery Service (RDS) des BSZ für die Literaturrecherche und -beschaffung einer wissenschaftlichen Bibliothek im SWB. BOSS präsentiert dem Leser die Metadaten des lokalen Bibliothekskatalogs, des Verbundkatalogs und einer umfassenden Sammlung von Zeitschriftenaufsätzen unter einer Oberfläche als einen Suchraum (One Stop Search), zusammen mit allen Zugangs- bzw. Bestellmöglichkeiten (Download, Ortsleihe/Vormerkung, Fernleihbestellung). Standardmäßig enthält der Suchraum die Artikeldaten SwetsWise Metadata (SwetScan), für die eine Landeslizenz besteht. Alternativ können externe Indizes von EBSCO (EDS) oder Serials Solutions (Summon) eingebunden werden, sofern die Bibliothek eine entsprechende Lizenz erwirbt. Das System kann auch ohne Artikeldaten eingesetzt werden als alternative Suchoberfläche für den SWB, z. B. als Fernleihportal. BOSS wird derzeit im Einsatz mit dem Bibliothekssystem aDIS/BMS entwickelt. Weitere Informationen finden sich unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=projekte:boss:start.

Die Virtuelle Auskunft InfoDesk (http://www.bsz-bw.de/mare/auskunft/infodesk.html) bedient einen weitgehend stabilen Kundenkreis, für den die Anwendung in der täglichen Bearbeitung von E-Mail-Anfragen ein unentbehrliches Werkzeug ist. Neue Entwicklungen runden das Instrument funktional ab: So wurde nun ermöglicht, mehrere inhaltlich unterschiedlich strukturierte Erfassungsformulare innerhalb einer Auskunfts-Anwendung zu betreiben. Damit kann beispielsweise ein rein OPAC-bezogenes Frageformular mit individuellen Menüeinträgen parallel zum Formular für allgemeine Benutzeranfragen angeboten werden. Die Anfragen werden zusammen in einer Bearbeitersicht gemeinsam verwaltet; zu allen verwendeten Formularen können parallele englischsprachige Formulare angeboten werden sowie individuelle Mail-Imports. Die Benutzerrechte können für Fragen unterschiedlicher Provenienz differenziert vergeben werden. Diese Möglichkeit wird seit April 2012 in einer Kunden-Einrichtung produktiv eingesetzt.

Eines ständig wachsenden, auch überregionalen Interessenten- und Kundenkreises erfreut sich das Repositorien-Hosting des BSZ. So gehen allein zwei Installationen für die Bibliothek der Fachhochschule Köln in Betrieb. Gleichzeitig sind mehrere weitere Repositorien in Vorbereitung. Da es technisch kaum möglich ist, neue Funktionalitäten oder auch Sicherheitsupdates in der OPUS 3.3 Software zu implementieren, greift das BSZ für neue Installationen entweder auf OPUS 4 (http://www.kobv.de/opus4) oder auf DSpace (http://www.dspace.org/) zurück. OPUS 4 zeichnet sich dabei durch ein besseres Schriftenreihenmodul aus, während DSpace mehr moderne Schnittstellen unterstützt und eine differenziertere Rechteverwaltung erlaubt. Die Entscheidung, neben OPUS die international am weitesten verbreitete Repositorien-Software DSpace einzuführen, fiel u. a. aufgrund ihrer Anwendung in den baden-württembergischen Universitätsbibliotheken Freiburg, Konstanz und Tübingen.

Die Digitalen Objektkataloge, die das BSZ auf Basis der Eigenentwicklung SWBexpo (vgl. dazu die Präsentation von Christof Mainberger: Digitale Kataloge mit SWBexpo auf dem 13. MusIS-Nutzertreffen 2012 in Mannheim am 18.06.2012) zunächst zur Internetpräsentation von musealen Sammlungen konzipiert hat, finden ein immer größeres Anwendungsgebiet: Neben den Auftritten für die Staatsgalerie Stuttgart (http://www.staatsgalerie.de/digitalerkatalog/) und der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe (http://www.kunsthalle-karlsruhe.de/de/mediathek/sammlung-online.html) sind Präsentationen für das Badische Landesmuseum, die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha sowie weiteren Museen in Vorbereitung. Zudem wird SWBexpo für das Sozialwissenschaftliche Archiv der Universität Konstanz und für die Digitalisate der Bodenseebibliotheken eingesetzt.

Bei der digitalen Langzeitarchivierung (http://www.bsz-bw.de/mare/lza/index.html) bewähren sich die eingeführten Verfahren zur Bestandsdokumentation, regelmäßigen Integritätsüberprüfung und entsprechender Berichte an die Auftraggeber an immer größer und vielfältig werdenden digitalen Sammlungen, die dem BSZ zur Archivierung übergeben werden. Um Kapazitätsengpässen zu begegnen, wird die Zusammenarbeit mit der Large Scale Data Facility am Steinbuch Centre in Karlsruhe sowie dem Rechenzentrum der Universität Konstanz vorbereitet. Die Entwicklung von SWBcontent (http://www.bsz-bw.de/mare/lza/swbcontent.html) zielt aktuell insbesondere auf die Implementierung differenzierter Rechteverwaltung, Volltextsuche und die Anbindung des Webharvesters Heritrix. Dies bereitet die Elektronische Pflichtablieferung über das Baden-Württembergische Online-Archiv BOA (http://www.boa-bw.de/) vor, die mit den Landesbibliotheken abgestimmt wird. Eine rege Nachfrage trifft SWBregio (http://www.swbregio.de/), über das z. B. kommunale Archive Webseiten ihres Sammlungsauftrags sammeln und archivieren können. Ebenso steigt der Bedarf deutlich, einzelne digitale Publikationen in SWBdok dauerhaft abzulegen und verfügbar zu machen. Das BSZ nimmt an den Projekten bwFLA – Funktionale Langzeitarchivierung, ein Projekt des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg, und Webarchivierung an Hochschulen teil. Im Projekt bwFLA (http://www.bsz-bw.de/mare/projekte/bwfla.html) sollen in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg, dem Kompetenzzentrum für kulturelle Überlieferung – digital Karlsruhe (KÜdKa) / Hochschule für Gestaltung (HFG) Karlsruhe, dem Landesarchiv sowie dem KIZ Ulm praktische Arbeitsabläufe zur Archivierung von komplexen digitalen Objekten erarbeitet werden. Das Projekt Webarchivierung an Hochschulen (http://www.bsz-bw.de/mare/projekte/hochschulwebarchiv.html) beschäftigt sich mit Forschungsinhalten, die sich nur noch auf Webseiten in Hochschulen niederschlagen, und bemüht sich, diese zu dokumentieren und zu archivieren. Partner in diesem Projekt sind die HTWG Konstanz und die Universität Konstanz.

BAM, das Portal zu Bibliotheken, Archiven und Museen (http://www.bam-portal.de/), das vom BSZ gehostet wird, ist nun Teil des UNESCO „Kaleidoskop der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ (http://www.unesco.de/kaleidoskop.html). Mit diesem Projekt sammelt die Deutsche UNESCO Kommission Beiträge zur Umsetzung der UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Die Online-Plattform umfasst rund 50 Projekte, Initiativen und Maßnahmen, die die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und die Umsetzung der Konvention in und durch Deutschland spiegeln. Sechs dieser Projekte kommen aus dem Bibliotheksbereich, eines davon ist das BAM-Portal. Das BAM-Portal wurde als Beispiel für die Rubrik „Informationsaustausch“ ausgewählt, für die Umsetzung von Artikel 9 „Informationsaustausch und Transparenz“ der UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Der Link zum Projekt lautet http://www.unesco.de/6686.html. Mit der Integration der als Linked Open Data bereitgestellten Daten des B3Kat aus dem Bayerischen Bibliotheksverbund (BVB) sowie des Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin Brandenburg (KOBV) sind nun vier Bibliotheksverbünde (BVB, KOBV, GBV, SWB) in BAM vertreten und die Gesamtzahl der Titel aus Bibliotheken wurde auf mehr als 61 Mio. erhöht. Das Bundesarchiv, ein BAM-Teilnehmer der ersten Stunde, hat ebenfalls seine Bestände in BAM erweitert und ist nunmehr mit 2.105 Beständen, die insgesamt über 1.600.000 Archivalien umfassen, vertreten. Einen weiteren Zuwachs steuern die Staatlichen Archive Bayern bei: sie haben ihre Findmitteldatenbank mit 234 Beständen, bestehend aus insgesamt mehr als 310.000 Archivalien, in BAM eingebracht.

Nachdem der Betrieb des Museumsinformationssystem imdas pro (http://www.imdas.at/) den häufigen Update-Zyklen des Herstellers angepasst wurde, widmet sich das Team Museen, Archive und Repositorien (MARE) wieder verstärkt der Arbeit an den Themen Normvokabular und Thesauri im Museumsbereich. Als Ergänzung zur Nutzung via Citrix wird eine Variante des Systems, imdas web, getestet, welche einen Zugang über den Browser ermöglicht, der für weniger komplexere Arbeiten geeignet ist. Dieses Angebot soll sich an kleinere Häuser richten, für die auch ein eigens zugeschnittenes Betreuungsangebot konzipiert wird, das dann auch kostengünstig angeboten werden kann. Mit dem Amt für Kultur Basel-Landschaft sowie der Kooperationsinitiative Museen Baselland (KIM.BL), die ebenfalls das System imdas pro verwenden, wurde eine Zusammenarbeit begründet, die neben dem fachlichen Austausch einen ersten Ausdruck im Aufbau von Digitalen Katalogen mit SWBexpo finden wird. Eine weitere Kooperation ist mit dem digiCULT-Verbund (http://www.digicult-verbund.de/) in Vorbereitung, die insbesondere in Norddeutschland Museumsdokumentation unterstützt. Mit etwa 45 Teilnehmern sehr gute Resonanz fand das MusIS-Nutzertreffen, das am 18.06.2012 in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim stattfand und neben Erfahrungsberichten aus Museen den Schwerpunkt Normvokabular sowie die kommende imdas pro-Version behandelte.

Eine Zusammenstellung von Links zu weit mehr als 200 Autoren aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum präsentiert das BSZ in seinem Wiki unter der Adresse https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=linksammlungen:fabio:anglistik2. Elektronisch vorliegende Dissertationen mit Bezug auf diese Autoren sind zusätzlich in die Zusammenstellung aufgenommen worden.

SWB (Südwest-Region und Sachsen)

Südwest-Region (Baden-Württemberg und Saarland)

Zeitungen sind auch im Zeitalter von Multimedia und Internet gefragt. Nach den Erhebungen der Media-Analyse 2012 lesen über zwei Drittel der Deutschen über 14 Jahren täglich eine Zeitung (68,4 Prozent). Daten zur Zeitungsnutzung in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit Vergleichszahlen für das Bundesgebiet stehen bei Mediendaten Südwest zum Abruf bereit.

Landeskunde entdecken online - LEO-BW (http://www.leo-bw.de/), das unter der Federführung des Landesarchivs Baden-Württemberg von zahlreichen Partnerinstitutionen, darunter dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ), den beiden Landesbibliotheken in Karlsruhe und Stuttgart, den Universitätsbibliotheken Freiburg, Heidelberg und Tübingen sowie den Landesmuseen in Karlsruhe und Stuttgart, aufgebaute vernetzte landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg, ist Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ (http://www.land-der-ideen.de/365-orte/365-orte-im-land-ideen). „Deutschland - Land der Ideen“ ist eine gemeinsame Initiative von Wirtschaft und Bundesregierung und prämiert in Kooperation mit der Deutschen Bank seit 2006 Ideen und Projekte, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten.

Das Deutsche Volksliedarchiv (http://www.dva.uni-freiburg.de/) in Freiburg/Br. und die Staatsbibliothek zu Berlin werden in den kommenden zwei Jahren ihre Sammlungen deutschsprachiger Liedflugschriften des 16. bis 20. Jahrhunderts inhaltlich erschließen, digitalisieren und im Internet präsentieren. Als Kooperationspartner beteiligt ist das Archiv des Österreichischen Volksliedwerks Wien, eine Sondersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, das die Daten der dort bereits erschlossenen und digitalisierten Liedflugschriften dem Projekt zur Verfügung stellt. Damit umfasst das neu entstehende Verzeichnis der deutschsprachigen Liedflugschriften digital künftig über 15.000 Flugschriften, die circa 33.000 Lieder enthalten. Die DFG fördert das Kooperationsprojekt für zwei Jahre.

Seit Anfang 2012 präsentiert das Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg/Br. das Songlexikon / Encyclopedia of Songs (http://www.songlexikon.de) im Web. Das Songlexikon beleuchtet internationale Popsongs ab Beginn der Tonaufzeichnung in ihrem kulturellen Kontext (von „Veronika, der Lenz ist da“ der Comedian Harmonists bis zu Madonnas „Hung Up“). Die allgemeinverständlichen Erläuterungen sind in deutscher und englischer Sprache verfasst. Sie umfassen u. a. Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte des Songs/Albums/Musikvideos, die Einordnung in den historischen, politischen oder soziokulturellen Kontext, die Rezeption des Songs und mögliche Weiter- und Wiederverwendungen als Covervorlage, Soundtrack usw. Disko- und bibliografische Angaben komplementieren die Artikel (nach: Forum Musikbibliothek 33. 2012. H.2. S.48/49).

Die historische Bibliothek des Klosters St. Peter im Schwarzwald existiert in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung heute nicht mehr. Im Zuge der Klosteraufhebungen von 1806 wurden die Bestände an Büchern und Handschriften, die bis zu diesem Zeitpunkt auf circa 20.000 Bände angewachsen waren, über verschiedene Bibliotheken Baden-Württembergs verteilt, vor allem auf die Badische Landesbibliothek <31> in Karlsruhe und auf die UB Freiburg <25>. Das Projekt Virtuelle Bibliothek St. Peter der UB Freiburg, an dem mehrere baden-württembergische Partner beteiligt sind, hat sich zum Ziel gesetzt, die barocke Klosterbibliothek anhand historischer Quellen in ihrem Grundbestand zu rekonstruieren und die heute verstreuten Bücher virtuell wieder zusammenzuführen. Zu ihrem Projekt Virtuelle Bibliothek St. Peter im Schwarzwald, der Geschichte der Bibliothek und ihrer Bestände, den neuesten Digitalisierungen, ausgewählten Quellen und Archivalien zum Kloster und anderen speziellen Themen, informiert die UB Freiburg auf ihrer Website.

Die Ausgabe des Newsletters Masala Jg. 7. Nr. 3. Juli 2012 von Savifa, der Virtuellen Fachbibliothek Südasien (http://www.savifa.uni-hd.de/), der von der Bibliothek des Südasien-Instituts <16/77> in Heidelberg herausgegeben wird, ist dem Thema „Erinnerung an die Unabhängigkeit von Bangladesch“ gewidmet. Außerdem informiert der Newsletter über Neuigkeiten aus dem Sondersammelgebiet Südasien und präsentiert die Neuerwerbungen der Bibliothek des Südasien-Instituts.

Seit Mitte September 2012 ist der Erwerbungsjahrgang 1970 der UB Heidelberg <16> komplett im Online-Katalog HEIDI erfasst. Damit enthält HEIDI nun alle in den Jahren 1970 bis 2012 von der UB Heidelberg erworbenen Titel, ältere Literatur dagegen noch nicht vollständig. Deshalb muss bei älterer Literatur zusätzlich der DigiKat der UB benutzt werden.

Als zentraler Publikationsnachweis verzeichnet die Universitätsbibliographie HeiBIB (http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/kataloge/heibib/) die wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Mitglieder der Universität Heidelberg. Die Universitätsbibliographie ersetzt seit 2012 die ältere Dozentenbibliographie, in der Publikationen der Erscheinungsjahre 1992-2011 verzeichnet sind.

