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ZKBW-Dialog Nr. 72 vom 22.06.2012

101. Deutscher Bibliothekartag in Hamburg : Vorträge online

Wie bei den früheren Bibliothekartagen und Bibliothekskongressen werden auch in diesem Jahr die Vorträge und Präsentationen des 101. Deutschen Bibliothekartages in Hamburg, der vom 22. bis 25.05.2012 im Congress Center Hamburg (CCH) stattfand, auf dem BIB-Opus-Server gesammelt. Sie stehen unter http://www.bib-info.de/verband/publikationen/opus/hamburg-2012.html zum Abruf bereit. Aktuell (Stand: 21.06.2012) sind 146 Folien und/oder Vortragstexte verfügbar.

Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme plant Titeldatenlieferung an Google Books

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme (AG Verbund), in der alle Verbundsysteme des deutschsprachigen Raums vertreten sind, plant Titeldatenlieferungen an Google Books. Es ist beabsichtigt, dass der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) die Daten der Verbünde bündeln und an Google Books liefern wird (vgl. dazu die Präsentation des KOBV). Dann wird ein Vertrag mit Google Books erarbeitet. Auch das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) beteiligt sich an diesem Projekt und liefert SWB-Daten an den KOBV. Im ersten Schritt sollen nur die Titeldaten von gedruckten Monografien (keine Zeitschriften, keine AV-Medien, keine E-Books) an Google geliefert werden. Google wird zusätzlich über die Anzahl der besitzenden Bibliotheken im SWB-Verbund informiert. Damit wird in Google Books nicht der direkte Hinweis zu der besitzenden Bibliothek stehen. Vom Titel in Google Books wird über einen Linkresolver immer zuerst in den SWB bzw. in die anderen Verbünde verlinkt. Die SWB-Teilnehmerbibliotheken wurden in einer Mail der Direktorin des BSZ vom 08.05.2012 informiert und darum gebeten, mit Hilfe eines beigefügten Formulars dem geplanten Vorgehen des BSZ bis zum 11.06.2012 zu widersprechen, falls sie mit der Lieferung der Daten an Google Books nicht einverstanden sind. Bibliotheken, die mit der Lieferung der Verbunddaten einverstanden sind, brauchen nicht aktiv zu werden.

Die Österreichische Bibliothekenverbund und Service GmbH (OBVSG) stellt Google Books ihre Daten schon seit Jahren zur Verfügung (vgl. http://www.obvsg.at/services/verbundkatalog-in-google/de/), der Bayerische Bibliotheksverbund (BVB) hat gemeinsam mit dem Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin–Brandenburg (KOBV) seine Daten als B3Kat frei ins Internet gestellt (vgl. https://opacplus.bib-bvb.de/TouchPoint_touchpoint/help.do?helpContext=opendata), HeBIS plant ein ähnliches Vorgehen (vgl. die Sondernummer von HeBIScocktail zum 101. Deutschen Bibliothekartag in Hamburg. S.3). Das Kuratorium des BSZ wird in seiner nächsten Sitzung auch darüber beraten, ob die Titeldaten des SWB-Verbundes frei gestellt werden.

Warum wollen die Verbünde ihre Daten an Google Books liefern? Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme hat sich nach längerer Diskussion entschlossen, Verbunddaten an Google Books zu liefern, damit die deutschen Bestände für die allgemeine Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Auch die weltweite Sichtbarkeit wird spürbar verbessert. Ziel der Kooperation ist es, die bibliografischen Daten einem möglichst großen Nutzerkreis zugänglich zu machen. Die Medien der beteiligten Bibliotheken könnten dann über Google Books anhand der Metadaten gefunden werden. Erfahrungsgemäß wird im Online-Katalog der einzelnen Bibliothek hauptsächlich nur von den jeweiligen Nutzern gesucht, der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK) ist in erster Linie in Bibliothekskreisen bekannt, in Google Books wird dagegen von den Internet-Nutzern häufiger recherchiert. Die Suche in Google Books würde Titeltreffer liefern, die in die einzelnen Verbünde führen, also nicht direkt in die Lokalsysteme.

SWB-Online-Fernleihe und verbundübergreifende Fernleihe

SWB-Online-Fernleihe

Derzeit (Stand: 03.04.2012) nehmen insgesamt 211 (Teil-)Bibliotheken an der SWB-Online-Fernleihe teil (104 gebend und nehmend, 107 nur nehmend). Neu hinzugekommen als nehmende Bibliothek ist die Bibliothek der Hochschule i. Gr. in Fellbach <1864>. Die aktuelle Liste der Teilnehmerbibliotheken an der SWB-Online-Fernleihe steht unter http://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken zur Verfügung.

Das Protokoll des 10. Anwendertreffens Fernleihe, das am 19.01.2012 in der Württembergischen Landesbibliothek stattfand, und die dazugehörige Aufgabenliste sind im BSZ-Fernleih-Wiki veröffentlicht worden (https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:info-bibliotheken:anwendertreffen).

Eine Zusammenstellung der „Zeitweise geschlossenen Fernleihstellen in deutschen Bibliotheken“ steht unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:nachrichten:schliesszeitenliste zur Verfügung.

Zulassung zum überregionalen Leihverkehr in der Südwest-Region

Das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) hat folgende Bibliothek zum überregionalen Leihverkehr der deutschen Bibliotheken zugelassen:

Christian-Wagner-Bücherei <1891>, Pforzheimer Straße 1, 71277 Rutesheim, Tel. (07152) 90 57 67, Fax (07152) 76 45 422, E-Mail buecherei@rutesheim.de, URL http://www.cwb-rutesheim.de BAW ISIL DE-1891

Die aktuelle amtliche Leihverkehrsliste der Südwest-Region steht auf der Website des BSZ unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:teilnehmende_bibliotheken:baden-wuerttemberg zur Verfügung.

Verbundübergreifende Fernleihe

Das Protokoll der Sitzung der (überregionalen) AG Leihverkehr vom 07.12.2011 steht im GBV Verbund-Wiki unter http://www.gbv.de/wikis/cls/AG_Leihverkehr_der_Arbeitsgemeinschaft_der_Verbundsysteme#Protokolle zum Abruf bereit.

BSZ übernimmt technischen Betrieb von LEO-BW

Landeskunde entdecken online - LEO-BW (http://www.leo-bw.de/) ist ein Beitrag zum Landesjubiläum „60 Jahre Baden-Württemberg“. In dem Kooperationsprojekt arbeiten unter der Federführung des Landesarchivs Baden-Württemberg zahlreiche Partnerinstitutionen, darunter das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ), die beiden Landesbibliotheken in Karlsruhe und Stuttgart, die Universitätsbibliotheken Freiburg, Heidelberg und Tübingen sowie die Landesmuseen in Karlsruhe und Stuttgart, daran, ein vernetztes landeskundliches Informationssystem für Baden-Württemberg aufzubauen. Ein zentrales Portal ist im Entstehen, das verschiedene Online-Angebote mit Informationen, Materialien, Quellen und Literatur über Baden-Württemberg virtuell zusammenführt und auf diese Weise einen informationellen Mehrwert schafft. Bei der feierlichen Eröffnung des Portals am 25.04.2012 waren bereits 26.500 Orte, 40.000 Persönlichkeiten und 7.600 Kulturdenkmale enthalten.

Das BSZ übernimmt den technischen Betrieb des Portals und bindet die Titeldaten mit Bezug zu Baden-Württemberg aus der SWB-Verbunddatenbank in LEO-BW ein. Das BSZ hat Expertenwissen zu Formaten, Regelwerken, Schnittstellen und Standards in das Projekt eingebracht, Datenauszüge für Personen und Geografika mit Bezug zu Baden-Württemberg aus der überregionalen Gemeinsamen Normdatei (GND) erstellt und den Abgleich der Personensätze der Landesbibliografie Baden-Württemberg mit der GND durchgeführt. Das BSZ verantwortet zusammen mit der Deutschen Nationalbibliothek die geplante Einspielung der restlichen Personensätze der Landesbibliografie in die GND und koordiniert die Datenlieferung für die Museen aus dem MuseumsInformationsSystem (MusIS). Eine ausführliche Darstellung von LEO-BW, die wichtigsten Ansprechpartner und Pressematerialien zum Download sind auf der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg zu finden (http://www.landesarchiv-bw.de/web/50999).

Urheberrecht + Open Access + Open Data

Urheberrecht

dbv veröffentlicht Positionspapier zum Urheberrecht: Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) hat im April 2012 ein Positionspapier zum Thema „Nutzerinteressen stärken, Urheberrecht wahren“ vorgelegt. Darin appelliert der dbv an die Politik, das Urheberrecht wissenschafts- und bildungsfreundlicher zu gestalten. In seinem zweiseitigen Positionspapier beschreibt der Bibliotheksverband seine wesentlichen Positionen zu aktuell strittigen Urheberrechtsfragen. So plädiert der dbv beispielsweise dafür, die Befristung von § 52a Urheberrechtsgesetz aufzuheben und für elektronische Semesterapparate, die für den Studienalltag an den meisten Hochschulen und Universitäten inzwischen unersetzlich sind, dauerhaft Rechtssicherheit zu schaffen. Aktueller Handlungsbedarf besteht unter anderem auch bei der Digitalisierung von sogenannten verwaisten und vergriffenen Werken. Hier müssen pragmatische Lösungen gefunden werden, die es den Bibliotheken erlauben, auch diese „verborgenen Schätze“ in die digitale Welt zu überführen. Zu den vergriffenen Werken hat die Deutsche Literaturkonferenz einen Regelungsvorschlag unterbreitet, den der Gesetzgeber in Deutschland schnell und unkompliziert umsetzen sollte (nach der Pressemitteilung des dbv vom 20.04.2012). Das Positionspapier steht als PDF-Dokument auf der Website des dbv zum Abruf bereit, der Regelungsvorschlag der Deutschen Literaturkonferenz vom 16.03.2012 ist unter http://www.literaturkonferenz.de/home.html - Presseerklärungen - Gesetzliche Regelung für vergriffene und verwaiste Werke auf den Weg bringen! verfügbar.

VG Wort nimmt Stellung zum Urheberrecht: Die VG Wort (http://www.vgwort.de/) hat ein Positionspapier publiziert, mit dem sie zur derzeitigen Urheberrechtsdiskussion Stellung bezieht. „Der Urheber ist der Schöpfer des Werkes“, schreibt die VG Wort in ihrem Papier. Ihm stehen die Urheberpersönlichkeitsrechte und Verwertungsrechte zu. „Werknutzungen ohne Zustimmung des Urhebers sind unzulässig, wenn das Gesetz sie nicht ausdrücklich erlaubt.“ Analoge und digitale Kopien seien gesetzlich erlaubt, „aber nur gegen eine angemessene Vergütung“. Auch lehnt die Verwertungsgesellschaft eine Verkürzung der gesetzlichen Schutzfristen ab, da eine Verkürzung das geistige Eigentum der Urheber „deutlich entwerten“ würde. Das vollständige Positionspapier steht unter http://www.vgwort.de/fileadmin/pdf/stellungnahmen/Positionspapier_zum_Urheberrecht_VG_WORT.pdf zum Abruf bereit (nach: Börsenblatt online vom 10.05.2012). Außerdem haben mehrere hundert Schriftsteller, Musiker, Regisseure und Künstler, darunter Daniel Kehlmann, Roger Willemsen, Charlotte Roche und Jürgen Flimm, in einem offenen Brief das Urheberrecht verteidigt, aber gleichzeitig dessen Anpassung an die Bedingungen des einfachen Zugangs zu Produkten des geistigen Eigentums gefordert.

CDU/CSU-Fraktion legt Diskussionspapier zum Urheberrecht vor: Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat in einem Diskussionspapier zum Urheberrecht (http://blogfraktion.de/2012/06/12/diskussionspapier-urheberrecht-in-der-digitalen-gesellschaft/) neue politische Perspektiven aufgezeigt. Insbesondere regt die Fraktion an, eine einheitliche Wissenschaftsschranke, ein Zweitveröffentlichungsrecht und den Open-Access-Gedanken in den anstehenden 3. Korb der Urheberrechtsreform aufzunehmen. Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ begrüßt den Beitrag, den das Diskussionspapier der CDU/CSU Bundestagsfraktion in der aktuellen Debatte um eine Novellierung des Urheberrechts liefert. Auch der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) unterstützt in einer Pressemitteilung vom 15.06.2012 sowohl das Diskussionspapier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion als auch die Stellungnahme der SPD-Bundestagsfraktion "Zwölf Thesen für ein faires und zeitgemäßes Urheberrecht" vom 21.05.2012, die ebenfalls das Zweitverwertungsrecht betont und eine „einheitliche Wissenschaftsschranke“ fordert.

OLG Stuttgart untersagt Fernuniversität Hagen Nutzung eines Lehrbuchs im Intranet: In einem Musterverfahren hat das Oberlandesgericht Stuttgart der Fernuniversität Hagen untersagt, in ihrem Intranet Ausschnitte eines Lehrbuchs ohne Genehmigung des Alfred Kröner Verlags als Teil eines so genannten elektronischen Semesterapparats zu nutzen. Die Zusammenstellungen von Literatur zur Ergänzung sowie vertiefenden Vor- und Nachbereitung des Unterrichts dienten nicht zur Veranschaulichung im Unterricht und fielen deshalb nicht unter den § 52a Urheberrechtsgesetz, so die Urteilsbegründung. Darüber hinaus kam das Gericht zum Ergebnis, dass die zur Verfügung gestellten 91 Seiten aus dem Lehrbuch nicht als „kleiner Teil“ eines Werkes anzusehen waren. Zudem erlaube § 52a Urheberrechtsgesetz lediglich die Ansicht am Bildschirm, nicht jedoch den Ausdruck oder die Möglichkeit des Downloads. Die Verwertungsrechte des Verlages werden nach Ansicht des Oberlandesgerichts unverhältnismäßig beeinträchtigt, weil durch die Verfügbarkeit von Werkteilen für die Studierenden keine Veranlassung mehr zum Kauf des Titels bestand (vgl. den Wortlaut der Gerichtsentscheidung unter http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/OLG%20Stuttgart%20040412.pdf). Das Oberlandesgericht hat die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen. Mit der vom Börsenverein unterstützen Klage des Alfred Kröner Verlags gegen die Fernuniversität Hagen sollte geklärt werden, welche Vorgaben Hochschulen beachten müssen, wenn sie auf der Grundlage von § 52a Urheberrechtsgesetz geschützte Werke für Forschung und Lehre zugänglich machen. Der Verlag wehrte sich dagegen, dass mehrere Kapitel des von ihm veröffentlichten Fachbuchs „Meilensteine der Psychologie“ Tausenden von Studenten im Intranet der Fernuniversität ohne Genehmigung kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Im Internet hatten sich mehrfach Studenten darüber ausgetauscht, dass eine Anschaffung des betroffenen Titels aus diesem Grund nicht nötig sei. Nachdem das Landgericht Stuttgart die Fernuniversität im Oktober 2011 bereits verurteilt hatte, die fraglichen Nutzungen weitgehend zu unterlassen, hat das OLG Stuttgart als Berufungsinstanz das ausgesprochene Verbot jetzt erweitert und der Klage des Verlags in vollem Umfang entsprochen (nach: Börsenblatt online vom 12.04.2012).

Libri verzichtet auf Buchrezensionen: Der Online-Buchhändler und Grossist Libri verzichtet auf die Verwendung von Buchrezensionen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Süddeutschen Zeitung. Hintergrund ist ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt. Das Oberlandesgericht hatte im November 2011 entschieden, dass einige Buchrezensionen des Online-Magazins Perlentaucher das Urheberrecht verletzen. Die Perlentaucher-Rezensionen bestehen – so das OLG Frankfurt - aus einer Übernahme von „besonders prägenden und ausdrucksstarken Passagen der Originalrezensionen“, von denen lediglich einige Sätze ausgelassen worden seien. Sie stellen deshalb eine unzulässige „unfreie“ Bearbeitung im Sinne des Urhebergesetzes dar und hätten ohne die Einwilligung der klagenden Verlage nicht übernommen werden dürfen (nach Börsenblatt online vom 10.04.2012 + heise online vom 04.04.2012).

Anhörung zu ACTA: Am 11.04.2012 wurden im Europaparlament zahlreiche Interessengruppen, u. a. auch die IFLA, zum Thema ACTA (= Anti-Counterfeiting Trade Agreement) angehört. Der IFLA-Director of Policy & Advocacy, Stuart Hamilton, erhob Bedenken: Bibliotheken seien besorgt, dass intransparente ACTA-Verhandlungen das Copyright-Gleichgewicht bedrohen. Die Ziele von ACTA stünden im Gegensatz zum Engagement der Bibliotheken für einen gerechten Zugang zu Information und kulturellem Ausdruck. Eine endgültige Entscheidung zu ACTA wird vom Europäischen Parlament für Juli 2012 erwartet. Derzeit liegt ACTA beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Prüfung. Kritiker sehen das Abkommen in einer Reihe von Bestrebungen, das Urheberrecht weiter zu verschärfen. Der Originaltext von ACTA in deutscher Sprache steht als PDF unter http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/11/st12/st12196.de11.pdf zum Abruf bereit.

