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ZKBW-Dialog Nr. 70 vom 23.12.2011

SWB-Online-Fernleihe – Verbundübergreifende Fernleihe

Zulassungen zum Leihverkehr in der Südwest-Region:

Hochschule Fellbach i. Gr., Bibliothek <1864>, Stauferstraße 13, 70736 Fellbach, Tel. (0711) 48 90 90-80, Fax (0711) 48 90 90-82, E-Mail info@vpt-hochschule.de, URL http://www.vpt-hochschule.de BAW ISIL DE-1864

Die Bibliothek ist nur auf dem Postweg erreichbar.


Eine Zusammenstellung der „Zeitweise geschlossenen Fernleihstellen in deutschen Bibliotheken“ steht unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:nachrichten:schliesszeitenliste zur Verfügung.


Erfahrungsaustausch Überregionaler Leihverkehr am 26.10.2011 im hbz in Köln

Dreißig Kolleginnen und Kollegen aus allen Verbundregionen trafen sich am 26.10.2011 im hbz in Köln zum Erfahrungsaustausch „Überregionaler Leihverkehr“, der alle zwei Jahre stattfindet. Zu Beginn stellten Frau Hesse-Dornscheidt (ULB Düsseldorf) für den hbz-Verbund und Frau Werner (SuUB Bremen) und Frau Wellendorf (ZBW Kiel) für den GBV den Ablauf der Fernleihbestellungen in ihren jeweiligen Verbundsystemen vor. Daran schloss sich der eigentliche Erfahrungsaustausch an, der folgende Themen behandelte: Fernleihbestellungen auf E-Medien, Barcodes auf Begleitschreiben und Einleger „Kopierverbot“. Frau Lais (ZLB Berlin) berichtete aus der AG Transport. Das ausführliche Protokoll des Erfahrungsaustausches „Überregionaler Leihverkehr“ in Köln (wie auch die Protokolle der Besprechungen 2007 in Frankfurt und 2009 in Heidelberg) ist im BSZ-Fernleih-Wiki unter https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:info-bibliotheken:erfahrungsaustausch:protokolle erreichbar.


Das Protokoll der (überregionalen) AG Leihverkehr-Sitzung am 18.05.2011 steht im GBV Verbund-Wiki zum Abruf bereit.


Die (Folien-)Vorträge des ZFL-Anwendertreffens der Wissenschaftlichen Bibliotheken, das am 30.11.2011 im hbz in Köln stattfand, stehen zur Verfügung.

Evaluation des Systems der DFG-Sondersammelgebiete

Mit dem System der Sondersammelgebiete (SSG) unterstützt die DFG ein kooperatives System zur Literaturversorgung der Wissenschaft. Die Leistung des SSG-Systems in Hinsicht auf die Bedürfnisse der Wissenschaft zu überprüfen sowie Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen war das Ziel eines von der DFG beauftragten und von der Prognos AG durchgeführten Evaluationsprojekts, dessen Ergebnisse in einer DFG-Veröffentlichung (http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/evaluation_statistik/programm_evaluation/ib02_2011.pdf) vorgestellt werden. Das Fazit lautet:

„Aus der Befragung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geht als wichtigstes Ergebnis hervor, dass das DFG-geförderte SSGSystem Teil eines insgesamt gut bewerteten Systems der Literaturversorgung in Deutschland ist. Zugleich wird deutlich, dass seine Leistung nur im Zusammenhang mit anderen Teilen der Informationsinfrastruktur sinnvoll bewertet werden kann. Trotz dieser komplexen Situation, die keine einfache Kosten-Nutzen-Betrachtung erlaubt, lassen sich aus den ermittelten Erwartungen und Bedürfnisse die Stärken und Schwächen des SSG-Systems identifizieren. Besonders deutlich tritt hervor, wie unterschiedlich die Bedürfnisse der einzelnen Wissenschaftsdisziplinen sind. Auf der einen Seite stehen die Geistes- und Sozialwissenschaften, in denen die Relevanz möglichst vollständiger, langfristig verfügbarer Spezialbestände – auch in gedruckter Form – weiterhin sehr hoch eingeschätzt wird. Auf der anderen Seite stehen die Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften, für die nahezu ausschließlich elektronische Zeitschriften von Bedeutung sind. Vertreterinnen und Vertreter aus allen Fachgebieten betonen jedoch die wachsende Bedeutung digitaler Veröffentlichungen und Informationsangebote. Hier besteht derzeit wohl auch das größte Nachholbedürfnis: Der direkte Zugriff auf elektronische Medien sollte nach Einschätzung der Befragten noch verbessert werden. Aus Sicht der Bibliotheken, die das SSG-System verantwortlich betreuen, erfolgt zu dieser Anforderung eine selbstkritische Einschätzung: Die bestehenden Strukturen stoßen an ihre finanziellen und organisatorischen Grenzen, wenn künftig digitale Medien in weit größerem Umfang integriert werden müssen“ (S. 8).

Eine von der DFG eingesetzte Expertenkommission, die die Studie kritisch begleitete, hat Empfehlungen zur Weiterentwicklung des SSG-Systems formuliert, die derzeit in den DFG-Gremien beraten werden. Sie sollen in enger Abstimmung mit anderen überregionalen Anstrengungen zur Entwicklung der Informationsinfrastruktur realisiert werden. Die komplette Studie, die Empfehlungen der Expertenkommission zur SSG-Evaluation, Eckpunkte der SSG-Evaluierung und die Zusammenfassung (als DFG-Infobrief) stehen unter http://www.dfg.de/dfg_profil/evaluation_statistik/programm_evaluation/studien/studie_sondersammelgebiete/index.html zum Abruf bereit.

Kulturerbe digital verzeichnet Digitalisierungsprojekte

Kulturerbe-digital.de (http://www.kulturerbe-digital.de/) ist ein Projekt der EUBAM-Arbeitsgruppe (Interministerielle Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu Europäischen Angelegenheiten für Bibliotheken, Archive, Museen und Denkmalpflege). Die Website sammelt Informationen zur Digitalisierung von Kulturgut in Deutschland und weist laufende und abgeschlossene Digitalisierungsprojekte nach. Darüber hinaus stellt sie Handreichungen, Arbeitsmaterialien und Richtlinien zur Digitalisierung von Kulturgut bereit und informiert über Förderungsmöglichkeiten. Aktuell (Stand: Mitte Dezember 2011) sind 923 Projekte und 53 Förderprogramme erfasst.

Urheber- und Online-Recht

Verstoßen Zusammenfassungen von Buchkritiken gegen das Urheberrecht ?: Im Rechtsstreit der FAZ und der Süddeutschen Zeitung mit dem Rezensionsorgan Perlentaucher entschied das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) am 01.01.2011, dass einige der vom Perlentaucher veröffentlichten Zusammenfassungen von Buchkritiken aus den Feuilletons der Zeitungen gegen das Urheberrecht verstoßen. Eine komprimierte Wiedergabe von Buchrezensionen Dritter im Internet verstößt dann gegen das Urheberrecht, wenn die so genannten Abstracts mehr oder weniger aus einer Übernahme von besonders prägenden und ausdrucksstarken Passagen der Originalrezensionen bestehen, von denen lediglich einige Sätze ausgelassen werden. Abstracts dieser Art stellten eine unzulässige Bearbeitung im Sinne des Urhebergesetzes dar, so der Tenor des Urteils (nach: Börsenblatt online vom 02.11.2011).

Unterliegen Nachrichtentexte dem Urheberrecht ?: Auch Nachrichtentexte unterliegen in der Regel dem Schutz des Urheberrechts. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden (6 U 78/10). Dies gilt selbst dann, wenn die Texte im sogenannten Tickerstil geschrieben sind. Nicht schutzfähig seien kurze Faktenberichte. Das Gericht befand Nachrichtentexte für schutzwürdig, wenn der Text sich beispielsweise „nicht auf die reine Mitteilung von Nachrichten beschränkt, sondern daneben erläuternde oder belehrende Kommentierungen, Betrachtungen oder Ergänzungen“ enthält. Die individuelle Prägung eines Nachrichtentextes ergebe sich aus der Auswahl der berichteten Tatsachen, aus der Entscheidung, wie detailliert berichtet werde oder aus der Einordnung des Berichteten in einen größeren Zusammenhang.

Urteile zum Urheberrecht: Aktuelle Urteile zum Urheberrecht in Deutschland stehen auf der Seite http://www.online-und-recht.de/urteile-urheberrecht.html zum Abruf bereit.

Urheberrecht für das 21. Jahrhundert: Eine grundlegende Neufassung des Urheberrechts muss den Wandel der Beziehung von Autor und Verwerter anerkennen und den tatsächlichen Wandel hin zu einem Urheber- und Verbraucherrecht abbilden. Das ist die Kernaussage eines Positionspapiers von Wikimedia Deutschland, Digitaler Gesellschaft und Open Knowledge Foundation Deutschland. Weitere Thesen, die in dem Papier vertreten werden, lauten: Das Urheberrecht in seiner heutigen Form kann nur noch scheitern und ist „dringendst reformbedürftig“; überlange Schutzfristen führen dazu, dass zu viele Werke unnötig der Allgemeinheit vorenthalten werden; manche analoge Prinzipien sind im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß. In seiner derzeitigen Form führt das Urheberrecht zu „Exklusion und künstlicher Verknappung“ statt die Produktion von kulturellen Werken zu fördern und Teilhabe an der Wissensgesellschaft zu ermöglichen. Zunehmende Inakzeptanz des heutigen Urheberrechts ist die zwangsläufige Folge.

BGH nimmt Sprungrevision im Prozess zu § 52b UrhG an: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die sogenannte Sprungrevision im Musterprozess zu Paragraf 52 b Urheberrechtsgesetz (UrhG) angenommen. Damit kann das Hauptsacheverfahren zwischen dem Eugen Ulmer Verlag und der TU Darmstadt von der höchsten zivilrechtlichen Instanz weiterverhandelt werden. Das Landgericht Frankfurt hatte im März 2011 in erster Instanz entschieden, dass die von der ULB Darmstadt digitalisierten Lehrwerke aus dem Eugen Ulmer Verlag nur zur Ansicht an Bildschirmarbeitsplätzen bereitgestellt, nicht aber vervielfältigt, ausgedruckt oder heruntergeladen werden dürfen. Eine Sprungrevision ist nur dann zulässig, wenn Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung geklärt werden müssen.

Sitzung des Ständigen Ausschusses für Urheberrecht in Genf: Vom 21.11.2011 bis zum 02.12.2011 fand die 23. Sitzung des Ständigen Ausschusses für Urheberrecht (SCCR) der WIPO (Intellectual Property Organisation) in Genf statt. Vertreter der 184 WIPO Mitgliedsstaaten diskutierten unter anderem eine Entscheidungsvorlage für Ausnahmen im Urheberrecht für Bibliotheken und Archive, die von der IFLA eingebracht worden war. Neben den Urheberrechten halten die Berner Konvention und Folgeabkommen Einschränkungen im öffentlichen Interesse fest. Dazu gehören das Recht zu zitieren oder Pressemeldungen zu verbreiten. Die IFLA vertritt die Ansicht, dass bei der Entwicklung der nationalen Urheberrechte in Bezug auf digitale Information die Einschränkungen im öffentlichen Interesse nicht mit den Rechten der Urheber Schritt gehalten haben. Bibliotheken – nach den wissenschaftlichen zunehmend auch die öffentlichen Bibliotheken - sind mit ihrer Praxis dem geltenden Urheberrecht voraus. Neben Ausnahmen, die Blinden und Menschen mit Lesebehinderungen den Zugang zu geschützten Werken erlauben, stellt die IFLA mit dem Vorschlag für ein internationales Abkommen Rechte zur Debatte, die für die langfristige Erhaltung, Verbreitung und Nutzung von digitaler Information in Forschung und Lehre unabdingbar sind (vgl. auch dazu Copyright Limitations and Exceptions for Libraries & Archives). Die Delegierten einigten sich darauf, die folgenden Themenfelder weiter zu verfolgen: - Langzeiterhaltung, - Reproduktion / Kopie, - Pflichtabgabe (dépôt légal), - Leihe, - Parallelimporte, - grenzüberschreitende Nutzung, - verwaiste und zurückgezogene Werke, - Haftung von Bibliotheken und Archiven, - technische Maßnahmen (DRM), - Verträge. Spezielle Verhandlungen wurden über Ausnahmen und Beschränkungen für Blinde und Sehbehinderte geführt. Die Verhandlungen verliefen aus Sicht der IFLA bisher erfolgreich. Ziel ist nun, dass das Standing Committee on Copyright and Related Rights im März 2012 Empfehlungen für bindende Maßnahmen verabschiedet, die an die Generalversammlung der WIPO adressiert werden (nach: arbido newsletter 7/2011; vgl. auch dazu die Pressemitteilung des dbv vom 05.12.2011).