Die Forschungsdatenbank cranach.net wird durch die UB Heidelberg <16> im Rahmen ihres Sondersammelgebiets “Europäische Kunstgeschichte bis 1945″ gehostet. Neu ist nicht nur die institutionelle Einbindung, sondern auch der kunsthistorische Ansatz mittels moderner Forschung im Web 2.0. Cranach.net ist Datenbank und Forschungsplattform zugleich und unterscheidet sich von anderen Datenbanken durch ihren interaktiven Aufbau als Wiki. Seit der Einführung von cranach.net im Januar 2010 wurden die Seiten des Projekts im Internet über 380.000 mal aufgerufen, knapp 2.700 Artikel zu Cranach-Werken erarbeitet und 12.500 Abbildungen bereitgestellt.

Im Bestand der UB Heidelberg werden neben den mittelalterlichen Handschriften auch mehr als 3.000 Urkunden aufbewahrt. Bei insgesamt knapp 1.000 der Urkunden handelt es sich um Dokumente zur Geschichte der Kurpfalz sowie Heidelbergs und seiner Universität. Darüber hinaus deckt ein Teil des Bestandes die oberschwäbische Klosterlandschaft am Bodensee ab. Die Sammlung umfasst Urkunden vom 12. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, darunter zahlreiche Königs-, Kaiser- und Papsturkunden. Seit Frühjahr 2012 werden diese historischen Quellen im Rahmen eines vom Land Baden-Württemberg finanzierten Projektes im Digitalisierungszentrum der UB digitalisiert. Zahlreiche Urkunden sind bereits online und können unter http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/digi/urkunden/welcome.html betrachtet werden.

Seit August 2012 präsentiert der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK) die Volltitel der meisten Zielkataloge in neuer Form. Für Bücher mit ISBN werden - sofern ermittelbar - Cover-Bilder angezeigt.

Die Bibliothek der Universität Konstanz <352> informiert laufend über den Fortgang der Sanierung unter http://www.aktuelles.uni-konstanz.de/sanierung-bibliothek/. Zusätzlich hat die Bibliothek einen BibBauBlog (http://www.ub.uni-konstanz.de/bibliothek/bibbaublog/) eingerichtet, in dem sie über die Sanierung informiert, mit den Benutzern diskutiert und weitere Ideen sammelt und aufnimmt.

Auch die UB Mannheim <180> bietet seit einiger Zeit in ihrem Online-Katalog Primo Hintergrundinfos zu Autoren aus der Wikipedia an, falls der Autor eines recherchierten Titels einen Eintrag in der Web-Enzyklopädie besitzt.

Die UB Mannheim hat – zusammen mit der ULB Düsseldorf <61>, der ULB Halle <3> und der Bibliothek der TU Bergakademie Freiberg/Sachsen <105> – im Bibliotheksindex BIX online (http://www.bix-bibliotheksindex.de/) in der Vergleichsgruppe der einschichtigen Bibliothekssysteme am besten abgeschnitten und in allen Leistungsbereichen die Gruppe Gold erreicht. Damit ist die UB Mannheim in der Vergleichsgruppe die einzige baden-württembergische Bibliothek mit der höchsten Kategorie von vier Sternen. Die UB Heidelberg hat in der Gruppe der zweischichtigen Bibliothekssysteme ebenfalls viermal Gold „geholt“ und liegt damit sogar an erster Stelle in Deutschland (vgl. dazu den Artikel von Martin Nissen. „Beste Bibliothek unter den großen wissenschaftlichen Bibliotheken – UB Heidelberg behauptet ihren Spitzenplatz“. Theke aktuell 2/2012. S.9-11). Der BIX wurde in diesem Jahr grundlegend erneuert. Statt des bisherigen Rankings wird der Kennzahlenvergleich nun in Form von Ergebnisgruppen aufbereitet (Rating). Alle Rating-Ergebnisse, Indikatoren und Basisdaten stehen auf der grundlegend überarbeiteten und neu gestalteten Seite zur Verfügung und können nach individuellen Vorgaben gefiltert, sortiert und mit einander verglichen werden. Auch ein Download von Daten ist jetzt möglich. Umfangreiche Hintergrundinformationen erläutern das Projekt, die Indikatoren und die Methodik (zur Neukonzeption des BIX vgl. Wimmer, Ulla. „Relaunch für den BIX: Sterne und Gold statt Rankingliste“. ProLibris 3/2012. S.112-116).

Am 01.12.2012 startet im Deutschen Literaturarchiv Marbach (DLA) das auf drei Jahre konzipierte Projekt Aufbau eines Quellencorpus für die seit den 1990er Jahren entstehende Literaturgattung Netzliteratur. Ziel ist der Ausbau der bestehenden Sammlung Literatur im Netz (http://literatur-im-netz.dla-marbach.de/) mit einem typologisch beispielhaften Grundstock an Quellen. Die Literaturform „Netzliteratur“ verwendet das Internet nicht nur als Publikationsform, sondern nutzt die (Hyperlink-)Struktur des WWW als Gestaltungsmöglichkeit und Gegenstand ästhetischer Reflexion. Die Arbeiten sind in jeder Hinsicht eigenständige Kunstwerke. Die Quellen werden auf der Marbacher Archivierungsplattform Literatur im Netz und im Kontext der literarischen Quellendokumentation Kallías für die Forschung bereitgestellt. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit Netzliteratur-Autoren und -Forschern sowie dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) durchgeführt. Das BSZ unterstützt das Vorhaben als technischer Dienstleister mit der Archivierungsplattform „Literatur im Netz“ auf Basis der BSZ-eigenen Software SWBcontent, mit einer Testinstallation sowie Beratung bei der Erhebung von Metadaten zur Emulation und ihrer Einbettung in die Archivpakete. Das Projekt wird von der DFG gefördert.

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach (http://www.dla-marbach.de/) hat den Hauptnachlass des Mediziners und Philosophen Viktor von Weizsäcker (1886-1957) erworben. Dazu gehören unter anderem Manuskripte seiner veröffentlichten Schriften und der unveröffentlichten Heidelberger Vorlesungen. – Das vor knapp drei Jahren mit den Archiven der Verlage Suhrkamp und Insel aus Frankfurt in das Deutsche Literaturarchiv Marbach gekommene Autorenarchiv des Schriftstellers Uwe Johnson (1934-1984) muss aus finanziellen Gründen an die Universität Rostock abgegeben werden. Das DLA kann die Übernahme derzeit nicht finanzieren. In Rostock hatte Johnson Germanistik studiert. Dort gibt es auch eine Johnson-Stiftungsprofessur. - Der Dramatiker und Schriftsteller Tankred Dorst (geb. 1925) und seine Lebensgefährtin und Co-Autorin Ursula Ehler haben einen großen Teil ihres privaten Archivs an das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) übergeben. Das Archiv enthält zahlreiche Manuskripte, Werkentwürfe, Bühnenfassungen und Materialien zu nahezu allen Aufführungen der Theaterstücke sowie Prosatexte. Außerdem umfasst es Programmhefte, Theaterplakate, Szenenfotos und Korrespondenzen etwa mit Regisseuren wie Peter Palitzsch oder Peter Zadek. – Der Nachlass des DDR-Germanisten Claus Träger (1927-2005) wurde dem DLA Marbach von seiner Witwe Christine Träger als Stiftung übergeben. Trägers Nachlass ergänzt die Archive von DDR-Literaturwissenschaftlern, die einen Sammlungsschwerpunkt im Deutschen Literaturarchiv Marbach bilden. Dazu gehören u. a. die Nachlässe von Walfried Hartinger, Hans Kaufmann, Werner Mittenzwei und Manfred Naumann. - Der Autor und Bildende Künstler Christoph Meckel hat sein schriftstellerisches Archiv dem DLA Marbach übergeben. Das Archiv von Christoph Meckel enthält Manuskripte und Vorarbeiten zu seinen Büchern sowie umfangreiche Korrespondenzen, u. a. mit Jurek Becker, Peter Bichsel, Johannes Bobrowski, Hans Magnus Enzensberger, Sarah Kirsch, Wulf Kirsten, Karl Krolow, Brigitte Kronauer, Libuše Moníková, Fritz J. Raddatz, Peter Rühmkorf, Nelly Sachs, Hans Joachim Schädlich, George Steiner und Christa Wolf.

Auf Initiative des Deutschen Literaturarchivs Marbach, des Rosenzweig Minerva Research Center (Jerusalem) und der Universität Bonn wird eine Koordinationsstelle zur Erforschung deutsch-jüdischer Nachlässe in Israel eingerichtet. Sie soll einen wichtigen Beitrag zum Erhalt bedeutender Zeugnisse jüdischer Immigranten deutscher und mitteleuropäischer Herkunft in Israel leisten. Die Einrichtung der Koordinationsstelle wird in einer Pilotphase durch finanzielle Unterstützung des Auswärtigen Amts ermöglicht.

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart hat eine Website zum Projekt „Erinnerungsort Hotel Silber“ ins Netz gestellt (http://www.geschichtsort-hotel-silber.de/). Die Website bietet die erste differenzierte Dokumentation der Geschichte des Gebäudes, das ehemals Sitz der Politischen Polizei bzw. der Gestapo in Stuttgart war, und die erste umfassende Darstellung der Gestapo in Württemberg und Hohenzollern.

Das Universitätsarchiv Stuttgart bietet die Möglichkeit, in den Studentenverzeichnissen und Matrikellisten der (ehem.) Technischen Hochschule Stuttgart aus dem Zeitraum vom 01.10.1897 (Wintersemester 1897/1898) bis zum 31.03.1932 (Wintersemester 1931/1932) zu recherchieren (http://archiv.ub.uni-stuttgart.de/UAMatrikel/). Zur Suche nach den Studienzeiten einzelner Studierender muss auf der Seite Suche nach Zeitraum und Namen der Nachname und der vermutete Zeitraum des Studiums eingegeben werden. Die Datenbank liefert die Seiten aus den verschiedenen Matrikellisten und Studentenverzeichnissen, in denen die gesuchte Person stehen müsste, wenn sie an der TH Stuttgart studiert hat. In den Matrikellisten und Studentenverzeichnissen kann unabhängig von der Suche auch geblättert werden (Stöbern im Bestand).

Die Württembergische Landesbibliothek <24> in Stuttgart hat eine Liste wichtiger Handbuchbinderwerkstätten in Württemberg vom 15. bis zum 20. Jahrhundert jeweils mit Wirkungszeit, Name, Nachweis und Beispielbänden als PDF auf ihre Website gestellt (http://www.wlb-stuttgart.de/sammlungen/alte-und-wertvolle-drucke/hilfsmittel/).

Die WLB Stuttgart arbeitet seit 2010 am Projekt WZIS = Wasserzeichen-Informationssystem (http://www.wasserzeichen-online.de) zum Aufbau eines gemeinsamen Informationsportals für Wasserzeichen und deren Beschreibungen für die DFG-Handschriftenzentren mit. Die fachliche Leitung hat das Landesarchiv Baden-Württemberg. Weitere Kooperationspartner sind die BSB München, die UB Leipzig und die Österreichische Akademie der Wissenschaften sowie seit April 2012 die Staatsbibliothek zu Berlin und die Deutsche Nationalbibliothek (DNB). In der Projektphase 1 (01.02.2010 bis 31.01.2012) wurde das WZIS aufgebaut, ein Pflegemodul für die dezentrale Dateneingabe geschaffen und für die Darstellung der Inhalte im Internet ein Online-Präsentationssystem entwickelt. Das Angebot Piccard-Online des Landesarchivs Baden-Württemberg mit über 90.000 Wasserzeichen wurde eingebunden, zusätzliche Wasserzeichen digitalisiert und eingearbeitet (circa 11.000, die hauptsächlich von der WLB eingebracht wurden, aber auch von der BSB und der UB Leipzig). Das Präsentationsmodul ist seit Mai 2012 freigeschaltet. Für die Phase 2 (2012/13) sind weitere Funktionen in Planung: - Implementierung weiterer Funktionen: Umgang mit fragmentierten Wasserzeichen, externe Verlinkungen zum GW = Gesamtkatalog der Wiegendrucke (http://www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de/) und zur Datenbank Manuscripta Mediaevalia (http://www.manuscripta-mediaevalia.de/), die mehr als 75.000 Dokumente zu abendländischen Handschriften hauptsächlich in deutschen Bibliotheken verfügbar macht; - Inhaltliche Erweiterung: Schwerpunkt auf neuzeitliche Wasserzeichen (Musik-Projekt Berlin, DNB) und - Einbindung neuer Kooperationspartner wie der Staatsbibliothek zu Berlin und der Deutschen Nationalbibliothek (DNB). Die technische Überarbeitung wird es ermöglichen, zu einem Wasserzeichen mehrere Digitalisate, z. B. Wasserzeichen und Gegenmarke, Fragmente und die Ergebnisse verschiedener Aufnahmeformate, zu hinterlegen. Durch den Aufbau eines Thesaurus sollen bei komplexen Motiven die Wasserzeichen unabhängig von der Klassifikation besser recherchierbar gemacht werden.

2010 hat die UB Tübingen <21> mit einzelnen Digitalisierungsprojekten begonnen. Das erste große Projekt bezog sich auf die Theologie und damit eines der DFG-geförderten Schwerpunktfächer der UB. Die DFG hatte auch den Antrag auf die Digitalisierung von Zeitschriften und monographischer Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, in der sich die theologische Schulenbildung widerspiegelt, bewilligt. In zwei Jahren konnten mehr als 500.000 Seiten gescannt und ins Netz gestellt werden. Die Inhaltsverzeichnisse der Bücher bzw. die einzelnen Aufsätze der Zeitschriften wurden erfasst, so dass ein spezifischer Zugriff möglich ist. Da der Bestand vorwiegend in Fraktur-Schrift gedruckt vorlag, wurde allerdings auf den Einsatz von OCR verzichtet (http://idb.ub.uni-tuebingen.de/digitue/theo/). Inzwischen wurde ebenfalls mit Förderung der DFG mit einem Anschlussprojekt begonnen: Die Theologische Literaturzeitung, das wichtigste Rezensionsorgan in der evangelischen Theologie, wird seit Jahresanfang digitalisiert. Mit Genehmigung der Herausgeber und der Evangelischen Verlagsanstalt darf hier die Digitalisierung sogar die Bände bis 1995 umfassen. Ab Ende des Jahres sollen bereits die ersten Daten zugänglich sein. Seit 2011 hat mit Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die Digitalisierung von wertvollen und interessanten Altbeständen sowie Württembergica aus der Universität Tübingen begonnen. Unter http://idb.ub.uni-tuebingen.de/digitue/tue/ lassen sich bereits zahlreiche Handschriften (wie z.B. das Tübinger Hausbuch aus dem 15. Jahrhundert) und alte Drucke finden. Aber auch die Tübinger Blätter konnten mit Einverständnis von Herausgeber und Verlag bis 1962 digitalisiert und bereitgestellt werden, eine umfassende Quelle der Lokal- und Regionalgeschichte. Tübinger Bestände sind übrigens auch über das neue landeskundliche Portal LEO-BW (http://www.leo-bw.de) zugänglich. Ein weiteres Digitalisierungs-Projekt, das die UB Tübingen gemeinsam mit der Graphischen Sammlung des Kunsthistorischen Instituts und dem Uni-Archiv durchführt, wird bis zum Jahresende abgeschlossen sein: Dann wird auch die Portraitsammlung der Universität frei im Internet zur Verfügung stehen (http://www.ub.uni-tuebingen.de/ueber-uns/bestaende-und-sondersammlungen/historische-bestaende/projekt-portraitdigitalisierung.html) (nach: Newsletter der UB Tübingen 2012/1).