BDZV und VDZ treten Content Allianz bei: Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) haben am 26.04.2012, dem Welttag des geistigen Eigentums, ihren Beitritt zur Deutschen Content-Allianz erklärt. Die Deutsche Content Allianz wurde von der ARD, dem ZDF, dem Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und anderen Verbänden 2011 gegründet. Ziel ist eine stärkere Interessenvertretung der Kreativwirtschaft gegenüber der Politik.

Themenreihe zum Urheberrecht: Der Rowohlt Verlag und die Initiative „Verlage der Zukunft“ haben eine Themenreihe zum Urheberrecht gestartet. Am 04.06.2012 ist der erste Artikel auf dem Blog "Verlage der Zukunft" erschienen. In zweiwöchigem Abstand werden mindestens sieben Artikel veröffentlicht. Sie klären die Geschichte des Urheberrechts und beschäftigen sich mit Modellen, welche das Urheberrecht schützen können. Darüber hinaus wird eine Pro-Urheberrechtskampagne vorgestellt. Außerdem werden Vergleiche zu der Entwicklung in der Musikindustrie gezogen und die Piratenpartei und ihre Ziele betrachtet. Diese Themenreihe ist ein Projekt von Bachelor- und Masterstudenten, die bei der Initiative „Verlage der Zukunft“ mitarbeiten.

Masterarbeit zu Verwaisten Werken: Armin Talke, Fachreferent für Rechtswissenschaft an der Staatsbibliothek zu Berlin, hat seine Masterarbeit mit dem Titel „Verwaiste Werke: Regelungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene und Umsetzung im Deutschen Recht“ im berufsbegleitenden Masterstudium „Informationsrecht“ an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg auf dem Publikationsserver im Open Access zur Verfügung gestellt (http://oops.uni-oldenburg.de/volltexte/2012/1420/).

US-Justiz lehnt Einspruch von Google ab: Der zuständige US-Richter Denny Chin hat am 31.05.2012 den Einspruch von Google gegen eine Sammelklage der US-amerikanischen Authors Guild und der American Society of Media Photographers gegen die Google-Buchsuche abgewiesen. Damit kann die gerichtliche Auseinandersetzung um das Google Book Settlement (vgl. dazu http://www.heise.de/newsticker/meldung/Autoren-und-Verleger-beenden-Rechtsstreit-mit-Google-ueber-Buch-Suche-213949.html) in eine weitere Runde gehen. Der Prozess gegen Google wird frühestens im September 2012 beginnen.

Google und Amazon löschen Links auf urheberrechtlich geschützte Inhalte: Google hat auf seinem Blog angekündigt, aus seiner Websuche Links zu urheberrechtlich geschützten Inhalten auf Filesharing-Plattformen, Tauschbörsen oder Streaming-Portalen zu entfernen. Hintergrund ist das Urteil zum Rechtsstreit zwischen YouTube und der Gema, das eine Sperrung zahlreicher geschützter Inhalte zur Folge hatte. Auch Amazon will zahlreiche Links löschen.

Google und französische Verlage einigen sich: Google und der französische Verlegerverband SNE (Le Syndicat National de l’Edition) sowie eine Autorengruppe (Le Société des Gens de Lettres) haben sich im Streit um die Digitalisierung vergriffener Bücher geeinigt. Danach muss Google vorab jeweils die Zustimmung der Verlage einholen. Laut Vereinbarung muss Google für eine Digitalisierung zunächst mit jedem französischen Verlag einzeln verhandeln; Verlag und betroffene Autoren können entscheiden, ob sie einen Vertrag mit Google abschließen wollen („opt-in“-Modell). Google hatte zuvor mit einigen französischen Verlagshäusern ähnliche Vereinbarungen getroffen. Jetzt gelten diese für ganz Frankreich (nach: Börsenblatt online vom 12.06.2012).

Literaturhinweise: (in Auswahl)
Knudsen, Holger. „Zum Urheberrechtsschutz von Inhaltsverzeichnissen bei der Kataloganreicherung“. BIBLIOTHEKSDIENST 46 (2012) H.5. S.425-429.

Prof. H. Knudsen (Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg) analysiert die rechtlichen Grundlagen der Anreicherung digitaler Kataloge (Catalog Enrichment) mit Abbildungen, Tabellen, Tonbeispielen, Vorworten, Klappentexten und Inhaltsverzeichnissen. Sein Ergebnis, das für Inhaltsverzeichnisse gültig ist: Unabhängig von Herkunft, Alter, Veröffentlichungsart und Urheberschaft genießen Inhaltsverzeichnisse ausnahmslos keinen Urheberrechtsschutz. Sie können unbedenklich für die Kataloganreicherung verwendet werden.

Talke, Armin. „Das internationale Urheberrecht braucht Regeln für Bibliotheken. Ein Bericht aus Genf.“ ZfBB 59 (2012) H.2. S.104-107.

Armin Talke, Fachreferent für Rechtswissenschaft an der SSG-Bibliothek Staatsbibliothek zu Berlin, berichtet über die 23. Versammlung des Standing Committee on Copyright and Related Rights (SCCR) bei der World Intellectual Property Organization (WIPO), der Weltorganisation für geistiges Eigentum, die vom 21.11.2011 bis zum 02.12.2011 in Genf stattgefunden hat.

Upmeier, Arne. „E-Books: Die Frustrationen des Urheberrechts“. In: Alles digital ? E-Books in Studium und Forschung. Weimarer EDOC-Tage 2011. Hrsg. von Matthias Maier und Frank Simon-Ritz. Weimar: Verlag der Bauhaus-Universität, 2012. S.66-71.

Arne Upmeier, Fachreferent an der UB der TU Ilmenau und Vorsitzender der dbv-Kommission Recht, beschäftigt sich mit urheberrechtlichen Fragen, die durch E-Books entstehen. Ein gewichtiges Problem ist zum Beispiel die veränderte Situation bei der wissenschaftlichen Informationsversorgung, die Upmeier „wirklich dramatisch“ nennt. „Zum ersten Mal seit etwa 200 Jahren müssen Bibliothekare Wissenschaftlern sagen: 'Es tut mir leid, dieses oder jenes Buch gibt es nur elektronisch. Ich kann es daher nicht besorgen, auch nicht auf dem Wege der Fernleihe'.“ Die elektronische Verfügbarkeit eines Dokuments, z. B. als PDF, führt zu der absurden Situation, dass die wissenschaftliche Informationsversorgung erheblich eingeschränkt ist. Im Moment ist die Lage noch nicht ganz so dramatisch, da es derzeit von den meisten elektronischen Büchern eine parallele Druckausgabe gibt, die dann doch noch über die Fernleihe besorgt werden kann. Je mehr es aber ausschließlich E-Only-Bücher gibt, desto drastischer wird die Situation. Der Band über die EDOC-Tagung in Weimar, aus dem der Beitrag Arne Upmeiers stammt, ist auch elektronisch verfügbar (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:wim2-20120223-15699).

Open Access

(Fast) täglich Infos zu Open Access auf Plan3t.info: Auf http://plan3t.info/?s=open+access finden Bibliothekare und andere am Thema Interessierte fast täglich aktuelle Infos zu Open Access.

Universität Konstanz macht Open Access zum Leitkonzept: Die Universität Konstanz und ihre Bibliothek <352> haben Open Access im Frühjahr 2012 zum Leitkonzept ihrer wissenschaftlichen Publikationsstrategie erklärt: Publikationen aus der Universität Konstanz sollen im Sinne von Open Access frei zugänglich sein, soweit nicht Vereinbarungen mit Verlagen oder Dritten dem entgegenstehen. Das hat die Universität Konstanz in ihrer von Senat und Rektorat verabschiedeten Open Access Policy postuliert und ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu aufgefordert, ihre Publikationen nach Veröffentlichung auf dem Publikationsserver der Universität Konstanzer Online-Publikationssystem (KOPS) frei zugänglich zu machen. Außerdem unterstützt die Universität nachdrücklich das Publizieren in Open-Access-Zeitschriften. Die Pressemitteilung zur Open Access Policy der Konstanzer Universität steht unter http://www.aktuelles.uni-konstanz.de/presseinformationen/2012/44/ zum Abruf bereit.

Universität Freiburg fördert Open Access-Gedanken: Aus dem Förderprogramm der DFG zum Open Access Publizieren wurden der Universität Freiburg bereits zweimal Mittel für einen Publikationsfonds bewilligt. Angehörige der Universität können bei der UB Freiburg einen Antrag auf Übernahme der Publikationsgebühren aus dem Fonds stellen. Nach anfänglich noch zögerlichem Interesse konnten im ersten Quartal 2012 schon beinahe so viele Publikationen aus dem Fonds gefördert werden wie im ganzen Jahr 2011. Da bislang nur Zeitschriftenveröffentlichungen aus dem Publikationsfonds gefördert werden, beteiligt sich die Universität Freiburg auch aktiv an der Entwicklung von Open-Access-Projekten im monographischen Bereich, um auch in den Geisteswissenschaften den freien Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen voran zu bringen. Deshalb hat die UB Freiburg aus Mitteln des Fonds institutionelle Mitgliedschaften mit den drei großen Open-Acess-Verlagen BioMed Central, PLoS (Public Library of Science) und Hindawi abgeschlossen. Angehörige der Universität erhalten dadurch entweder einen Rabatt auf die anfallende Publikationsgebühr (BioMed Central und PLoS) bzw. können ihre Artikel kostenfrei veröffentlichen (Hindawi). Die UB Freiburg informiert umfassend über ihr Open-Access-Angebot unter http://www.ub.uni-freiburg.de/index.php?id=oa.

TU Dresden unterstützt Open Access: Das Rektorat und der Senat der TU Dresden haben eine Open Access-Resolution verabschiedet, die an die weltweite Forderung nach offenem Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen in der Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities von 2003 anknüpft. In der Resolution der TU Dresden werden WissenschaftlerInnen dazu aufgerufen, alle wissenschaftlichen Publikationen auf dem Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa abzulegen, soweit Nutzungsrechte von Verlagen nicht entgegenstehen, und in begutachteten Open Access-Zeitschriften zu publizieren. Die SLUB Dresden berät und unterstützt WissenschaftlerInnen der Technischen Universität Dresden beim Open Access-Publizieren und bei der Archivierung ihrer Veröffentlichungen.

UNESCO legt Empfehlungen zu Open Access vor: Die UNESCO hat ein ausführliches Dokument mit Empfehlungen für die Entwicklung und Förderung von Open Access herausgegeben. Das 78-seitige Papier steht unter http://unesdoc.unesco.org/images/0021/002158/215863e.pdf zum kostenlosen Download bereit.

Weltbank publiziert gemäß dem Open-Access-Prinzip: Die in Washington ansässige WorldBank (http://www.worldbank.org/) will eigene Publikationen nach dem Open Access-Prinzip frei im Internet zur Verfügung stellen. Die Dokumente sollen unter der Creative Commons-Lizenz CCBY veröffentlicht werden, die es erlaubt, ein Werk bei Namensnennung des Urhebers zu verbreiten, zu bearbeiten und zu nutzen. Viele von der Weltbank in Auftrag gegebene Forschungsarbeiten sind schon seit einiger Zeit im Internet kostenfrei verfügbar. Alle Veröffentlichungen sollen in einem Open Knowledge Repository an zentraler Stelle archiviert und durchsuchbar gemacht werden.

Universität Mainz fördert Open-Access-Gedanken: Auch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) setzt sich dafür ein, dass in Zukunft wissenschaftliche Arbeiten möglichst vollständig nachgewiesen und als Open-Access-Publikationen veröffentlicht werden. Im Januar 2012 hat sie dazu ein Grundsatzpapier, die Open Access Policy der JGU, verabschiedet. Unter dem Titel „Wandel der Publikationskultur – Open Access Publizieren“ hat die JGU eine Reihe von Dokumenten zusammengestellt. Dort ist auch das Grundsatzpapier als PDF-Dokument zu finden (http://www.blogs.uni-mainz.de/openaccess-jgu/files/2012/04/OpenAccessPolicy.pdf).

Helmholtz-Gemeinschaft unterstützt COPE: Um die Finanzierung von wissenschaftlichen Publikationen in Open-Access-Zeitschriften zu ermöglichen, unterstützt die Helmholtz-Gemeinschaft den Compact for Open-Access Publishing Equity (COPE). Die Forschungszentren in der Helmholtz-Gemeinschaft haben erklärt, dass sie COPE unterstützen und Maßnahmen ergreifen werden, um angemessene Open-Access-Publikationsgebühren zu übernehmen. Anliegen der Helmholtz-Gemeinschaft ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Publikation in Open-Access-Zeitschriften ebenso einfach wie die in konventionell finanzierten Zeitschriften zu machen. Die internationale Initiative COPE wurde von der Harvard University (http://www.harvard.edu/), dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) (http://web.mit.edu/) und weiteren führenden amerikanischen Universitäten zur Förderung des Open-Access-Gedankens initiiert. Bereits im Oktober 2011 hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als erste deutsche Forschungseinrichtung COPE unterzeichnet (nach: Helmholtz Open Access Newsletter vom 30.03.2012).

Harvard setzt auf Open Access: Die Harvard University (http://www.harvard.edu/) will in Zukunft verstärkt auf das Modell Open Access setzen. Der Fakultätsrat der Elite-Universität hat im April 2012 davor gewarnt, dass sich die Hochschulbibliothek den Bezug wissenschaftlicher Zeitschriften großer Fachverlage nicht mehr leisten und der Bezug elektronischer Journale von Verlagen, die bislang als wichtig erachtet wurden, nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Die Verträge zumindest mit zwei großen Verlagen könnten nicht bestehen bleiben, schreibt der Beirat ohne Nennung von Namen. Forscher, Lehrer und Studenten werden aufgefordert, ihre wissenschaftlichen Beiträge im Harvard-eigenen Online-Archiv DASH = Digital Access to Scholarship at Harvard (http://dash.harvard.edu/) zu veröffentlichen. Extern sollen Beiträge nur noch in Open-Access-Zeitschriften oder in Journalen mit „vernünftigen Abokosten“ publiziert werden. Angestellte, die selbst in der Redaktion einer Fachzeitschrift säßen, sollten auf entgeltfreie oder unabhängige Publikationen drängen (nach: heise online vom 25.04.2012).

Open Access auf PaperC: Zahlreiche Open Access Verlage und NGOs (= Nicht-Regierungsorganisationen) stellen auf PaperC (http://paperc.de/) ihre Titel kostenfrei zur Verfügung (u. a. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Hamburg University Press, Internet & Gesellschaft Collaboratory, KIT Scientific Publishing, Universitäts- und Landesbibliothek Münster, Universitätsverlag der TU Berlin und Universitätsverlag Göttingen) (zitiert nach: Archivalia-Blog von Klaus Graf).

Handreichung zu Open-Access-Optionen in Allianz- und Nationallizenzen: Eine Open-Access-Komponente in den Allianz- und Nationallizenzen ermöglicht über eine Zweitveröffentlichung den weltweit freien Zugang zu Publikationen aus der eigenen Institution, basierend auf Lizenzvereinbarungen mit den Verlagen. Welche Autoren und Institutionen profitieren von dieser Regelung und für welche Zeitschriften gelten diese? Und welche Schritte sind durchzuführen, bevor eine Zweitveröffentlichung über geeignete Open-Access-Repositorien realisiert werden kann? Um diese Fragen zu beantworten, wurde im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Wissenschaftsorganisationen (http://www.allianz-initiative.de/de/) eine Handreichung formuliert. Sie wendet sich insbesondere an Autoren, Repository-Manager und Bibliothekare und erläutert die verschiedenen Begrifflichkeiten im Umfeld des Lizenzmodells. Enthalten sind zudem zwei Checklisten, die den Autoren und den Einrichtungen bei der Umsetzung helfen sollen. Die Handreichung ist auf den Webseiten der Allianz-Initiative unter http://dx.doi.org/10.2312/allianzoa.004 zu finden.

Literaturhinweise (in Auswahl):
Bergner, Beate; Schneemann, Rüdiger. „Universitätsverlage: Open Access als Leitbild“. In: Die Kraft der digitalen Unordnung. 32. Arbeits- und Fortbildungstagung der ASpB e. V. Sektion 5 im Deutschen Bibliotheksverband. 22. bis 25. September 2009 in der Universität Karlsruhe. Hrsg. von Jadwiga Warmbrumm und Jürgen Warmbrunn. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing, 2011. S.49-56.