Leitfaden zu Open Data: Im Auftrag des hbz hat der auf Urheberrecht spezialisierte Rechtswissenschaftler und Rechtsanwalt Dr. Till Kreutzer den rechtlichen Leitfaden „Open Data – Freigabe von Daten aus Bibliothekskatalogen“ erstellt. Der Leitfaden ist unter folgender URL abrufbar: http://www.hbz-nrw.de/dokumentencenter/veroeffentlichungen/open-data-leitfaden.pdf. Teil 1 des Leitfadens beschäftigt sich mit rechtlichen Fragen bei der Erstellung von Katalog-Datenbanken: Dabei wird erläutert, ob und, wenn ja, unter welchen Voraussetzungen, einzelne Daten und Angaben urheberrechtlichen Schutz genießen. Im Anschluss wird untersucht, unter welchen Umständen Anbietern von Katalogdaten neben einem urheberrechtlichen Schutz an den einzelnen Daten ein Schutzrecht an der Gesamtheit der Daten (sogenanntes Datenbankrecht) zustehen kann. Teil 2 des Leitfadens nimmt sich der Frage an, unter welchen Bedingungen eine von der Bibliothek rechtmäßig erstellte Datenbank im Sinne von Open Data genutzt werden kann. Der Leitfaden schließt mit Empfehlungen zur Auswahl von Open-Data-Lizenzen (nach der Inetbib-Mail von Adrian Pohl vom 03.11.2011).

Rechtsgutachten zu urheberrechtlichen Aspekten der Langzeitarchivierung: LuKII (=LOCKSS und KOPAL Infrastruktur und Interoperabilität) ist ein Langzeitarchivierungsprojekt für digitale Werke, dessen Ziel der Aufbau einer sicheren, effizienten und kostengünstigen digitalen Langzeitarchivierungsinfrastruktur ist. Im Laufe des Projekts entstand ein Gutachten zu urheberrechtlichen Fragen aus der Feder von Ellen Euler. Im Vorwort heißt es: „Jede urheberrechtlich relevante Nutzung eines Werkes und sei sie auch noch so altruistisch, allgemein erwünscht und nicht kommerziell, steht unter dem Zustimmungsvorbehalt des Urhebers, es sei denn, es gibt eine gesetzliche Privilegierung, die von diesem Zustimmungsvorbehalt befreit. Einziger Anknüpfungspunkt für Langzeitarchivierungsmaßnahmen ist gegenwärtig die Archivschrankenregelung in § 53 Abs. 2 UrhG, welche jedoch Langzeitarchivierungsmaßnahmen im Hinblick auf digitale Werke nur unzureichend erfasst, sodass diese zumeist vertraglicher Regelung bedürfen, um durchführbar zu sein.“ Das Gutachten mit dem Titel „Digitale Langzeitarchivierung und Distributed Storage in LuKII“ ist auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin veröffentlicht und direkt abrufbar unter http://edoc.hu-berlin.de/oa/reports/reXWA7YIvSnAk/PDF/23gwylDsJJV6.pdf.

Grünbuch über den Online-Vertrieb von audiovisuellen Werken: Die Europäische Kommission hat ein Grünbuch über den Online-Vertrieb von audiovisuellen Werken in der Europäischen Union: Chancen und Herausforderungen für den digitalen Binnenmarkt als PDF-Dokument veröffentlicht. In der Einleitung ist zu lesen: „Dieses Grünbuch wird im Rahmen der Strategie Europa 2020, deren Ziel die Förderung eines intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstums ist, der Digitalen Agenda für Europa und der Mitteilung der Kommission „Ein Binnenmarkt für Rechte des geistigen Eigentums“ (Strategie zum Schutz der Rechte des geistigen Eigentums) veröffentlicht. Wie in der Strategie zum Schutz der Rechte des geistigen Eigentums festgestellt, ist das Internet zwar grenzenlos, doch sind die Online-Märkte in der EU wegen einer Vielzahl von Barrieren immer noch fragmentiert und ist der Binnenmarkt noch nicht vollendet. Das Grünbuch soll zur Entwicklung eines digitalen Binnenmarktes beitragen, indem eine Debatte eingeleitet wird, die sich speziell mit den Chancen und Herausforderungen des Online-Vertriebs audiovisueller Werke befasst“.

Kompendium Internetrecht aktualisiert: Das Kompendium Internetrecht von Thomas Hoeren, der an der Universität Münster Jura lehrt, steht in einer aktualisierten Fassung zum kostenlosen Download bereit. Das 579 Seiten starke Nachschlagewerk gibt einen umfassenden Überblick zur Rechtsprechung im Online- und Internetrecht. Gegenüber der letzten Ausgabe wurden mehr als 300 neue Urteile eingearbeitet und ganze Kapitel neu geschrieben (u. a. zum Thema Social Media).

Heise Online-Recht in vierter Auflage erschienen: Einen praxisnahen Überblick zum Online-Recht bietet die 4. Auflage des Handbuchs Heise Online-Recht – Der Leitfaden für Praktiker & Juristen, das 2011 erschienen ist. Die Herausgeber versprechen einen Überblick aller relevanten Aspekte des Online-Rechts. Für die Neuauflage wurden die Kapitel „Gewinn- und Glücksspiele“ und „Rechtsprobleme der E-Mail-Nutzung“ überarbeitet und aktualisiert.

Literaturhinweise zum Thema Urheber- und Online-Recht:

Digitale Bibliotheken und Recht – Bibliothèques numériques et droit. Anne Cherbuin / Bernhard Dengg / Liliane Regamey (Hrsg). Zürich: Dike Verlag, 2011. 136 S. CHF 42.00

In der digitalen Informationsgesellschaft sehen sich Bibliotheken in ihrer täglichen Arbeit mit vielfältigen, neuen Herausforderungen konfrontiert: Anreicherung von Katalogisaten, Digitalisierungsprojekte, digitale Fernleihe oder Datenschutz bei Benutzerdaten, um nur einige zu nennen. Nicht überraschend sind damit auch neue rechtliche Fragestellungen verknüpft. Im Juni 2011 führte die Vereinigung der juristischen Bibliotheken der Schweiz VJBS eine Tagung zum Thema Digitale Bibliotheken und Recht in Bern durch. Dabei wurden verschiedene Aspekte dieser Fragestellungen durch Experten aus der Rechtswissenschaft und dem Bibliothekswesen einer genaueren Betrachtung unterzogen. Der Tagungsband, der erweiterte Aufsätze der Referate umfasst, ist im Züricher Dike Verlag erschienen (nach dem Abstract).

Ludewig, Karin; Voigt, Michaela. „Whither the Orphan Works? – Report on Some Recent Activities of ENCES“. Information. Wissenschaft & Praxis 62 (2011) H.6-7. S.285-288.

„Bildung und Wissenschaft werden von bestehenden urheberrechtlichen Regelungen derzeit nicht optimal unterstützt und teilweise sogar behindert. Aktuell vollziehen sich Anpassungen auch auf europäischer Ebene. Ein Beispiel ist der Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Richtlinie zum Umgang mit verwaisten Werken. Damit die Interessen von Bildung und Wissenschaft angemessen vertreten werden, wurde 2008 das Netzwerk ENCES (http://www.ences.eu/) gegründet. Die Autorinnen erläutern [in englischer Sprache] sowohl Ansatz und Hintergründe des Richtlinienvorschlags wie auch die Rolle von ENCES. Seit der Gründung des Netzwerks hat ENCES … die Interessenvertretung für Urheberrechtsbestimmungen, die den Ansprüchen von Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen im digitalen Zeitalter gerecht werden, vorangetrieben. Angeschlossen ist mit ENCES e. V. ein gemeinnütziger Verein öffentlichen Rechts. Dies ermöglicht es, auch institutionell das Anliegen des Netzwerks zu unterstützen“ (nach dem Abstract).

Rauer, Nils. „Der elektronische Leseplatz, der Richterstuhl und der Dritte Korb“. Recht Bibliothek Dokumentation. Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für juristisches Bibliotheks- und Dokumentationswesen. 40 (2010) Nr. 2/3. S.90-114.

Nils Rauer, Rechtsanwalt aus Gießen, hat die ULB Darmstadt im Urheberrechts-Verfahren gegen den Eugen Ulmer Verlag vor dem Landgericht Frankfurt und dem Oberlandesgericht Frankfurt vertreten. Streitgegenstand war der § 52b UrhG, der Bibliotheken ermöglicht, elektronische Leseplätze einzurichten, Werke aus dem eigenen Bestand zu digitalisieren und sie in Dateiform zur Recherche zur Verfügung zu stellen. Sein Beitrag ist die überarbeitete und um Fußnoten erweiterte Fassung seines Vortrags auf dem 100. Deutschen Bibliothekartag im Juni 2011 in Berlin.

Open Access

In diesem Jahr fanden die Open-Access-Tage bereits zum fünften Mal statt. Gastgeber war vom 04. bis 05.10.2011 die Universität Regensburg. Teilnehmer aus Wissenschaft und Infrastruktureinrichtungen wie Verlagen und Bibliotheken diskutierten über die aktuellen Herausforderungen rund um Open Access. Eingeleitet durch einen Vortrag von Francesco Fusaro von der Europäischen Kommission widmete sich der erste Vortragsblock den Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Johannes Fournier (DFG) beschrieb beispielsweise die wissenschaftspolitischen Entwicklungen in Deutschland. In thematischen Sessions wurden anschließend Schwerpunktthemen wie z. B. Publikationsmanagement und Open-Access-Publikationsfonds behandelt. Im letztgenannten Vortragsblock stellte unter anderem Alexander Wagner (Forschungszentrum Jülich) den Umgang mit Publikationsgebühren im Helmholtz-Zentrum vor. Am zweiten Veranstaltungstag beschrieb Heinz Pampel vom Koordinationsbüro des Helmholtz Open Access Projektes die Chancen und Herausforderungen des „data sharing“. Weiter widmete sich Steffen Bernius (Goethe-Universität Frankfurt am Main) der ökonomischen Betrachtung von Open Access. Anregend war auch das Referat von Martin Rasmussen (Copernicus Publications), der die Aktivitäten der internationalen Vereinigung von Open-Access-Verlagen OASPA (= Open Access Scholarly Publishers Association) vorstellte. Alle Folien der Veranstaltung sind online zugänglich.

Im Rahmen der internationalen Open Access Week 2011 präsentierte Knowledge Exchange, ein Zusammenschluss von europäischen Förderorganisationen, eine Sammlung von Erfolgsgeschichten rund um Open Access. Die Erfolgsgeschichten können unter oastories.org (http://www.oastories.org/) gelesen und weiterverwendet werden (nach Helmholtz Open Access Newsletter 38 vom 01.12.2011).