Seit April 2011 werden in einem von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg geförderten Projekt die in der UB Tübingen und im Universitätsarchiv Tübingen verwahrten handschriftlichen Kolleg- und Vorlesungsnachschriften des 18. bis 20. Jahrhunderts erschlossen. Das Projekt hat zum Ziel, die umfangreiche Sammlung in den Online-Handschriftenkatalog der UB einzubringen. Bisher war der Bestand der UB lediglich über einen handschriftlichen Katalog des 19. Jahrhunderts recherchierbar. Die fast 1.500 handschriftlichen Kolleg- und Vorlesungsnachschriften sowie einige Vorlesungsmanuskripte stammen von Tübinger Wissenschaftlern aller Fachgebiete und gelangten meist auf dem Wege der Schenkung oder des Kaufes von Nachlässen in den Bestand von Bibliothek und Archiv. Die Tübinger Kolleg- und Vorlesungsnachschriften bilden eine wertvolle Sammlung zum universitären Lehrangebot des 18. bis 20. Jahrhunderts, zum akademischen Lehralltag und zu Fragen der Wissenschaftsgeschichte. Ihr Wert reicht damit auch überregional weit über Tübingen hinaus (nach: ub info. Hauszeitschrift der Universitätsbibliothek Tübingen 2012/9). Weitere Informationen hält die UB Tübingen unter http://www.ub.uni-tuebingen.de/ueber-uns/aktuelle-projekte/vorlesungsnachschriften.html zum Abruf bereit.

INKA, der von der UB Tübingen <21> betreute Inkunabel-Katalog deutscher Bibliotheken (http://www.inka.uni-tuebingen.de/), zählt derzeit (Stand: 22.08.2012) 16.655 bibliografische Titel und 69.141 nachgewiesene Exemplare. Zuletzt wurden die Inkunabel-Bestände der Universitätsbibliotheken Eichstätt und Erlangen ergänzt.

Auf der Homepage des kiz Ulm <289> wurde die Liste jeweils einzelner Links zu „Häufig nachgefragten Themen“ in den drei Service-Bereichen Bibliothek, Informationstechnik und Medien zugunsten einer neu erstellten Stichwortliste „Das kiz von A bis Z“ abgelöst. Rund 300 Stichwörter führen direkt zu einer einschlägigen Website des kiz. Die bisher existierende A-Z-Liste für den Service-Bereich Bibliothek ist in der Stichwort-Liste mit aufgegangen. Außerdem waren bislang wichtige Themen (Accounts, Anträge, Formulare, Kurse…) nur auf der Homepage in der linken Navigationsspalte sichtbar. Sie wurden „umgezogen“ und sind jetzt auf jeder Website des kiz direkt aufrufbar (nach: kiz-Newsletter 3. Quartal 2012).

Sachsen

Die Software Goobi zur Produktion und Präsentation von Digitalisaten wird in rund dreißig deutschen Bibliotheken eingesetzt und findet auch im Ausland zunehmend Verbreitung. Im Interesse eines verbesserten Rechts- und Investitionsschutzes sowie einer höheren Organisationskraft der Anwendergemeinschaft haben zwölf Bibliotheken und Unternehmen aus Deutschland und Österreich am 17.09.2012 in Dresden den Verein Goobi. Digitalisieren im Verein gegründet. Die Eintragung ins Vereinsregister wird vorbereitet, ebenso der Aufbau einer Geschäftsstelle, die unter anderem die gemeinsame Produktwerbung professioneller gestalten soll. Das Release Management für Goobi wurde in der ersten Mitgliederversammlung an die SLUB Dresden vergeben. Gründungsmitglieder sind die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, die Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, die SLUB Dresden, die UB Freiberg, die SUB Hamburg, die UB Kiel, die Oberösterreichische Landesbibliothek in Linz, die WLB Stuttgart, das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig sowie die Unternehmen Image Access GmbH, intranda GmbH und Zeutschel GmbH. Weitere Einrichtungen, darunter die SUB Göttingen, wollen nach hausinternen Abstimmungen kurzfristig dem Verein beitreten (nach dem Blog-Eintrag der SLUB Dresden vom 21.09.2012).

Zu den bereits sechs Mandanten des an der SLUB Dresden <14> betreuten sächsischen Dokumenten- und Publikationsservers Qucosa (http://www.qucosa.de/) kam im März 2012 ein weiterer hinzu. Die staatlich anerkannte Dresden International University (DIU) wird in ihrem eigenen Bereich Bachelor- und Masterarbeiten ihrer Absolventen veröffentlichen.

Die Deutsche Fotothek in der SLUB Dresden hat Anfang September 2012 das Archiv der Fotografen begründet. Das virtuelle Archiv macht die Lebenswerke bedeutender deutscher oder in Deutschland arbeitender Fotografen sichtbar und trägt zur Vermittlung der Vielfalt und Bedeutung deutscher Fotografie bei. Unter http://www.deutschefotothek.de/cms/de/fotografen.xml.html sind jetzt die Werke der ersten 18 Fotografen in repräsentativer Auswahl zu sehen, darunter beispielsweise Heinz Hajek-Halke, Herbert List und Leonore Mau.

Bibliothek und Information Deutschland (BID) e.V. veranstaltet vom 11. bis zum 14.03.2013 im Congress Center Leipzig den 5. BID-Kongress unter dem Motto „Wissenswelten neu gestalten“. Die Homepage des Kongresses (http://www.bid-kongress-leipzig.de/) informiert laufend über Aktuelles, Anmeldungen für Kongressbesucher werden ab Dezember 2012 über ein Online-Registrierungsformular möglich sein.

Die Bibliothek der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ <L 152> in Leipzig hat ein Discovery-System in einer Beta-Version freigeschaltet (https://katalog.hmt-leipzig.de/). Die zugrundliegende Software ist VuFind (http://www.vufind.org), das sowohl im Ausland als auch an einigen anderen deutschen Bibliotheken bereits Anwendung findet. Der neue Katalog ist Teil des durch EFRE(= Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)-Mittel geförderten, an der UB Leipzig installierten Projekts finc (http://blog.finc.info/), dessen Ziel es ist, kooperativ an elf sächsischen Hochschulbibliotheken VuFind zu implementieren.

Die Virtuelle Fachbibliothek medien buehne film (http://www.medien-buehne-film.de/), ein Kooperationsprojekt der UB Leipzig <15> (SSG 3.5 Kommunikations- und Medienwissenschaft / Publizistik), der UB Frankfurt am Main <30> (SSG 9.3 Theater- und Filmkunst), der Fachrichtung Dramaturgie der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig und der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam, ist ein fächerübergreifendes Informationsportal und Rechercheinstrument für die Fachgebiete Kommunikationswissenschaft, Publizistik und Medienwissenschaft, Theaterwissenschaft sowie Filmwissenschaft. Neben den konventionellen Beständen der Bibliotheken erfasst das Online-Angebot digitale Ressourcen wie Internetquellen, deren Inhalte sowohl nach wissenschaftlichen Relevanz- und Qualitätskriterien als auch nach bibliothekarischen Standards erschlossen werden. Die Virtuelle Fachbibliothek wird laufend ausgebaut: Im zweiten Quartal 2012 hat sich das ViFa-Team neben dem laufenden Tagesgeschäft vor allem mit der Realisierung von zwei separaten, fachlichen Angeboten im propädeutischen Online-Angebot der ULB Münster LOTSE beschäftigt. Seit Juni 2012 sind zwei Fach-LOTSEN, einer zu Theater- und Filmwissenschaft sowie ein zweiter für die Kommunikationswissenschaft und die Medienwissenschaft Teil des Gesamtangebots LOTSE. Unter http://lotse.uni-muenster.de/ stehen die Inhalte zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Außerdem konnte die erste und zunächst recht einfache Version des Web-Suchraums auf den Portalseiten bereitgestellt werden. Das Angebot setzt auf den Daten in der ViFa-Datenbank für Internetressourcen auf und indexiert derzeit die Inhalte aus rund 200.000 Webseiten. Die beiden größten inhaltlichen Vorhaben der dritten Förderphase – die Aufbereitung der Fachauszüge aus der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) und die Optimierung des durchsuchten Bestandes aus dem Bielefeld Academic Search Engine (BASE) – sind in den Monaten Juli und August vorangetrieben wurden. Im Falle der EZB-Daten wurden die umfassenden Listen um Dubletten und veraltete Titel sowie Links bereinigt. Für die Optimierung des BASE-Bestandes wurden die in Bielefeld ausgewerteten Datensysteme hinsichtlich fachlich relevanter Informationen untersucht. Übrig blieb ein Kernbestand, der deutlich verbesserte Suchergebnisse verspricht.

Der im Jahr 1212 gegründete Leipziger Thomanerchor zählt zu den traditionsreichsten und bedeutendsten Knabenchören der Welt. Unter den 36 Thomaskantoren nahm Johann Sebastian Bach, der das Amt von 1723 bis 1750 innehatte, eine herausgehobene Stellung ein. Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Gründung des Chors wurde an der Universität Leipzig ein Projekt initiiert, das die vom Chor im Zeitraum 1808 bis 2008 aufgeführten Werke in einer frei verfügbaren Online-Datenbank erfasst und Recherchen über Entwicklungen und Tendenzen des Repertoires ermöglicht (http://thomaner.topicmapslab.de/). Das Projekt wurde seit 2009 von der DFG gefördert (vgl. dazu: Stöck, Gilbert; Scholz, Peter. „Das Online-Portal zur Repertoire-Erforschung des Thomanerchores. Fragestellungen, Methoden und Zielsetzungen. Forum Musikbibliothek 33. 2012. H.1. S.34-39).

BVB (Bayern)

Das Literaturportal Bayern ist seit Kurzem online. Das Portal bietet einen Überblick über das Literaturland Bayern, über Autoren und literarische Ereignisse. Auf dem neuen Portal finden sich Informationen über bayerische Autoren, Orte und Veranstaltungen, Nachlässe, Förderungsmöglichkeiten und vieles mehr. Links auf literarische Institutionen und auf Archivbestände ermöglichen Zugänge für Recherchen. Über eine Landkarte wird die Literaturgeschichte der Städte und Regionen vermittelt. Der Literaturblog Bayern, Twitter-Nachrichten und eine Facebook-Seite ergänzen das Literaturportal. Entwickelt wurde das Portal durch die BSB München <12> mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und in Kooperation mit der Monacensia, Literaturarchiv und Bibliothek der Stadt München.

Beim literarischen Wiesnbummel "Im Wiesnrausch" (auf dem Literaturportal Bayern) kann man verfolgen, wie Schriftsteller in den letzten 200 Jahren das Oktoberfest erlebt und in ihren Texten verewigt haben. Zitate und Kurzinformationen zu den Wiesn-Schauplätzen werden durch historische Fakten, Fotografien und Abbildungen ergänzt.

Das Franz-Liszt-Museum in Bayreuth hat zum 200. Geburtstag des Komponisten im Oktober 2011 eine Online-Plattform für Wissenschaft, Forschung und Musikinteressierte aufgebaut, auf der die Exponate des Museums standort- und zeitunabhängig zugänglich gemacht werden. Das Projekt hat einen Prototyp geschaffen, auf dessen Grundlage die weiteren Museums-, Archiv- und Depotbestände, insbesondere der angegliederten Museen (Richard-Wagner-Museum und Jean-Paul-Museum der Stadt Bayreuth), bearbeitet werden können. Die Online-Sammlung kann über die Homepage des Museums aufgerufen werden (http://www.franz-liszt-museum.bayreuth.de).

Das Biographie-Portal (http://www.biographie-portal.eu/), das auf der Zusammenarbeit der BSB München, der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz gründet, ermöglicht mittlerweile den Zugriff auf rund 135.000 Namen vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart, darunter Wissenschaftler, Schriftsteller, Künstler, Politiker, Adlige und Unternehmer. Nur verstorbene Persönlichkeiten finden Berücksichtigung. Es stellt Personenregister zur Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB), zur Neuen Deutschen Biographie (NDB), zum Österreichischen Biographischen Lexikon (ÖBL), zum Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), zur Rheinland-Pfälzischen Personendatenbank (RPPD) und zur Sächsischen Biografie zur Verfügung.

Im Rahmen des Google-Projekts der BSB München ist die komplette Inkunabel-Bibliografie Repertorium bibliographicum von Ludwig Hain, die zwischen 1826 und 1838 erschienen ist, online zugänglich gemacht worden (http://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=166033360). Die Supplemente von Copinger und Reichling fehlen allerdings noch.

Seit Kurzem ist die Website Digitale Sammlungen Ostasien der Bayerischen Staatsbibliothek <12> in München online. Unter http://ostasien.digitale-sammlungen.de/ finden sich digitalisierte chinesische Handschriften und Drucke aus dem Bestand der BSB, die im Zeitraum vom 7. bis zum 18. Jahrhundert entstanden sind. Seit 2011 fördert die DFG die Digitalisierung chinesischer Handschriften und Drucke der BSB München, deren chinesische Sammlung zu einer der weltweit bedeutendsten außerhalb Chinas zählt. Aktuell umfasst sie circa 230.000 gedruckte Bände und über 3.000 Handschriften. Mit Abschluss des Projekts wird die erste bedeutende Altsinica-Sammlung des europäischen Raumes weltweit online frei zugänglich sein.

Die DFG hat den Antrag zum weiteren Ausbau der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft (ViFaMusik) bewilligt. In Kürze können die Projektpartner BSB München, Gesellschaft für Musikforschung und Staatliches Institut für Musikforschung – Preußischer Kulturbesitz die im Projektantrag beschriebenen Erweiterungen der ViFaMusik in Angriff nehmen. Dazu gehören u.a. der Aufbau eines Publikationsservers für musikwissenschaftliche Veröffentlichungen, die Einbindung von weiteren Datenquellen in die ViFaMusik-Suche, die Digitalisierung und Erschließung der Phonographischen Zeitschrift sowie die Weiterentwicklung des RISM-OPAC.

Die ersten fertigen Farb-Digitalisate des DFG-geförderten Projekts Die Notendrucke des 16. und 17. Jahrhunderts mit mehrstimmiger Musik in der BSB: Digitalisierung und Online-Bereitstellung sind fertig. Im Februar 2012 wurde mit der systematischen Digitalisierung der knapp 1.400 Notendrucke begonnen. Diese Werke stellen weltweit einen der größten Bestände aus der Frühzeit des Notendrucks dar und beruhen zum Großteil auf dem Gründungsbestand der ehemaligen Münchner Hofbibliothek. Die um bibliografische Angaben und Links zur Digitalen Bibliothek ergänzten Katalogisate sind im OPACplus und im FachOPAC Musik der BSB recherchierbar. Die fertigen Digitalisate sind mit Sprungmarken zu den Stimmbuch-Anfängen und originalen Inhaltsverzeichnissen versehen und können im DFG-Viewer einzel- oder doppelseitig angezeigt werden. Ein Recherche-Tool ermöglicht die Suche nach Autor, Titel, Signatur und Erscheinungsjahr.

In der Online-Ausstellung „Manuscripts and Princes in Medieval and Renaissance Europe“ sind 34 mittelalterliche Handschriften von bestechender Qualität zu sehen. Sie stammen aus der Karolingerzeit, aus Sammlungen der aragonesischen Könige von Neapel und der Bibliothek des französischen Königs Karl V. und seiner Familie im Louvre (14. bis 16. Jahrhundert). Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Europeana Regia (http://www.europeanaregia.eu/de), einem von fünf bedeutenden Bibliotheken, darunter der BSB München, durchgeführten EU-Projekt, in dem 1.000 besonders kostbare Handschriften dieser Sammlungen digitalisiert wurden.