Pampel, Heinz. „Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft: Status und Perspektiven“. In: Die Kraft der digitalen Unordnung. S. 163-173.

Siegert, Olaf. „Neue Möglichkeiten der Zitationsanalyse durch Open Access – das Beispiel 'Economics'“. In: Die Kraft der digitalen Unordnung. S. 219-228.

National open access and preservation policies in Europe. Analysis of a questionnaire to the European Research Area Committee. 2011. Luxembourg: European Commission - Directorate-General for Research and Innovation (http://ec.europa.eu/research/science-society/document_library/pdf_06/open-access-report-2011_en.pdf).

Open Data

Vortrag zu Open Data: Magnus Pfeffer, Professor an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart, hat am 27.04.2012 an der UB Mainz einen Vortrag zum Thema „Bibliotheken und Linked Open Data“ gehalten. Der Vortrag, der im Rahmen der Jahresversammlung des VDB-Regionalverbandes Südwest gehalten wurde, war in zwei Teile gegliedert: Im ersten theoretischen Teil beschäftigte sich Pfeffer mit dem Resource Description Framework (RDF) und den Teilaspekten Linked Data und Open Data; im zweiten praktischen Teil stellte er Projekte im Bibliotheksumfeld und die Umsetzung mit eigenen Daten vor und gab einen Ausblick in andere Bereiche. Die Folien des Vortrags, der verständlich und klar gegliedert, aber auch unterhaltsam war, stehen unter http://www.vdb-online.org/veranstaltungen/561/pfeffer_linked_open_data.pdf zum Abruf bereit.

ZDB stellt ihre Titeldaten als Linked Data zur Verfügung: Die Zeitschriftendatenbank (ZDB) bietet seit kurzem ihre Titeldaten als Linked Data an. Damit schließt die ZDB als eine der größten Datenbanken im Bereich fortlaufender Sammelwerke eine Lücke in der Linked Library Data Cloud. Die Bereitstellung der ZDB-Titeldaten als Linked Data ermöglicht die Nachnutzung der Daten im Semantic Web sowohl innerhalb als auch außerhalb der Bibliothekswelt. Der ZDB Linked Data Service bietet im ersten Schritt nur eine Teilmenge an Daten eines Titels an. Perspektivisch wird die ZDB zusammen mit ihrem Kooperationspartner Deutsche Nationalbibliothek (DNB) den Umfang der bibliographischen Angaben erweitern. Die wichtigsten Web-Adressen für den ZDB Linked Data Service sind auf der Seite http://www.zeitschriftendatenbank.de/linked-data/ verzeichnet.

Bundesregierung stellt bis 2013 Open-Data-Plattform bereit: Die Bundesregierung will bis 2013 Daten und Dokumente auf einer Open-Data-Plattform der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Doch bis diese Wissensbestände genutzt werden können, müssen noch einige Probleme gelöst werden. Unter anderem müssen die rechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung von Inhalten geklärt werden. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag geht hervor, dass die nutzungsrechtliche Situation derzeit sehr unübersichtlich ist. Die Bundesregierung listet in ihrer Antwort Inhalte und Dokumente aus den Ministerien und teilweise der Ressortforschung auf. Daraus geht hervor, dass sich die verschiedenen Ministerien unterschiedlich auskunftsfreudig zeigten: Während das Innenministerium, das Verkehrs- und das Landwirtschaftsministerium vorbildlich ihre Datenbestände auflisteten, lieferte hingegen das Forschungsministerium nur wenige konkrete Aussagen, obwohl es selbst seit vorigem Jahr ein Daten-Portal betreibt. Dabei gab sogar der Bundesnachrichtendienst an, welche seiner Veröffentlichungen allgemein oder nur eingeschränkt nutzbar sind (nach: heise online vom 20.04.2012).

Erstes Portal für offene Daten in Berlin: Berlin hat das erste deutsche Open-Data-Portal (http://daten.berlin.de/) ins Netz gestellt. Das Berliner Portal wurde vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS im Auftrag der Senatsverwaltung konzipiert und gemeinsam mit der BerlinOnline GmbH umgesetzt. Das Portal ist Anfang 2012 mit nur 17 Datensätzen in fünf Kategorien gestartet. Inzwischen ist das Datenangebot zwar stark gewachsen, weist aber immer noch Lücken auf. Jeder Internetnutzer darf die Metadaten beim Berliner Portal lesen (nach: heise online vom 25.04.2012 und heise online vom 07.06.2012).

Weitere Informationen zum Thema Fernleihe, Dokumentlieferung und Internet-Recherche

Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ)

Die Datenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) (http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/) enthielt Ende April 2012 über 57 Mio. Bestandsnachweise und circa 17,1 Mio. Titelnachweise.

Das nächste BSZ-Kolloquium wird am 01./02.10.2012 an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Ludwigsburg stattfinden. Aktuelle Infos dazu veröffentlicht das BSZ unter http://www.bsz-bw.de/kolloquium/2012.html.

Der BSZ-Newsletter informiert per E-Mail über Neuigkeiten, insbesondere über neue Dienstleistungen, Aktualisierungen von SWB-Datenbanken, Hinweise auf Updates und aktualisierte Webseiten, interessante Links und Veröffentlichungen, Termine und Veranstaltungen. Der BSZ-Newsletter kann auf der Seite http://www.bsz-bw.de/publikationen/newsletter/index.html kostenfrei abonniert werden. Dort steht auch ein Archiv sämtlicher Ausgaben bereit. Auch der ZKBW-Dialog veröffentlicht regelmäßig interessante Inhalte des aktuellen BSZ-Newsletters in Auswahl.

Mit der Integration der als Linked Open Data bereitgestellten Daten des B3Kat aus dem Bayerischen Bibliotheksverbund (BVB) sowie des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV) sind nun vier Bibliotheksverbünde (BVB, KOBV, GBV, SWB) im BAM-Portal (http://www.bam-portal.de/) vertreten. BAM ermöglicht die übergreifende Recherche über die Bestände der beteiligten Bibliotheken, Archive und Museen. Die Gesamtzahl der Titel aus Bibliotheken wurde auf mehr als 61 Millionen erhöht. Das Bundesarchiv (http://www.bundesarchiv.de/), ein BAM-Teilnehmer der ersten Stunde, hat ebenfalls seine Bestände in BAM erheblich erweitert und ist nunmehr mit 2.105 Beständen, die insgesamt über 1.600.000 Archivalien umfassen, vertreten. Ein weiterer Zuwachs kommt von den Staatlichen Archiven Bayern (http://www.gda.bayern.de/), die ihre Findmitteldatenbank mit 234 Beständen, bestehend aus insgesamt mehr als 310.000 Archivalien, in BAM eingebracht haben. Diese Bestände werden laufend erweitert und aktualisiert.

Das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) baut mit dem Institut für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) (http://www.ifak-kindermedien.de/) der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart und der Agentur Kastanie Eins (http://kastanie-eins.de/) ein Internetangebot für Kinder auf. Das Institut für angewandte Kindermedienforschung hat den Zuschlag für eine Projektförderung im Rahmen der Initiative „Ein Netz für Kinder“ (http://www.ein-netz-fuer-kinder.de/gemeinsame_initiative/index.php), gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erhalten. Die Förderinitiative unterstützt die Entwicklung qualitätsvoller Internetangebote für Kinder. Grundlage des Angebots bildet die Sammlung des IfaK von circa 4.000 Kindermedien, die bis zum Ende des 19. Jh. zurückreicht. Neben der wissenschaftlichen Auswertung der Sammlung soll eine kindgerechte Website erstellt werden. Die Website hat die Aufgabe, Kindern Wissenswertes über Medien im Alltag von Kindern früherer Zeiten zu vermitteln und in historische Zusammenhänge einzuführen. Außerdem soll sie interaktive Möglichkeiten bieten, in vergangene „Medien“-Zeiten einzutauchen. Zielgruppen der Website sind Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Passend zu den verschiedenen Altersstufen wird es unterschiedliche Ansprachen für Vorschüler und Leseanfänger, für Grundschüler im Alter von sieben bis neun und für Schüler von zehn bis zwölf Jahren mit unterschiedlich komplexen Inhalten geben. Das Webangebot wird in Zusammenarbeit mit dem BSZ entwickelt, das im Rahmen des Projekts die imdas-pro-Datenbank zur Erfassung der Objekte zur Verfügung stellt und das Angebot hosten wird. Die Agentur für Serious Gaming Kastanie Eins wird die grafischen Oberflächen und das Spieldesign entwickeln. Die wissenschaftliche Beratung des Projekts übernimmt Prof. Dr. Manfred Nagl, der die Sammlung aufgebaut und dem IfaK als Schenkung überlassen hat.

Aufgrund der veränderten Herstellungsprozesse werden Bücher zunehmend in kleineren Auflagen gedruckt und häufig nachgedruckt bzw. nur auf Bestellung in Einzelexemplaren von einem digitalen Master hergestellt. Dies führt in den Bibliotheken zu einem Nebeneinander von identischen Drucken. Der Umgang mit dem „Herstellungsjahr“ wurde deshalb neu geregelt: die AG Kooperative Verbundanwendungen hat Praxisregeln unter Berücksichtigung der Praxis im angloamerikanischen Bereich erarbeitet. Ziel ist, weniger Titelaufnahmen zu erstellen, die sich nur aufgrund des Herstellungsjahres oder der Zählung des Drucks unterscheiden. Die Praxisregeln sind veröffentlicht auf der Website der AG Verbundsysteme (http://www.dnb.de/DE/Wir/Kooperation/AGVerbundsysteme/agVerbundDokumente.html). Sie gelten in dieser Form auch für die Katalogisierung im SWB und werden durch eine Beispielsammlung ergänzt. Beide Publikationen stehen auf der Wiki-Seite des Katalogisierungshandbuchs (https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=v-team:katalogisierung:doku:handbuch) unter der Rubrik „Nachdrucke ab Herstellungsjahr 2000“ zum Abruf bereit.

SWB (Südwest-Region und Sachsen)

Südwest-Region (Baden-Württemberg und Saarland)

Die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg hat Mitte Mai 2012 rund 553.000 Euro für die Digitalisierung, Erschließung und Restaurierung von Archiv- und Bibliotheksgut mit besonderem Bezug zur Geschichte des Landes bewilligt. Mit den Mitteln können sechs Projekte in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart und Ulm gefördert werden. Die geförderten Projekte im Einzelnen: Für die Katalogisierung der neuzeitlichen Codices theologici et philosophici der WLB Stuttgart im Folioformat bewilligte die Stiftung Kulturgut einen Zuschuss in Höhe von rund 248.000 Euro; das Universitätsarchiv Freiburg erhält für die Erschließung des Fotonachlasses des Prinzen Johann Georg von Sachsen zu sechs Orientreisen (1905-1930) einen Zuschuss von rund 128.000 Euro; die Erschließung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriftenfragmente aus den Klosterbibliotheken Salem und Petershausen in der UB Heidelberg wird mit rund 77.000 Euro bezuschusst; die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart erhält für die Erschließung des Nachlasses des Grafikdesigners, Typographen und Autors Kurt Weidemann einen Zuschuss von rund 64.000 Euro; 30.200 Euro erhält das Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) für die Erschließung des Nachlasses des Chemikers Carl Weltzien; das Stadtarchiv Ulm erhält 10.000 Euro für die Restaurierung der Bachmayer-Karte des Werdenbergischen Gebiets sowie die Erschließung und Bestandserhaltung der Reformations-Akten.

Die Ausgabe des Newsletters Masala Jg. 7. Nr. 2. April 2012 von Savifa, der Virtuellen Fachbibliothek Südasien (http://www.savifa.uni-hd.de/), der von der Bibliothek des Südasien-Instituts <16/77> in Heidelberg herausgegeben wird, widmet sich dem Thema „50 Jahre Südasien-Institut“ und „Spiele in Südasien“. Unter anderem blickt Marcus Nüsser, geschäftsführender Direktor des Südasien-Instituts (SAI) und Leiter der Abteilung Geographie, auf die Entwicklung des Instituts zurück. Außerdem informiert der Newsletter über Neuigkeiten aus dem Sondersammelgebiet Südasien und präsentiert die Neuerwerbungen der Bibliothek des Südasien-Instituts.

Ende 2010 ist unter dem Titel German Sales 1930-1945. Art Works, Art Markets, and Cultural Policy ein internationales Großprojekt gestartet, mit dem die Informationen aus sämtlichen Auktionskatalogen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den im Zweiten Weltkrieg von Deutschland besetzten Ländern, die im Zeitraum von 1930 bis 1945 erschienen sind, zu erfassen, zu digitalisieren und in einer Forschungsdatenbank online zugänglich zu machen. Neben der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin <B 11> und dem Getty Research Institute in Los Angeles ist die UB Heidelberg <16> der dritte Partner des Vorhabens, das 2013 abgeschlossen sein soll. Digitalisiert werden die Datensätze in Heidelberg, wo man seit 2003 ein eigenes Digitalisierungszentrum aufgebaut und seitdem vielfältige Erfahrungen gesammelt hat. Dazu kommt, dass die UB Heidelberg im Rahmen ihres Sondersammelgebietes Kunstgeschichte mehrere Tausend Auktionskataloge verschiedener deutscher und internationaler Auktionshäuser besitzt. Derzeit sind bereits circa 2.100 Auktionskataloge mit rund 150.000 Seiten online gestellt. Endgültig zusammengeführt werden die Daten aus Berlin und Heidelberg in der großen Forschungsdatenbank des Getty Institutes, dem 1980 gegründeten Getty Provenance Index (http://www.getty.edu/research/tools/provenance/index.html). Er weist derzeit circa 1,1 Millionen Datensätze zur Geschichte des Kunstsammelns in Europa nach, endet aber bis jetzt im 19. Jahrhundert.

Die Badische Landesbibliothek <31> in Karlsruhe hat 300.000 Seiten historischer Landtagsprotokolle digitalisiert und ins Internet gestellt (http://digital.blb-karlsruhe.de/Drucke/nav/classification/792873). Erfasst wurde die in 600 Bänden vorliegende Geschichte des badischen Parlaments von 1819 bis 1933, das in seiner Zeit als besonders fortschrittlich galt. Zum Auftakt liegen die besonders häufig nachgefragten Jahrgänge aus der Zeit des Kaiserreichs, des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik vor. Allein im Zeitraum von 1890 bis 1933 haben mehr als 500 Abgeordnete rund 27.000 Reden gehalten. Sie sind in den Protokollen meist wörtlich abgedruckt. Auf der digitalen Plattform können Interessierte mit Hilfe eines Sprecherregisters spezielle Beiträge finden. Dort sind auch Biografien der Abgeordneten hinterlegt.

Die Witwe des in Karlsruhe geborenen Germanisten Gerhart Baumann (1920-2006) hat der Badischen Landesbibliothek das schriftliche Erbe ihres Mannes zur Aufbewahrung überlassen. Bestandteil des Nachlasses sind neben Notizen zu seiner Forschung auch seine Korrespondenz mit deutschsprachigen Dichtern der Bukowina: Briefe der Czernowitzer Dichter Paul Celan, Rose Ausländer und anderer lassen sind im Original vorhanden. Daneben pflegte Baumann auch Kontakt zu weiteren großen Persönlichkeiten seiner Zeit, etwa dem Literaturnobelpreisträger Elias Canetti, der in Karlsruhe geborenen Dichterin Marie-Luise Kaschnitz oder dem Philosophen Martin Heidegger, von denen sich ebenfalls Briefe im Nachlass befinden. Die BLB wird den Nachlass nach modernen Richtlinien online erschließen und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Seit 2007 kann EROMM, das Europäische Register der Master-Mikroformen, über den Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) durchsucht werden. Die zwischenzeitlich in EROMM Classic umbenannte Datenbank umfasst Nachweise von Digitalisaten und Mikroformen von gedrucktem und handgeschriebenem Material aus Einrichtungen weltweit. Seit dem 18.06.2012 bietet der KVK auch die Möglichkeit in der EROMM-Ergänzung, EROMM Web Search, zu recherchieren. Weitere Infos zu EROMM Classic und EROMM Web Search finden sich unter http://www.eromm.org/use_eromm-eromm_search-description_and_scope. Mit der Einbindung von EROMM Web Search erhöht sich die Zahl der über den Karlsruher Virtuellen Katalog abfragbaren Nachweissysteme auf 65.

Der Tagungsband zum Workshop Forschungsinformationssysteme 2011, der von Frank Scholze, dem Direktor der KIT-Bibliothek Karlsruhe, mitherausgegeben wurde und auf eine Tagung am KIT im November 2011 zurückgeht, ist unter dem Titel Forschungsinformation in Deutschland: Anforderungen, Stand und Nutzen existierender Forschungsinformationssysteme online erschienen (http://www.forschungsinfo.de/Publikationen/Download/working_paper_10_2012.pdf). Der Band ist als Working Paper No. 10 des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) in Berlin erschienen.