Anfang Dezember 2011 startete das EU-Projekt OpenAIREplus. Das auf dreißig Monate angelegte Projekt, das über das 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission finanziert wird, nimmt als Schwesterprojekt zu OpenAIRE (http://www.openaire.eu/) seine Arbeit auf. OpenAIREplus erweitert das Ziel der Open Access-Verfügbarkeit von Forschungspublikationen, indem es wechselseitige Verknüpfungen von Publikationen zu dazugehörigen Forschungsdaten und Förderformen im europäischen Forschungsraum schaffen wird. Das Projekt vereint 41 europäische Partner, darunter drei fachübergreifende Forschungsverbünde. Die nationalen Kontaktstellen in jedem der beteiligten europäischen Länder arbeiten dabei an der Unterstützung der Bedürfnisse der Wissenschaftler in Europa. In Deutschland ist die Bibliothek der Universität Konstanz die nationale Kontaktstelle. Als weitere deutsche Projektpartner sind die Georg-August-Universität Göttingen und die Universität Bielefeld im Rahmen der wissenschaftlichen und technischen Koordination maßgeblich am Projekt beteiligt.

Im Rahmen der Generalversammlung der UNESCO im November wurde das Globale Online-Portal zu Open Access (GOAP) frei geschaltet. Das Portal präsentiert Länderberichte von 148 Ländern mit Links zu mehr als 2000 Projekten und Initiativen. GOAP stellt folgende Bereiche vor: länderbezogene Informationen zu dem aktuellen Stand von Open Access (OA), wichtige Organisationen für OA in den einzelnen Ländern, thematische Schwerpunkte von Open Access, Publikationen zum Thema, die wichtigsten Hindernisse für Open Access in den verschiedenen Ländern, das Potential von OA, Finanzierung und Förderung und Links zu Open Access Initiativen weltweit. Die Plattform richtet sich auch an Entscheidungsträger und Politiker, um sie über die weltweite Open Access Bewegung zu informieren und zu vermitteln, wo und warum Open Access besonders erfolgreich ist. Die Entwicklung des Portals wurde von den Regierungen in Kolumbien, Dänemark, Norwegen und den USA finanziell gefördert.

Sammlung Deutscher Drucke – Jahresbericht für 2010

In der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) arbeiten sechs Bibliotheken zusammen, um eine umfassende Sammlung der gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums vom Beginn des Buchdrucks bis in die Gegenwart aufzubauen, zu erschließen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dadurch entsteht eine verteilte Nationalbibliothek, in der die beteiligten Bibliotheken für einzelne Zeitsegmente verantwortlich sind:

BSB München <12> (1450-1600): Die BSB hat im Berichtsjahr 213 bibliographische Einheiten erworben;
HAB Wolfenbüttel <23> (1601-1700): 698 bibliographische Einheiten;
Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen <7> (1701-1800): 332 bibliographische Einheiten;
UB Johann Christian Senckenberg Frankfurt/Main <30> (1801-1870): 994 Einheiten;
Staatsbibliothek zu Berlin <1a> (1871-1912): 1.426 Einheiten;
Deutsche Nationalbibliothek <101> (ab 1913): 761.573 physische Einheiten.

Alle Neuerwerbungen der AG SDD werden ab Erscheinungsjahr 1501 in den Partnerbibliotheken sowohl im lokalen OPAC als auch im jeweiligen Verbund-OPAC nachgewiesen. Zeitschriften werden darüber hinaus in der ZDB verzeichnet. Die BSB München nimmt ihre Neuerwerbungen auch in die einschlägigen Spezialverzeichnisse und –datenbanken auf (VD 16, BSB-Inkunabelkatalog und Inkunabel-Census für die Bundesrepublik Deutschland, Répertoire International des Sources Musicales - RISM). Im Rahmen des Projekts VD 16 werden die Drucke in Zusammenarbeit mit Google digitalisiert. URN und URL von derzeit circa 20.000 Digitalisaten sind im VD 16, im BVB und im lokalen Katalog der BSB sowie in Europeana, WorldCat und dem Zentralen Verzeichnis Digitalisierter Drucke – zvdd (http://www.zvdd.de/) verzeichnet. Auch die Inkunabeln werden digitalisiert und zusätzlich im BVB nachgewiesen. Die Digitalisate werden auch für Europeana zur Verfügung gestellt. Die HAB Wolfenbüttel digitalisiert einen Teil ihrer Erwerbungen des 17. Jahrhunderts und weist die Daten über verschiedene Portale wie zvdd, das VD 17 und den GBV nach. Die SUB Göttingen sorgt für umfangreiche Datenimporte ins zvdd, und die UB Frankfurt zeigt seit November 2009 bei allen monographischen Neuerwerbungen, die dies unter dem Gesichtspunkt der Bestandserhaltung zulassen, Titelblatt und – soweit vorhanden – Inhaltsverzeichnis im OPAC mit an. Gemeinsam mit der European Association for Jewish Culture koordiniert die UB Frankfurt das EU-Projekt Judaica Europeana (http://www.judaica-europeana.eu/). Ziel ist ein mehrsprachiger digitaler Zugriff auf jüdische Kulturgüter Europas. Karten und Atlanten der Staatsbibliothek zu Berlin werden bis 1850 in der IKAR-Datenbank (http://ikar.sbb.spk-berlin.de/) aufgeführt, alle weiteren im OPAC
(nach: Gemeinsamer Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke für das Jahr 2010. In: ZfBB 58. 2011. H.5. S. 273-281).

Weitere Infos zum Thema Fernleihe, Dokumentlieferung und Internet-Recherche

Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg

Die Datenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) (http://swb.bsz-bw.de/DB=2.1/) enthielt im November 2011 55,8 Mio. Bestandsnachweise und rund 16,5 Mio. Titelnachweise.

Der BSZ-Newsletter informiert per E-Mail über Neuigkeiten, insbesondere über neue Dienstleistungen, Aktualisierungen von SWB-Datenbanken, Hinweise auf Updates und aktualisierte Webseiten, interessante Links und Veröffentlichungen, Termine und Veranstaltungen. Der BSZ-Newsletter kann auf der Seite http://www.bsz-bw.de/publikationen/newsletter/index.html kostenfrei abonniert werden. Dort steht auch ein Archiv sämtlicher Ausgaben bereit. Auch der ZKBW-Dialog veröffentlicht regelmäßig interessante Inhalte des aktuellen BSZ-Newsletters, in dieser Ausgabe der Nr. 4/2011.

Als Beitrag zum Semantic Web hat das BSZ die PND-Identnummern aus der Katalogdatenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) als BEACON-Datei veröffentlicht. BEACON ist ein sehr einfaches Dateiformat, mit dem Links auf Webseiten angegeben werden können, die Inhalte zu bestimmten Normdaten bieten. Derzeit wird das Format vor allem für Personen genutzt, die mittels ihrer PND-Nummer identifiziert werden (PND-BEACON) (vgl. dazu die Wikipedia-Projektseite zu BEACON).

Im Projekt LEO-BW (http://www.leo-bw.de/) arbeiten unter der Federführung des Landesarchivs Baden-Württemberg 17 Partnerinstitutionen, darunter auch das BSZ, daran, ein vernetztes landeskundliches Informationssystem für Baden-Württemberg zu errichten. Es handelt sich um ein zentrales Portal, das verschiedene Online-Angebote mit Informationen, Materialien, Quellen und Literatur über Baden-Württemberg virtuell zusammenführt. Das BSZ übernimmt in diesem Projekt den technischen Betrieb des Portals: - Die SWB-Verbunddatenbank wird in LEO-BW eingebunden; - Expertenwissen zu Formaten, Regelwerken, Schnittstellen und Standards wurden in das Projekt eingebracht; - Datenauszüge für Personen und Geografika mit Bezug zu Baden-Württemberg aus den überregionalen Normdateien PND und SWD wurden erstellt; - Der Abgleich der Personensätze der Landesbibliografie Baden-Württemberg mit der PND wurde durchgeführt. Bei übereinstimmenden Treffern wurde die PND-PPN an die Landesbibliographie zurück gemeldet, um in deren System eingespielt zu werden. Die restlichen Personensätze der Landesbibliografie wurden in die PND eingespielt, und die Mitarbeiter der Landesbibliografie wurden im Umgang mit der PND geschult. Eine Schulung in der Gemeinsamen Normdatei (GND) wird im Frühjahr 2012 folgen; - Die Ortsdatenbank des Landesarchivs wird derzeit in die SWD eingespielt; - Die Datenlieferung für die Museen aus dem MuseumsInformationsSystem (MusIS) wird koordiniert.

Von Ende September bis Anfang Dezember 2011 haben folgende Bibliotheken das Bibliothekssystem aDIS/BMS in Betrieb genommen: die Bibliothek der Hochschule Pforzheim, die PH-Bibliothek Heidelberg, die Bibliothek der Hochschule Schwäbisch Gmünd und die Bibliothek der Hochschule Villingen-Schwenningen. Weitere Informationen zum Projekt sind unter http://www.bsz-bw.de/bibliothekssysteme/adis/index.html abrufbar.

Das Bibliothekssystem Koha (http://www.bsz-bw.de/bibliothekssysteme/koha.html) ist zum jetzigen Zeitpunkt weltweit in über 1.400 Bibliotheken im Einsatz. Neben dem Einsatz als integriertem Bibliothekssystem wird Koha auch für die Bibliotheca Laureshamensis – digital (http://www.bibliotheca-laureshamensis-digital.de/), die Virtuelle Klosterbibliothek Lorsch, als Rechercheoberfläche für die im SWB-Verbund erfassten Handschriftenmetadaten eingesetzt. Zu diesem Zweck werden Layout, Suchoptionen und die Darstellung der Titeldaten auf die Anforderungen der Handschriftenkatalogisierung angepasst. Im laufenden Jahr fanden bislang neben einer gemeinsamen Grundschulung für drei Einrichtungen außerdem sieben Präsentationen, darunter ein Vortrag auf dem Bibliothekartag in Berlin, sowie zwei ganztägige Workshops für interessierte Einrichtungen statt. Das Interesse an Koha als Dienstleistung des BSZ ist nach wie vor sehr groß. Nach einem sechsmonatigen Entwicklungszyklus wird demnächst die Version 3.6 plangemäß veröffentlicht. Zu dieser neuen Version, mit der viele weitere Verbesserungen und neue Funktionen realisiert wurden, hat auch das BSZ beigetragen, das in der Koha-Community somit an vierter Stelle der Entwickler dieser Version steht.

Das BSZ spielt seit 2009 die Daten des lizenzpflichtigen Zeitschrifteninhaltsdienstes SwetScan in einen Teilbereich der Verbunddatenbank ein, so dass allen wissenschaftlichen Bibliotheken in Baden-Württemberg, die dem Ba-Wü-Konsortium angehören, die Nachweise von über 37 Millionen Zeitschriftenaufsätzen aus mehr als 20.000 Zeitschriften aus knapp 7.000 Verlagen zur Recherche für ihre Benutzer zur Verfügung stehen. Jede Woche werden circa 50.000 Aufsätze kontinuierlich neu eingespielt. Zusammen mit den Titelsätzen der gesamten ZDB (ZDB-Titel: circa 1,5 Millionen), die ebenfalls wöchentlich aktualisiert werden, können die Nutzer diese Daten recherchieren. Von der Fa. Swets wurde dem BSZ eine Auswertung der Zeitschriftentitel nach Themengebieten (erschlossen über die Benennung der Library of Congress Classification) zur Verfügung gestellt. Da es sich bei dem Zeitschrifteninhaltsdienst um lizenzierte Daten handelt, ist der Zugriff nur über eine Authentifizierung möglich.

Ende Oktober 2011 ist die erste OPUS-4-Installation (http://www.bsz-bw.de/digitalebibliothek/opus.html) am BSZ in Produktion gegangen: Pilot für die neue Software ist das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH. Neben der neuen Konfiguration, diversen Einführungsschwierigkeiten und dem entsprechend engen Releasezyklus der Entwickler beim KOBV musste noch der Altdatenimport gemeistert werden. Auch wenn die Anwendung an verschiedenen Stellen noch Defizite aufweist, plant das BSZ den Aufbau weiterer Repositorien mit dieser Software-Version, bei denen das neue, flexiblere Datenmodell gefordert ist. Als weitere Repositoriensoftware baut das BSZ derzeit auch eine Teststellung mit dSpace (http://www.dspace.org/) auf: Bibliotheken, die ihren Hochschulschriftenserver als Pilot zur Verfügung stellen möchten, mögen sich bitte melden. Ziel ist es, je nach Anforderungen die am besten geeignete Repositoriensoftware einsetzen zu können und auch für dieses System ein Hosting-Angebot für Bibliotheken in Deutschland aufzubauen.