Auf dem Server der TU München ist ein aktualisierter Vergleich verschiedener Literaturverwaltungsprogramme online. Betrachtet werden die Programme Citavi, EndNote, EndNote Web, RefWorks, Zotero, Mendeley und JabRef. Das PDF-Dokument steht zum Download bereit (http://mediatum.ub.tum.de/doc/1108526/1108526.pdf).

Die in der UB München <19> zufällig entdeckte Variante der Globussegmentkarte Martin Waldseemüllers (circa 1470-1522) steht als Digitalisat auf Open Access LMU unter http://epub.ub.uni-muenchen.de/13138/ zur Verfügung.

GBV (Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Niedersachsen, Norddeutschland, Sachsen-Anhalt, Thüringen)

Die Vorträge und die Videoaufzeichnungen der 16. Verbundkonferenz des GBV in Hannover (http://verbundkonferenz.gbv.de/) stehen zur Ansicht bzw. zum Herunterladen bereit.

Der Menüpunkt „Digitale Bibliothek“ auf der Homepage des GBV erlaubt einen direkten Zugriff auf die Übersicht der von der Verbundzentrale des GBV entwickelten bzw. gehosteten Portale, Repositories und Multimediaanwendungen.

Der Jahresbericht 2011 der Verbundzentrale des GBV steht als PDF zur Verfügung. Dieser und alle anderen Jahresberichte seit 1996 stehen auf der Website des GBV zum Abruf bereit (http://www.gbv.de/Verbundzentrale/Publikationen/06Publikationen_1544).

Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Nach sechseinhalb Jahren BibliotheksMagazin. Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München mit 20 Ausgaben und mehr als 350 Beiträgen hat die Redaktion ein Register erstellt: Auf der Berliner wie auf der Münchner Homepage wurde ein Register eingerichtet, das regelmäßig aktualisiert wird (http://www.bsb-muenchen.de/Register.3540.0.html bzw. http://staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/publikationen-der-staatsbibibliothek/bibliotheksmagazin/).

Die Staatsbibliothek zu Berlin <1a> koordiniert das europäische Gemeinschaftsvorhaben Europeana Collections 1914–1918 zur Digitalisierung von 425.000 Materialien aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Zehn Nationalbibliotheken aus acht europäischen Ländern digitalisieren gemeinsam mit zwei weiteren Partnerinstitutionen und mit Unterstützung der Europäischen Union Teile ihrer Weltkriegssammlungen und machen sie im Internet zugänglich. Aus ihren eigenen Sammlungen hat die Staatsbibliothek bereits mehr als 1.600 Druckschriften digitalisiert. Der Zugang zu den Europeana Collections 1914-1918 erfolgt über http://www.europeana-collections-1914-1918.eu/.

Im September 2012 wurde auf dem Internetportal des Goethe-Instituts die Arbeit der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) vorgestellt. Die KEK wurde auf Initiative von Kulturstaatsminister Bernd Neumann gemeinsam von Bund und Ländern im August 2011 an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingerichtet und bei der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelt. Sie widmet sich auf nationaler Ebene Fragen zur Sicherung schriftlich überlieferten Kulturerbes in Bibliotheken, Archiven, Museen und anderen Institutionen. Zu den Hauptaufgaben der Koordinierungsstelle zählen die Erarbeitung eines nationalen Bestandserhaltungskonzepts, die Evaluation bereits vorhandener Erkenntnisse, die Vernetzung bestehender Institutionen und Kompetenzstellen sowie die Förderung von Modellprojekten. Bereits 70 Modellprojekte in Archiven, Bibliotheken und Museen aller sechzehn Länder der Bundesrepublik konnten insgesamt nach den Aufrufen der Jahre 2010 und 2011 mit Hilfe der KEK erfolgreich durchgeführt werden.

Anlässlich der XXX. Olympischen Sommerspiele in London hat die Staatsbibliothek zu Berlin <1a> ein 10-seitiges Olympia-Dossier (http://staatsbibliothek-berlin.de/fileadmin/user_upload/zentrale_Seiten/faecher/dokumente/Olympia2012.pdf) mit Literaturempfehlungen und Informationen rund um Olympia erstellt. Neben aktuellen und älteren Publikationen aus dem Bestand der Bibliothek werden ebenso interessante und wichtige Internetressourcen verschiedener Institutionen zu den Olympischen Spielen präsentiert, so etwa des Olympic Studies Centres, der British Library oder The National Archives in London.

Niedersachsen

2009 startete das Projekt gei-digital (http://gei-digital.gei.de/cms/), in dem Lehrwerke vom 17. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts digitalisiert und der Wissenschaft als Quellensammlung zur Verfügung gestellt werden. Das Kooperationsprojekt, an dem neben dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) in Braunschweig die Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung (BBF/DIPF) und das Gauß-IT-Zentrum der TU Braunschweig beteiligt sind, wird dank der Förderung der DFG bis 2015 fortgesetzt. Bis 2015 sollen Schulbücher von den Anfängen des staatlichen Schulwesens bis zum Ende des Ersten Weltkrieges digitalisiert werden. Schulbücher, die von anderen Bibliotheken bereits digitalisiert wurden, werden in gei-digital integriert, das auf diese Weise zum zentralen Fachportal für digitale historische Lehrwerke wird. In der ersten Phase wurden rund 2.000 historische Geschichtsbücher und Atlanten aus der Epoche des Deutschen Kaiserreichs digitalisiert. Bis 2015 sollen es rund 4.000 digitalisierte Schulbücher mit fast 1 Million Seiten sein.

Eine weitere Datenbank des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung (GEI) enthält die ab Schuljahr 2010/2011 für den Unterricht in staatlichen, deutschen Schulen zugelassenen Schulbücher der Fächer Erdkunde, Geschichte, Politik und Sozialkunde (http://www.edumeres.net/informationen/literaturrecherche/gei-dzs.html). Sie umfasst derzeit 1.570 zugelassene Schulbuchtitel und wird die seit 1988 gedruckten Zulassungsverzeichnisse ablösen.

Circa 30 Digitalisate mit inhaltlichem Bezug zu Geschichte und Gegenwart des Oldenburger Landes bietet die LB Oldenburg <45> in ihren Digitalen Sammlungen (http://digital.lb-oldenburg.de/ol/nav/classification/137688). Weitere digitale Veröffentlichungen zum Oldenburger Land finden sich in einer Zusammenstellung auf delicious. Außerdem hat die Bibliothek ihr Exemplar des Sachsenspiegels digitalisiert und präsentiert eine charakteristische Auswahl von rund 300 Bänden aus der Privatbibliothek des Hannoveraner Beamten Georg Friedrich Brandes (1719-1791), dessen circa 22.000 Bände umfassende Büchersammlung den Gründungsbestand der heutigen Landesbibliothek Oldenburg darstellt (nach einem Hinweis aus dem Archivalia-Blog vom 01.08.2012).

Norddeutschland

Auf dem BIB-OPUS-Server werden die Vorträge und Präsentationen des 101. Deutschen Bibliothekartages in Hamburg gesammelt. Mittlerweile sind bereits 168 Folien bzw. Vorträge (Stand: 05.10.2012) verfügbar. Von „Bitte immer Bibliothekartag bei solch tollem Wetter und Park nebenan!” bis „Sorry, aber das war echt mies!” reicht das Feedback, zu dem die Veranstalter des Hamburger Bibliothekartages aufgerufen hatten. Neben der statistischen Analyse ist insbesondere das Dokument mit Wünschen und Anregungen, das von Wilfried Sühl-Strohmenger im Auftrag des VDB zusammengestellt wurde, lesenswert. Ein mehr als 50 Seiten starkes Sonderheft der Freiburger Bibliothekszeitschrift Expressum berichtet ausführlich über den Hamburger Bibliothekartag und geht im Detail auf folgende Themen ein: Open Access, Standardisierung und Digitalisierung, Hamburger Bibliothekslandschaft, Elektronische Rauminformationssysteme, eScience und Virtuelle Forschungsumgebungen.

Die AG der SSG-Bibliotheken hat eine EXCEL-Tabelle vorgelegt, mit der (basierend auf den Daten des VDB-Jahrbuchs der Deutschen Bibliotheken) die Entwicklung des SSG-Verteilungsplans rekonstruiert wird. Der SSG-Verteilungsplan hat seit dem Bestehen des SSG-Systems zahlreiche Änderungen erfahren: Nicht nur die betreuenden Bibliotheken haben gewechselt, sondern es haben sich auch vielfach die fachlichen Zuschnitte der SSGs im Laufe der Entwicklung geändert. Die Tabelle ist im WEBIS-Portal der SUB Hamburg <18> unter http://webis.sub.uni-hamburg.de/webis/index.php/SSG-Verteilungsplan erreichbar.

Thüringen

Das von der DFG geförderte Projekt Theater und Musik in Weimar von der Ära Hummel bis zum Ende des Hoftheaters (1819-1918) umfasst die Digitalisierung, wissenschaftliche Aufbereitung und Online-Präsentation sämtlicher Theaterzettel des Weimarer Hoftheaters im Rahmen der Universal Multimedia Electronic Library (UrMEL). Das Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Musikwissenschaft Weimar – Jena der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena <27>, des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar sowie der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar <32>. Vor allem die tiefe Erschließung der Theaterzettel unterscheidet das Projekt positiv von anderen Digitalisierungsvorhaben. Beispielsweise werden sämtliche Schauspieler und Mitwirkende sowie Details zur Schauspielmusik erfasst. Die Aufführungen werden darüber hinaus in künstlerische Sparten klassifiziert. Unter Einbeziehung weiterer Quellen (wie Theaterakten und historisches Notenmaterial) erschließt sich dem Nutzer ein Gesamtbild des künstlerischen Schaffens am Hof bzw. am Hoftheater Weimar (vgl. auch dazu: Schröter, Axel; Lörzer, Michael. „Die Weimarer Theaterzettelsammlung, ihre Digitalisierung und Online-Präsentation“. Forum Musikbibliothek 33. 2012. H.1. S.7-11).

Das Goethe-Schiller-Archiv (http://www.klassik-stiftung.de/einrichtungen/goethe-und-schiller-archiv/) in Weimar ist am 05.07.2012 nach zweijähriger Sanierung und Erweiterung wiedereröffnet worden. Neben den Handschriften Goethes und Schillers werden dort etwa 130 Nachlässe von Schriftstellern, Gelehrten, Komponisten und bildenden Künstlern sowie die Archive von 14 Verlagen aufbewahrt. Auch eine große Autografensammlung mit Originalhandschriften von etwa 3.000 Autoren gehört zu den Beständen des Archivs. Die Wiedereröffnung des Archivs stellt einen weiteren Schritt auf dem Wege zu einer Neugestaltung der Museumslandschaft in und um Weimar dar: Als weitere Maßnahmen sind die Entwicklung des Stadtschlosses zum Zentrum der Klassik Stiftung (http://www.klassik-stiftung.de/) und die Errichtung eines neuen Bauhaus-Museums geplant.

hbz (Nordrhein-Westfalen und Teile von Rheinland-Pfalz)

Das hbz hat die Daten der Deutschen Bibliotheksstatistik 2011 in der vorläufigen Version als variable Auswertung veröffentlicht (http://www.bibliotheksstatistik.de/eingabe/dynrep/index.php).

Die Vorträge, die auf dem 12. Oracle Bibliotheken Summit am 20./21.06.2012 in Bonn gehalten wurden, stehen unter http://www.oracle.com/us/dm/h2fy11/85861-emeafm12039722mpp001-dl-1678792.html zum Download bereit.

Das Deutsche Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) (http://www.drze.de/bioethik-thesaurus) in Bonn hat zusammen mit seinen Partnern die 8. Ausgabe des multilingualen Thesaurus Ethik in den Biowissenschaften veröffentlicht. Der Thesaurus bietet ein aktuelles multilinguales und kontrolliertes Vokabular in deutscher, englischer und französischer Sprache für die inhaltliche Erschließung von bzw. die Recherche nach bioethischer Literatur.

Die ULB Bonn <5> katalogisiert und digitalisiert die in ihrem Bestand befindlichen rund 340 Briefe von und an August Wilhelm Schlegel (1767–1845). Schlegel, einer der bedeutendsten und bekanntesten Gelehrten der Gründungszeit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, gilt als (Mit-)Begründer der Anglistik, der Indologie sowie der komparativen modernen Linguistik. Außerdem werden weitere Materialien in den Bonner Nachlässen von Schlegel sowie seines Rechtsbeistandes Jakob Lamberz (1779-1864) erschlossen, digitalisiert und in den Digitalen Sammlungen der ULB Bonn online gestellt (http://s2w.hbz-nrw.de/ulbbn/nav/classification/1709861). Der Nachlass Schlegels befindet sich übrigens seit 1873 in der Sächsischen Landesbibliothek - Staats und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden.

Die ULB Bonn digitalisiert seit Anfang 2012 ihre Sammlung Kriegsbriefe. Die Sammlung geht auf einen ministeriellen Erlass aus dem Jahre 1911 zurück, der die Sammlung von Kriegsbriefen in den verschiedenen preußischen Provinzen anordnete. Sammelstelle für die Rheinprovinz war die Bonner Universitätsbibliothek. Die Sammlung (524 von ehemals 548 Nummern mit über 3.000 Stücken) umfasst außer Briefen (vorwiegend aus den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71, aber auch aus den napoleonischen und den Befreiungskriegen) Tagebücher, Notizbücher, Gedichte, Zeitungsausschnitte und anderes.

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) in Düsseldorf gibt die Reihe Digitalkompakt LfM (http://www.lfm-nrw.de/nrwdigital/digitalkompakt.html) heraus. Die Reihe bringt aktuelle Themen rund um die Digitalisierung „einfach auf den Punkt“ und möchte damit dem Nutzer Orientierung in der Themenwelt zwischen mobilem Internet und sozial und lokal geprägten neuen Medien bieten. Im neuesten Band sind die großen Vier des WWW (Amazon - Google - Facebook – Apple) im Fokus des Interesses. Die Broschüre steht als PDF-Dokument zur Verfügung und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Der erneuerte Webauftritt der ULB Düsseldorf <61> ist seit Kurzem im aktuellen Corporate Design der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf online. Mit dem „Umzug“ der Seiten wurde zugleich die Umstellung auf ein Content-Management-System abgeschlossen. Die neuen Seiten sind unter http://www.ulb.hhu.de zu finden.

Die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln ist in Schloss Wahn untergebracht. Es handelt sich dabei um ein internationales Dokumentations- und Forschungszentrum für Theatergeschichte und Medienkultur. Schwerpunkte der Sammlung liegen zum einen auf der deutschsprachigen Theaterkultur und zum anderen auf den Theater- und Medienformen unterschiedlicher Kulturen und Epochen. Gerade das umfassende Kritiken- und Fotoarchiv, das durch eine vielseitige graphische Sammlung ergänzt wird, bildet ein besonderes Element der Einrichtung. Der Bestandskatalog der Sammlung ist über die Metasuche der ViFa medien buehne film (http://www.medien-buehne-film.de/) recherchierbar. Allerdings ist darauf zu achten, dass einzelne Sondersammlungen bzw. Teilarchive noch nicht oder nur teilweise online erschlossen wurden. Es lohnt sich daher, bei spezifischen Rechercheanfragen die Kollegen vor Ort zu kontaktieren. Prinzipiell gilt, dass die Theaterwissenschaftliche Sammlung Schloss Wahn eine reine Präsenzbibliothek ist. Kürzlich ist auch das Archiv des Theaters an der Ruhr, das von Roberto Ciulli 1980 in Mülheim gegründet wurde, in die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln gelangt. Das Archiv umfasst die Bühnenbildmodelle von Gralf-Edzard Haben, Regiebücher, Stücktexte, Programmhefte, Fotografien, Kritiken sowie Videoaufzeichnungen von fast vierzig Inszenierungen.