Um Wissenschaftlern, Förderorganisationen und anderen Akteuren rund um das Thema Forschungsdaten eine Orientierung über die vielfältige Landschaft der Datensammlungen zu geben, arbeiten die Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) <90>, die Bibliothek des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ <B 103> in Potsdam und das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) der Humboldt-Universität zu Berlin an dem Aufbau eines Verzeichnisses von Forschungsdaten-Repositorien. In dem von der DFG geförderten Projekt re3data.org - Registry of Research Data Repositories werden bestehende Forschungsdaten-Repositorien recherchiert und in einem weltweiten, disziplinübergreifenden Verzeichnis erschlossen.

Die Internet-Adresse des Fernleihumladezentrums an der KIT-Bibliothek (Süd) <90> in Karlsruhe hat sich vor einiger Zeit geändert. Sie lautet http://www.bibliothek.kit.edu/cms/fernleihumladezentrum.php. Ergänzt wird die Seite mit Links auf die Orts- und Sigelliste der über das Fernleihumladezentrum belieferten Bibliotheken.

Der Online-Katalog Primo der UB Mannheim <180> steht den Nutzern auch in einer für den Zugriff über Smartphone optimierten mobilen Sicht zur Verfügung.

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach und die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) planen den Aufbau einer virtuellen Ausstellung, die sich mit den Themen Exil und Emigration beschäftigt. Aus Mitteln des Kulturstaatsministeriums wurden kürzlich für das Projekt 745.000 Euro bewilligt. Der Online-Auftritt „Künste im Exil“ wird sich mit Exil und Emigration unter anderem von Schriftstellern, Filmemachern, bildenden Künstlern, Theaterschaffenden und Musikern der Jahre 1933 bis 1945 befassen. Die Plattform wird federführend vom Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der DNB in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach aufgebaut. Ziel ist es, Informationen zum Thema Exil zu bündeln und so einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Durch das Netzwerk können weitere Institutionen einbezogen werden. Die virtuelle Ausstellung wird Exponate aus dem Deutschen Exilarchiv, dem Deutschen Literaturarchiv und anderen Sammlungen zeigen. Ausstellungen anderer Institutionen können eingebunden werden. Im Sommer 2013 soll die erste virtuelle Ausstellung „Künste im Exil“ freigeschaltet werden. Die Fertigstellung sämtlicher Module ist für das Jahresende 2014 geplant (nach der Pressemitteilung des Deutschen Literaturarchivs vom 10.05.2012).

Mit Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung in Köln gelang es dem Deutschen Literaturarchiv Marbach den Nachlass des Soziologen und Philosophen Arnold Gehlen zusammenzuführen. Der Nachlass Gehlens besteht aus Vortragsmanuskripten und Exzerpten, Notizen, Rezensionen der eigenen Arbeiten und audiovisuellen Dokumenten. Außerdem umfasst der Bestand Briefe von beziehungsweise an Theodor W. Adorno, HAP Grieshaber, Konrad Lorenz, Helmut Schelsky, Carl Schmitt und andere Denker.

Der Georg-Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino überlässt sein Archiv dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Neben den Vorstufen seiner Romane, Dramen und Essays enthält der Bestand Lektoratspapiere, Lebenszeugnisse und Fotos. Zu Genazinos Korrespondenzpartnern gehören Heinrich Böll, Gerd Haffmanns, Eckard Henscheid, Brigitte Kronauer, Michael Krüger, Jürgen Manthey, Paul Schaaf und Ror Wolf. Eine einzigartige Quelle für biografische Arbeiten und die Literaturgeschichte der Bundesrepublik stellt sein umfangreiches Werktagebuch dar.

Bis Juni 2012 hat ein Projekt-Team aus neun Studierenden des Master-Studienganges Bibliotheks- und Informationsmanagement der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart Zeit für die Neugestaltung des Wissenschaftsportals Bibliotheks-, Buch-, und Informationswissenschaften (b2i) der BSB München <12>. Zu den Aufgaben der Studierenden zählt neben der Neugestaltung des Portals unter anderem eine Zielgruppen- und eine Bedarfsanalyse, die bessere Ausrichtung von b2i auf die Nutzergruppen und eine Konzeption für die Verbesserung der Bekanntheit des Angebots. Als virtuelle Fachbibliothek bietet das Wissenschaftsportal b2i Zugang zu Ressourcen aus den Wissenschaftsfeldern Bibliotheks-, Buch- und Informationswissenschaften, vor allem für Wissenschaftler, Studierende und Experten aus der Praxis. Über eine Metasuche können zahlreiche Fachkataloge und Internetquellen zentral durchsucht werden. Die BSB München hat 2008 das DFG-Sondersammelgebiet Bibliotheks-, Buch- und Informationswissenschaften übernommen sowie das Wissenschaftsportal der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen <7>.

Die Rathausbibliothek <Stg 91> im Rathaus der Stadt Stuttgart steht in erster Linie Mitarbeitern der Stadtverwaltung zur Verfügung. Mehr als 1.000 Anfragen aus der Verwaltung werden jährlich beantwortet. Die Spannbreite der internen Nutzung reicht von Literaturzusammenstellungen für Reden und Grußworte bis hin zu fachspezifischen Recherchen. Auch Bürger der Stadt können den Lesesaal mit seinen sieben Arbeitsplätzen nutzen sowie Medien gegen Gebühr ausleihen. Circa 128.500 Medieneinheiten wie Bücher, Loseblattausgaben, Festschriften zu Firmen, Vereinen und Verbänden, Erstdrucke von Stuttgarter Verlagen aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie 230 aktuelle Zeitschriften und zwölf Zeitungen stehen bereit. Stadtgeschichtliche Themen wie der Siedlungs- und Städtebau des 20. Jahrhunderts, die Einsicht in alte Stuttgarter Adressbücher, Auszüge aus alten Tageszeitungen, aktuelle Stuttgart-Themen, Fragen zum Miet- und Unterhaltsrecht oder zum Baurecht sind bei den städtischen Benutzern besonders gefragt. Die Rathausbibliothek, deren Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, bietet Literatur zu juristischen und verwaltungswissenschaftlichen Themen und ermöglicht zusätzlich den Zugang zu Online-Datenbanken (u. a. Juris, Beck-online oder zum Vorschriftendienst Baden-Württemberg). Die Benutzungsordnung richtet sich nach den Vorgaben der Stadtbibliothek Stuttgart (http://www.stuttgart.de/img/mdb/item/454396/75523.pdf). Die Rathausbibliothek ist unter der Telefonnummer 0711-216-91212 erreichbar.

Studenten des Studiengangs Medienwirtschaft der Hochschule der Medien haben für die Staatsgalerie Stuttgart einen Imagefilm erstellt. Die Idee des Films ist es, ausschließlich mit Bildern und ohne gesprochenes Wort die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu fesseln (http://www.staatsgalerie.de/filme/).

Auf der Website der Württembergischen Landesbibliothek <24> Stuttgart ist ein zweisprachiges (deutsch-englisch) Glossar zu Begriffen der Informationskompetenz (von A wie Abfragesprache = Query Language bis Z wie Zitiervorschrift = Referencing Style) verlinkt (http://www.wlb-stuttgart.de/glossar/).

Der Vortrag von Sari Feldman (Cuyahoga County Public Library) zum Thema „USA digital: Strategien öffentlicher Bibliotheken“, den sie auf der Konferenz „Chancen 2012: Öffentliche Bibliotheken in der digitalen Welt„ am 09.02.2012 in Stuttgart gehalten hat, steht nicht nur im amerikanischen Original und in der deutschen Übersetzung, sondern auch als Videocast zur Verfügung. Ein Bericht zu der Konferenz und Links auf sämtliche Vorträge ist auf der ekz-Website unter http://www.ekz.de/index.php?id=4658 abrufbar. Die Konferenz wurde vom Deutschen Bibliotheksverband e. V. (dbv), dem Berufsverband Information Bibliothek (BIB) e. V., den Firmen DiViBib GmbH und ekz.bibliotheksservice in reutlingen und Wiesbaden gemeinsam veranstaltet.

INKA, der von der UB Tübingen <21> betreute Inkunabel-Katalog deutscher Bibliotheken (http://www.inka.uni-tuebingen.de/), zählt derzeit (Stand: 27.04.2012) 16.080 bibliographische Titel und 67.533 nachgewiesene Exemplare. Zuletzt wurden weitere Exemplare des Deutschen Buch- und Schriftmuseums Leipzig ergänzt und der Inkunabel-Bestand des Erzbistums München-Freising neu erfasst.

Das kiz Ulm hat am 13.02.2012 seinen 10. Geburtstag gefeiert. Mit der Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der Universität Ulm wurde vor zehn Jahren das kiz eingerichtet. Inzwischen sind zahlreiche Universitäten dem Beispiel der Zusammenlegung zentraler Betriebseinheiten gefolgt (so zum Beispiel Cottbus, Hohenheim und Stuttgart) (nach dem kiz Newsletter April 2012).

Sachsen

Industriekultur in Sachsen (http://www.industriekultur-in-sachsen.de/) heißt eine neue Website, die am 07.05.2012 von der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst freigeschaltet wurde. Die Plattform informiert nicht nur über industriekulturelle Zeugnisse im Freistaat Sachsen, sondern auch über Ausstellungen, aktuelle Forschungen und preisgekrönte Leistungen in der Museumsarbeit.

Die SLUB Dresden <14> hat sich zur langfristigen Sicherung der digitalen Quellen der sächsischen Bibliotheken für Ex Libris Rosetta entschieden. Die SLUB ist die Archivbibliothek des Freistaates Sachsen und unterhält mit dem Dresdner Digitalisierungszentrum (DDZ) eines der führenden deutschen Zentren der Massendigitalisierung. Für die Bibliothek, die allein im letzten Jahr über 3 Millionen Scans produziert hat, stellte sich die Frage der langfristig garantierten Verfügbarkeit ihrer Digitalen Sammlungen mit großer Dringlichkeit. Auch für die auf dem sächsischen Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa gesammelten Open Access-Publikationen war ein dauerhaft zuverlässiger Zugriff sicherzustellen. Das Projekt erhält eine Anschubfinanzierung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Die SLUB Dresden hat ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2011 auf dem sächsischen Dokumenten- und Publikationsserver Quocosa veröffentlicht.

Die UB Leipzig <15> hat Ende März 2012 ihren neuen Katalog vorgestellt. Der Katalog, der vorerst als Beta-Version freigeschaltet ist, kann über die Homepage der UB erreicht werden. Der Katalog basiert auf dem Open Source Discovery Services VuFind unter Anbindung des Primo Central Index der Firma Ex Libris. Ein Blog zum Katalog dient dazu, den am 21.03.2012 eingeführten neuen Katalog der UB zu begleiten (http://blog.ub.uni-leipzig.de/). In den kommenden Wochen ist die Freischaltung des Discovery Service VuFind (ohne Primo Central) für die Hochschule für Musik und Theater Leipzig geplant. Im Laufe des Jahres werden die UB Chemnitz, die UB Freiberg und weitere sächsische Hochschulbibliotheken folgen.

Die Portraitstich-Sammlung der UB Leipzig umfasst rund 11.000 Blätter aus der Zeit des 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert. Außerdem verwahrt die UB noch 4.000 Portraits aus der sogenannten Kestner-Sammlung sowie rund 1.000 in anderen Bestandsgruppen, insbesondere in den graphischen Beständen der Stadtbibliothek Leipzig. Daneben befinden sich in Mappenwerken weitere rund 800 Porträts. Im Rahmen eines von der DFG geförderten Projekts wird unter Federführung des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg der Bestand vollständig digitalisiert (http://www.ub.uni-leipzig.de/projekte.html). Weitere Projektteilnehmer sind die ÖNB Wien, Staatsbibliothek zu Berlin, HAB Wolfenbüttel, Kunstsammlungen der Veste Coburg, das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster und das Germanische Nationalmuseum Nürnberg. Die Projektlaufzeit ist von 2010 bis 2012. Die Erschließung der Portraits geschieht online in der Projektdatenbank Digitaler Portraitindex der druckgraphischen Bildnisse der Frühen Neuzeit, die von Foto Marburg gehostet wird (http://www.portraitindex.de). Erfasst werden Dargestellte, Künstler, Erscheinungsjahr, das graphische Verfahren, Plattengröße, die bestandserhaltende Institution sowie deren Signatur, Bezugswerke und bibliographischer Nachweis (nach: Fuchs, Thomas. „Bildnisse der Frühen Neuzeit: Die Portraitsammlung der Universitätsbibliothek Leipzig – ihre Digitalisierung und Erschließung“. BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 5. 2012. Nr.1. S.24-25).

Die Virtuelle Fachbibliothek medien buehne film (http://www.medien-buehne-film.de/), ein Kooperationsprojekt der UB Leipzig <15> (SSG 3.5 Kommunikations- und Medienwissenschaft / Publizistik), der UB Frankfurt am Main <30> (SSG 9.3 Theater- und Filmkunst), der Fachrichtung Dramaturgie der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig und der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam, ist ein fächerübergreifendes Informationsportal und Rechercheinstrument für die Fachgebiete Kommunikationswissenschaft, Publizistik und Medienwissenschaft, Theaterwissenschaft sowie Filmwissenschaft. Neben den konventionellen Beständen der Bibliotheken erfasst das Online-Angebot digitale Ressourcen wie Internetquellen, deren Inhalte sowohl nach wissenschaftlichen Relevanz- und Qualitätskriterien als auch nach bibliothekarischen Standards erschlossen werden. Die Virtuelle Fachbibliothek wird laufend ausgebaut: Ende Februar 2012 konnten die Arbeiten an der digitalen Fassung der Jahresbibliographie Massenkommunikation (JBMK) erfolgreich abgeschlossen werden. Die insgesamt 29 Jahrgänge der Standardbibliographie umfassen mehr als 100.000 Datensätze, die seitdem für separate und für Recherchen im Rahmen der Metasuche zur Verfügung stehen. Ebenfalls im Februar 2012 wurde das Nachweissystem des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI), die IZI-Datenbank, in die ViFa medien buehne film integriert. Mehr als 25.000 Datensätze zu Verlagsveröffentlichungen, Online-Dokumenten und Grauer Literatur sind darin enthalten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf direkt verfügbaren Volltextmaterialien. Auch die vom Institut herausgegebene Fachzeitschrift TelevIZIon und deren Aufsätze liefert das Datensystem, das regelmäßig aktualisiert und ausgebaut wird.

In Staucha (Landkreis Meißen) ist Mitte Mai 2012 die von dem Schauspieler Peter Sodann gegründete Bibliothek für DDR-Literatur eröffnet worden. In einem ehemaligen Rittergut sind rund 250.000 Bände zugänglich, die zwischen 1945 und 1989 in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR erschienen sind. Tausende weitere Bücher lagern noch in Kisten und sollen den Bestand ergänzen. Ein schnell wachsender Katalog (http://psb.allegronet.de/index_psb.htm) weist bereits 256.836 Datensätze (Stand: 08.06.2012) nach.

BVB (Bayern)

Die BSB München, der Bibliotheksverbund Bayern (BVB) und der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) haben beim ersten deutschen Programmierwettbewerb Apps für Deutschland für ihr Katalogangebot B3Kat, der als Linked Open Data veröffentlicht wurde, den 2. Preis in der Kategorie Daten erhalten. Die Preisverleihung erfolgte am 06.03.2012 durch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich auf der CeBit in Hannover. Ein Flyer des KOBV informiert ausführlich über den B3Kat (http://www.kobv.de/fileadmin/download/faltblatt/B3Kat-Flyer.pdf).

Das Historische Lexikon Bayerns hat seinen 700. Artikel publiziert. Er behandelt die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt in Bayern (http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45882).

Mit dem Teilbereich Exlibris kirchlicher Bibliotheken (Klöster, Stifte, Domkapitel) hat die digitale Bereitstellung der Exlibris-Sammlung der BSB München <12> in der Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO) begonnen, die mit über 39.000 Exemplaren eine der umfangreichsten öffentlichen Sammlungen ihrer Art in Deutschland ist. Ergänzungen des Angebots, das direkt unter http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/exlibris erreichbar ist, befinden sich in Vorbereitung.

Die UB München <19> hat den Nachlass von Anita Naef digitalisiert und über die Website des Thomas-Mann-Förderkreises (http://www.tmfm.de/nachlassanitanaef.php) bereit gestellt. Naef (1924 bis 2000) hatte als Sekretärin für Thomas, Katia, Erika und Golo Mann gearbeitet. Später war sie mit dem Thomas-Mann-Biografen Peter de Mendelssohn liiert. Ihr Nachlass setzt sich aus Alben und Sammlungen einzelner Familienmitglieder der Manns, Dokumenten über Peter de Mendelssohn und die Klaus-Mann-Verlobte Pamela Wedekind sowie aus Tagebüchern und Fotografien von Anita Naef selbst zusammen.