Auf dem BSZ-Kolloquium am 28.09.2011 stellte das BSZ den Prototyp eines Rechercheinstruments in Nachfolge für die Bibnetz-Portale der öffentlichen Bibliotheken vor. Die Anwendung basiert auf der Software, die das BSZ für das BAM-Portal entwickelt hat und setzt als Suchmaschine Lucene/Solr ein. Bei der Teststellung, die unter http://bambi.bsz-bw.de/cmsgp/ erreichbar ist, wurden OPAC-Daten der Stadtbibliothek Göppingen <1079> indexiert, die Onleihe als auch Munzinger-Daten enthalten. Weitere Quellen waren der Datenbestand der Wikipedia, des Projekts Gutenberg sowie der Deutschen Internetbibliothek (DIB).

Das BAM-Portal (http://www.bam-portal.de/), das vom BSZ betrieben wird, dient als Datenaggregator für das EU-Projekt Digitising Contemporary Art (DCA). Das Projekt zielt darauf ab, zeitgenössische Kunst nach 1945 digital verfügbar zu machen und in die Europeana einzubringen, in der solche Bestände noch unterrepräsentiert sind. Weitere Informationen zum Projekt stehen unter http://www.dca-project.eu/about/de zur Verfügung.

Auf der Herbsttagung der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes wurde das Portal SPK digital vorgestellt, das vom BSZ für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um eine Variante des BAM-Portals, das die Bestände der Bibliotheken, Archive und Museen der Stiftung zusammenführt und online zugänglich macht. SPK digital läuft noch im Testbetrieb und kann unter der Web-Adresse http://www.spk-digital.de/ eingesehen werden (Beta-Version).

Als Kooperation des Landesarchivs Baden-Württemberg und des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg steht SWBregio (URL http://www.swbregio.de/) offen für kommunale und regionale Anbieter von Webseiten, die ihre Internetauftritte archivieren möchten. In SWBregio werden Webseiten von Städten, Kommunen und den mit ihnen verbundenen Körperschaften gesammelt, erschlossen, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und dauerhaft archiviert. SWBregio ist eine Installation der Software SWBcontent, die für zahlreiche andere Webarchive in Einsatz ist. Prägendes Beispiel ist das Baden-Württembergische Online-Archiv BOA (http://www.boa-bw.de/). Erste Informationen zur Software bietet die Seite http://www.bsz-bw.de/digitalebibliothek/swbcontent/index.html. Der Betrieb und die technische Sicherung der Inhalte liegen in den Händen des BSZ, die Auswahl der Inhalte bei den beauftragenden kommunalen Einrichtungen. Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass durch die Institutionen, die Inhalte in SWBregio einstellen, die Rechte der Publizierenden gewahrt werden. Die Installation kann grundsätzlich von allen Kommunen und kommunalen Einrichtungen der Bundesrepublik genutzt werden.

Seit Ende November 2011 stellt das BSZ eine neue Schulungsdatenbank zur Verfügung. Die Datenbank wird wie gewohnt erreichbar sein und die gleichen Funktionalitäten bieten wie bisher. Sie wird allerdings nicht mehr den gleichen Umfang haben. Die Schulungsdatenbank muss verkleinert werden, damit wieder ein wöchentliches Zurücksetzen möglich ist. Als vollständige Kopie der Echtdatenbank steht weiterhin die Testdatenbank zur Verfügung. Die neue Schulungsdatenbank umfasst circa 2 Millionen Titel- und Normdatensätze aus verschiedenen Zeiträumen. Sie wird wöchentlich (am Wochenende) auf ihren ursprünglichen Zustand zurückgesetzt, so dass neu eingetragene Datensätze wieder gelöscht werden.

SWB (Südwest-Region und Sachsen)

Südwest-Region (Baden-Württemberg und Saarland)

Die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg unterstützt ab 2012 landesweit sieben Projekte zum Erwerb sowie zur Erschließung und Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksgut mit insgesamt knapp 551.000 Euro: Das am KIT in Karlsruhe angesiedelte Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau (SAAI) erhält rund 7.500 Euro für den Erwerb eines Skizzenbuchs von August Mosbrugger aus den Jahren 1825-46. Rund 42.000 Euro kann das Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart für die Sicherung und Erschließung von fünf Filmbeständen einsetzen, darunter ein Filmbestand des Instituts für Filmgestaltung der Universität Ulm und der Nachlass des Filmemachers Franz Lazi aus Stuttgart. Das Landratsamt Bodenseekreis erhält 30.000 Euro für die Erschließung des Kurt-Hahn-Archivs der Schule Schloss Salem. Die Bestände umfassen politische und pädagogische Schriften von und über den Mitbegründer der Schule Schloss Salem sowie Unterlagen, Fotos, Nachlässe ehemaliger Schüler und Mitarbeiter aus den Jahren 1920 bis 1933 und von 1946 bis 1974. An das Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, gehen 183.000 Euro für die Erschließung von Urkunden des Klosters Weingarten. Zur Erschließung von Archivalien aus dem Löwenstein-Wertheim-Gemeinschaftlichen Archiv im Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim werden 183.000 Euro bereitgestellt. Für die Digitalisierung von vier Beständen erhält die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe rund 91.000 Euro. Hierbei handelt es sich um 145 Pergamenthandschriften des Klosters St. Peter, den historischen Kernbestand der Karlsruher Musikhandschriften, das Badische Gesetz- und Verordnungsblatt aus den Jahren 1803 bis 1950 sowie die Karlsruher Adressbücher aus den Jahren 1951 bis 1970. Über 14.000 Euro erhält das Institut für Architekturgeschichte an der Universität Stuttgart für die Digitalisierung der vom Architekten Carl Friedrich Beisbarth in den Jahren 1844 und 1845 erstellten Bauaufnahmen des Neuen Lusthauses in Stuttgart.

Klaus Graf hat in seinem Archivalia-Blog eine Liste der deutschen Stadtbibliotheken mit großem Altbestand zusammengestellt, die mit Links zum Handbuch der historischen Buchbestände von Bernhard Fabian angereichert wurden (http://archiv.twoday.net/stories/49604535/). Aus der SWB-Verbundregion sind die Stadtbibliothek Bautzen <129>, die Stadtbibliothek Ludwigsburg <279>, die Stadtbibliothek Saarbrücken <178>, die Leopold-Sophien-Bibliothek Überlingen <159>, die Stadtbibliothek Ulm <122>, die Christian-Weise-Bibliothek Zittau <124> und die Ratsschulbibliothek Zwickau <125> vertreten.

Am 01.04.2011 startete im Landesarchiv Baden-Württemberg das von der DFG geförderte Projekt Virtuelles Deutsches Urkundennetzwerk. Sein Ziel ist es, eine Forschungsumgebung für Urkunden zu schaffen, die das Studium dieser wichtigen Quellengruppe durch den Einsatz moderner Informationstechnologien erheblich erleichtert. Außer dem Landesarchiv Baden-Württemberg sind die Landesarchivverwaltungen von Bayern und Rheinland-Pfalz sowie die Stadtarchive von Mainz, Worms, Würzburg und Speyer und das Diözesanarchiv Speyer am Projekt beteiligt. Als Beitrag des Landesarchivs Baden-Württemberg wurden Urkundenbestände von drei überregional bedeutsamen Klöstern ausgewählt, dem Prämonstratenserkloster Allerheiligen im Schwarzwald, dem UNESCO-Welterbe Kloster Maulbronn und dem Kloster Söflingen, dem ältesten Klarissenkonvent im Land. Die Urkunden wurden durch den Verein ICARUS (International Centre for Archival Research) gescannt. Die Images werden mit Metadaten verknüpft im Internet präsentiert: im Rahmen der Online-Findmittel auf der Website des Landesarchivs (http://www.landesarchiv-bw.de/) und darüber hinaus auf der Plattform Virtuelles Deutsches Urkundennetzwerk (http://www.vdu.uni-koeln.de/). Dieses bildet wiederum einen Teil des europaweiten Gemeinschaftsportals Monasterium (http://www.monasterium.net/), das derzeit (Stand: Ende Oktober 2011) bereits circa 250.000 Dokumente aufweist (nach: Archivnachrichten. Landesarchiv Baden-Württemberg Nr. 43 / September 2011).

Seit Anfang 2010 fördert die DFG für die Dauer von zwei Jahren den Aufbau eines Informationssystems für Wasserzeichen in den DFG-Handschriftenzentren mit dem Ziel, dezentrale Wasserzeichensammlungen in einer gemeinsamen Datenbank zu erschließen. Neben dem Landesarchiv Baden-Württemberg und der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart <24> beteiligen sich daran die BSB München <12>, die UB Leipzig <15> und die Kommission für Schrift- und Buchwesen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Für die Darstellung und Recherche im Internet wird ein Online-Präsentationssystem geschaffen. Die drei am Pilotprojekt beteiligten Bibliotheken digitalisierten insgesamt circa 12.000 neue Wasserzeichen. Teil des Projekts ist außerdem die Integration der Datenbank des Landesarchivs Piccard-Online (http://www.piccard-online.de/) mit circa 92.000 Wasserzeichen sowie die Einbindung der noch nicht digital vorliegenden Bände der Piccard-Findbücher mit circa 44.000 Wasserzeichen. Nähere Informationen zum Projekt sind unter http://www.landesarchiv-bw.de/web/50960 zu finden (nach: Archivnachrichten. Landesarchiv Baden-Württemberg Nr. 43 / September 2011).

Das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V. (IGPP) in Freiburg digitalisiert ausgewählte Teile seines Zeitschriftenbestandes und stellt sie in Kooperation mit der UB Freiburg <25> im Internet zur Verfügung. Die digitalisierten Zeitschriften fallen inhaltlich in das von der DFG geförderte Sammlungsprofil des Instituts bzw. der UB. Mit Wirkung vom 01.01.2011 ist der UB Freiburg von der DFG das neu geschaffene Sondersammelgebiet Grenzgebiete der Psychologie, Parapsychologie (SSG 5.21) übertragen worden. Die Bibliothek des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. <25/122> wurde bereits seit 1973 von der DFG als Spezialsammlung finanziell gefördert. Bei der Auswahl der digitalisierten Zeitschriften spielen Aspekte der Bestandserhaltung (Bedrohung durch Papierzerfall) sowie ihr historischer Quellenwert für die Kultur-, Sozial- und Wissenschaftsgeschichte von Spiritismus, Okkultismus, Psychischer Forschung (Psychical Research) und Parapsychologie eine wichtige Rolle. Bereits digitalisiert bzw. zur Digitalisierung vorgesehen sind die Zeitschriftentitel, die unter http://www.ub.uni-freiburg.de/index.php?id=igpp auf der Website der UB Freiburg bereit gestellt wurden (darunter die Zeitschrift für kritischen Okkultismus und Grenzfragen des Seelenlebens und die Zeitschrift für Parapsychologie).

Auf der Website der UB Freiburg <25> besteht die Gelegenheit, virtuell einen Einblick in die Bestände der Klosterbibliothek St. Peter zu nehmen. Von den ursprünglich 20.000 Büchern der Klosterbibliothek wurde ein Großteil durch die Jahrhunderte weit verstreut. Viele der Bücher sind in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, in den Beständen der UB Freiburg oder auch in privater Hand zu finden. Unter der Internetadresse http://www.ub.uni-freiburg.de/go/sanktpeter werden Drucke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, seltene Handschriften und rund 700 Originalurkunden in der Virtuellen Bibliothek St. Peter verfügbar gemacht (vgl. auch dazu Angela Karasch. „Die Virtuelle Bibliothek St. Peter“. Expressum. Informationen aus dem Freiburger Bibliothekssystem 2011 / 6. S. 4-5.