Die ViFa (= Virtuelle Fachbibliothek) Benelux (http://www.vifa-benelux.de/) ist ein von der DFG gefördertes Projekt des Sondersammelgebietes Benelux, das gemeinsam von den DFG-Sondersammelgebietsbibliotheken USB Köln <38> (Sammelschwerpunkt Belgien/ Luxemburg) und ULB Münster <6> (Sammelschwerpunkt Niederländischer Kulturkreis) betrieben wird. Die ViFa Benelux ist ein interaktives Recherche- und Informationsportal für die Disziplinen Niederlandistik, Niederlande-, Belgien-, Luxemburgforschung, Frisistik und Afrikaanse Philologie. Die Beta-Version ist seit Kurzem im Netz. Mit Hilfe der Metasuche können ausgewählte Fachdatenbanken und Bibliothekskataloge gleichzeitig unter einer gemeinsamen Oberfläche durchsucht werden; ein Weblog bietet aktuelle Informationen und versteht sich als Forum für den fachlichen Austausch; ein fachlicher Dokumentenserver ist noch im Aufbau begriffen; ein Forscher- und Forschungsverzeichnis auf Wiki-Basis informiert über Experten, Institutionen und Projekte, und der Neuerwerbungsdienst, der auch als RSS-Feed abonniert werden kann, informiert regelmäßig über neu erworbene Bücher und andere Medien im SSG Benelux.

Die USB Köln <38> hat in ihrer elektronischen Schriftenreihe eine Festschrift anlässlich des 60. Geburtstages ihres stellvertretenden Bibliotheksdirektors Dr. Rolf Thiele herausgegeben, die als PDF downloadbar ist. Interessante Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Sondersammelgebiete im Zeitalter elektronischer Informationsversorgung, dem Kölner Gesamtkatalog, der Digitalen Totenzettelsammlung der Universitäts- und Stadtbibliothek und der Digitalisierung in der USB Köln.

Die USB Köln hat die Bibliothek Eugen Schmalenbach digitalisiert (http://schmalenbach.ub.uni-koeln.de). Schmalenbach, der als Begründer der Betriebswirtschaftslehre als akademisches Lehrfach gilt, hat eine Privatbibliothek zur Geschichte der kaufmännischen Buchhaltung zusammengetragen. Die Sammlung enthält viele Titel, die für den täglichen Gebrauch bestimmt waren und deshalb nur schwierig nachzuweisen und selten erhalten sind. Neben einer Inkunabel, einigen Handschriften und neun Drucken des 16. Jahrhunderts umfasst die Sammlung circa 300 Bände des 17. bis 20. Jahrhunderts.

Seit 2008 gibt es LOTSE (= Library Online Tour and Self-Paced Education), den Wegweiser zur Literatursuche und zum wissenschaftlichen Arbeiten der ULB Münster <6>, auch für die Musikwissenschaft. LOTSE-Musik wurde im Rahmen einer Masterarbeit an der FH Köln erstellt und wird derzeit von der Gesamtredaktion in Münster kommissarisch betreut. Allerdings wird für LOTSE-Musik ein Team von Musikredakteuren für die Betreuung gesucht (Kontakt: LOTSE-Geschäftsstelle – E-Mail katrin.steiner@uni-muenster.de).

Die ULB Münster hat die Westfälische Bibliographie zur Geschichte, Landeskunde und Volkskunde mit der Berichtszeit 1951 bis 2004 digitalisiert (nach: Archivalia vom 28.09.2012).

Die Rheinland-Pfälzische Personendatenbank - RPPD (http://www.rppd-rlp.de) ist mittlerweile auf über 10.000 recherchierbare Kurzbiographien von Persönlichkeiten aus Rheinland-Pfalz angewachsen. Die Datenbank verzeichnet Personen aus allen Wissensgebieten und Zeiträumen, die in den Grenzen des heutigen Rheinland-Pfalz geboren oder gestorben sind, dort gewirkt haben und von öffentlichem Interesse sind. Dazu zählen historische Persönlichkeiten wie Karl Marx und Hildegard von Bingen ebenso wie Politiker, Schriftsteller, Künstler und stadtbekannte Personen. Neben normierten Angaben zum Beruf, Geburts-, Wirkungs- und Sterbeort ist zu jeder verzeichneten Person ein Kurzlebenslauf vorhanden. Die RPPD ist als erste regionale Personendatenbank in das europäische Biographie-Portal (http://www.biographie-portal.eu) eingespielt worden. Das Landesbibliothekszentrum (LBZ) Rheinland-Pfalz hat dafür mit der BSB München, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz und der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften kooperiert. Die vom LBZ frei zugänglich angebotene biographische Datenbank ist jetzt mit renommierten Werken wie der digitalisierten Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB), der Neuen Deutschen Biographie (NDB), dem Österreichischen Biographischen Lexikon (ÖBL), dem Personenteil des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS) und der Sächsischen Biografie durchsuchbar. Weitere biographische Angebote werden folgen: Neben anderen regionalen Lexika und Fachportalen aus Bayern und Westfalen sollen die Niederlande und Slowenien den Kreis erweitern. Von den Kurzbiographien von Rheinland-Pfälzern sind nicht alle über die Portalsuche zu finden: Im von der Bayerischen Staatsbibliothek gehosteten Biographie-Portal werden lediglich bereits verstorbene Persönlichkeiten nachgewiesen (nach: bibliotheken heute 2/2012. S.75).

Dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) wurden im März 2012 beantragte Fördermittel bei der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/ -forschung in Berlin in vollem Umfang genehmigt, um die zwischen 1933 und 1950 erworbenen Bestände der Pfälzischen Landesbibliothek <107> in Speyer auf Raubgut zu sichten. Bekannt ist bereits eine Bücherabgabe der Gestapo Neustadt aus dem Jahr 1944, bei der es sich mit Sicherheit um Raubgut handelt.

Tripota – Trierer Porträtdatenbank (http://www.tripota.uni-trier.de/) enthält Porträtgrafik aus den Sammlungen unterschiedlicher Trierer Einrichtungen. Die meisten Bilder stammen aus der Porträtsammlung der Stadtbibliothek Trier <121>. Deren Zettelkatalog wurde 2010 zusammen mit den Porträts digitalisiert und in eine durchsuchbare Datenbank überführt. Die Arbeiten an der Erfassung dieser Metadaten sind noch nicht abgeschlossen. Neben der Porträtsammlung der Stadtbibliothek Trier beinhaltet Tripota auch Porträts aus dem Buchbestand der UB Trier <385> und aus der Graphischen Sammlung des Fachs Kunstgeschichte der Universität Trier. Die Einbindung weiterer Bilder und Sammlungen in Tripota ist in Vorbereitung. Die Datenbank enthält derzeit 8.169 Porträts (Stand: 10.10.2012).

HeBIS (Hessen und Teile von Rheinland-Pfalz)

Der OPAC der Hessischen Bibliographie verzeichnet regulär Literatur ab Erscheinungsjahr 1974. Zusätzlich werden nun über einen Link auch die PDFs der früheren, noch nicht eingespielten Bände der Bibliographie bereitgestellt. Unter dem Titel „Schrifttum zur Geschichte und geschichtlichen Landeskunde von Hessen“ sind seit Kurzem die hessischen Publikationen bis zum Erscheinungsjahr 1973 verzeichnet (nach: HeBIScocktail 3/2012).

Zu wenig bekannt ist, dass im Portal Judaica Europeana (http://www.judaica-europeana.eu/), das unter der Federführung der Judaica-Sammlung der UB Frankfurt <30> und der European Association for Jewish Culture in London von zehn europäischen Partnerinstitutionen betrieben wird, auch jüdische Notenwerke und Beispiele für jüdische Musik vorhanden sind (zum Beispiel die Sammlung Hallgarten mit Notenwerken jüdischer Liturgie des 19. Jahrhunderts, die Werke von bedeutenden Kantoren enthält). Gerade im Bereich der jüdischen Musik bietet Judaica Europeana einen großen Fundus: Aus der Sammlung der UB Frankfurt wurden zahlreiche Notenblätter synagogaler Musik sowie jiddischer Opern digitalisiert und aus der Medem-Bibliothek und dem Französischen Zentrum für Jüdische Musik in Paris zehntausend Schallplatten als Tondokumente eingespielt, die das jüdische Lied in seiner ganzen Bandbreite und Vielfalt dokumentieren. Insgesamt haben die Partnerorganisationen der Judaica Europeana rund 3,5 Millionen Objekte zur jüdischen Kultur aus ihren Sammlungen digitalisiert und in das Portal eingebracht. Hierzu gehören Archiv-Dokumente, Handschriften und Bücher, Kunstobjekte, Zeitschriften, Karten, Fotos und Plakate, ebenso wie Ton-, Film- und Videoaufzeichnungen (nach: Rachel Heuberger. „Zeugnisse des Judentums im Web: Judaica Europeana“. Forum Musikbibliothek 33. 2012. H.1. S.60-62).

Auf dem Online-Portal Petrushka Project des Musikverlages Schott in Mainz wird seit Mitte Juli 2012 zeitgenössische Klaviermusik von mehr als 70 internationalen Komponisten präsentiert. Auf der Projekt-Website sind die Videos aller Uraufführungen zu sehen. Das Motto lautet „Dances of Our Time“ (Tänze unserer Zeit). Ziel des Projektes ist, die Schöpfung zeitgenössischer Musik zu fördern und neue Wege der digitalen Verbreitung zu erproben. An der Premiere von Petrushka Project haben sich Komponisten aus 26 Ländern beteiligt.

Referendare des 43., 45. und gegenwärtig laufenden 46. Wissenschaftlichen Kurses der Archivschule Marburg verfassten im Rahmen ihrer Ausbildung Definitionen zentraler Begriffe des Archivwesens. Zukünftige Kurse werden das Lexikon erweitern, das den Titel Terminologie der Archivwissenschaft trägt und unter http://www.archivschule.de/uploads/Forschung/ArchivwissenschaftlicheTerminologie/Terminologie.html zugänglich ist (nach einem Hinweis aus dem Archivalia-Blog vom 03.07.2012)

KOBV (Berlin und Brandenburg)

Die Präsentationen des 10. KOBV-Forums, das am 04.06.2012 im Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik in Berlin-Dahlem stattfand, können unter http://www.kobv.de/ueber_den_kobv/kobv_forum/10_kobv_forum_2012/ nachgelesen werden.

Die Bibliothek der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz (Josef Wulf Mediothek) <B 1525> in Berlin ist seit dem 01.06.2012 neues Mitglied des KOBV. Sammelschwerpunkte der Einrichtung sind die Geschichte der Juden in Europa, Antisemitismus, Verfolgung und Völkermord, Nationalsozialismus und Rassismus, Neonazismus, Erinnerungskultur sowie Umgang mit der NS-Geschichte nach 1945 und Gedenkstättenpädagogik. Ein erheblicher Teil der Bestände ist fremdsprachig. Die rund 68.000 Bestandsdaten sind in den KOBV-Index aufgenommen und über das KOBV-Portal zugänglich. Die Recherche-Oberfläche des lokalen OPAC wurde mit VuFind umgesetzt (http://www.ghwk-bibliothekskatalog.de/). Rückwirkend zum 01.07.2012 ist die Bibliothek des Bundesministeriums der Justiz <B 69> in Berlin dem KOBV beigetreten. Sie ist eine der größten deutschsprachigen, rechtswissenschaftli¬chen Spezialbibliotheken, die über einen Bestand von rund 325.000 Medieneinheiten verfügt. Als Behördenbibliothek vorrangig für die Literaturversorgung der Mitarbeiter des Ministeriums zuständig, macht sie nach Vereinbarung ihre Bestände aber auch der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich (nach: KOBV-Newsletter Nr. 21 – Mai/Juni 2012 + Nr. 22 – Juli/August 2012). .

Das DFG-Projekt EWIG (http://ewig.gfz-potsdam.de/) nähert sich dem Ende der ersten Projektphase. Zusammen mit den Partnern GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) und Institut für Meteorologie der FU Berlin arbeitet der KOBV in diesem Projekt an der Entwicklung von Workflowkomponenten für die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten in den Geowissenschaften (nach: KOBV-Newsletter Nr. 21 – Mai/Juni 2012).

Nach einer längeren Vorbereitungsphase ist der Startschuss für die Einrichtung einer Servicestelle Digitalisierung des Landes Berlin am Zuse-Institut Berlin (ZIB) gefallen. Die Servicestelle wird in der Abteilung Wissenschaftliche Information eingerichtet und in enger Kooperation mit dem KOBV arbeiten. Ziel der Servicestelle ist die Unterstützung der Kulturerbe-Einrichtungen in der Region bei der Digitalisierung und Web-Präsentation sowie der Sicherung der Langzeitverfügbarkeit ihrer Sammlungen. Das Projekt startet noch in diesem Jahr mit acht Pilotprojekten zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung mit insgesamt fünf Pilotpartnern aus den Bereichen Museum, Archiv und Bibliothek. Für das Jahr 2013 ist die Ausrichtung eines Förderprogramms zur Digitalisierung für Berliner Institutionen geplant (nach: KOBV-Newsletter Nr. 22 – Juli/August 2012)

Die Freie Universität Berlin und das Deutsche Museum München haben das Konrad Zuse Internet Archiv (http://zuse-z1.zib.de/) freigeschaltet. Die Website informiert über die Schaltungen der frühen Rechenmaschinen von Zuse und hält Simulationen bereit, die interessierten Laien das Funktionieren der Z1, eines von Konrad Zuse 1937 konstruierten mechanischen Rechners, der als Vorläufer des modernen Computers gilt, erklären sollen. Das Archiv wird fortlaufend erweitert. Die Digitalisierung des Lebenswerkes von Konrad Zuse erfolgt im Rahmen eines Forschungsprojektes der DFG, das zum 100. Geburtstag des Computerpioniers gestartet wurde. Dabei sollen alle Dokumente des umfangreichen Nachlasses gescannt und online gestellt werden, auch die noch nicht transkribierten Notizen Zuses, die er in Kurzschrift verfasste (nach: heise online vom 31.08.2012).

Athenäum, das Jahrbuch der Friedrich-Schlegel-Gesellschaft, ist komplett (seit Heft 1/1991) auf dem Publikationsserver der Humboldt-Universität zu Berlin zugänglich (http://edoc.hu-berlin.de/hostings/athenaeum/index.php).

Der Online Contents-Sondersammelgebietsausschnitt (OLC-SSG) Hochschulwesen (http://gso.gbv.de/DB=2.144/) der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin <11> wurde von der Verbundzentrale des GBV freigegeben. Die Online-Contents-Sondersammelgebietsausschnitte sind fachbezogene Auszüge aus der Swets-Datenbank Online Contents, die laufend durch ausgewählte Zeitschriftentitel der zuständigen DFG-Sondersammelgebietsbibliothek, in diesem Fall der UB der Humboldt-Universität, ergänzt werden. Die Zeitschriftentitel werden retrospektiv bis zum Erscheinungsjahr 1993 ausgewertet. Die Aktualisierungen erfolgen wöchentlich.

Mit dem Berichtsjahr 2011 hat die UB der Humboldt-Universität zu Berlin <11> erstmals einen Jahresbericht als PDF-Dokument veröffentlicht, der die wichtigsten Statistikzahlen und Kernthemen aus den Abteilungen präsentiert (http://www.ub.hu-berlin.de/ueber-uns/oeffentlichkeitsarbeit/Jahresbericht_2011_UB_HU.pdf).

Im Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) <109> befinden sich Bücher, die ihren rechtmäßigen Eigentümern in der Zeit von 1933 bis 1945 weggenommen wurden oder von den Eigentümern unter dem Druck der Verfolgung verkauft werden mussten. Das NS-Raubgut gelangte auf unterschiedlichen und noch nicht vollständig bekannten Wegen in die Bibliothek und wurde ohne besondere Kennzeichnung in den Bestand übernommen. Über 4.500 Bücher mit den Spuren von mehr als 2.000 Personen sind in einer Online-Datenbank der ZLB enthalten (http://raubgut.zlb.de/).