GBV (Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu Berlin, Niedersachsen, Norddeutschland, Sachsen-Anhalt, Thüringen)

Die erste Ausgabe von VZG Aktuell – Neues aus der Zentrale ist von der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV) veröffentlicht worden. VZG aktuell erscheint drei- bis viermal jährlich und greift jeweils ein Schwerpunktthema auf. In der ersten Ausgabe ist es „Lokale Bibliothekssysteme“ mit den Beiträgen „Stand und Planungen der LBS4 Einführung“ und der Bericht zum LBS-Workshop „Die Zukunft lokaler Bibliothekssysteme“. Daneben gibt es weitere aktuelle Mitteilungen und Berichte zu verschiedenen Themen. VZG Aktuell erscheint online und zu den Bibliothekartagen im Frühjahr sowie zu den Verbundkonferenzen des GBV im Herbst als Broschüre.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Im April 2012 ist die Konversion der fünfbändigen Bibliographie slawistischer Publikationen aus der Deutschen Demokratischen Republik 1946 bis 1986 (BibSlawPub) für das Slavistik-Portal (http://www.slavistik-portal.de/) abgeschlossen worden, so dass jetzt weitere 19.600 bibliographische Datensätze durchsucht werden können. Damit sind die Arbeiten an dem Projekt 130 Jahre deutschsprachige Slawistik abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts hat die Staatsbibliothek zu Berlin <1a> die wichtigsten slawistischen Bibliographien aus dem gesamten deutschsprachigen Raum in elektronische Form überführt. Aktuell sind elf bibliographische Quellen mit rund 245.000 Datensätzen durchsuchbar.

Seit April 2012 bietet die bei der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelte Virtuelle Fachbibliothek Ost- und Südostasien – CrossAsia – die Möglichkeit, in einem Suchraum von mehr als 90 Millionen Datensätzen zu recherchieren. Die Suche integriert neben dem Katalog der Staatsbibliothek und dem Online-Guide East Asia (http://crossasia.org/ogea) auch die Nachweise der Nationallizenz Datenbanken (Monographien und Zeitschriften). In naher Zukunft soll der Suchraum um weitere fachrelevante Datenbanken und Kataloge erweitert werden.

Zehn Nationalbibliotheken aus acht europäischen Ländern arbeiten gemeinsam daran, bis zum Jahr 2014 über 400.000 Objekte aus dem Ersten Weltkrieg digital zur Verfügung zu stellen. Die ersten Resultate des von der Staatsbibliothek zu Berlin koordinierten EU-Projekts Europeana Collections 1914-1918 sind in die Europeana (http://www.europeana.eu/portal/) hochgeladen worden. Die ÖNB Wien steuerte fast 14.000 Zeitungsausgaben bei; aus Italien fanden 55 Zeitschriften (u. a. italienische und fremdsprachige Schützengrabenzeitungen) mit circa 21.000 Seiten und etwa 17.000 historische Fotographien, die Aspekte des Krieges und des Alltagslebens widerspiegeln, Einzug in die Europeana (nach: Monatsbericht der Staatsbibliothek zu Berlin April 2012).

Niedersachsen

Rund 10.000 Kulturgüter aus Niedersachsen sind in digitalisierter Form über das Internetportal Kulturerbe Niedersachsen (http://kulturerbe.niedersachsen.de/) öffentlich zugänglich. Die Plattform bietet freien Zugriff auf digitalisierte Gemälde und Grafiken, alte und wertvolle Drucke, Archivalien und Handschriften sowie weitere Kulturschätze niedersächsischer Museen, Archive und Bibliotheken. Technische Dienstleistung und Dauerbetrieb liegen bei der Verbundzentrale des GBV. Koordiniert wird das Kulturerbe-Portal von der SUB Göttingen. Beteiligt sind folgende Einrichtungen mit ihren Objekten: Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig - Handzeichnungen des 14. - 21. Jahrhunderts; ca. 3.800 Blätter; Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen - Zeugnisse der Göttinger Universitätsgeschichte (Bände, Graphiken, Porträts, Archivalien, Stammbuchblätter); mehr als 160 Bände, 500 Graphiken, 1.000 Seiten Handschriften; Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek Hannover - illustrierte Bände aus der Sammlung „Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen“ und Herbarien; ca. 7.000 Einzelblätter; Niedersächsisches Landesarchiv - Archivalien mit direktem Niedersachsenbezug (Urkunden, Karten, Handschriften, Akten); ca. 1.000 Digitalisate; Niedersächsisches Landesmuseum Hannover - Exponate aus den Bereichen Archäologie, Natur- , Völker- und Landeskunde (Münzen, Gemälde, Handzeichnungen, Graphiken, plastische Werke); ca. 100 Objekte; Landesbibliothek Oldenburg - Bände der Bibliothek Brandes; Oldenburger Sachsenspiegel; rund 260 Bücher mit insgesamt ca. 100.000 Buchseiten und 280 Seiten Handschriften; Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel - Druckgraphiken des 15.-18. Jahrhunderts; mehr als 3.000 Einzelgraphiken. Die Bestände des Portals werden weiter ausgebaut, so dass auch die Teilnahme anderer Kultureinrichtungen des Landes Niedersachsen möglich wird.

Norddeutschland

Die SUB Hamburg <18> veröffentlicht den Webis-Blog (http://blogs.sub.uni-hamburg.de/webis/), in dem aktuelle Informationen über Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken zu finden sind. Webis bietet eine Übersicht über alle am System der überregionalen Literaturversorgung (SSG-System) beteiligten Bibliotheken, in der nach fachlichen und regionalen Gesichtspunkten sowie über eine Liste der beteiligten Bibliotheken recherchiert werden kann.

Die Vorträge der Konferenz SWIB11: Semantic Web in Bibliotheken, die vom 29.11. bis zum 30.11.2011 in Hamburg stattfand und sich mit Semantic-Web-Technologien und Linked Open Data (LOD) beschäftigte, können als PDFs und als Videos in voller Länge angeschaut werden (http://swib.org/swib11/programm.html).

Die ZBW – - Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft <206> in Kiel bietet mit EconBiz Open (http://open.econbiz.de/), der Open-Access-Version von EconBiz, Forschern und Studierenden der Wirtschaftswissenschaften einen direkten Zugang zu 800.000 frei verfügbaren wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln, Working Papers und Veranstaltungshinweisen. Nachdem EconBiz in Deutschland an nahezu allen Universitäten und Fachhochschulen bekannt und etabliert ist, hat die ZBW damit begonnen, ein internationales Partner-Netzwerk aufzubauen. In der Türkei, in Mazedonien, Österreich, im Kosovo, in Albanien und in Malaysia kooperiert die ZBW mit ersten Partner-Universitäten.

Sachsen-Anhalt

Die 1994 gegründete Koordinierungsstelle Magdeburg ist die zentrale deutsche, von der Bundesregierung und den Ländern getragene, öffentliche Einrichtung für Kulturgutdokumentation und Kulturgutverluste. Sie dokumentiert unter anderem Such- und Fundmeldungen zu NS-verfolgungsbedingt entzogenen bzw. infolge des Zweiten Weltkrieges verbrachten Kulturgütern über die Website http://www.lostart.de. Ende Mai 2012 hat die Koordinierungsstelle mit dem Modul Beutekunst (http://www.lostart.de/Webs/DE/Provenienz/Beutekunst.html) eine weitere Servicefunktion zur Unterstützung der Provenienzrecherche online geschaltet. Gegenstand des Moduls ist ein umfangreiches Informationsangebot zu den infolge des Zweiten Weltkrieges kriegsbedingt verbrachten Kulturgütern (sogenannte „Beutekunst“). Das neue Modul erlaubt Recherchen zu gesetzlichen Grundlagen, Rückführungsverhandlungen, Fachkooperationen zwischen den Staaten sowie zu mehr als 600 Auslagerungsorten deutscher Einrichtungen. Das Angebot beinhaltet außerdem eine Zeittafel ausgewählter historischer Ereignisse und weiterführende Links und Literaturhinweise.

Thüringen

Wie wird aus meinem Thema eine wissenschaftliche Fragestellung? Wie zitiere ich richtig? Wie finde ich Material für meine Arbeit und wie gliedere ich sie sinnvoll? Schülerinnen und Schüler sind mit wissenschaftlichem Arbeiten in der Regel nicht vertraut und haben viele Fragen. Antworten gibt das neue Internetangebot der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt / Gotha <547>, das speziell für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe entwickelt wurde (http://www.uni-erfurt.de/seminarfach/). Kernstück ist ein aus zwölf Lektionen bestehender Kurs, dessen Module einzeln bearbeitet werden können. Von der Themenfindung, der Planung und Vorbereitung der Arbeit bis hin zur Literatursuche und dem Zitieren enthält der Kurs alle Bausteine, die für das wissenschaftliche Arbeiten von Bedeutung sind. Darüber hinaus erläutert ein alphabetisch geordnetes Glossar sämtliche im Kurs vorkommenden Fachbegriffe. Eine Auswahlbibliografie sowie didaktische Empfehlungen für den Unterricht runden das Angebot ab (nach: Schule & Bibliothek - Newsletter 06 der Stadtbibliothek Heidelberg).

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek / Klassik Stiftung Weimar <32> hat ihr Online-Angebot Monographien digital erweitert. Das Portal präsentiert neue Suchmöglichkeiten und Blogs zu den Weimarer „Aschebüchern“. Diese Werke wurden beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek am 02.09.2004 besonders stark geschädigt und sind zum Teil nur als Fragmente erhalten. Von den knapp 1.300 ausgewählten „Aschebuch“-Titeln, die nach der Restaurierung bereits digitalisiert und online gestellt wurden, können etliche Werke nicht identifiziert werden. Die Digitalisate sind über den Link http://ora-web.klassik-stiftung.de/digimo_online/digimo.entry (auf der linken Seite „Aschebücher“ anklicken) zu finden.

hbz (Nordrhein-Westfalen und Teile von Rheinland-Pfalz)

Das hbz hat seinen Jahresbericht 2011 unter http://www.hbz-nrw.de/dokumentencenter/jahresberichte/Jahresbericht_2011_web.pdf veröffentlicht.

Die ULB Bonn <5> hat im Laufe des Jahres 2011 ein Projekt zur Digitalisierung von Primärquellen aus dem romanistischen Altbestand durchgeführt. Das Vorhaben wurde von der DFG im Rahmen des Programms „Digitalisierung der DFG-Sondersammelgebiete“ gefördert. Ziel war es, in Ergänzung zu bereits existierenden Digitalen Sammlungen möglichst viele romanistische Quellen im elektronischen Volltext für die Forschung zur Verfügung zu stellen. Insgesamt wurden 923 Titel bei einem Berliner Dienstleister digitalisiert und in die Digitalen Sammlungen der ULB Bonn eingestellt. Alle digitalisierten Drucke sind innerhalb der Digitalen Sammlungen unter dem Punkt Sondersammelgebiet Romanistik frei zugänglich. Die Digitalisate wurden gleichermaßen in die Vifarom – Virtuelle Fachbibliothek Romanischer Kulturkreis (http://www.vifarom.de/ - „Suche“ anklicken) eingebunden.

Die ULB Bonn hat Akten, die das Studium Heinrich Heines betreffen, digitalisiert (http://s2w.hbz-nrw.de/urn/urn:nbn:de:hbz:5:1-36887). Heine schrieb sich im WS 1819/20 zum Studium der Rechts- und Kameralwissenschaften an der Universität Bonn ein. Er blieb dort ein Jahr, dann wechselte er an die Göttinger Universität. In den Akten der Bonner Universität haben sich zu Heines Studium wichtige Unterlagen erhalten: Immatrikulationsprüfungen, Zeugnisse, Testierbögen etc. Das Rektorat hat im Jahre 1886 diese Papiere der damaligen Universitätsbibliothek zur dauerhaften Aufbewahrung übergeben.

Der Bericht der ULB Bonn über das Jahr 2011 ist als PDF abrufbar (http://www.ulb.uni-bonn.de/die-ulb/publikationen/jahresberichte).

Eine bedeutende Sondersammlung der ULB Düsseldorf <61>, die Pharmaziehistorische Bibliothek Dr. Helmut Vester, wurde 1961 von der Medizinischen Akademie, der Vorgängerinstitution der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, erworben. Sie umfasst Titel aus allen Bereichen der Pharmaziegeschichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Dr. Helmut Vester (1913-2002) war Düsseldorfer Apotheker, der nach dem Zweiten Weltkrieg eine umfassende Sammlung vielfältiger Quellen zur Pharmaziegeschichte zusammengetragen hat. Die ULB Düsseldorf hat während eines ersten auf zwei Jahre angelegten Projekts, das von der DFG gefördert wurde, rund zwei Drittel des Bestandes (rund 1.900 Bände) digitalisiert. Sie sind in den Digitalen Sammlungen der ULB online zugänglich (http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/vester). Der zweite im Februar 2012 bewilligte Förderabschnitt ist auf 15 Monate angelegt. In diesem Zeitraum wird das letzte Drittel des Bestandes (rund 900 Bände) digitalisiert.

Die ULB Düsseldorf <61> hat Anfang Februar 2012 ein weiteres von der DFG gefördertes Digitalisierungsprojekt gestartet. Im Rahmen des Projekts erschließt und digitalisiert die ULB etwa 10.000 historische Theaterzettel von Düsseldorfer Bühnen aus der Zeit von 1802 bis 1918. Damit umfasst der Bestand bedeutende Perioden der Theatergeschichte wie die Intendanz Karl Immermanns (1834–1837) oder der Gründung des Schauspielhauses (1904) durch Louise Dumont und Gustav Lindemann. Die Digitalisate werden nach und nach in den Digitalen Sammlungen der ULB Düsseldorf veröffentlicht und stehen dort frei zur Verfügung. Vielfältige Recherchemöglichkeiten runden das Angebot ab, das auf diese Weise der regionalgeschichtlichen, theater- und kulturwissenschaftlichen Forschung zugute kommt. Die Düsseldorfer Theaterzettel sind unter http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/theaterzettel erreichbar.

In der Reihe B.I.T. online Innovativ ist als Band 40 der Titel „MaLIS-Praxisprojekte 2012: Projektberichte aus dem berufsbegleitenden Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Fachhochschule Köln“ erschienen. Der Band ist unter http://www.b-i-t-online.de/daten/BIT_Innovativ_40_MaLIS.pdf als PDF abrufbar.

Die USB Köln <38> wird das von der DFG geförderte Sondersammelgebiet (SSG) Betriebswirtschaftslehre ab 2013 abwickeln. Mit der Integration der Bibliothek des Hamburgischen Weltwirtschaftsarchivs HWWA <206 H> in die ZBW - Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft <206> in Kiel hat die ZBW im Jahre 2007 ihr Sammelprofil auf die Betriebswirtschaftslehre (BWL) erweitert. Die zuständigen Gremien der DFG sehen damit eine Doppelförderung für die überregionale Literaturversorgung im Bereich BWL gegeben und haben darum beschlossen, die Mitfinanzierung des SSG BWL an der USB Köln aus förderpolitischen Gründen einzustellen. Im Jahr 2012 wird das SSG BWL an der USB Köln letztmalig uneingeschränkt gefördert. Im Jahr 2013 erfolgt an der USB Köln die schrittweise Abwicklung der überregionalen Aktivitäten. Die Virtuelle Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaften EconBiz (http://www.econbiz.de/) wird ab 2013 in alleiniger Verantwortung durch die ZBW weitergeführt, der Nachweis der Kölner SSG-Bestände über EconBiz wird jedoch längerfristig erhalten bleiben. Die USB Köln wird im Rahmen ihres SSG-Auftrages noch Monographien bis zum Erscheinungsjahr 2012 und Zeitschriften bis zum Abo-Jahr 2013 erwerben. Alle für das SSG BWL angeschafften Medien stehen auch weiterhin für die überregionale Nutzung in der Fernleihe zur Verfügung. Nachträgliche Beschaffungen werden jedoch ab 2013 an der USB im Rahmen der SSG-Funktion nicht mehr möglich sein.

Das neue Mobil-Portal der USB Köln <38> ist unter http://mobil.ub.uni-koeln.de/ erreichbar.

Auf Anregung des Geschichtsvereins des Monschauer Landes und mit Unterstützung des Dortmunder Instituts für Zeitungsforschung, das Mikrofilmausgaben des Montjoie'r Stadt- und Landboten (1848-1936) und des Montjoie'r Volksblattes (1880-1941) besitzt, hat die USB Köln diese seltenen Lokalzeitungen digitalisiert und unter dem Titel Schriften aus dem Monschauer Land ins Netz gestellt (http://www.ub.uni-koeln.de/sammlungen/monschau/index_ger.html).