Die UB Heidelberg <16> bietet auf ihrer Website eine Link-Liste von digitalisierter Literatur weltweit an (http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/digi/digiallg.html). Die Übersicht reicht von Zusammenstellungen nationaler und internationaler Projekte über Enzyklopädien und Wörterbücher sowie Zeitschriften und Zeitungen bis hin zu verschiedenen Einzelprojekten. Außerdem kann in den kompletten digitalisierten Beständen der UB recherchiert werden (http://www.ub.uni-heidel-berg.de/helios/digi/digilit.html).

Die UB Heidelberg <16> hat ihr Exemplar der Schedel’schen Weltchronik digitalisiert. Insgesamt 800 Stücke der 1493 gedruckten Inkunabel sind bis heute erhalten. Das Heidelberger Exemplar gehörte einst dem Kloster Salem und gelangte 1826/27 gemeinsam mit anderen Buchbeständen aus Salem und Petershausen in die UB. Die Online-Präsentation steht unter http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/is00309000 zur Verfügung.

Im Rahmen eines von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg geförderten Projekts hat die BLB Karlsruhe <31> alle Adressbücher für die Stadt Karlsruhe, die zwischen 1818 und 1949 erschienen sind, digitalisiert. Auf insgesamt rund 54.000 Seiten stehen die Informationen im Internet zur Verfügung. Sie sind über die Digitalen Sammlungen erreichbar (http://digital.blb-karlsruhe.de/). Nicht alle erschienenen Jahrgänge des Adressbuchs haben sich in der BLB erhalten. Die fehlenden Exemplare hat das Stadtarchiv Karlsruhe zur Verfügung gestellt.

Circa 9.000 Schwarz-Weiß-Fotografien aus der Sammlung des 1869 in Karlsruhe geborenen Hoffotografen Wilhelm Kratt, die über das Regierungspräsidium Karlsruhe Referat Denkmalpflege an das Generallandesarchiv Karlsruhe gelangt sind, stehen im Internetangebot des Landesarchivs Baden-Württemberg (https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/startbild.php?bestand=22964) zur Verfügung. Bemerkenswert an den Fotografien ist, dass sich Kratt – im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen – nicht auf die Porträtfotografie konzentriert hat, sondern als Reisefotograf mit dem Schwerpunkt Kunstdenkmäler tätig war (nach: Archivnachrichten. Landesarchiv Baden-Württemberg Nr. 43 / September 2011).

Mit einer Novelle will Baden-Württemberg die Autonomie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) erhöhen. Der Gesetzentwurf wurde Ende Oktober 2011 von der Landesregierung verabschiedet und zur Anhörung freigegeben. Rund 150 Organisationen konnten sich bis zum 09.12.2011 dazu äußern, darunter alle Hochschulen, Gewerkschaften, Studentenverbände und die Landesrektorenkonferenz. Anfang 2012 soll das Gesetz in den Landtag eingebracht werden. Wenn das Gesetz erfolgreich den Landtag passiert, wird das KIT ungewöhnlich große akademische Freiheiten erlangen. Dazu zählen u. a. Arbeitgeberkompetenzen, mehr Satzungsautonomie bei Gleichstellungsfragen und die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen. Das KIT soll außerdem Eigentümer des von ihm genutzten Vermögens werden. Zusätzlich werden die Zustimmung des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums zur Berufungsliste sowie die Fachaufsicht des Landes über den Universitätsbereich entfallen (vgl. dazu auch http://www.mwk.baden-wuerttemberg.de/forschung/kit/ - Pressemitteilung „Gesetz zur Weiterentwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie zur Anhörung freigegeben“).

Seit Ende November 2011 kann über die neue bestandsübergreifende Suchoberfläche (QuickSearch) der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) in Wien deren Bestände über den Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) recherchiert werden. Bislang mussten im KVK dazu die drei Teilkataloge der Nationalbibliothek mit den Berichtszeiten 1501 – 1929, 1930 – 1991 und 1992 – zur Suche aktiviert werden.

Der Messekatalog der 26. Antiquaria, die vom 26. bis 28.01.2012 in der Ludwigsburger Musikhalle stattfindet, steht online unter http://www.antiquaria-ludwigsburg.de/katalog/katalog.html als PDF zur Ansicht und zum Herunterladen bereit. 55 Antiquariate aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien bieten ihre Bücher zum Verkauf an.

Die Bibliothek des Lyrikers Paul Celan (1920-1970), die knapp 6.200 Bände enthält, ist seit Anfang November 2011 vollständig in der Forschungsdatenbank Kallías (http://www.dla-marbach.de/opac_kallias/index.html) des Deutschen Literaturarchivs Marbach nachgewiesen.

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat seine Sammlung zum Philosophen Hans Blumenberg um 867 Bände seiner privaten literarischen Bibliothek erweitert. Bereits vor acht Jahren hatte das Archiv mehr als 550 Bände aus dessen philosophischer Arbeitsbibliothek erworben.

In der Saarländischen Bibliographie (http://www.sulb.uni-saarland.de/de/literatur/katalog/sbo/) verzeichnet die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek (SULB) <291> seit fünfzig Jahren Nachweise zu landeskundlicher Literatur. Um Weblinks in der Wikipedia möglichst aktuell zu halten, verlinkt die SULB seit einiger Zeit Wikipedia-Artikel systematisch mit ihrer Regionalbibliographie. Bisher hat die Redaktion alle Städte und Gemeinden mit einem Link versehen; es folgen bekannte Organisationen, Persönlichkeiten und Einrichtungen des Saarlandes. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die angezeigte Literatur nicht nur aktuell ist, sondern auch in der SULB vorhanden und von jedem Bürger des Saarlandes ausgeliehen werden kann. Außerdem besteht bei Interesse an einem Zeitschriften- oder Zeitungsartikel die Möglichkeit, einen Scan zu erhalten. Wer selbst eine Internetseite zum Saarland pflegt, kann außerdem ergänzend auf die Saarländische Bibliographie verlinken. Anleitungen dazu gibt es unter http://www.sulb.uni-saarland.de/de/literatur/katalog/sbo/verlinkung.

Akten des so genannten Grafeneck-Prozesses, der im Sommer 1949 vor dem Schwurgericht Tübingen gegen acht Personen eröffnet wurde, sind vom Landesarchiv Baden-Württemberg - Staatsarchiv Sigmaringen digitalisiert worden. Sie wurden über die Website des Staatsarchivs Sigmaringen zugänglich gemacht (http://www.landesarchiv-bw.de/stas - Aktuelles der Abteilung). 1939 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Samariterstifts Grafeneck bei Münsingen von den Nationalsozialisten eine Tötungsanstalt zum Massenmord eingerichtet. Bei der Mordaktion fanden in einer zur Gaskammer umfunktionierten Baracke zwischen Januar und Dezember 1940 über 10.000 behinderte Menschen den Tod (nach: Archivnachrichten. Landesarchiv Baden-Württemberg Nr. 43 / September 2011).

Die Bibliothek des Hauses Birkach <Stg 257> in Stuttgart macht auf ihrer Website zahlreiche spezialisierte Angebote zur Religionspädagogik. So stellt sie thematische Literaturlisten zu Unterrichtsmodellen und Schulgottesdiensten (http://www.hausbirkach.de//bibliothek/listen.htm) zum kostenlosen Download bereit. Außerdem ermöglicht sie den Zugang zu der Birkacher Unterrichtsmodelldatei im Internet (http://alephino-fel-opac.elk-wue.de/alipac/), in der thematisch nach in Büchern und Zeitschriften abgedruckten Unterrichts- und Schulgottesdienstmodellen gesucht werden kann. Die Bibliothek präsentiert darüber hinaus Links auf andere kirchlich-theologische Bibliotheken, die Predigtdatenbank für Theologie und Kirche (PTHK) und internet-gestützte Literaturdokumentationen von Bibliotheken in kirchlicher Trägerschaft.

Das Landesarchiv Baden-Württemberg - Hauptstaatsarchiv in Stuttgart präsentiert noch bis zum 13.01.2012 die großformatige Stammtafel der Grafen von Montfort. Die Stammtafel gelangte Ende 2010 aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv München in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart und wurde dort in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart restauriert. Weitere Informationen stehen unter http://www.landesarchiv-bw.de/web/53094 bereit.

Der Spatenstich für den Neubau der Hochschule der Medien (http://www.hdm-stuttgart.de/) in Stuttgart erfolgte am 23.11.2011. Die Gesamtbaukosten des Vorhabens betragen rund 18,5 Millionen Euro. Sie werden mit 13,6 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt finanziert. 4,9 Millionen Euro übernimmt die Baden-Württemberg Stiftung gGmbH.

Die 51. Stuttgarter Antiquariatsmesse vom 27. bis zum 29.01.2012 hat einen vollständig erneuerten Auftritt im Netz (http://www.stuttgarter-antiquariatsmesse.de/). Der Messekatalog und das Ausstellerverzeichnis können eingesehen werden.

Die UB Stuttgart <93> zeigt anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens eine Ausstellung zur Architektur- und Bibliotheksgeschichte. Im November 1961 wurde in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss das Gebäude der Universitätsbibliothek im Stuttgarter Stadtgarten seiner Bestimmung übergeben. Die UB im Herzen des Campus Stadtmitte der Universität stellte zu ihrer Entstehungszeit (1957-1961) aufgrund der intensiv geführten Auseinandersetzung mit der amerikanischen Moderne ein Novum in der Geschichte des Bibliotheksbaus der bundesdeutschen Nachkriegszeit dar. Dies gilt sowohl für die Bauformen, als auch für die Funktionszuweisungen und Nutzungsstrategien. Zu sehen sind zeitgenössische Fotografien, Architekturpläne, Modelle und Ausstattungsgegenstände des Gebäudes sowie Dokumente aus dem Nachlass des für den Bau zuständigen Architekturbüros von Hans Volkart. Aus Anlass des 50. Geburtstages ist eine Festschrift erschienen, die auf 270 Seiten die Nutzungsentwicklung der Bibliothek vor dem Hintergrund des technologischen Wandels und stark ansteigender Studentenzahlen dokumentiert. Die Ausstellung in der UB ist noch bis zum 05.01.2012 zu sehen.

Seit 2010 digitalisiert die UB Tübingen <21> Handschriften und Drucke aus ihren historischen Beständen und stellt sie im Internet zur Verfügung. Das Angebot befindet sich im Aufbau und wird laufend erweitert. Die digitalisierten Werke sind im Bibliothekskatalog nachgewiesen und über die Seite http://idb.ub.uni-tuebingen.de/digitue/tue/ erreichbar.

INKA, der von der UB Tübingen <21> betreute Inkunabel-Katalog deutscher Bibliotheken (http://www.inka.uni-tuebingen.de/), zählt derzeit (Stand: 09.12.2011) 15.935 bibliographische Titel und 67.202 nachgewiesene Exemplare. Zuletzt wurden die Exemplarbeschreibungen und Provenienzen der UB Würzburg aktualisiert. - Die rund 200 Nachlässe sind im Online-Katalog der Nachlassbestände (http://www.inka.uni-tuebingen.de/nachlass.php) nachgewiesen.

Das Archiv der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm hat nach dem Umzug in das ehemalige von Max Bill entworfene Gebäude der HfG am 20.11.2011 seine Wiedereröffnung gefeiert. Nur ein Teil des Archivs hat in dem Flügel des Hochschulgebäudes Platz gefunden, in dem damals die Werkstätten beheimatet waren. Die alte Studentenbibliothek mit Werken über Grafik, Kybernetik oder Wahrnehmungspsychologie wurde wiederaufgebaut. Ein Schaudepot gehört zum öffentlich zugänglichen Teil und ein Raum für eine Dauerausstellung. Der Platz reicht gerade für fünf Prozent der rund 6.500 Grafiken, 350 Modelle, 30.000 Schriftdokumente und 11.000 Fotografien, die das Archiv ausmachen. Das Gros des Archivs liegt in einem verschlossenen Depot in klimatisierten Räumen. Ein großer Makel ist, dass die städtischen Gelder nicht ausreichen, um das Archiv zu digitalisieren und damit der Wissenschaft zugänglich zu machen (nach: Stuttgarter Zeitung vom 16.11.2011).