Susanne Hein, die Leiterin der Musikbibliothek der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, hat einen Artikel zu Tipps und Tricks für die Musikrecherche verfasst (http://www.miz.org/static_de/themenportale/einfuehrungstexte_pdf/08_MedienRecherche/hein.pdf).

Deutsche Nationalbibliothek (DNB)

Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) digitalisiert ihre zerfallsgefährdeten Werke, die nicht mehr zur Benutzung herausgegeben werden können. Die DNB archiviert die digitalen Kopien und stellt sie im Lesesaal zur Verfügung. Circa 400.000 Seiten sind bereits digitalisiert. Nach Abschluss des Projekts werden über eine Million Seiten für die Nutzung bereit stehen. Die digitale Bereitstellung folgt den Vorgaben des Urheberrechts: die Nutzung wird also nur für gemeinfreie Werke möglich sein. Die im Rahmen des Projekts digitalisierten Werke können unter https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=cod%3Dd003 abgefragt werden.

Die Deutsche Nationalbibliothek hat ihre beiden Angebote „Exilpresse digital“ und „Jüdische Periodika aus NS-Deutschland“ vom Netz genommen. Hintergrund: Die DNB ist aufgrund der problematischen Frage der „verwaisten Werke“ zu einer neuen Einschätzung gekommen, ob man die Sammlungen auch tatsächlich im Netz anbieten darf. Neue Regelungen für „verwaiste Werke”, deren Rechteinhaber unbekannt oder nach einer Suche nicht mehr auszumachen sind, werden in Fachwelt und Politik diskutiert. Eine Lösung gibt es derzeit aber noch nicht. Daher hat die DNB entschieden, diese Werke nicht mehr im Internet zugänglich zu machen. Die DNB schreibt auf ihrer Website: „Sollte es in der Zukunft Änderungen im Urheberrecht geben, die die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten, aber verwaisten und/oder lange vergriffenen Werken rechtlich sicher ermöglichen, so wird die Deutsche Nationalbibliothek selbstverständlich diese Regelungen und auf ihnen basierende Verfahren nutzen, damit diese Werke umfassend zugänglich gemacht werden können.“

Die DNB hat in der virtuellen Lernumgebung Moodle (http://moodle.de/) einen Kurs zur Einführung in die RDA (= Resource Description and Access) veröffentlicht. Dieser Kurs umfasst neben zwei Podcasts, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt veröffentlicht wurden, vier Module, die das Grundverständnis für RDA fördern sollen. Der Kurs baut auf der Schulung zu den Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR) auf. Der Zugang zur Schulung erfolgt über die Website der DNB. Dort stehen auch PDF-Dateien der einzelnen Module zur Verfügung (http://www.dnb.de/DE/Standardisierung/International/rdaSchulungsmaterial.html). Die Verbünde begleiten den RDA-Umstieg aktiv mit der Arbeitsgruppe RDA, die vom Standardisierungsausschuss eingerichtet wurde.

Seit dem 01.07.2012 werden nicht nur alle Normdaten, Kataloganreicherungsdaten und ein Großteil der Titeldaten der DNB kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern diese Daten auch unter Creative Commons Zero (http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/) angeboten. Titeldaten der Reihe O sind generell kostenfrei ebenso wie Titeldaten in den Formaten oai_dc und RDFxml. Für Titeldaten in den Formaten MARC und MAB hat die Deutsche Nationalbibliothek eine Moving Wall, also eine sich verschiebende Zeitgrenze, eingeführt. Diese Moving Wall richtet sich nach der sogenannten Heftnummer der Deutschen Nationalbibliografie (der früheren Nummer des Wöchentlichen Verzeichnisses) und liegt aktuell auf dem 31.12.2010. Das bedeutet, dass nur noch solche Titeldaten in den Formaten MARC oder MAB kostenpflichtig sind, deren bibliografische Verzeichnung nach dem 31.12.2010 erfolgt ist. Es ist zu beachten, dass ab Juli 2013 die Daten der Deutschen Nationalbibliothek nicht mehr im MAB-Format angeboten werden. Voraussichtlich Mitte des Jahres 2015 werden alle Daten der Deutschen Nationalbibliothek kostenfrei zur Verfügung stehen. Nähere Informationen sind unter http://www.dnb.de/geschäftsmodell zugänglich.

Ende April 2012 erfolgte nach fast drei Jahren Vorbereitungszeit der Umstieg der Normdatenproduzenten im deutschsprachigen Raum auf eine Gemeinsame Normdatei (GND), die die bestehenden Normdateien Personennamendatei (PND), Schlagwortnormdatei (SWD) und Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD) sowie die Einheitssachtiteldatei (EST-Datei) des Deutschen Musikarchivs zusammenführt. Nähere Informationen stehen unter http://www.dnb.de/gnd zur Verfügung.

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2012 ist das neueste Heft 2012,2 der Fachzeitschrift Dialog mit Bibliotheken erschienen. Die Themen der aktuellen Ausgabe geben einen Überblick über die Digitalisierungsaktivitäten der DNB, informieren zu Fragen der Standardisierung und berichten über die 100 Veranstaltungen, die im Rahmen des Jubiläums 100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek stattfanden. Das Inhaltsverzeichnis der neuesten Ausgabe steht auf der Website der DNB unter http://www.dnb.de/DE/Service/Publikationen/dialog201202.html zum Abruf bereit.

Ausland / Internationaler Leihverkehr

Europäische Union

BlogForever (http://blogforever.eu/) heißt ein EU-Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Blog-Einträge und Konversationen dauerhaft zu sichern. Die EU fördert das Konsortium mit 3,1 Millionen Euro, mit der Eigenbeteiligung der Hochschulen in Thessaloniki, Berlin, London, Glasgow und Warwick kommen 4 Millionen Euro zusammen. Im August 2013 endet die Förderung (nach: heise online vom 27.07.2012).

Großbritannien

Die British Library präsentiert 253 Bücher der Renaissance in einer Online-Ausstellung (http://www.bl.uk/treasures/festivalbooks/homepage.html). Die Bücher, sogenannte „Festival Books“, beschreiben prachtvolle Feste und Zeremonien, die im 15. und 16. Jahrhundert anlässlich von Krönungsfeierlichkeiten, Feuerwerken, theatralischen und tänzerischen Darbietungen usw. an europäischen Höfen stattgefunden haben.

Die National Library of Wales digitalisiert derzeit circa 2 Millionen Seiten historischer Zeitungen und Zeitschriften mit engem Bezug zu Wales und seiner Geschichte. Das Projekt, das 2009 startete, soll bis zum Frühjahr 2013 abgeschlossen sein. Weitere Informationen stellt die walisische Nationalbibliothek, die ihren Sitz in Aberystwyth hat, unter http://www.llgc.org.uk/index.php?id=4723 zur Verfügung.

IFLA

Die IFLA vertritt die Interessen der Bibliotheken und Bibliotheksnutzer auf internationaler Ebene. Die verschiedenen Gremien des Verbandes unterstützen außerdem die bibliothekarische Facharbeit durch die Erarbeitung von Fachberichten, Richtlinien und Best Practice-Sammlungen. Alle Publikationen werden in einer Liste geführt (http://www.ifla.org/en/ifla-publications). Viele der Publikationen, die in englischer Sprache veröffentlicht wurden, liegen auch in deutscher Sprache vor. Sie sind ebenfalls online zu finden (auf der Website der IFLA-Deutschland unter http://www.ifla-deutschland.de/de/ifla/deutschsprachige_dokumente/).

OCLC / WorldCat

Unter http://www.oclc.org/worldcat/statistics/default.htm sind aktuelle Statistikzahlen zum WorldCat abrufbar. Demnach haben circa 72.000 Bibliotheken aus 170 Ländern fast 1,9 Milliarden Bestandsnachweise eingebracht. Mehr als 283 Millionen bibliografische Datensätze sind im WorldCat nachgewiesen, und über 470 Sprachen und Dialekte sind vertreten. Inzwischen sind rund 8,8 Mio. deutschsprachige Titel enthalten.

Mit 115 Teilnehmern verzeichnete der 6. OCLC-Informationstag in Frankfurt am Main am 03.05.2012 einen Besucherrekord. Die Themen OCLC WorldShare, Linked Data und Lizenzmanagement standen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Die Präsentationen des OCLC-Informationstags sind unter http://www.oclc.org/de/de/multimedia/2012/6-oclc-informationstag.htm zu finden.

OCLC GmbH hat mit der Karlsruher Firma BibTip GmbH (http://www.bibtip.com/) am 24.05.2012 auf dem Bibliothekartag in Hamburg eine Zusammenarbeit vereinbart. BibTip ist ein Empfehlungsdienst, der die Funktionalität von Online-Katalogen erweitert. BibTip Empfehlungen sind Links auf verwandte Titel, die durch das Beobachten des Benutzerverhaltens bei der Katalog-Recherche und dessen statistische Analyse erzeugt werden. Bibliotheken, die eine Bibliothekslösung von OCLC einsetzen, können in ihrem Online-Katalog ihren Benutzern in Zukunft qualifizierte Leserempfehlungen als Entscheidungshilfe oder Ausleihanreiz anbieten.

Im Juni 2012 hat OCLC damit begonnen, WorldCat mit Linked Data anzureichern. Das heißt, jeder Eintrag in WorldCat.org enthält Zusatzinformationen, sogenannte Markups, nach einem einheitlichen Vokabular für strukturierte Daten im Web. OCLC bedient sich dabei der Markups von Schema.org (http://www.schema.org/), einem aus bislang mehreren hundert Elementen bestehenden Verzeichnis, mit denen sich im HTML-Code der Seite Informationen wie Orte, Personen, Veranstaltungen, Produkte usw. auszeichnen lassen. Schema.org entstand 2011 als Gemeinschaftsprojekt von Google, Microsoft, Yahoo! und Yandex. Heute stellt WorldCat.org die größte Sammlung verlinkter bibliografischer Daten im Web dar. Mit den Markups von Schema.org zu allen in WorldCat.org auffindbaren Büchern, Zeitschriften und anderen bibliografischen Quellen werden die kompletten öffentlich zugänglichen Daten von WorldCat für Suchmaschinen wie Google und Bing nutzbar, die diese Metadaten in Suchindizes und anderen Anwendungen verwerten können (nach: OCLC eNews – Ausgabe 29, August 2012).

Österreich

Im Rahmen eines Forschungsprojektes digitalisiert die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) in Wien mehr als 16.000 handschriftliche Zeitungen aus den Jahren 1568 bis 1604. Die sogenannten Fugger-Zeitungen sind Vorläufer von gedruckten Zeitungen, wie sie ab 1605 erschienen. Ihr Name leitet sich ab von Octavian Secundus und Philipp Eduard Fugger, die einer Nebenlinie der Augsburger Kaufmannsfamilie entstammten. Sie sammelten die Zeitungen ihrer Zeit, ließen sie binden und in ihre Bibliothek einstellen. Durch den Kauf der Fuggerschen Bibliothek kamen die in 27 Bänden zusammengefassten Fugger-Zeitungen im Jahr 1656 in den Besitz der kaiserlichen Hofbibliothek und wurden von Augsburg nach Wien gebracht. Die Zeitungen sind handschriftlich verfasste Berichte aus verschiedenen Orten in Europa, aber auch aus Amerika und Asien. Die meisten stammen aus Rom, Venedig, Antwerpen und Köln, den wichtigen Informationszentren der damaligen Zeit. Sie berichten, ganz ähnlich wie heutige Tageszeitungen, über Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Ereignisse ebenso wie über militärische oder religiöse Konflikte, spektakuläre Verbrechen und kuriose Begebenheiten. Die Digitalisierung und wissenschaftliche Erschließung des Bestandes erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Institut für österreichische Geschichtsforschung und mit finanzieller Unterstützung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Die Fugger-Zeitungen werden an der ÖNB gescannt und im virtuellen Zeitungslesesaal ANNO - AustriaN Newspaper Online (http://anno.onb.ac.at/) eingespielt. Sie sind direkt erreichbar unter der Adresse http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fug.

Schweiz

Der viertägige Kongress Bibliothek Information Schweiz 2012 fand vom 12.09. bis 15.09.2012 im historischen Konzilsgebäude in Konstanz statt. Insgesamt circa 400 Teilnehmer interessierten sich für rund 40 Veranstaltungen. Das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg beteiligte sich an dem Kongress u. a. mit zwei Vorträgen: Die Direktorin des BSZ, Marion Mallmann-Biehler, sprach zum Thema Bibliotheksdienstleistungen und Innovation; ihr Stellvertreter, Volker Conradt, stellte das Thema Linked Open Data und Semantic Web vor.

Das Bundesamt für Kultur und die kantonalen Kulturstellen haben die Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz veröffentlicht, die für kulturelle Praktiken und deren Vermittlung sensibilisiert. Die Liste ist ab sofort als digitale Bibliothek des immateriellen Kulturerbes der Schweiz auf http://www.lebendige-traditionen.ch zugänglich.

Die Kommission für Schul- und Gemeindebibliotheken des Kantons Bern hat eine Plattform für die öffentlichen Bibliotheken des Kantons Bern aufgebaut. Die Plattform biblioBE.ch (http://www.bibliobe.ch/) wurde Ende April 2012 ins Netz gestellt und bietet den Bibliotheken zahlreiche neue Möglichkeiten: Sie werden einerseits wie bisher mit den wichtigsten Informationen aus dem Bibliotheksbereich versorgt. Neu haben sie aber auch Zugang zu zusätzlichen Dienstleistungen wie z. B. eine gemeinsame Agenda mit Veranstaltungen. Jede Bibliothek verfügt über eine Seite mit den wichtigsten Informationen (Adresse, Öffnungszeiten, Bestand usw.), und jede Bibliothek ist selber für den Inhalt und die Aktualität dieser Seite zuständig.

Die Universitätsbibliothek Bern hat historische Berner Adressbücher digitalisiert. Dreißig Adressbücher der Stadt Bern aus dem 19. Jahrhundert sind digital im Internet verfügbar. Die Ausgaben von 1810, 1836 und 1890 enthalten auch Adressen aus dem übrigen Kanton.

Infoclio.ch, das Fachportal für die Geschichtswissenschaften der Schweiz, hat ein neues Online-Lehrmittel zu den Bereichen Informationskompetenz und Online-Recherche freigeschaltet: compas – Strukturiertes Forschen im Web ist unter http://www.compas.infoclio.ch/de frei verfügbar. compas.infoclio.ch kann als Lehrmittel im Einführungsstudium der Geschichtswissenschaften und den Methodenseminaren eingesetzt werden und dient als Nachschlagewerk für die Studierenden.

USA

Kalifornien hat Anfang Oktober 2012 ein Gesetz erlassen, das es Studierenden ermöglicht, häufig genutzte Lehrbücher in einer digitalen Version kostenlos herunterzuladen. Fünfzig digitale Lehrbücher sollen als Open Source von verschiedenen Universitäten in Kalifornien insbesondere für das Grundstudium entwickelt und vom Staat finanziert werden. Das Gesetz hält auch fest, dass dafür bereits existierende digitale Open Source-Materialien verwendet werden dürfen, wenn sie geeignet sind. Jedes so entwickelte Lehrbuch muss unter der Creative Commons License stehen und kann somit auch von Lehrenden in anderen Bundesstaaten für ihre eigenen Studierenden genutzt werden. Erstmals sollen die freien Materialien im Schuljahr 2013/14 Anwendung finden und die Studierenden bei den hohen Ausgaben für Lehrbücher entlasten. Das Gesetz enthält auch den Vorschlag, eine California Digital Open Source Library einzurichten, die diese Bücher verwaltet (nach: dbv-Newsletter International 2012/10).