Die Archivbestände der Volkskundlichen Kommission für Westfalen-Lippe (LWL) in Münster umfassen mehr als 180.000 Dokumente über den Alltag in Westfalen in den vergangenen 150 Jahren. Die Dokumente wurden im Rahmen des DFG-Projektes „Digitale Erfassung, Erschließung und Langzeitarchivierung von Beständen des Archivs für westfälische Volkskunde der Volkskundlichen Kommission für Westfalen“ digitalisiert und sind online zugänglich (http://www.lwl.org/medienarchiv_web/index). Eine übergreifende und benutzerfreundliche Suchfunktion ermöglicht die Recherche in den vorhandenen Quellen.

HeBIS (Hessen und Teile von Rheinland-Pfalz)

Nach mehr als sieben Jahren wird das HeBIS-Portal durch ein Discovery System analog zum Modell des Katalog plus der UB Freiburg und verwandten Anwendungen (z.B. VIRGO der University of Virginia Library) abgelöst. Der Schwerpunkt des neuen Discovery Systems liegt auf einem möglichst umfassenden Retrieval der lokal vorhandenen Medien und E-Ressourcen. „Die Integration der Fernleihe, die im alten HeBIS-Portal eine zentrale Zielsetzung war, tritt demgegenüber in den Hintergrund. Sie lässt sich bei einem Ersatz der Metasuche durch einen lokalen Index auch nicht so einfach realisieren. Denn für den lokalen Index stehen HeBIS derzeit nur die eigenen Daten zur Verfügung, so dass fernleihbarer Bestand aus anderen Verbünden im neuen System gar nicht gefunden werden kann. Die gute Nachricht ist, dass es bereits Bestrebungen der Verbünde gibt, dieses Problem durch den Aufbau eines verbundübergreifenden Fernleihindex zu lösen. Insofern besteht die berechtigte Hoffnung, dass die Fernleihintegration in das neue System zu einem späteren Zeitpunkt verbessert werden kann. Bis es so weit ist, werden die Benutzer mit einem Kompromiss leben und für Fernleihzwecke in das alte Elektra-Portal wechseln müssen. Das neue System wird ihnen dafür einen Link anbieten, der das HeBIS-Verbundportal aufruft und dort automatisch die letzte im Discovery System ausgeführte Suchanfrage wiederholt. Auch für die Fernleihbearbeitung durch Fachpersonal wird das alte HeBIS-Portal bis auf Weiteres zur Verfügung stehen und gepflegt werden müssen“ (zitiert nach Heike Nienerza. „Ablösung des HeBIS-Portals durch ein Discovery System: Startschuss für ein großes Projekt“. HeBIScocktail Ausgabe 2-2012).

Die UB Gießen <26>, die zahlreiche historische Sammlungen besitzt, hat damit begonnen, diese in digitaler Form auf einem eigenen Server zur Verfügung zu stellen (DiGiSam = Digitale Gießener Sammlungen). Enthalten sind neben Handschriften und Inkunabeln, Rara und Urkunden bereits über 500 Schulprogramme. Für DiGiSam wird die Software DWork (= Heidelberger Digitalisierungsworkflow) eingesetzt.

Am 23.04.2012, dem Geburts- und Todestag William Shakespeares, wurde das Digitale Shakespeare-Bildarchiv Oppel-Hammerschmidt (http://www.ub.uni-mainz.de/6295.php) an der UB Mainz <77> ins Internet gestellt. Es umfasst rund 3.500 Illustrationen zu sämtlichen Theaterstücken des englischen Dramatikers von den Anfängen bis zur Gegenwart. Das Shakespeare-Bildarchiv ist der bisher unveröffentlichte Teil der nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Shakespeare- und Goethe-Forscher Horst Oppel angelegten Sammlung von Shakespeare-Illustrationen. Das Archiv enthält Fotoreproduktionen bildkünstlerischer Werke von rund 800 Künstlern. Neben der Volltextsuche in den insgesamt 8.400 Bild- und Textdatensätzen sind gezielte und kombinierte Recherchen in den Feldern „Schauspiel“, „Akt“, „Szene“, „Einzelthemen“, „Künstler“ und „Abbildungsnachweis“ möglich.

Über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland trafen sich am 27.04.2012 an der UB Mainz <77> zur diesjährigen Jahresversammlung des VDB-Regionalverbands Südwest. Vormittags standen zunächst Besichtigungen auf dem Programm: Zur Auswahl standen Führungen durch die Zentralbibliothek oder durch die Bereichsbibliothek Physik, Mathematik, Chemie. Im thematischen Block führte Prof. Magnus Pfeffer (HdM Stuttgart) die Zuhörer in das Thema “Bibliotheken und Linked Open Data” ein. Auf der Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorstand für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt (Prof. Heidrun Wiesenmüller, HdM Stuttgart, Vorsitzende / Robert Scheuble, Bibl. der PH Freiburg, Stellvertretender Vorsitzender / Ute Bahrs, LBZ Speyer, Schriftführerin / Carlheinz Straub, UB Trier, Kassenwart). Ein ausführlicher Bericht zur Mitgliederversammlung in Mainz ist unter http://www.vdb-online.org/veranstaltungen/561/ zu finden.

EGO = Europäische Geschichte Online (http://www.ieg-ego.eu/) wird vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz zusammengestellt. Das IEG betreibt interdisziplinäre Forschungen zu den religiösen und politischen Grundlagen Europas zwischen 1450 und 1950. EGO ist eine transkulturelle Geschichte Europas im Internet. Das Projekt nimmt Prozesse interkulturellen Austauschs in der europäischen Geschichte in den Blick, die über staatliche, nationale und kulturelle Grenzen hinauswirken. Es beschreibt Europa als einen in Wandlung befindlichen Kommunikationsraum, in dem vielfältige Prozesse der Interaktion, Überschneidung und Verflechtung, des Austauschs und Transfers, aber auch von Konfrontation, Abwehr und Abgrenzung stattfinden. Auf diese Weise werden 500 Jahre europäischer Geschichte der Neuzeit über Länder-, Fach- und Methodengrenzen hinweg erschlossen. Die Gegenstände reichen von Religion, Wissenschaft und Recht über Kunst und Musik bis zu Wirtschaft, Technik und Militär. Zehn Themenstränge (Threads) ermöglichen einen gezielten Zugriff auf die Inhalte. „Überblicke“ vermitteln Hintergrund- und Kontextinformationen, „Basiselemente“ beschreiben und analysieren bestimmte Transferprozesse von europäischer Bedeutung, „Vertiefungselemente“ enthalten Materialien und Informationen zu einzelnen Aspekten oder stellen bestimmte Personen vor, die für interkulturelle Transferprozesse von Bedeutung sind. Bis 2013 sollen nach und nach über 200 Beiträge publiziert werden. Mit der einfachen Suche lässt sich eine Auswahl von Beiträgen nach Zeitraum, Themenbereich, geographischem Raum oder Themenstrang zusammenstellen. Die erweiterte Suche bietet eine Kombination aus Stichwort, Autor, Zeitraum, Themenbereich, geographischem Raum und Themenstrang. Sie lässt sich auf bestimmte Medientypen einschränken (nach: Schule & Bibliothek - Newsletter der Stadtbibliothek Heidelberg 6/Schuljahr 2011/12).

Seit Anfang Mai 2012 ist der Nachlass des ersten Nobelpreisträgers für Medizin Emil von Behring (1854 - 1917) im Internet abrufbar. Die Digitalisierung konnte durch ein DFG-Projekt realisiert werden, das von der Emil-von-Behring-Bibliothek, Arbeitsstelle für Geschichte der Medizin und dem Institut für Geschichte der Pharmazie an der Universität Marburg durchgeführt wurde. Insgesamt enthält die Datenbank derzeit etwa 3.000 Dokumente mit insgesamt circa 13.000 Scans. Darunter befinden sich Werkmanuskripte, etwa 1.650 Briefe, Lebensdokumente (Fotografien, Verträge, Urkunden etc.) und Sammlungsdokumente. Zu den überwiegenden Dokumenten sind kurze Inhaltsangaben (Regesten) geschrieben worden. Alle in den Regesten genannten Personen sind mit in das Personenregister aufgenommen worden. Ein weiterer Projektbestandteil besteht aus der Digitalisierung der Bücher aus Behrings Privatbibliothek, die Annotationen aus der Feder Behrings enthalten. Die digitalisierten Bücher können über den OPAC der UB Marburg <4> gefunden werden. Weitere Informationen zum Projekt, zum Leben und Werk Emil von Behrings sowie der Zugriff auf die Datenbank stehen unter http://www.uni-marburg.de/fb20/evbb/behring-digital zur Verfügung.

KOBV (Berlin und Brandenburg)

Der KOBV-Newsletter informiert in 2-monatlichem Turnus über neue Entwicklungen im KOBV. Der aktuelle Newsletter berichtet über die Entwicklungen in den Monaten März / April 2012. Sämtliche bisher erschienenen Ausgaben können unter http://www.kobv.de/publikationen_newsletter.html abgerufen werden.

Die Humboldt-Universität in Berlin hat Mitte April 2012 fast 400.000 Euro vom Bundesforschungsministerium erhalten, um ein am Helmholtz-Zentrum für Kulturtechniken eingerichtetes Zentrum aufzubauen, mit dem wissenschaftliche Sammlungen an Universitäten bundesweit erfasst und erschlossen werden sollen (http://www.universitaetssammlungen.de/). Die Förderung folgt einer Empfehlung des Wissenschaftsrates. Als Universitätssammlungen gelten bei diesem Projekt alle aktuell oder ehemals zu einer wissenschaftlichen, theologischen und künstlerischen Hochschule gehörenden Sammlungen mit gegenständlichen und / oder audio-visuellen Objekten. Auch Orte wie Botanische Gärten oder Aquarien und mit der Geschichte der Universitäten verbundene Einrichtungen, die in Forschung und Lehre genutzt werden oder museale Funktionen erfüllen, zählen zum Gegenstandsbereich des Projekts.

Seit März 2012 tritt die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) <109> mit einem neuen Corporate Design an die Öffentlichkeit. Das Corporate Design wird nach und nach u. a. in den Printprodukten und dem Gebäudeleitsystem sichtbar werden. Auch der Internetauftritt wird in diesem Zusammenhang neu gestaltet.

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) und De Gruyter haben einen Vertrag unterzeichnet, der die Veröffentlichung der Zeitschrift BIBLIOTHEKSDIENST ab 2013 bei dem Berliner Wissenschaftsverlag vereinbart. Die Zeitschrift erscheint seit 1967 und wurde 2001 von der Zentral- und Landesbibliothek übernommen. Sie wird auch in Zukunft von der ZLB herausgegeben. Die einzelnen Hefte werden zwölf Monate (!) nach ihrem Erscheinen Open Access gestellt. Klaus Graf weist darauf hin, dass derzeit noch eine Frist von drei Monaten gilt. Die Volltexte der Zeitschrift stehen bis Jahrgang 2011 unter http://www.zlb.de/aktivitaeten/bd_neu zum Abruf bereit; die Ausgaben 1996 bis 2003 sind unter http://bibliotheksdienst.zlb.de/ verfügbar.

Deutsche Nationalbibliothek (DNB)

Die Webseiten der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) sind seit Ende März 2012 über die neue Domain http://www.dnb.de erreichbar. Alle Dienste konnten auf die neue Domain umgestellt werden, so dass sich die Adressen entsprechend geändert haben. Die „alten“ Adressen (unter d-nb.de) werden noch längere Zeit erreichbar sein.

Seit März 2006 veröffentlicht die Arbeitsstelle für Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek den Newsletter Standardisierung und Erschließung, der regelmäßig über aktuelle Entwicklungen, Themen und Termine auf dem Gebiet der Standardisierung und Erschließung informiert. Der Newsletter kann unter http://lists.d-nb.de/mailman/listinfo/newsletter abonniert werden; sämtliche bisher erschienenen Ausgaben sind auf der Website der DNB unter http://www.dnb.de/DE/Standardisierung/Newsletter/newsletter_node.html abrufbar. Die Ausgabe Nr. 19 ist im April 2012 erschienen.

Am 24.04.2012 hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seine Historischen Sammlungen im Rahmen eines Festakts der Deutschen Nationalbibliothek anlässlich ihres 100. Gründungsjubiläums übergeben. Die Bibliothek und das Historische Archiv des Börsenvereins zählen zu den bedeutendsten Spezialsammlungen für das Fachgebiet Buchhandel und Verlagswesen in Deutschland. Bereits im Jahr 2002 hatte der Börsenverein der Deutschen Nationalbibliothek die Sammlungen als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Sie führt sie seitdem weiter und ist für die damit verbundenen Dienstleistungen verantwortlich. Ende 2011 kamen die Foto- und Medienarchive der Frankfurter Buchmesse und des Börsenblatts hinzu.

Ausland / Internationaler Leihverkehr

Europäische Union

Die Kulturminister der EU-Mitgliedsstaaten haben sich bei einem Treffen Anfang Mai 2012 in Brüssel auf einen Zeitplan zur weiteren Digitalisierung des kulturellen Erbes und den Ausbau der Online-Bibliothek Europeana (http://www.europeana.eu/portal/) für die nächsten drei Jahre geeinigt. Bis Ende 2012 sollen die EU-Länder ihre Bemühungen verstärken und ihre Ziele deutlicher formulieren. Im Jahr darauf sieht die Agenda vor, dass Standards für die Auswahl zu digitalisierender Werke und zu ihrer Online-Präsentation entwickelt werden. Die Nutzung müsse eine Überführung von Inhalten in andere Formate erlauben. Einen Schwerpunkt setzt der EU-Rat auf gemeinfreie Werke. Materialien, die sich bereits in der „Public Domain“ befinden, sollten auch nach der Digitalisierung frei verfügbar bleiben. Entsprechende technische Standards müssten die Voraussetzungen zur bestmöglichen Wiederverwendung entsprechender Werke mit sich bringen. Außen vor bleiben sollten daher „aufdringliche Wasserzeichen“ oder andere Schutzmaßnahmen, die die Nutzbarkeit einschränken könnten. Für vergriffene oder verwaiste Werke seien rechtliche Lösungen zu treffen. Generell müssten die Urheberrechte natürlich (!) beachtet werden. Im Gegensatz zu Empfehlungen der EU-Kommission raten die Minister zu öffentlich-privaten Partnerschaften zwischen kulturellen Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen (Anm.: wie Google ?), um die Herausforderungen beim Digitalisieren der Kulturgüter bewältigen zu können (nach: heise online vom 11.05.2012).

Großbritannien

Die British Library hat zum Jahresanfang 2012 einen neuen Dokumentlieferdienst eingeführt, den International Non-Commercial Document Supply Service (INCD). Alle bisherigen Teilnehmer haben Formulare zum „Umstieg“ erhalten, die ausgefüllt zurückgeschickt werden müssen. Bei jeder Bestellung über INCD muss vom Benutzer ein Formular unterschrieben werden, das in der Bibliothek aufbewahrt werden muss. Für Besteller, die unter 100 Kopien pro Jahr bestellen, empfiehlt die British Library, den Dienst British Library Direct (http://direct.bl.uk/bld/Home.do) zu nutzen.

IFLA (= International Federation of Library Associations and Institutions)

Das komplette Programm für den 78. Internationalen Weltkongress Bibliothek und Information des internationalen Bibliotheksverbandes IFLA ist online (http://conference.ifla.org/ifla78). Der Kongress wird vom 11. bis zum 17.08.2012 in Helsinki stattfinden.

Die Sektion Informationskompetenz der IFLA hat neue Empfehlungen zur Medien- und Informationskompetenz erarbeitet, die im Dezember 2011 vom IFLA-Vorstand bestätigt wurden. Sie liegen auch in deutscher Übersetzung vor. Neben einer Definition wird erläutert, dass Medien- und Informationskompetenz ein grundlegendes Menschenrecht ist und eng verbunden mit lebenslangem Lernen. Medien- und Informationskompetenz ist auf allen Ebenen (lokal, regional, national bis hin zu international) von wachsender Bedeutung. Den Regierungen und Organisationen werden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung vorgeschlagen Die Empfehlungen stehen in deutscher Sprache unter http://www.ifla.org/files/information-literacy/publications/media-info-lit-recommend-de.pdf zum Abruf bereit (nach: dbv-Newsletter International Ausgabe Nr. 83. 2012/04).

Der Leitfaden der IFLA mit umfassenden Tipps, worauf Bibliotheken achten müssen, wenn sie elektronische Medien anbieten, wurde jetzt überarbeitet. Der Leitfaden, der den Titel „Key Issues for e-Resource-Collection: A Guide for Libraries“ trägt, steht unter http://www.ifla.org/files/acquisition-collection-development/publications/IFLA_ELECTRONIC_RESOURCE_GUIDE_FINAL_May2nd%5B1%5D.pdf?wa=BIB12-20 zur Verfügung.