Das kiz Ulm <289> bietet unter der Adresse http://www.uni-ulm.de/iphone Seiten zum iPhone an. Speziell für iPhones wurden sogenannte Konfigurationsprofile erstellt. Das sind kleine Software-Dateien, die heruntergeladen und auf dem iPhone installiert werden können. Es handelt sich dabei um vorkonfigurierte Einstellungen, damit iPhone-Besitzer die Dienste des kiz Ulm effizienter nutzen können.

Sachsen

Die SLUB Dresden <14> hat SLUBsemantics, die multilinguale semantische Katalogsuche der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek -, Mitte Dezember 2011 in einer Beta-Version online gestellt. SLUBsemantics macht sich das Wissensnetz der deutschen, englischen und polnischen Wikipedia zunutze. Durch ein Video kann man sich einen Eindruck von der innovativen Suchtechnologie verschaffen (http://www.slub-dresden.de/SLUBsemantics). Selbst testen kann man das System auf der Website der SLUB Dresden (http://www.slub-dresden.de/) mit einem Klick auf SLUBsemantics unter dem Suchfeld.

Die SLUB Dresden hat die Einstiegsseite in ihre Digitalen Sammlungen (http://www.slub-dresden.de/sammlungen/digitale-sammlungen/kollektionen/) neu gestaltet. Die Überblicksseite richtet sich in erster Linie an Neulinge und Gelegenheitsbenutzer und soll folglich möglichst keine Kenntnisse über die Organisation der SLUB und deren technische Werkzeuge voraussetzen. Es geht darum, die Vielfalt der bereits vorliegenden digitalisierten Angebote vorzustellen und zum Stöbern anzuregen. Zur Suche nach bestimmten Digitalisaten empfiehlt die SLUB ihren Katalog. Informationen zu den jeweils laufenden Drittmittelprojekten lassen sich an anderer Stelle finden (nach dem SLUB-Blog vom 28.10.2011).

Bei dem Treffen der AG SSG-Fachreferatsbibliotheken am 05.10.2011 in Bonn stellten die SLUB Dresden und die UB Heidelberg ihre Fortschritte beim Zusammenführen der beiden virtuellen Fachbibliotheken arthistoricum (http://www.arthistoricum.net/) und ViFaArt (http://vifaart.slub-dresden.de/) vor. Die Inhalte der beiden Plattformen sollen verschmolzen werden, gehostet wird die Fachbibliothek in Zukunft an der SLUB Dresden. Dafür wird sie den besser eingeführten Namen der Heidelberger Fachbibliothek, also „arthistoricum“, weiter führen.

BVB (Bayern)

Das Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth erhält 48 handschriftliche Dokumente aus einer Privatsammlung. Die Dokumente, vorwiegend Briefe, stammen aus dem Nachlass von Mary Burrell, einer Wagner-Verehrerin und Festspielbesucherin der ersten Stunde. Burrell hatte nach dem Tod des Komponisten Material für eine Biografie gesammelt, das Werk aber nie vollendet. Große Teile ihrer Sammlung hatte das Nationalarchiv bereits 1978 erworben. Weitere Dokumente folgen jetzt, wie etwa Briefe der Wagner-Schwestern Ottilie Brockhaus und Klara Wolfram an Mary Burrell.

Die Sammlungen der Dombibliothek Freising <Freis 2> und der Bibliothek des Metropolitankapitels München <M 111> haben insgesamt 285 Inkunabeln in ihren Beständen. Bei der Neukatalogisierung bzw. Einbringung der Inkunabelbestände in den Bibliotheksverbund Bayern (BVB) wurde festgestellt, dass 18 Ausgaben bisher noch nicht in den Beständen der BSB München <12> nachgewiesen sind. Von einer Inkunabel (J 115) wird in Freising das einzige bekannte Exemplar aufbewahrt. Dieser Teilbestand wird in Form von Volldigitalisaten in der Bayerischen Landesbibliothek Online (http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/inkunabeln-freising) bereitgestellt und durch kurze Texte beschrieben (nach: Archivalia vom 13.11.2011).

In der Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO), dem zentralen kulturwissenschaftlichen Informationsportal für Bayern, sind in den letzten Wochen folgende Projekte bzw. Erweiterungen neu aufgenommen worden: König Ludwig II. von Bayern und seine Zeit (Materialien zu Leben und Zeit Ludwigs, frühe Biographien und wissenschaftliche Beiträge, Dokumente zu den Schlössern sowie Schenkungen des Königs an die BSB München); ausgewählte Inkunabeln der Dombibliothek Freising und der Bibliothek des Metropolitankapitels München (vgl. die Meldung oben); Liber Censualium des Freisinger Domkapitels, die digitale Edition der Handschrift BayHStA HL Freising 6; Revolution, Rätegremien und Räterepublik in Bayern 1918/19, drei Sammlungen von Flugblättern aus der Zeit der Münchner Räterepublik sowie eine Sammlung von Drucksachen zur Ermordung des bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (1867-1919); weitere Quellen und Darstellungen zum Münchener Oktoberfest; die von 1889-1921 erschienene Wochenzeitung Münchener Ratsch-Kathl; Erweiterungen der Regensburger Reichsstädtischen Bibliothek Online; ein neuer Artikel zum Thema „Turniere (Mittelalter/Frühe Neuzeit)“ im Historischen Lexikon Bayerns und Ergänzungen der Porträtsammlung des Münchner Stadtmuseums. Außerdem wurde die Bayern-Auswahl der EZB Regensburg aktualisiert und um neue Titel ergänzt.

Das Literaturarchiv Monacensia in München hat den kompletten Nachlass der Schriftstellerin und Journalistin Monika Mann, der Tochter von Thomas Mann, digitalisiert und im Internet zur Verfügung gestellt (http://www.mann-digital.de/). Rund 500 Dokumente sind abrufbar, darunter mehr als 100 Briefe, 350 Zeitungsartikel und das erst kürzlich entdeckte New Yorker Tagebuch. Die Digitalisierung ihres Nachlasses soll erst der Anfang sein: Schrittweise sollen alle Dokumente der Familie Mann, die sich im Bestand des Literaturarchivs befinden, digitalisiert werden. Dazu gehören auch mehr als 800 Briefe und Manuskripte von Thomas Mann.

Die BSB München stellt seit Kurzem 26.000 digitalisierte Titel aus dem Zeitraum 1800 bis 1870 mit Bezug zu Bayern zur Verfügung (Bücher über und aus Bayern). Angeboten wird eine erweiterte Volltextsuche in den erfassten Werken, die außer den Metadaten eines Treffers auch Ausschnitte aus dem Text mit dem farblich hervorgehobenen Suchbegriff zurückliefert. Ein weiterer Klick ermöglicht den Sprung an die jeweilige Stelle im Volltext. Neben der Einschlitz-Suche (nach dem Google-Modell) bietet der Teil-OPAC auch eine im Vorhinein eingeschränkte Suche an, bei der der Erscheinungszeitraum eingegrenzt werden kann. Das Ziel ist es, mittelfristig die Texte aller digitalisierten Bücher aus dem Google-Projekt durchsuchbar zu machen und das entsprechende Buch dann auch sofort digital zu „liefern“.

Am 11. und 12.10.2011 fanden an der BSB München <12> zwei Veranstaltungen unter dem Motto Historische Dokumente auf dem Weg zum digitalen Volltext statt. Die Veranstalter haben die Inhalte der Veranstaltungen als Blogs online zur Verfügung gestellt. Alle Inhalte des 11. Oktober, des IMPACT Demo DAY, finden sich auf dem Blog des IMPACT-Projekts (http://impactocr.wordpress.com/), die des 12. Oktober, der Erfahrungen aus der Digitalisierungspraxis, auf dem Blog des Münchener DigitalisierungsZentrums (http://mdzblog.wordpress.com/).

Die von der BSB München <12> mit dem Deutschen Historischen Institut Paris und dem Institut für Europäische Geschichte Mainz gemeinsam betriebene Rezensionsplattform recensio.net (http://www.recensio.net/) ist eines von nur sechs deutschen Online-Projekten, die für den Start des neuen Informationsportals Open Access Success Stories (http://www.oastories.org/) ausgewählt wurden. Das Portal Success Stories soll der Sichtbarkeit von Erfolgskonzepten im wissenschaftlichen Open-Access-Bereich dienen. Es wurde von Knowledge Exchange (http://www.knowledge-exchange.info/) entwickelt und wird neben der DFG von drei weiteren europäischen Institutionen getragen: Denmark's Electronic Research Library (DEFF), dem britischen Joint Information Systems Committee (JISC) und der niederländischen SURFfoundation.
(Erläuterung zu Knowledge Exchange: „Knowledge Exchange is founded on an agreement between four partner organisations, to collaborate for a period of three years (2008 – 2011), in an effort to improve the digital infrastructure for information and communication technology as it relates to the research and university library sectors. Knowledge Exchange enables all four partner organisations to combine their strengths and speak with one voice. The initiative was established in 2005..“ (http://www.knowledge-exchange.info/Default.aspx?ID=68)).

Im Zentrum des Forschungs- und Digitalisierungsprojekts GDK Research, das vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) in München in Kooperation mit dem Haus der Kunst München und dem Deutschen Historischen Museum in Berlin durchgeführt und von der DFG gefördert wird, steht die „Große Deutsche Kunstausstellung“ (GDK), die von 1937 bis 1944 im 1937 eröffneten „Haus der Deutschen Kunst“ in München stattfand. Parallel zur ersten GDK fand die von Joseph Goebbels initiierte Ausstellung „Entartete Kunst“ im Galeriegebäude am Münchner Hofgarten statt. Kein anderes Ausstellungsvorhaben der Jahre 1933 bis 1945 hatte für die Nationalsozialisten eine ähnlich programmatische Bedeutung wie die GDK, die als „Leistungsschau“ die Erfolge der NS-Kunstpolitik veranschaulichen sollte. In den Verkaufsausstellungen manifestierte sich das Selbstverständnis des „Dritten Reiches“ als Kulturnation ebenso wie die Kunstauffassung des Nationalsozialismus. Viele Exponate wurden von der nationalsozialistischen Elite, aber auch von Privatleuten angekauft. Ausgangspunkt des Projekts ist ein Konvolut von sechs Fotoalben im Bestand des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, das die GDK der Jahre 1938 bis 1943 fotografisch dokumentiert. Im Rahmen von GDK Research werden zentrale Quellenbestände (Fotodokumentation der Ausstellungen, Digitalisate von Fotografien und Katalogen sowie archivalische Informationen und biographische Daten) miteinander verknüpft und in einer Bild- und Forschungsdatenbank online zur Verfügung gestellt (http://www.gdk-research.de/db/apsisa.dll/ete). Verzeichnet sind alle Werke, die Künstler, mögliche Käufer und die entsprechende Kaufsumme. Im Vorgriff auf GDK Research wurden sämtliche Kataloge der GDK aus dem Besitz des Zentralinstituts für Kunstgeschichte und der Monacensia - Münchner Stadtbibliothek digitalisiert und im Juli 2009 in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin unter arthistoricum.net bzw. auf dem CONTENTdm-Server der Kunstbibliothek Berlin online zur Verfügung gestellt.

Seit März 2009 werden in der UB Regensburg <355> mit finanzieller Förderung durch die DFG mehrere Bestände unterschiedlicher Herkunft mit umfangreichen Sammlungen von Volksmusikaufnahmen und –aufzeichnungen geordnet, gesichert und inhaltlich erschlossen. Die UB Regensburg hatte 2001 diese Bestände in ihren Besitz genommen; zuvor waren wiederholt Teile in andere Institutionen gelangt. Nach dem (voraussichtlichen) Abschluss der Arbeiten Mitte 2013 werden alle Sammlungsteile im Regensburger Volksmusik-Portal (http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/rvp/index.html) virtuell vereinigt und in digitalisierter Form zugänglich sein.