Zentrale Angebote und Informationen

Klaus Graf hat in Wikisource (http://de.wikisource.org/wiki/Hauptseite) eine Seite mit Digitalisierten Nachlässen zusammengestellt. Die Seite versammelt Nachweise zu ganz oder teilweise digitalisierten Nachlässen aus dem deutschsprachigen Raum, die frei und (soweit ersichtlich) dauerhaft im Internet verfügbar sind. Ergänzende Zusammenstellungen betreffen: Digitale Sammlungen (gedruckte Bücher) und Digitale Sammlungen von Archiven. Für Musiker gibt es die Extra-Seite Musiker-Autographe.

Klaus Graf hat in seinem Archivalia-Blog den Inhalt einer nicht mehr allgemein zugänglichen Seite aus dem netbib-Wiki mit einer Vielzahl von Links zum Nibelungen-Lied reproduziert, die Links überprüft und ein Nachwort angefügt (http://archiv.twoday.net/stories/129657090/). Die Seite ist nach den Grundsätzen von Open Access verwertbar.

Am 22.06.2012 wurde der Bericht Bildung in Deutschland 2012 von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) vorgestellt. In dem Bericht wird u. a. auch Fragen der kulturellen Bildung im Lebenslauf nachgegangen. Erstmals sind auch Bibliotheken in den vierten Bildungsbericht aufgenommen worden. Der von unabhängigen Wissenschaftlern erstellte Bericht bietet eine umfassende Bestandsaufnahme des Bildungswesens. Er richtet sich an alle Akteure des Bildungswesens in Politik, Verwaltung und Praxis genauso wie an die an bildungspolitischen Fragen interessierte Öffentlichkeit.

Seit September 2012 verschickt der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) einmal wöchentlich ein Text- und Fotopaket, in denen die vielfältigen Angebote moderner Bibliotheken vorgestellt werden. Die Texte und Fotos können an die Redaktionen der lokalen Medien zur kostenlosen Verwendung weitergeleitet und ggf. mit Informationen zu eigenen Veranstaltungen angereichert werden. Jedes „Paket“ hat ein Schwerpunktthema (wie zum Beispiel „Bücherbusse“, „Digitalisierung“, „Bestandserhaltung“ oder „Urheberrecht“). Die Themenpakete können unter http://www.treffpunkt-bibliothek.de/presse/themendienst/ heruntergeladen werden.

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat in seiner Reihe Statistische Analysen einen Band veröffentlicht, der sich mit dem Thema Digitales Baden-Württemberg beschäftigt. Der Focus der Broschüre, die auch als PDF abrufbar ist (http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Veroeffentl/803312001.pdf), liegt auf der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), die „sich ungebremst auf Erfolgskurs“ befindet. Für die Analyse wurde das sogenannte „regionale Innovationssystem“ zugrunde gelegt, ein Systemansatz, der zunächst die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des IKT-Sektors untersucht und anschließend auf die Nachfrage nach informations- und kommunikationstechnischen Gütern und Dienstleistungen seitens der Unternehmen und der privaten Haushalte eingeht. Eine weitere Säule des „regionalen Innovationssystems“ bildet die digitale Infrastruktur. Die Studie versteht sich als Bestandsaufnahme und liefert Hinweise zu den Trends und Potenzialen des IKT-Bereichs im Südwesten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert im Rahmen der so genannten „eHumanities“-Förderlinie 24 interdisziplinäre Projekte von Geisteswissenschaftlern und Informatikern, unter anderem in den Themengebieten Gesellschaft, Geschichte, Politik, Musik, Kultur und Recht. Für diese Projekte stellt das BMBF insgesamt 19,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Liste der geförderten Projekte kann unter http://pt-dlr-gsk.de/_media/PM_Verbundprojekte_ehum.pdf (PDF-Dokument) eingesehen werden.

Unter fernsehsuche.de (http://fernsehsuche.de/) kann man die in der jeweils vergangenen Woche gezeigten Filme, Dokumentationen, Serien usw. auf den privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten suchen und sich anzeigen lassen. Ein Klick auf den Titel der Sendung führt zum Video in den Mediatheken der Fernsehanstalten.

Google hat eine Website vorgestellt, die helfen soll, vom Aussterben bedrohte Sprachen zu bewahren. Einzelheiten des Projekts wurden in einem Beitrag auf dem Blog von Google erläutert. Auf der Seite Endangered Languages (http://www.endangeredlanguages.com/) werden mehr als 3.050 Sprachen dokumentiert, die unmittelbar vor dem Aussterben stehen. Das ist ungefähr die Hälfte aller auf der Erde gesprochenen Sprachen. Auf dem Portal sollen laut Google Audiobeispiele gesammelt und Sprecher miteinander vernetzt werden. Außerdem soll sie das Erlernen einer dieser Sprachen erleichtern (nach: heise online vom 22.06.2012).

Das vom Literarischen Colloquium Berlin (LCB) im Herbst 2011 gestartete Online-Portal Lesungen.net (http://www.lesungen.net) bietet historische und aktuelle Veranstaltungen seines Tonarchivs kostenfrei zum Nachhören an. Derzeit sind bereits über 150 Veranstaltungen der Reihe „Studio LCB“, die seit 1990 in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk (DLF) ausgestrahlt wird, online verfügbar. Als Kooperationspartner konnten zusätzlich die Literaturhäuser Basel und Wien gewonnen werden.

Der nestor-Newsletter informiert über aktuelle Aktivitäten und Initiativen, die im Bereich der Langzeitarchivierung national und international von Bedeutung sind. Der Newsletter kann auf der nestor-Website unter http://www.langzeitarchivierung.de/Subsites/nestor/DE/Publikationen/Newsletter/newsletter_node.html abonniert werden. Dort stehen auch die jeweils aktuelle Ausgabe und ein Archiv sämtlicher Newsletter, die bisher erschienen sind, zum Abruf bereit. Der Newsletter wird von den nestor-Partnern (u. a. die BSB München, die Deutsche Nationalbibliothek, das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg, das Landesarchiv Baden-Württemberg und acht weitere Partner) kooperativ erstellt und erscheint vier- bis sechsmal jährlich im PDF-Format. Ende August 2012 ist die neueste Ausgabe des Newsletters erschienen (Nr. 26 vom 27.08.2012).

In der englischsprachigen Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Main_Page) ist Mitte Juli 2012 der viermillionste Artikel erstellt worden. Es handelt sich um den Artikel „Izbat Al Burj“ über eine Stadt in Ägypten.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) steht erstmals auf Platz 1 des Mitte September 2012 veröffentlichten QS World University Ranking. Danach folgen die Universitäten Cambridge, Harvard, London und Oxford. Als beste deutsche Hochschule liegt die Technische Universität München auf Platz 53. Dahinter rangieren Heidelberg, München und die FU Berlin. Insgesamt sind elf deutsche Hochschulen unter den TOP 200 platziert.

Neue und geänderte Adressdaten und Bibliothekssigel

Änderung der Postanschrift ab 29.10.2012: Stadtbücherei Bad Aibling <1403>, Marienplatz 1, 83043 Bad Aibling, Tel. (08061) 49 01-140, http://www.stadtbuecherei.bad-aibling.de BAY; ISIL DE-1403

<neues Sigel: 1904> Städtische Bücherei Bad Wurzach, Parkstraße 8, 88410 Bad Wurzach, Tel. (07564) 30 21 12, E-Mail irene.brauchle@bad-wurzach.de BAW; ISIL DE-1904

Änderung der Postanschrift: Stadtbibliothek Bornheim <1261>, Rathaus 2, 53332 Bornheim, Tel. (02222) 93 85 65 oder 66, Fax (02222) 93 85 67, E-Mail stadtbuecherei-bornheim@web.de, URL http://www.stadtbuecherei-bornheim.de/ NRW

<neues Sigel: 1905> Stadtbücherei Haslach, Sandhaasstraße 8, 77716 Haslach/Kinzigtal, Tel. (07832) 9 18 20, E-Mail buecherei@haslach.de, URL http://www.haslach.de/servlet/PB/menu/1088229_l1/index.html BAW; ISIL DE-1905

<neues Sigel: Heh 2> Hohenzollerische Heimatbücherei Hechingen, Heiligkreutzstraße 10, 72379 Hechingen, Tel. (07471) 93 09-1168, E-Mail kreisarchiv@zollernalbkreis.de BAW; ISIL DE-Heh2

Folgende Seminar- und Institutsbibliotheken der Universität Heidelberg wurden aufgelöst: Ökumenisches Institut der Universität, Bibliothek <16/59>; Praktisch-Theologisches Seminar, Bibliothek <16/60>; Diakoniewissenschaftliches Institut der Universität, Bibliothek <16/97>. Die Bestände wurden in die Fakultätsbibliothek Theologie <16/32> aufgenommen.

Namensänderung: Mediathek Lahr <1085> (vormals: Stadtbücherei Lahr), Kaiserstraße 41, 77933 Lahr, Tel. (07821) 918 217, Fax (07821) 918118, E-Mail mediathek@lahr.de, URL http://www.lahr.de/mediathek

<neues Sigel: Y 10> Max Planck Institute Luxembourg for International, European and Regulatory Procedural Law, Library / 4, rue Alphonse Weicker, 2721 Luxembourg E-Mail jschwiet@mpil.de, Leihverkehrsregion: WEU ISIL DE-Y10

Änderung der Postanschrift: Bibliothek <1457>, Markt Manching, Niederfelder Straße 1, 85077 Manching, E-Mail bibliothek@manching.de BAY

Änderung der Postanschrift: Hochschule für Fernsehen und Film München, Bibliothek <M 472>, Bernd-Eichinger-Platz 1, 80333 München, Tel. (089) 689 57–8613, Fax (089) 689 57-9900, E-Mail fernleihe@hff-muc.de, Web-OPAC http://webopac.hff-muc.de

Namensänderung: Die Bayerische Bibliotheksschule hat zum 01.07.2012 ihren Namen geändert und heißt seitdem Bibliotheksakademie Bayern. Als Abteilung der Bayerischen Staatsbibliothek ist die Bibliotheksakademie Bayern (BAB) verantwortlich für die bibliothekarische Aus- und Fortbildung in Bayern und darüber hinaus (Anschrift: Bayerische Staatsbibliothek Bibliotheksakademie Bayern, Ludwigstraße 16, 80539 München, Tel.: 089-2 86 38 22 33).

Änderung der Postanschrift ab 24.10.2012: Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg <75>, Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4, 90403 Nürnberg, URL http://www.stadtbibliothek.nuernberg.de BAY

Änderung der Postanschrift seit 17.08.2012: Stadtbibliothek Radolfzell <1104>, Obertorstraße 10a, 78315 Radolfzell BAW

<neues Sigel: Sam 3>: Kreiskulturamt Bodenseekreis, Kurt-Hahn-Archiv, Schloss Salem, 88682 Salem, Tel. (07553) 9 16 75-0, E-Mail Kurt-Hahn-Archiv@kultur-bodenseekreis.de, URL http://www.bodenseekreis.de/bildung-kultur/kultur/kreisarchiv.html BAW

<neues Sigel: Stg 285> Landesarchiv Baden-Württemberg - Abteilungen 1 und 2, Bibliothek, Eugenstraße 7, 70182 Stuttgart, Tel. (0711) 212-4272, E-Mail landesarchiv@la-bw.de, URL http://www.landesarchiv-bw.de/ BAW; ISIL DE-Stg285

Namensänderung: jetzt – Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld; früher - Fachhochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld

<neues Sigel: Tü 135> Index theologicus der Universitätsbibliothek Tübingen, Wilhelmstraße 32, 72016 Tübingen, Tel. (07071) 29-72847 URL http://www.ixtheo.de/

Änderung der Lieferadresse: Gemeindebücherei Velden <1613>, Unterensbach 1, 84149 Velden/Vils BAY

Ausgewählte Literaturhinweise zum Thema Fernleihe, Dokumentlieferung und Internet-Recherche (in Auswahl)

Baueregger, Nina. „Europeana und die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB): Bedeutung und Herausforderung für die deutsche Bibliothekslandschaft“. Perspektive Bibliothek 1 (2012) H.2. S.4-30 (Volltext: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/ojs/index.php/bibliothek/article/view/9456)

„Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Ziele, Inhalte und Hintergründe von Europeana sowie der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und leitet daraus als zentrale Bedeutung und Herausforderung an das deutsche Bibliothekswesen das Thema Integration auf interinstitutioneller, internationaler, zeitlicher und rechtlicher Ebene ab. Insbesondere geeignete integrierende, sparten- und länderübergreifende Organisationsstrukturen, Digitalisierung, Langzeitarchivierung, eine nachhaltige Finanzierung und offene Urheberrechtsfragen werden in diesem Zusammenhang kurz dargestellt“ (nach dem Abstract).

Bayer, Carolin. „Bloggen kann jeder: Das Weblog als Marketinginstrument“. Bibliotheksforum Bayern 5 (2011) H.4. S.244-247.

„Warum ein Weblog einrichten, wenn die Bibliothek bereits eine eigene Homepage pflegt und an ihre Kunden regelmäßig einen Newsletter verschickt? Diese Frage stellte sich auch die Stadtbibliothek Straubing (Niederbayern), bevor sie sich dazu entschloss, ein eigenes Weblog einzurichten“ (nach dem Abstract).

Caemmerer, Christiane. „'Dies Bildnis ist bezaubernd schön': Bilder aus der Porträtsammlung der Staatsbibliothek zu Berlin im 'Digitalen Portraitindex'“. BibliotheksMagazin. Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München 2/2012. S. 69-72.

Die Staatsbibliothek zu Berlin verfügt über eine große Porträtsammlung, die sich u. a. aus kleineren Sammlungen gespeist hat, die wiederum über den Ankauf oder die Übernahme von Büchersammlungen erworben wurden. Die Staatsbibliothek zu Berlin hat ihre Porträtsammlung in ein DFG-Projekt eingebracht, an dem sich auch die Kunstsammlungen der Veste Coburg, die UB Leipzig, das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster, das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, die Österreichische Nationalbibliothek in Wien und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel beteiligen. Für Wissenschaft, Forschung und die interessierte Öffentlichkeit stehen derzeit rund 200.000 druckgraphische Porträts aus einem Zeitraum bis 1850 zur Betrachtung im Digitalen Portraitindex der druckgraphischen Bildnisse der Frühen Neuzeit bereit (http://www.portraitindex.de).

Dörr, Marianne. „Bibliothekartag 2012 – Digitalisierung – neue Projekte und Perspektiven“. Tübinger Bibliotheksinformationen. Mitteilungsblatt für das Bibliothekssystem der Universität Tübingen 33 (2012) H.1. S.8-11

Die Leiterin der UB Tübingen berichtet über sechs Vorträge in der Sektion „Digitalisierung“, bei der sie die Moderation übernommen hatte: Maria Effinger zur Bibliotheca Laureshamensis, die Klosterbibliothek Lorsch in Südhessen, die in der UB Heidelberg virtuell rekonstruiert wird; C. Knoop, Bibliothek des Deutschen Museums München, zur digitalen Erschließung der Museumsbestände; Marko Knepper, UB Frankfurt, zur Homogenisierung unterschiedlicher Digitalisierungsprojekte, die in der Frühphase der Digitalisierung auf unterschiedlichen Systemen begonnen wurden und auf eine Plattform transferiert wurden (http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/); C. Schreiber und W.-V. Ikas, BSB München, und S. Gehrke, HAB Wolfenbüttel, zur Europeana Regia, der kooperativen Digitalisierung und Erschließung vorwiegend mittelalterlicher Handschriften (http://www.europeanaregia.eu/de); T. Siegmann, Staatsbibliothek zu Berlin, zum Projekt Europeana Collections 1914-1918 (http://www.europeana-collections-1914-1918.eu/). Zwei weitere Berichte aus Hamburg sind dem Text Marianne Dörrs vorangestellt: Karin Arnold schildert ihre Eindrücke vom Bibliothekartag mit dem Fokus auf den Themen Informationskompetenz und Web 2.0 (S.3-4), Diana Boschanowitsch legt den Schwerpunkt auf Informationen zu den Themenkreisen Neue Netze und Portale und Bibliotheken zum Lernen (S.5-7).