IFLA hat ein Papier mit Informationen zu verschiedenen Formen der elektronischen Ausleihe veröffentlicht (http://www.ifla.org/en/news/ifla-releases-background-paper-on-e-lending). Zum einen werden verschiedene Positionen, auch von Verlegern, zur E-Book Ausleihe in Bibliotheken vorgestellt, zum anderen geht das Papier zusätzlich auf andere digitale Bibliotheksbestände ein. Im Mittelpunkt stehen die rechtlichen Bedingungen der elektronischen Ausleihe. Das Papier soll regelmäßig aktualisiert werden und wird demnächst auch in deutscher Übersetzung zur Verfügung stehen.

Israel

Seit Ende März 2012 sind die rund 80.000 gesammelten Inhalte des Albert-Einstein-Archivs (http://www.alberteinstein.info/), einem Gemeinschaftsprojekt der Hebrew University of Jerusalem (http://www.huji.ac.il/) und des California Institute of Technology (Caltech), komplett online zugänglich. Hierzu zählen Scans von Handschriften des Nobelpreisträgers für Physik, der 1879 in Ulm geboren wurde und 1955 in Princeton im US-Staat New Jersey verstarb. Online ansehen lassen sich zum Beispiel Dokumente und Gegenstände aus Einsteins wissenschaftlicher Laufbahn oder seinem Privatleben, darunter Abbildungen der ihm mit dem Nobelpreis 1922 verliehenen Medaille und Urkunde, in die man hinein zoomen kann. Diese wurden in eine Galerie eingestellt ebenso wie Einsteins handschriftliche Notizen zur „Äquivalenz von Masse und Energie (E=mc²)“. Für weitergehende Recherchen steht eine Datenbankabfrage zur Verfügung.

OCLC / WorldCat

Unter http://www.oclc.org/worldcat/statistics/default.htm sind aktuelle Statistikzahlen zum WorldCat abrufbar. Demnach haben circa 72.000 Bibliotheken aus 170 Ländern knapp 1,85 Milliarden Bestandsnachweise eingebracht. Fast 272 Millionen bibliographische Datensätze sind im WorldCat nachgewiesen, und über 470 Sprachen und Dialekte sind vertreten. Inzwischen sind rund 8,8 Mio. deutschsprachige Titel enthalten.

Die Präsentationen des 3. OCLC EMEA Regional Council Meetings 2012 in Birmingham (Großbritannien) am 28./29.02.2012 stehen auch online zur Verfügung (http://www.oclc.org/de/de/multimedia/2012/emearc2012.htm).

Schweiz

e-codices, die Virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz (http://www.e-codices.unifr.ch/de), ist ein Projekt der Universität Fribourg, das sich vorgenommen hat, alle mittelalterlichen und eine Auswahl der neuzeitlichen Handschriften der Schweiz in einer virtuellen Bibliothek zu erschließen. Aktuell sind 894 Handschriften aus insgesamt 37 Sammlungen im Internet zugänglich. Die vollständigen digitalen Reproduktionen werden mit wissenschaftlichen Beschreibungen verknüpft und stehen dem Benutzer frei zur Verfügung. e-codices plant, in den nächsten Monaten wichtige Chroniken der Schweizer Geschichte, vor allem die reich illuminierten Bilderchroniken des späten 15. und des 16. Jahrhunderts, ins Netz zu stellen. Zuletzt konnte mit der digitalen Reproduktion des Weißen Buches von Sarnen erstmals ein vollständiges Faksimile der bedeutenden Handschrift hergestellt werden, die auch einen erzählenden Teil mit der ältesten überlieferten Darstellung der eidgenössischen Befreiungsgeschichte mit der zentralen Figur des Wilhelm Tell enthält.

Eine mobile Web-App ermöglicht die Nutzung des Wissensportals und der wichtigsten Informationen der ETH-Bibliothek Zürich. In der für Smartphones optimierten Anwendung können die Benutzer Ressourcen suchen und bestellen (inkl. NEBIS-Verbund), Ausleihen und offene Bestellungen bzw. Vormerkungen im Benutzungskonto einsehen und ausgewählte E-Ressourcen mit mobiler Oberfläche nutzen. Die Web-App kann direkt über den Browser aufgerufen werden. Bei der Eingabe von http://www.library.ethz.ch erfolgt bei Smartphones automatisch die Umschaltung auf die mobile Seite http://www.library.ethz.ch/mobile.

Das Theaterlexikon der Schweiz stellt das bisher größte Projekt des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Bern dar. In den über 3.600 Artikeln des als Wiki konzipierten Nachschlagewerks werden Personen, Gruppen, Ensembles, Spielstätten und Institutionen unterschiedlicher Theaterformen wie Stadttheater, Freie Szene, Amateur- und Volkstheater, Kinder- und Jugendtheater, Figuren- und Puppentheater, Musiktheater und Tanztheater erfasst. Der zeitliche Horizont umspannt die Zeit von den Anfängen des Schweizer Theaters bis in die Gegenwart. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das 20. Jahrhundert. Die Artikel sind in den vier Landessprachen der Schweiz (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch) verfasst. Neben den originären Artikeln über das Schweizer Theater werden außerdem die Arbeit von Schweizerinnen und Schweizern im Ausland und Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz berücksichtigt.

Bibliothek Information Schweiz (BIS), der nationale Fachverband im Bereich Bibliotheks- und Informationswesen, veranstaltet vom 12. bis 15.09.2012 seinen Kongress im historischen Konzilsgebäude in Konstanz. Weitere Infos zum Kongress des BIS stehen unter http://www.bis.info/kongress/kongress-2012-vorschau/menu-id-98.html zum Abruf bereit, das ausführliche Programm gibt es als PDF-Dokument unter http://www.bis.info/images/stories/documents/kongress2012/kongress%20bis%20konstanz%202012%20konstanzdynamik.pdf.

Südafrika

Das Nelson Mandela Centre of Memory (NMCM) in Johannesburg hat das Nelson Mandela Digital Archive mit Bildern, Dokumenten und Videos des Anti-Apartheid-Kämpfers und ehemaligen Präsidenten Südafrikas ins Netz gestellt. Die 1.900 Exponate wurden mit Unterstützung von Google digitalisiert. Unter ihnen sind bislang unveröffentlichte Manuskriptentwürfe Mandelas für eine Fortsetzung seiner Autobiografie „Der lange Weg zur Freiheit“. Das frei zugängliche Archiv umfasst Mandelas Korrespondenz mit Familie, Mitstreitern und Freunden sowie Tagebücher, die er während seiner 27 Jahre im Gefängnis verfasst hat. Dazu kommen Notizen aus seiner Zeit als Verhandlungsführer zur Beendigung der Apartheid in Südafrika. Zu sehen sind auch Bilder seiner Gefängniszelle auf Robben Island.

USA

Das Getty Research Portal (http://portal.getty.edu/) gewährt gebührenfreien Zugang zu den Volltexten von kunsthistorischen Büchern, die nicht mehr unter Urheberschutz stehen. Das Portal beschränkt sich nicht nur auf den Nachweis der Bestände des Getty Research Institutes, sondern verlinkt auf die frei verfügbaren Texte, die von Bibliotheken, Universitäten und Museen in Europa und den USA digitalisiert wurden (und werden). Beteiligt sind bisher die UB Heidelberg, das Institut National d’Histoire de l’Art in Paris, die Frick Art Reference Library und die Thomas J. Watson Library des Metropolitan Museums of Art in New York, die Avery Architectural and Fine Arts Library at Columbia University, die Biblioteca de la Universidad de Málaga und andere mehr. Weitere Institutionen, die Digitalisate beisteuern wollen, sind willkommen (vgl. die Guidelines for Contributions). Das Portal wird damit zur „worldwide resource that provides one-stop multilingual access to art history texts, rare books, and related literature without restriction. The Portal texts are free, downloadable, and digitized in their entirety…“.

The New York City Municipal Archives, das New Yorker Stadtarchiv, hat insgesamt 870.000 Bilder digitalisiert und als Online Gallery ins Internet gestellt (http://www.nyc.gov/html/records/html/misc/luna.shtml). Allein die erfassten Kriminalfotos sind die größte Sammlung ihrer Art in der englischsprachigen Welt. 800.000 der Bilder haben Verwaltungsangestellte mit 35-Millimeter-Kameras Mitte der 80er Jahre aufgenommen, um auf diese Weise jedes einzelne Bauwerk in New York City zu dokumentieren.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) und die Harvard University wollen gemeinsam Lernmaterialien und Kurse online für jedermann zugänglich zu machen. In dem gemeinsamen Projekt edX (http://www.edxonline.org/) soll Kursmaterial aus verschiedenen Disziplinen bereitgestellt werden. Wer einen solchen Kurs durcharbeitet und sein Wissen anschließend unter Beweis stellt, kann sich den erfolgreichen Abschluss des Kurses bescheinigen lassen. Ein akademischer Abschluss ist mit den Online-Kursen nicht zu erreichen. Studierende am MIT und an der Harvard University müssen weiterhin die Lehrveranstaltungen vor Ort besuchen (nach: heise online vom 03.05.2012).

Zentrale Angebote und Informationen

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat ein Online-Dossier zum Thema Erzählen und Literatur veröffentlicht. Der Themenschwerpunkt handelt vom Wert des Erzählens, der Texte, der Bücher, der Sprache, der Bilder und des Lesens für die kulturelle und politische Bildung.

Carpet (=Community for Academic Reviewing, Publishing and Editorial Technology), das Portal rund um das Thema ePublishing, bietet seit Ende März 2012 einen offenen News-Blog zum Thema Technologien im e-Publishing-Bereich an (http://www.carpet-project.net/news-blog/).

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) baut ein Informationsportal zu wissenschaftlichen Forschungsinfrastrukturen auf, das voraussichtlich im Sommer 2012 fertiggestellt wird. Es führt Einrichtungen oder Plattformen aller Art auf, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Ressourcen und Dienstleistungen für Forschungsvorhaben bereitstellen. Angesprochen sind hier insbesondere akademische Einrichtungen, die zum Beispiel Geräte zur externen Mit-Nutzung anbieten, sowie informationsbezogene Ressourcen, wissenschaftliche Sammlungen oder sonstige wissenschaftliche Dienstleistungen. Forschungsinfrastrukturen, die in das Portal aufgenommen werden möchten, können sich bei der DFG registrieren. Weitere Infos stehen unter http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/programminformationen/info_wissenschaft_12_14/ bereit.

Das Google Art Project (http://www.googleartproject.com/de/) wurde mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, darunter auch dem Grünen Gewölbe, dem Museum Kunstpalast in Düsseldorf und drei Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin, dem Pergamonmuseum, dem Alten Museum und dem Kupferstichkabinett, auf 151 Galerien und Museen in 41 Ländern erweitert. Andere Museen, die in das Art Project aufgenommen wurden, sind u. a. die Sammlung Leopold in Wien, ein Museum australischer Felsmalerei und das Imperial War Museum in London. Das Google Art Project ist im Februar 2011 gestartet.

Mit einer neuen Landkarte der Universitätsforschung in Deutschland hat die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) eine Übersicht über 329 Schwerpunkte von 74 Universitäten aufgebaut. Nicht mehr als zwei Mausklicks benötigt man, um von der Forschungslandkarte (http://www.hrk.de/de/projekte_und_initiativen/6754.php) über den Ort Dresden zur TU Dresden und anschließend zur Liste ihrer sieben Forschungsschwerpunkte zu gelangen. Von Biomedizin über ICT (= Information and Communication Technology) bis zu Psychologie reicht die Spannbreite. Von jedem einzelnen Punkt wird man zu entsprechenden Websites und Ansprechpartnern weitergeleitet. Die Infos stehen auch in englischer Sprache bereit.

Library Essentials bringen redaktionell aufbereitete Berichte und Beiträge aus dem gesamten Spektrum der Bibliotheks- und Informationsbranche mit Quellenangabe und sind für den beruflichen Alltag von Informationsspezialisten konzipiert. Der neue Brancheninformationsdienst erscheint ab 2012 zehnmal im Jahr. Auf den persönlichen Abo-Preis von 70.00 Euro (Print) bzw. 80.00 Euro (Print + E-Abo) bzw. 50.00 Euro (nur E-Abo mit vollem Zugriff auf das Archiv) erhalten Studenten sowie Mitglieder von BIB, VDB und DGI einen Rabatt von 20 %.

Springer Science+Business Media und The European Mathematical Society (EMS) haben sich Ende 2011 zusammengetan, um aus der Encyclopedia of Mathematics (EoM) ein Open Access Wiki zu machen (http://www.encyclopediaofmath.org/). Ursprünglich konnte die 2002 gegründete Enzyklopädie EoM lediglich abonniert werden. Sie umfasst mehr als 8.000 Einträge und erläutert über 50.000 Begriffe aus der Mathematik. Die Inhalte in Verbindung mit dem Gesamtinhalt der Enzyklopädie machen die EoM zur Standardquelle als wissenschaftliches Referenzwerk in der Mathematik.

Der Print-on-Demand-Service MyCopy, den Springer über Bibliotheken anbietet, wurde seit seiner Einführung 2008 bereits 10.000 Mal genutzt. MyCopy ist ein Service-Angebot für registrierte Nutzer einer Bibliothek. Sie können die Softcoverausgabe eines E-Books von Springer für Euro 24.95 zum persönlichen Gebrauch nach Hause bestellen. Der Service wird von Springer seit einiger Zeit auch für europäische Bibliotheken angeboten. Er gilt nur für englischsprachige E-Book-Pakete, deutsch- und französischsprachige sowie niederländische E-Books sind derzeit noch ausgeschlossen.

Seit Ende Mai 2012 bietet die Auskunftsplattform StackExchange einen eigenen Frage-und-Antwort-Bereich zum Thema Bibliotheken und Informationswissenschaft an. Die Plattform soll primär dem fachlichen Austausch zwischen allen, die in und um Bibliotheken tätig sind, dienen (http://libraries.stackexchange.com/). Die Hauptsprache, die Verwendung findet, ist Englisch.

TextGrid ist ein virtueller Forschungsverbund, der das Ziel hat, den Zugang und den Austausch von Informationen in den Geistes- und Kulturwissenschaften mit Hilfe moderner Informationstechnologien (Grid) zu unterstützen. Seit 2006 wird eine internetgestützte Plattform aufgebaut, die Wissenschaftlern Werkzeuge und Dienste für die Auswertung von Daten in unterschiedlichen digitalen Archiven bietet. TextGrid ist im Mai 2012 in den Dauerbetrieb gegangen: Am 14./15.05.2012 hat die TU Darmstadt den TextGrid Summit ausgerichtet. Mit dieser Tagung wurde der Übergang in den Echt-Betrieb markiert. Ausführliche Infos zu TextGrid sind im Internet unter http://www.textgrid.de/ zu finden.

Mit dem Projekt Wikidata will der Verein Wikimedia Deutschland innerhalb eines Jahres eine Faktendatenbank schaffen, die der Online-Enzyklopädie eine semantische Komponente verleiht (vgl. dazu http://meta.wikimedia.org/w/index.php?title=Wikidata/de&uselang=de). Mit der Datenbank soll es zum Beispiel möglich werden, eindeutige Fakten wie die Einwohnerzahl von Berlin oder Geodaten zentral zu verwalten. Die weniger aktiven Wikipedia-Versionen bekommen ein Faktengerüst, das den Autoren beim Aufbau der Enzyklopädie-Ausgaben hilft. Wikidata soll aber nicht alleine die Wikipedia erweitern, sondern auch als eigenständiges Projekt entwickelt werden. So können die Fakten einerseits in Artikel eingebaut werden, andererseits aber auch in andere Projekte einfließen. Die Inhalte der Datenbank werden unter einer freien Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht.

Wikimedia Deutschland hat acht Video-Tutorials (oder auch Screencasts) erstellt, um neuen Autoren das Einarbeiten in die Bedienung der Wikipedia zu erleichtern (http://commons.wikimedia.org/wiki/Commons%3aWikimedia_Deutschland_Screencasts). Die Idee dazu entstand ursprünglich im Fachbereich Bildung und Wissen bei Wikimedia Deutschland. Erklärt werden Schritte, die neuen Autoren erfahrungsgemäß schwer fallen, etwa das Anmelden bei Wikipedia, das Einfügen von Belegen oder das Hochladen von Bildern. Bei den älteren Videos aus dem Jahr 2009 handelte es sich um synchronisierte Fassungen englischer Clips, die leider veraltet waren.