GBV (Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu Berlin, Niedersachsen, Norddeutschland, Sachsen-Anhalt, Thüringen)

Im Rahmen der Layout-Änderung der GBV-Webseite (http://www.gbv.de/) wurden die Bereiche „Verbund“ und „Verbundzentrale“ neu strukturiert.

Die 16. Verbundkonferenz des GBV findet am 05./06.09.2012 in Hannover statt.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Anlässlich des 13. Jahrestages der am 03.12.1998 verabschiedeten „Washingtoner Erklärung“ zur Suche und Restitution von NS-Raubkunst gab Kulturstaatsminister Bernd Neumann bekannt, dass die vom Beauftragten für Kultur und Medien seit 2008 bereitgestellten Mittel zur Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut ab 2012 von einer Million Euro auf zwei Millionen Euro pro Jahr verdoppelt werden. Die Mittel werden weiterhin in einem Antragsverfahren durch die bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) angesiedelte Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung (AfP) an öffentliche Museen, Bibliotheken und Archive in der Bundesrepublik vergeben.

Die Staatsbibliothek zu Berlin <1a> koordiniert das europaweite Digitalisierungsprojekt Europeana Collections 1914-1918 (http://www.europeana-collections-1914-1918.eu/). Es entsteht eine digitale Sammlung von rund 400.000 Objekten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Zusammengetragen wird die Sammlung aus den Beständen von zehn Nationalbibliotheken und weiteren Gedächtnisinstitutionen aus acht europäischen Ländern (darunter die Bibliothèque nationale et universitaire Strasbourg, die British Library, die ÖNB Wien, die Bibliothèque nationale de France, die Humboldt-Universität zu Berlin und das Clio-Geschichtsportal). Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Bis zum Jahr 2014, genau einhundert Jahre nach Kriegsausbruch, werden die Objekte über das digitale europäische Kulturportal Europeana online frei zugänglich sein.

Am 07.11.2011 hat in der Staatsbibliothek zu Berlin ein Workshop des Netzwerks Informationskompetenz Berlin/Brandenburg (NIK) in Kooperation mit dem Regionalverband des VDB und der BIB-Landesgruppe Berlin zum Thema Lernen 2.0 stattgefunden. Die auf dem Workshop präsentierten Vorträge können auf der Website des Portals Informationskompetenz nachgelesen werden. Das Portal Informationskompetenz hält auf seiner Homepage (http://www.informationskompetenz.de/) zahlreiche Dokumente (u. a. Standards und Erklärungen, eine Materialiendatenbank, Infos zu einzelnen Regionen, den Newsletter zum Abonnieren und ein Glossar) bereit.

Niedersachsen

Die Literaturdatenbank für Niedersachsen (http://www.literatur-niedersachsen.de/), die vom Literaturhaus Hannover konzipiert und entwickelt und vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wurde, ermöglicht Recherchen nach folgenden Suchkriterien: Autoren, Publikationen, Niedersachsen literarisch (Literatur über Niedersachsen), Orte, Institutionen, Preise und Stipendien. Ein spezieller Abschnitt behandelt die niederdeutsche Literatur. Einen Hinweis wert ist darüber hinaus die Niedersächsische Bibliographie (http://www.gwlb.de/nis/niedersaechsische_bibliographie/), die von der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek <35> in Hannover bearbeitet wird. Die Niedersächsische Bibliographie ist die Regionalbibliographie für die Bundesländer Niedersachsen und Bremen. Sie enthält Nachweise der Literatur über diese Länder und ihre Regionen seit dem Berichtsjahr 1979. Derzeit umfasst die Datenbank circa 145.000 Titel. Bestandteil der Niedersächsischen Bibliographie ist die Datenbank Niedersächsische Personen (http://www.gwlb.de/niedersaechsische_personen/), die kurze biographische Angaben sowie Literaturquellen zu über 30.000 Personen enthält. Die Personen haben durch Lebensort oder wissenschaftliche, geistig-kulturelle, politische oder andere Tätigkeiten einen signifikanten Bezug zu den Bundesländern Niedersachsen und Bremen.

EROMM (= European Register of Microform and Digital Masters), dessen Sekretariat sich in Göttingen befindet, hat mit EROMM Search (http://www.eromm.org/) ein neues Suchinstrument veröffentlicht, das die Suche in den Metadaten von mehr als 9 Millionen Digitalisaten und Mikroverfilmungen aus Bibliotheksbeständen ermöglicht. EROMM Search kombiniert die Suche in der klassischen EROMM Sekundärformen-Datenbank mit einem neu aufgebauten Suchindex über einschlägige OAI (= Open Archives Initiative) Repositorien und Webseiten älterer Digitalisierungsprojekte. Der Nutzen des European Register of Microform and Digital Masters liegt – laut Klaus Graf – darin, dass EROMM die Bücher des Internet Archive nachweist, die in BASE = Bielefeld Academic Search Engine fehlen (vgl. http://archiv.twoday.net/stories/49605626/).

Die SUB Göttingen <7> hat das Layout ihrer Website (http://www.sub.uni-goettingen.de/) modernisiert, ihre Web-Angebote neu strukturiert und die Suchfunktionen optimiert. Ihren Benutzern gibt die SUB die Möglichkeit des Feedbacks unter http://www.sub.uni-goettingen.de/feedback/.

Im Bestand der Graphischen Sammlungen der Herzog August Bibliothek <23> in Wolfenbüttel befindet sich eine umfangreiche Exlibris-Sammlung, deren ältester Teil mit 2.441 Stücken auf den Sammler Freiherr von Berlepsch zurückgeht. Berlepschs Sammlung gilt als die zweitälteste Sammlung in Deutschland und wurde 1875 für die Wolfenbütteler Bibliothek erworben. Sie ist chronologisch geordnet und enthält Blätter aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, darunter das älteste gedruckte Bücherzeichen überhaupt und das Exlibris des Humanisten Willibald Pirckheimer. Das Projekt der wissenschaftlichen Erschließung und der Digitalisierung der Sammlung Berlepsch wurde von der EU und dem Land Niedersachsen gefördert. Abbildungen und Beschreibungen sind über die Datenbank Virtuelles Kupferstichkabinett online zugänglich (http://www.virtuelles-kupferstichkabinett.de/). Das Virtuelle Kupferstichkabinett ist ein Kooperationsprojekt des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und wird von der DFG gefördert. Ziel ist die virtuelle Zusammenführung repräsentativer Teile der beiden Graphischen Sammlungen. Ihre Kernbestände haben gemeinsame Ursprünge in den Sammlungen der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel. Dieser historisch zusammenhängende Bestand ist zwischen dem 18. und frühen 20. Jahrhundert auf beide Institutionen verteilt worden.

Die HAB Wolfenbüttel hat die Präsentationen und Papiere der Handschriftenbearbeiter-Tagung ins Netz gestellt, die unter dem Titel „Neuentwicklungen bei der Katalogisierung – Vernetzung und Wandel durch Digitalisierung“ vom 19.-21.09.2011 in Wolfenbüttel stattgefunden hat.

Norddeutschland

Rund hundert internationale Expertinnen und Experten aus 15 Ländern diskutierten am 19./20.10.2011 beim Digital Preservation Summit (http://www.digitalpreservationsummit.de/) in Hamburg praktische Fragen der digitalen Langzeitarchivierung. Das Treffen, das von Goportis, dem Leibniz-Bibliotheksverbund Forschungsinformation bestehend aus den drei Deutschen Zentralen Fachbibliotheken TIB (Technische Informationsbibliothek Hannover), ZB MED (Deutsche Zentralbibliothek für Medizin Köln/Bonn) und ZBW (Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft Kiel/Hamburg), veranstaltet wurde, stand unter dem Motto „Getting Ready for Digital Preservation“. Bei der digitalen Langzeitarchivierung geht es nicht nur um den Erhalt von wissenschaftlichen Informationen. So hat beispielsweise das Portuguese National Archive den Auftrag, die Protokolle aller Gerichtsverhandlungen der vergangenen vierzig Jahre aufzubewahren und deren Verfügbarkeit sicherzustellen. Die Library of Congress in den USA hingegen archiviert digital alle öffentlichen Einträge des Kurznachrichtendienstes Twitter seit dessen Bestehen im Jahr 2006. Bei etwa 50 Millionen Tweets pro Tag (!) ist das keine einfache Aufgabe, vor allem keine, die manuell erledigt werden kann. Gerade für Gedächtnisorganisationen wie Bibliotheken, Archive und Museen bedeuten diese Entwicklungen beträchtliche Herausforderungen, auf die sie reagieren müssen. Goportis startete ein Projekt, in dessen Rahmen zahlreiche Daten aus den Beständen der drei Deutschen Zentralbibliotheken digital langzeitarchiviert werden. Ziel des Projekts ist es, die digitale Langzeitarchivierung in die vorhandenen Bibliotheksumgebungen als dauerhafte Aufgabe zu integrieren. Wie konkrete Lösungen dafür aussehen und welche neuen Entwicklungen und Anstrengungen es auf internationaler Ebene gibt, wurde im Rahmen des Digital Preservation Summit 2011 diskutiert (nach dem Bericht in der Inetbib-Liste vom 26.10.2011).

Die SUB Hamburg <18> hat in enger Zusammenarbeit mit dem Meiner-Verlag für Philosophie den umfangreichen Briefwechsel des Philosophen Ernst Cassirer (1874-1945) in großen Teilen digitalisiert. Cassirer lehrte zwischen 1919 und 1933 an der Universität Hamburg.

In der Universitätsbibliographie der Universität Hamburg werden die fachbezogenen Publikationen aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hamburg nachgewiesen. In der aktuellen Fassung finden sich alle gemeldeten Publikationen, die innerhalb des Zeitraums 01.01.2009 - 30.06.2011 veröffentlicht wurden. Die Universitätsbibliographie liegt u. a. in einer Online-Version vor (https://kataloge.uni-hamburg.de/DB=12/).

Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) <206> in Kiel und Hamburg ist mit einer Publikation von Anna Maria Köck, Birgit Fingerle und Klaus Tochtermann zum Thema „Open Innovation in Bibliotheken“ (http://www.wissenschaftsmanagement-online.de/converis/artikel/1430) mit dem Publikumspreis für die beste Publikation im Wissenschaftsmanagement ausgezeichnet worden. Gestiftet wurde der Preis von der Plattform „wissenschaftsmanagement-online“.

Thüringen

Am 19.12.2011 wurde im Jenaer Stadtmuseum das Museumsportal Thüringen (http://www.museen.thueringen.de/) freigeschaltet. Auf der Plattform präsentieren die Thüringer Museen Objekte aus ihren Sammlungen und informieren über aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen. Derzeit sind 18 Museen mit einem Teil ihrer Exponate im Portal vertreten, bis Jahresende werden weitere folgen.

hbz (Nordrhein-Westfalen und Teile von Rheinland-Pfalz)

Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) veranstaltete ihre 12. Jahrestagung mit dem Titel Informationsmanagement im Spannungsfeld: lokal - zentral - outgesourct im Internationalen Begegnungszentrum der TU Dortmund. Die Teilnehmer aus Rechen- und Medienzentren, Bibliotheken und Forschungseinrichtungen diskutierten über aktuelle Themen wie die Organisation des Informationsmanagements an den Hochschulen, die künftigen Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft sowie studentische Netzwerke. Die Vortragsfolien sind auf der Tagungswebseite zugänglich (http://www.dini.de/veranstaltungen/jahrestagungen/2011/programm/).

Das Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf hat den Nachlass des Lyrikers Thomas Kling (1957-2005) erschlossen und digital erfasst (http://www.duesseldorf.de/kultur/kulturamt/dkult/kling/). Im Rahmen eines 2008 begonnenen Projekts, das die DFG finanziert und die Stiftung Insel Hombroich unterstützt hat, wurden die Manuskripte, der Briefwechsel sowie Lebenszeugnisse und Sammlungen geordnet, bearbeitet und in einer Datenbank der Stadt Düsseldorf elektronisch verzeichnet. Die 3.600 Datensätze, die im Netz einsehbar sind, lassen die Entstehung von Gedichten nachvollziehbar machen.