Dora, Cornel. Die digitale Bibliothek Ostschweiz – geteilte Freude ist doppelte Freude“. Bibliothek. Forschung und Praxis 36 (2012) H.2. S. 231-234.

„In der Ostschweiz mit einem Einzugsgebiet von etwas mehr als einer Million Einwohner besteht die größte digitale Bibliothek nach dem System Onleihe der Schweiz. Sie startete am 14. Mai 2008 als allererste Verbundlösung ihrer Art unter dem Namen Digitale Bibliothek St. Gallen und wurde Anfang 2011 zur Digitalen Bibliothek Ostschweiz (http://www.dibiost.ch) ausgeweitet. Heute umfasst sie die ganze Ostschweiz mit 16 Bibliotheken in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau sowie das Fürstentum Liechtenstein. Ihr Angebot zählt rund 18.000 Medien und generiert täglich rund 200 Downloads. Nach dem Vorbild der USA sind E-Medien schnell ein fester Bestandteil des Angebots moderner öffentlicher Bibliotheken im deutschsprachigen Raum geworden“ (nach dem Abstract).

Fournier, Johannes. „Zugang, Nachnutzung und Reproduzierbarkeit. Anmerkungen zur künftigen Ausrichtung einer wissenschaftsadäquaten Informationsinfrastruktur“. Bibliothek. Forschung und Praxis 36 (2012) H.2. S. 180-188.

„Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der Informationsinfrastruktur formuliert der Beitrag Empfehlungen, deren Umsetzung den offenen Zugang und die möglichst umfassende Nachnutzung von Forschungsergebnissen gewährleisten soll. Dazu wird dargestellt, welche rechtlichen, technischen, organisatorischen und finanziellen Vorkehrungen getroffen werden müssen, um eine umfassende Nutzung von herkömmlichen Publikationen, von Forschungsdaten oder von retrospektiv erstellten Digitalisaten zu ermöglichen“ (nach dem Abstract).

Frick, Julian. „Konzeption einer fachlichen Facette für einen Bibliothekskatalog am Beispiel der Universitätsbibliothek Mannheim“. Bibliothek. Forschung und Praxis 36 (2012) H.2. S.207-216.

„Der Artikel befasst sich mit dem Aufbau einer fachlichen Facette für den Bibliothekskatalog der Universitätsbibliothek Mannheim. Nach einer Einleitung zur Funktionsweise von fachlichen Facetten werden vorhandene fachliche Facetten in verschiedenen Bibliothekskatalogen untersucht und wichtige Gegebenheiten an der UB Mannheim erläutert. Schließlich wird die aus diesen Voraussetzungen konzipierte Facettierung für den Mannheimer Bibliothekskatalog vorgestellt“ (nach dem Abstract).

Froese, Annika-Valeska; Leiskau, Katja. „Kunsthistorische Recherche vom Mittelalter bis zur Gegenwart: arthistoricum.net – Virtuelle Fachbibliothek Kunst“. BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 5 (2012) Nr. 2. S.80-82.

Die beiden Mitarbeiterinnen der SLUB Dresden stellen die verschiedenen Module der Virtuellen Fachbibliothek Kunst - arthistoricum.net vor, die seit Januar 2012 online ist und die beiden früheren separaten Angebote der SLUB Dresden (ViFa Art – Virtuelle Fachbibliothek für Gegenwartskunst) und der UB Heidelberg (arthistoricum.net – Virtuelle Fachbibliothek Kunstgeschichte) zusammengeführt hat.

Groß, Matthias. „Kooperativ Chancen nutzen: Elfte Verbundkonferenz in München“. Bibliotheksforum Bayern 6 (2012) H. 2. S.82-89.

M. Groß (BSB München) berichtet über die Vorträge, die auf der elften Verbundkonferenz des Bibliotheksverbunds Bayern (BVB), die am 08.11.2011 im Goethe-Forum München stattfand, gehalten wurden. Mit etwa 350 Teilnehmern war sie wieder gut besucht. Auf den Seiten 86 bis 89 ist die Begrüßungsrede des Generaldirektors der BSB, Rolf Griebel, abgedruckt.

Horstkemper, Gregor; Landes, Lilian. „Die wissenschaftliche Rezension auf dem Weg ins Web 2.0“. Bibliotheksforum Bayern 5 (2011) H.4. S.248-251.

„Mit recensio.net (http://www.recensio.net/) kann seit Januar 2011 eine Rezensions-Plattform für die europäische Geschichtswissenschaft als Open-Access-Angebot genutzt werden. Neben der Bereitstellung klassischer Rezensionen ist das Angebot von Web 2.0-Präsentations- und Kommentarfunktionen ein zentraler Bestandteil der Plattform“ (nach dem Abstract).

Jung, Thomas. „Katalog to go: Die neue SLUB-App macht mobil“. BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 5 (2012) Nr. 2. S.99-101.

Th. Jung (IT-Abteilung der SLUB Dresden) beschreibt die SLUB-Katalog-App, die seit dem 18.03.2012 im Apple App-Store zum Download zur Verfügung steht. Ihr folgte Ende April 2012 die Android-Version bei Google Play.

Kohl-Frey, Oliver. „Make the Library look more like Google: Die Einführung eines Discovery-Systems an der Universität Konstanz“. B.I.T. online 15 (2012) Nr. 3. S.247-250.

Der stellvertretende Direktor und Leiter der Benutzungsabteilung der Bibliothek der Universität Konstanz beschreibt die Einführung von KonSearch (http://konstanz.summon.serialssolutions.com/), der auf dem Produkt Summon basierenden Literatursuchmaschine der Konstanzer Universität.

Kugler, Anna; Brantl, Markus; Schoger, Astrid. „Die Verkündungsplattform Bayern – Services und vertrauenswürdige digitale Langzeitarchivierung“. B.I.T. online 15 (2012) Nr. 4. S.357-365.

Im Januar 2009 fiel der Startschuss für die Verkündungsplattform Bayern (http://www.verkuendung-bayern.de). Seitdem werden die vier Amtsblätter der bayerischen Staatsministerien ausschließlich elektronisch „verkündet“. Die drei Autoren beschreiben die Services, die die Verkündungsplattform bieten, und schildern die Maßnahmen, mit deren Hilfe die darauf veröffentlichten Dokumente von Anfang an in das Langzeitarchivierungs-Konzept der BSB München integriert worden sind.

Kurth, Sabine. „'Stimmbücher' und mehr an der Bayerischen Staatsbibliothek: Digitalisierung und Online-Bereitstellung der Notendrucke des 16. und 17. Jahrhunderts mit mehrstimmiger Musik“. BibliotheksMagazin. Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München 2/2012. S. 64-68.

Sabine Kurth, Mitarbeiterin in der Musikabteilung der BSB München, stellt ein Digitalisierungsprojekt vor, das im November 2011 von der DFG bewilligt wurde: In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Buch- und Handschriftenrestaurierung (IBR) werden in den kommenden Jahren circa 1.800 Notendrucke konservatorisch geprüft und gegebenenfalls restauriert, digitalisiert und mit einem spezifischen Präsentationsmodul online bereitgestellt. Projektstart war am 01.02.2012.

Lazarus, Jens. „Open Source Discovery System VuFind an sächsischen Hochschulbibliotheken“. B.I.T. online 15 (2012) Nr. 3. S.251-255.

„Mit dem Einsatz von Discovery Systemen reagieren Bibliotheken auf veränderte Nutzererwartungen und auf ein massiv verändertes Medienangebot. In einem Konsortium von Universitäts- und Hochschulbibliotheken in Sachsen kommt das Open Source Discovery System VuFind unter Anbindung des aggregierten Index Primo Central der Firma Ex Libris zum Einsatz. Der Artikel beschreibt das Projekt finc und die technischen Grundlagen dieser Lösung“ (nach dem Abstract).

Lazarus, Jens; Muschall, Björn; Seige, Leander; Weiser, Evelyn. „Projekt finc: Ein Open Source Discovery System für sächsische Hochschulbibliotheken“. BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 5 (2012) Nr. 2. S.72-76.

Die Autoren beschreiben das aus europäischen Fördermitteln finanzierte und mit Unterstützung des Freistaates Sachsen realisierte Projekt finc (= find in catalog). Das Projekt wird von der UB Leipzig koordiniert und hat die Implementierung von modernen Rechercheoberflächen an elf Hochschulen in Sachsen zum Ziel, darunter die Universitäten in Chemnitz, Freiberg und Leipzig, die Fachhochschulen in Dresden, Görlitz / Zittau, Leipzig und Zwickau sowie die Kunst- und Musikhochschulen. An der UB Leipzig ist der Katalog bereits seit dem 21.03.2012 als Beta-Version realisiert. Der Katalog basiert auf dem Open Source Discovery Services VuFind unter Anbindung des Primo Central Index der Firma Ex Libris.

Musikbibliotheken – Neue Wege und Perspektiven. Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 59 (2012) H.3/4

Der Fokus des vorliegenden Heftes der ZfBB ist auf das Thema Musikbibliotheken gerichtet. Folgende Aufsätze beschäftigen sich u. a. mit den Problembereichen Bibliotheken, Wissenschaft und Medien: Martina Rebmann. Musikabteilungen in wissenschaftlichen Bibliotheken. Aktueller Stand: Kooperationen, Projekte, Perspektiven; Reiner Nägele. Vom Nutzen der ViFaMusik für die Musikwissenschaft. Eine Positionsbestimmung; Armin Brinzing. Das Internationale Quellenlexikon der Musik (RISM) und die Erschließung der historischen Musikalienbestände in Deutschland; Franz Jürgen Götz. Das Répertoire International d’Iconographie Musicale (RIdIM) und dessen deutsche Arbeitsstelle; Rainer Kahleyss. Das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig; Roland Dieter Schmid-Hensel. Urheberrecht und musikbibliothekarische Praxis.

Piguet, Arlette; Neubauer, Wolfram. „Das Wissensportal der ETH-Bibliothek – ein innovatives Discovery-Tool“. B.I.T. online 15 (2012) Nr. 3. S.237-246.

„Der … Beitrag gibt einen Überblick über die Bibliotheksapplikation Wissensportal der ETH-Bibliothek, deren Entwicklung sich in eine ganze Reihe von neueren Aktivitäten in Richtung einer Verbesserung des Zugriffs auf wissenschaftliche Information einfügt. Auf Basis der Softwareanwendung Primo der Firma ExLibris hat die ETH-Bibliothek in den vergangenen Jahren eine komplexe Recherche- und Präsentationsoberfläche entwickelt, die den formulierten Informationsbedürfnissen der universitären Community Rechnung tragen soll. Das Wissensportal der ETH Zürich soll einmal die lokale, mittlerweile sehr heterogene Informationslandschaft unter einem 'single-point-of-access' sehr viel einfacher und übersichtlicher zugänglich machen und bietet darüber hinaus die Informationen, die man heute von einer gut strukturierten Bibliothekswebsite erwartet“ (nach dem Abstract).

Rose, Stephen. „Early Music Online“. Forum Musikbibliothek 33 (2012) H.2. S.11-16.

Bei Early Music Online (http://www.earlymusiconline.org) handelt es sich um ein elektronisches Angebot, das Digitalisate früher Musikdrucke der British Library in London im Internet anbietet. Die Notendigitalisate sind für jedermann frei zugänglich. PDFs der einzelnen Bände können für Unterricht und Forschung sowie für andere nicht-kommerzielle Zwecke heruntergeladen werden.

Schütt-Hohenstein, Angelika. „Der Alphabetische Zettelkatalog – Retrokonversion durch eine Firma“. WLBforum. Mitteilungen der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart 14 (2012) H.2. S.9-12.

Nachdem Mitte 2009 das zweite hausinterne Konversionsprojekt abgeschlossen war, entschied die WLB, den gesamten zu konvertierenden 'Rest' für die Erscheinungsjahre 1851-1979 als Auftrag an eine Firma zu vergeben. Die Leiterin der Medienbearbeitung der WLB beschreibt die vorbereitenden Arbeiten, die Ausschreibung und den Projektverlauf. Wichtig ist, dass die WLB Personal für den Teil der Katalogisierung bereithält, den die Firma nicht erledigen kann. Es ist beabsichtigt, den DigiKat in etwa vier Jahren vollständig durch den Online-Katalog zu ersetzen.

Sepp, Florian; Lutze, Sebastian. „40.000 Bavarica-Volltexte Online“. Bibliotheksforum Bayern 6 (2012) H. 1. S.10-11.

Seit Ende Juni 2011 ist im Rahmen der Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO) eine neue, vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) entwickelte Volltextsuche online (http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/bavarica-volltexte). Sie ermöglicht es, rund 40.000 retrodigitalisierte Werke mit Bayernbezug aus der Zeit vor 1870 gezielt nach Begriffen zu durchsuchen.

Spangenberg, Martin. „Vom Aufsatznachweis zum Volltext mit einem Klick – kontextsensitive Verlinkung im Katalog der Bundestagsbibliothek. Ein Erfahrungsbericht“. BIBLIOTHEKSDIENST 46 (2012) H.7. S.583-592.

Spangenberg erläutert die kontextsensitive Verlinkung im Katalog der Bibliothek des Deutschen Bundestages, die seit April 2011 als neue Dienstleistung angeboten wird. Die direkte Verlinkung der Aufsatznachweise mit den lizenzierten Volltexten bedeutet eine erhebliche Zeit- und Arbeitsersparnis bei der Literatursuche. Die Bibliothek erfüllt damit die Erwartung ihrer Nutzer, im Anschluss an eine Katalogrecherche schnell und bequem auf die gefundenen Dokumente zugreifen zu können.

Thalhofer, Anja. „LEO-BW – Landeskunde entdecken online: Das vernetzte landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg“. WLBforum. Mitteilungen der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart 14 (2012) H.2. S.20-26.

„LEO-BW ist da! Ein landeskundliches Informationssystem der besonderen Art. Als Geschenk zum Landesjubiläum 2012 ist es seit dem 25. April (Anm.: 2012) mit 1,36 Mio. Objekten freigeschaltet. Doch der Weg dahin war lang“. Anja Thalhofer, die Referentin für landeskundliche Themen und Bearbeiterin der Landesbibliographie Baden-Württemberg, beschreibt den mühsamen Weg, der zu LEO-BW geführt hat.

Wimmer, Clemens Alexander. „Die Bibliothek schafft sich ab oder wie Google books zu Geld werden“. B.I.T. online 15 (2012) Nr. 4. S.315-328.

Der Artikel „befasst sich mit den Folgen der Zusammenarbeit einiger öffentlicher Bibliotheken mit der Firma Google Inc., insbesondere dem Verkauf von Ausdrucken von Google-Digitalisaten. Der Autor kritisiert die unkontrollierbare Übertragung öffentlicher Ressourcen an die Privatwirtschaft, in denen er eine Selbstentmachtung der Bibliotheken sieht und die seiner Meinung nach zu einem katastrophalen Qualitätsverlust im Buchwesen führt“ (nach dem Abstract).

/data/wiki/data/pages/fl-team/publikationen/dialog73-html.txt · Zuletzt geändert: 17-09-2015 12:37 von FL-Team

Informationssicherheit | Datenschutz | Impressum