Die Stellungnahme der Hochschulbibliotheken der Sektion 4 des dbv zu den Empfehlungen der Kommission Zukunft der Informationsinfrastruktur (Gesamtkonzept der KII) steht auf der Website des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) online zur Verfügung. Die Stellungnahme ist auch in Heft 6/2012 der Zeitschrift BIBLIOTHEKSDIENST abgedruckt (S. 478-485).

Neue und geänderte Adressdaten und Bibliothekssigel

geänderte E-Mail-Adresse: Erzgebirgsklinikum gGmbH, Medizinische Fach-und Patientenbibliothek <Ch 63>, Chemnitzer Straße 15, 09456 Annaberg-Buchholz, E-Mail (neu) biblio@erzgebirgsklinikum.de

Otto-Rombach-Bücherei <neues Sigel: 1893>, Hauptstraße 19, 74321 Bietigheim-Bissingen, Tel. (07142) 74-486, URL http://www.buecherei.bietigheim-bissingen.de/, E-Mail stadtbuecherei@bietigheim-bissingen.de BAW; DE-1893

geänderte Anschrift: Brandenburgische Technische Universität, IKMZ Cottbus <Co 1>, Platz der Deutschen Einheit 2, 03044 Cottbus BER

Historische Bibliothek des Georgii-Gymnasiums Esslingen <neues Sigel: Ess 8>, Lohwasen 1, 73728 Esslingen/Neckar, Tel. (0711) 3512-2324 und -2325, E-Mail georgii-gymnasium@esslingen.de, URL http://www.georgii-gymnasium.de/ BAW; DE-Ess8

Adressänderung nach Umzug: Stadtbücherei Goch <775>, Pfalzdorfer Straße 47, 47574 Goch

Stadtbücherei im Pfleghof Langenau <neues Sigel: 1895>, Kirchgasse 9, 89129 Langenau, Tel. (07345) 96 24 30, E-Mail stadtbuecherei@langenau.de, URL http://www.langenau.de/stadtbuecherei BAW; ISIL DE-1895

Kreisarchiv des Enzkreises, Bibliothek <neues Sigel: Pfo 2>, Zähringerallee 3, 75177 Pforzheim, Tel. (07231) 3 08-9423, E-Mail Kreisarchiv@enzkreis.de, URL https://www.enzkreis.de/Kreis-Verwaltung/Gesundheit-Familie-Soziales-und-br-Bildung - „Amt für Bildung und Kultur …“ – „Kreisarchiv“ anklicken BAW; ISIL DE-Pfo2

Christian-Wagner-Bibliothek <neues Sigel: 1891>, Pforzheimer Straße 1, 71277 Rutesheim, Tel. (07152) 90 57 67, E-Mail buecherei@rutesheim.de, URL http://www.cwb-rutesheim.de/ BAW; DE-1891

Ausgewählte Literaturhinweise zum Thema Fernleihe, Dokumentlieferung und Internet-Recherche

Ennen, Jörg. „Hölderlin digital“. WLBforum 2012/1. S.6-7.

Der Leiter des Hölderlin-Archivs in der WLB Stuttgart berichtet über das erfolgreich abgeschlossene Projekt „Hölderlin digital“, das unter http://digital.wlb-stuttgart.de/dc/hoelderlin/ zugänglich ist.

Foerster, Isolde von; Schäffler, Hildegard. „Das Exzellenzportal Leibniz Publik – unbeschränkter Zugang zu ausgezeichneten Publikationen“. ZfBB 59 (2012) H.2. S. 80-86.

„Im interdisziplinären Exzellenzportal Leibniz Publik werden ausgewählte Publikationen von Leibniz-Preisträgerinnen und –Preisträgern in der publizierten Version im Open Access zugänglich gemacht. Die DFG hatte zunächst die Ausgezeichneten der ersten zwanzig Preisjahrgänge um die Nennung von jeweils bis zu zehn eigenen Titeln gebeten. Als Resultat des seit 2009 von der BSB München in einem DFG-geförderten Projekt durchgeführten Rechteklärungsprozesses können über 70 % der gemeldeten Dokumente im Open Access angeboten werden. … Eingegangen wird auch (in dem Artikel) auf die technische Umsetzung der Zugriffsplattform, das Präsentationssystem und die angebotenen Retrievalkontexte. Das Portal wurde im September 2011 im Rahmen eines internationalen Symposiums freigegeben und ist unter http://www.leibniz-publik.de erreichbar“ (nach dem Abstract).

Hehl, Hans. „Die ASEZA-Datenbank – ein neues Suchsystem für elektronische Zeitschriften und Aufsätze“. ABI-Technik 32 (2012) H.1. S.14-25.

„Elektronische Zeitschriften bilden die Hauptquellen der wissenschaftlichen Literaturversorgung. Sie können über die zahlreichen im Internet offen zugänglichen Journal-Listen erfasst, in Datenbanken gespeichert und bearbeitet werden. Die ASEZA-Datenbank (http://www.multisuchsystem.de/aseza.html) verwirklicht dies mit einer besonders einfachen Technologie. Die Zeitschriftentitel werden thematisch weitgehend aufgeschlüsselt, auch die in Titeln enthaltenen Fachbegriffe werden berücksichtigt. Eine ausgefeilte Verknüpfungstechnik, vor allem die Verknüpfung von Themen untereinander, macht die ASEZA-Datenbank zu einem interessanten, sehr flexiblen Suchsystem auch für die nicht gezielte sachliche Suche. Hervorzuheben ist hierbei die Verknüpfung mit Google Scholar (http://scholar.google.de/), die einen besonders schnellen Zugang zum Volltext ermöglicht“ (nach dem Abstract).

Herrmann, Christian. „Internetseiten zur Theologiegeschichte in Württemberg“. WLBforum 2012/1. S.25-27.

Der Leiter der Bibelsammlung und der Abteilung Alte und Wertvolle Drucke der WLB Stuttgart stellt sein umfangreiches Web-Angebot zur Geschichte der Theologie in Würt¬temberg von 1477 bis 1817 bzw. 1918 vor (http://www.wlb-stutt-gart.de/literatursuche/fachinformationen/theologie/links/theologie-in-wuerttemberg/).

Hohenadel, Stefan. „SciKon, die Konstanzer Forschungsplattform: Ein Dienst zur Darstellung von Forschungsaktivitäten“. Bibliothek aktuell H. 94. S.29-31.

S. Hohenadel beschreibt SciKon (https://scikon.uni-konstanz.de/), die Forschungsplattform der Universität Konstanz, in Bibliothek aktuell, der Hauszeitschrift der Universitätsbibliothek. SciKon ermöglicht die Suche nach aktuellen Forschungsprojekten, wissenschaftlichen MitarbeiterInnen sowie Publikationen. Außerdem werden durch interne Querverweise auch Zusammenhänge, Kooperationen und fächerübergreifende Forschungsprojekte sichtbar.

Hohlfeld, Michael. „Das Ende bibliothekarischer Reiseträume: Die Auflösung des vascoda e. V.“ B.I.T. online 15 (2012) H.1. S.30-31.

Nachdem im Januar 2011 das vascoda-Portal vom Netz genommen wurde, haben die Mitglieder des vascoda e. V. im November 2011 die Auflösung des Vereins beschlossen. Der Verein hat damit zum Jahreswechsel 2011/2012 seine Aktivitäten eingestellt. Der Beitrag des ehemals Verantwortlichen für die vascoda-Geschäftsstelle fasst mit einem kurzen Rückblick die Entstehung von vascoda und die Gründe für die Portalabschaltung und die Vereinsauflösung zusammen.

Kett, Jürgen; Manecke, Mathias; Beyer, Sarah. „Die Nationalbibliografie im Zeitalter des Internets“. ZfBB 59 (2012) H.2. S.67-79.

„Die traditionelle Definition einer Nationalbibliografie als vollständige Verzeichnung aller Publikationen aus einem national definierten Raum ist nicht ohne Weiteres auf das Internetzeitalter übertragbar. Denn durch das Internet bekam der Begriff Publikation eine neue Bedeutung und der Akt des Publizierens und Recherchierens hat sich grundlegend verändert: Publikationen sind leicht zu veröffentlichen, in zunehmendem Maße dynamisch und als indexierbare Volltexte für Suchmaschinen verfügbar. (Der) Artikel beschäftigt sich mit den Fragen, welchen Mehrwert die traditionelle Erschließung noch bieten kann und welche Ausrichtung eine künftige Nationalbibliografie vor diesem Hintergrund haben müsste. Aufbauend auf einer Gegenüberstellung der traditionellen und heutigen Anforderungen wird die Idee einer künftigen Nationalbibliografie als Graph im World Wide Web entworfen. Der Artikel schließt mit einer Betrachtung von Aktivitäten der Deutschen Nationalbibliothek, die dabei helfen sollen, diese Idee in die Tat umzusetzen„ (nach dem Abstract).

Kronenberg, Hermann; Neubauer, Karl Wilhelm. „Informationsinfrastruktur für Deutschland – Eine notwendige Neupositionierung der Verbundsysteme?“ B.I.T.online 15 (2012) Nr. 2. S. 101-117.

Die beiden Verfasser stellen - ausgehend von der Debatte über die Verbundsysteme - einen Vorschlag zur Gestaltung eines neuen Strukturkonzepts für die Informationsversorgung in Deutschland und die künftige Rolle der Verbundzentralen zur Diskussion.

Meyer, Tanja; Grone, Nenske; Korwitz, Ulrich. „Ein grüner Pilot erschließt den Informationsdschungel der Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften. www.GREENPILOT.de“. In: Die Kraft der digitalen Unordnung. 32. Arbeits- und Fortbildungstagung der ASpB e. V. Sektion 5 im Deutschen Bibliotheksverband. 22. bis 25. September 2009 in der Universität Karlsruhe. Hrsg. von Jadwiga Warmbrumm und Jürgen Warmbrunn. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing, 2011. S.131-139.

Die Autoren stellen GREENPILOT vor, die Virtuelle Fachbibliothek für Ernährung, Umwelt und Agrar, die die wissenschaftlich relevanten Informationen der Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften bündelt und den NutzerInnen kostenfrei über ein zentrales virtuelles Portal zur Verfügung stellt.

Neubauer, Wolfram. „Schweizer Bibliotheken im Netz: Stand und Zukunft digitaler Angebote“. Bibliothek. Forschung und Praxis 36 (2012) H.1. S.70-77.

„… Obwohl es mittlerweile selbstverständlich eine Vielzahl digitaler Volltextangebote der Schweizer Bibliotheken für ihre unterschiedlichen Zielgruppen gibt, fehlt bis heute eine auf nationaler Ebene allgemein akzeptierte Vision, was unter einem Informationsraum Schweiz zu verstehen ist und mit welchen Strategien und Methoden dieser in endlicher Zeit erreicht werden kann. Berücksichtigt man die Größe und politische Komplexität des Landes, dann lassen sich die digitalen Dienstleistungsangebote sowohl der wissenschaftlichen als auch der Öffentlichen Bibliotheken der Schweiz ohne Probleme mit denen anderer Länder vergleichen“ (nach dem Abstract). Neubauer beschreibt auch Schweizer Aktivitäten im Kontext des Projekts „Elektronische Bibliothek Schweiz“: das Web-Portal E-lib.ch, Swissbib, der Metakatalog aller schweizerischen Hochschulbibliotheken und anderer Bibliotheken, retro.seals.ch (retrodigitalisierte Zeitschriften), das Projekt E-rara.ch, das das Ziel verfolgt, alle Schweizer Drucke des 16. Jahrhunderts zu digitalisieren und frei zugänglich als Volltext ins Web zu stellen, DOI-CH, ein Projekt zur eindeutigen Identifizierung elektronischer Dokumente, und das Kartenportal.CH, ein Rechercheportal für Karten und Geodaten.

Neumann, Bernd. „Die DDB kann mit ihren attraktiven Inhalten zum virtuellen kulturellen Schaufenster Deutschlands werden“. B.I.T. online 15 (2012) Nr.1. S.13-19.

Rafael Ball, der Direktor der UB Regensburg und Chefredakteur der Zeitschrift B.I.T. online, führt ein Gespräch mit Staatsminister Bernd Neumann zur Deutschen Digitalen Bibliothek, die Ende 2012 den regulären Betrieb aufnehmen soll.

Münch, Vera. „Eine Maschine, die Kunst und Kultur in Zahlen verarbeitet“. B.I.T. online 15 (2012) Nr.1. S.9-12.

Das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS hat mit der Softwareinfrastruktur IAIS-CORTEX ein automatisches Datenlogistikzentrum entwickelt, das als Systemkern der Deutschen Digitalen Bibliothek seit Ende 2011 bei FIZ Karlsruhe im Pilotbetrieb läuft. Vera Münch, freie Journalistin und PR-Beraterin, stellt IAIS-CORTEX vor.

Olkus, Harald. „Daten in Raten“. Deutsche Universitätszeitung (duz) 05/2012 vom 27.04.2012. S.20-21.

Der Wissenschaftsjournalist Harald Olkus (Berlin) stellt Europeana und die Deutsche Digitale Bibliothek vor. Er weist darauf hin, dass die BSB München als erste und bislang einzige deutsche Bibliothek eine Kooperation mit Google Books eingegangen ist. Durch die Zusammenarbeit erhält die Bibliothek Digitalisate, die sie auch für Europeana nutzen kann. Die Dateien liegen auf den Servern der BSB, Google kann die Daten im Gegenzug für seine Zwecke nutzen. Auch die British Library kooperiert mit Google. Im Rahmen der Deutschen Digitalen Bibliothek läuft derzeit eine Ausschreibung, mit der nach einem Digitalisierungsunternehmen gesucht wird. Auch Google gehört zu den Bewerbern.

Schmidgall, Karin; Walter, Jochen. „Literatur im Netz – Sammeln, Erschließen, Archivieren. Praxisbericht über eine neue Herausforderung für die klassische Bibliothek. In: Die Kraft der digitalen Unordnung. S. 203-214.

Die AutorInnen, MitarbeiterInnen des Deutschen Literaturarchivs Marbach, beschreiben die „Säulen, auf denen die… neue Sammlung von 'Literatur im Netz'“ des DLA basiert: die Datenbank Kallias, deren Nachweise über den SWB, die ZDB und Kalliope (http://kalliope.staatsbibliothek-berlin.de/), den Verbundkatalog für Nachlässe und Autographen, in das nationale Bibliotheks- und Archivnetzwerk eingebunden sind, und die Virtuelle Fachbibliothek 'Germanistik im Netz', dem fachspezifischen zentralen Zugang zur deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft (http://www.germanistik-im-netz.de/).

Schneider, Ulrich Johannes. „Alles Handeln ist Tanz: Der Umzug des Tanzarchivs Leipzig“. BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 5 (2012) Nr.1. S.46-47.

Der im Oktober 2011 begonnene Umzug des 1957 von Kurt Petermann gegründeten Tanzarchivs Leipzig in die UB Leipzig ist im Januar 2012 (vorerst) abgeschlossen worden. Das Tanzarchiv, das die Qualität eines Dokumentationszentrums für den zeitgenössischen Tanz besitzt, enthält Dokumente zum Tanz des 20. Jahrhunderts, insbesondere Plakate, Programmhefte, Sammlungen zu den Kompanien, Bücher und Zeitschriften sowie audiovisuelle Medien. Neben vielen Text- und Materialsammlungen enthält das Tanzarchiv die Nachlässe zahlreicher Tanzkünstler, -forscher, -kritiker, -theoretiker und –pädagogen, u. a. den (Teil-)Nachlass von Rudolf von Laban, einem der wichtigsten Vertreter des deutschen Ausdruckstanzes.

Skurcz, Norbert; Weisel, Luzian. „Lernen mit und über Medien – Zum Stand der Informations- und Medienkompetenz-Förderung in Baden-Württemberg“. Information. Wissenschaft und Praxis 63 (2012) H.2. S.108-110.

Die beiden Autoren berichten über den Medienkompetenztag des Stadtmedienzentrums Karlsruhe, der am 02.02.2012 parallel zur LEARNTEC, der 'internationalen Leitmesse mit Kongress für professionelle Bildung, Lernen und IT' (http://www.learntec.de), in den Räumen der Messe Karlsruhe stattfand. Unter dem Motto 'Medienbildung früh beginnen' konnten die etwa 50 anwesenden Pädagogen, Elternvertreter, Medienexperten und Pressevertreter einen Eindruck von den Medienkompetenzaktivitäten des Landesmedienzentrums (LMZ) Baden-Württemberg gewinnen.

Steinhauer, Eric W. „Die Retrodigitalisierung in den Bibliotheken und der Schutz verlegerischer Leistungen an der Vorlage“. In: Die Kraft der digitalen Unordnung. S. 229-242.

Steinhauer (UB Hagen) untersucht, inwieweit es eigene Rechte der Verlage an den Vorlagen gibt, die Bibliotheken an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten für die retrospektive Digitalisierung der Werke ihrer Wissenschaftler nutzen.

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