Die Hochschulbibliothek Kaiserslautern <1084> ist an vier Standorten (zwei in Kaiserslautern und je ein Standort in Zweibrücken und Pirmasens) untergebracht. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte gibt es seit März 2011 dank eines IT-Projekts der Hochschulbibliothek einen gemeinsamen Katalog aller vier Standorte (http://www.fh-kl.de/fh/bibliothek/katalog.html).

MEDPILOT (http://www.medpilot.de/), das Online-Suchportal für medizinische Fachliteratur der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (ZBMED) <38 M> in Köln, ist um vier Datenbanken erweitert worden: Neben PubMed und der Medline-Datenbank können die Benutzer im Bestand der 1. U.S. National Library of Medicine (NLM) recherchieren. Der Katalog der größten Medizinbibliothek der Welt wurde in den Index des Suchraums Medizin / Gesundheit aufgenommen; 2. HECLINET steht für Health Care Literature Information Network. Die Archivdatenbank in deutscher und englischer Sprache hat ihren Schwerpunkt auf dem Thema Krankenhauswesen. Archiviert sind die Jahre 1969 bis 2001. Enthalten sind überwiegend Angaben aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark, Schweden und den USA; 3. Bei DBIS (Datenbank-Infosystem) handelt es sich um ein Datenbank-Verzeichnis. Es umfasst aktuell knapp 9.500 Einträge, davon sind etwa 3.500 Datenbanken frei über das Internet verfügbar. 4. Als vierter Neuzugang ergänzt die Current Contents Datenbank bibnet.org die Bestände von CC MED. Dabei handelt es sich um Artikel aus dem Gesundheitswesen ab 1969.

Die größte wissenschaftliche Bibliothek des Landes Nordrhein-Westfalen, die USB Köln <38>, hat ihren neuen Sammlungsauftritt vorgestellt (http://www.ub.uni-koeln.de/sammlungen/). Die Seite, die noch im Aufbau begriffen ist, bietet einen systematischen und einen alphabetischen Einstieg in die historischen, modernen, digitalen und graphischen Sammlungen der Kölner Bibliothek.

Mit dem im November 2011 gestarteten ViFa Benelux-Blog (http://vifabenelux.wordpress.com/) präsentiert das Sondersammelgebiet Benelux ein neues Informationsangebot für die Disziplinen Niederlandistik, Niederlande-, Belgien- und Luxemburg-Forschung. Der ViFa-Blog ist eines der ersten Module der im Aufbau befindlichen Virtuellen Fachbibliothek Benelux, die als DFG-gefördertes Gemeinschaftsprojekt an der ULB Münster <6> und der USB Köln <38> realisiert wird. Die Redaktion des Blogs an der ULB Münster wertet laufend eine Vielzahl von Webseiten, Newsletters, Mailinglisten usw. aus, um über wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen, Angebote zur Informationsversorgung, neue Entwicklungen im Bereich der fachlichen Infrastruktur und sonstige fachlich relevante Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten.

Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) sammelt bereits seit 2002 regionale Webseiten und elektronische Dokumente auf dem Archivserver edoweb. Bislang konnten die gesammelten Dokumente, Zeitschriften und Webseiten über den Katalog des LBZ recherchiert werden. Neu ist nun die zusätzliche Suchmöglichkeit über edoweb. Erstmals können sämtliche gespeicherten Websites und Dokumente im Volltext unter http://www.lbz-rlp.de/cms/rheinische-landesbibliothek/digitale-angebote/edoweb/ nach einem Begriff durchsucht werden. Weitere rechtliche Klärungen sind allerdings erforderlich. So ist edoweb zwar seit 2004 offiziell Archivserver für die elektronischen Veröffentlichungen des Landes, seiner Ministerien und Behörden, aber die Abgabe von elektronischen Verlagspublikationen ist - anders als die Abgabe von gedruckten - bislang im rheinland-pfälzischen Landesmediengesetz nicht geregelt.

Parallel und ohne Zeitverzug zur Printausgabe der vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz herausgegebenen Bibliothekszeitschrift bibliotheken heute erscheint auch deren kostenlose elektronische Ausgabe. Die Titelthemen der aktuellen Ausgabe 3/2011 lauten u. a.: Bibliotheken zwischen Originalüberlieferung und Digitalisierung, Smartphones erobern den Alltag - auch in Bibliotheken? Sämtliche Ausgaben seit 2005 stehen unter http://www.lbz-rlp.de/cms/service/publikationen/bibliotheken-heute/index.html zum Abruf bereit.

Dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur und der Kulturstiftung der Länder konnte das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz den schriftlichen Nachlass von Max Slevogt sichern. Der insgesamt 3.700 hand- und maschinenschriftliche Schriftstücke umfassende Nachlass des rheinland-pfälzischen Künstlers wird im LBZ / Pfälzische Landesbibliothek <107> in Speyer geordnet und konservatorisch gesichert, bevor er in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die Pressemitteilung zum Ankauf des Slevogt-Nachlasses durch das Land Rheinland-Pfalz kann unter http://snipurl.com/21f4ko nachgelesen werden (vgl. dazu auch Armin Schlechter. „Landesbibliothekszentrum erwirbt Nachlass von Max Slevogt“. bibliotheken heute 3/2011. S. 143-144).

Das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) in Trier (http://www.zpid.de/) konnte die Leibniz-Gemeinschaft bei der Evaluierung seiner Dienste und Produkte überzeugen. Der Senat bestätigte, dass das ZPID seinem Auftrag der Dokumentation und Vermittlung wichtiger Publikationen und sonstiger Informationen für das Fach Psychologie im deutschen Sprachraum gerecht wird und empfiehlt die Weiterförderung durch Bund und Länder. Insbesondere wurde die Bedeutung der Literaturdatenbank PSYNDEX (http://www.zpid.de/index.php?wahl=PSYNDEX) hervorgehoben. Angeregt wird der Aufbau eines eigenen Arbeitsbereichs für Forschung und Entwicklung im ZPID. Auch soll die Überführung des ZPID in eine rechtlich selbständige Einrichtung beschleunigt werden.

HeBIS (Hessen und Teile von Rheinland-Pfalz)

Das Informationssystem Medienpädagogik (ISM) ist über die Virtuelle Fachbibliothek medien buehne film recherchierbar. Das ISM ist die mit 125.000 Literatur- und Projektnachweisen größte Online-Datenbank zum Thema Medien- und Informationskompetenz. Sie wird vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt/Main mit mehreren Landesmedienanstalten und weiteren Projektpartnern verantwortet.

Die Open-Access-Plattform peDOCS (http://www.pedocs.de/), ein Angebot des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), kooperiert inzwischen mit über 25 erziehungswissenschaftlichen Verlagen. Auf dieser Grundlage werden über peDOCS relevante Publikationen des Faches in der Verlagsfassung als Zweitveröffentlichung frei im Internet verfügbar gemacht. Durch die Integration von peDOCS in das ebenfalls vom DIPF betreute Fachportal Pädagogik (http://www.fachportal-paedagogik.de/) erzielen die Volltexte eine hohe Sichtbarkeit sowohl im fachlichen Kontext als auch bei Suchmaschinen.

Mit der neuen Personalisierungsfunktion „Mein Bildungsserver“ können sich die Nutzer des Deutschen Bildungsservers eine nach ihren Bedürfnissen maßgeschneiderte Startseite zusammenstellen. Wer sich für bestimmte Teile des Angebots des Bildungsservers interessiert, kann diese Inhalte – zum Beispiel die Hinweise auf Neueinträge oder die Stellenbörse – als grafische Anwendungen (sogenannte Widgets) auf seiner individuellen Startseite platzieren. Der Deutsche Bildungsserver ist der zentrale Internetwegweiser zum deutschen Bildungswesen. Der Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern wird im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt/Main koordiniert.

Ein aktuelles Dossier des Deutschen Bildungsservers und seines Partnerportals Bildung weltweit liefert Informationen zum Menschenrecht auf Bildung sowie zu Menschenrechtsthemen in Bildung und Erziehung. Anlass ist der morgige 63. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Das Dossier rückt das Grundrecht auf Bildung – vor allem in Krisensituationen – in den Mittelpunkt und macht internationale Quellen wie die Broschüre „UNESCO and education. Everyone has the right to education“ verfügbar. Zudem verlinkt das Dossier auf vielfältige Informationsangebote, die sich mit der Integration von Menschenrechtsthemen in Bildung und Erziehung beschäftigen. Das Dossier steht in deutscher Sprache unter http://www.bildung-weltweit.de/zeigen.html?seite=6980 zum Abruf bereit.

KOBV (Berlin und Brandenburg)

Zum 10-jährigen Jubiläum hat die KOBV-Zentrale den ersten eigenen Jahresbericht des Verbundes veröffentlicht. Der Jahresbericht legt den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Aufgaben des Verbundes. Beschrieben werden KOBV-Leistungen im Bereich der Erschließung, des Nachweises und der Archivierung ebenso wie das breite Spektrum an Hosting-Dienstleistungen. Auch die Highlights des Verbundes im Jahr 2010 – OPUS und Suchmaschinenanwendungen – werden in einem eigenen Kapitel behandelt. Der KOBV-Jahresbericht wird in Zukunft regelmäßig erscheinen.

Als eines der Ergebnisse der 2007 zwischen BVB und KOBV geschlossenen strategischen Allianz wurde am 12.09.2011 Mable+, eine Java-gestützte Open-Source-Software zur automatischen Daten- und Fehleranalyse von Bibliothekskatalogen, veröffentlicht. Auf der Projekt-Webseite http://mable.kobv.de/ findet man allgemeine Informationen sowie diverse Anleitungen zur Nutzung des Programms. Die aktuelle Version der Software kann unter http://mable.kobv.de/download.html heruntergeladen werden.

Im Mai 2011 wurde der Aufbau der gemeinsamen Verbunddatenbank von BVB und KOBV nach dreijähriger Projektlaufzeit abgeschlossen. Weitere Bibliotheken aus Berlin und Brandenburg haben zwischenzeitlich ihr Interesse bekundet, ebenfalls an der gemeinsamen Verbunddatenbank, dem B3Kat, teilzunehmen. Im Dezember 2011 wurden die Daten der Bibliothek der Akademie der Künste in Berlin als erste dieser Bibliotheken in den B3Kat eingespielt.

Die Bestände von zwei weiteren Spezialbibliotheken aus Berlin werden seit Anfang September 2011 im KOBV-Index nachgewiesen:
Bibliothek der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Bibliothek des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung Berlin
Beide Bibliotheken katalogisieren im GBV, möchten aber auch im KOBV recherchierbar sein. Die Inhalte des KOBV-Index werden damit um mehr als 600.000 Titeldatensätze erweitert. Insgesamt enthält der KOBV-Index die Kataloge von 29 Bibliotheken aus Berlin und Brandenburg mit rund 15 Mio. Datensätzen. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren ist der KOBV-Index mit rund 6 Mio. Datensätzen aus 7 Bibliotheken gestartet.

Am 25.10.2011 wurde in Berlin das neue Institut für Internet und Gesellschaft (http://www.internetundgesellschaft.de/) eröffnet. Getragen wird es von der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), der Universität der Künste Berlin (UdK Berlin), vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) sowie vom Kooperationspartner Hans-Bredow-Institut (HBI). Förderer des Instituts ist der Internetkonzern Google. Die neue Forschungseinrichtung beschäftigt sich mit den Themen Medien, Politik, Recht, Gesellschaft und Internet.

Am 17.10.2011 wurde ein weiteres OPUS 4-Release veröffentlicht. Die einzelnen Änderungen sind im Logbuch (Changelog) beschrieben, das ebenso wie die Software selbst, die Dokumentation und die Releasenotes auf der OPUS 4-Homepage (http://opus4.kobv.de) heruntergeladen werden kann (nach: KOBV-Newsletter Nr. 17 / 2011). Doreen Thiede (KOBV‐Zentrale) und Kristina Hanig (UB Würzburg) haben auf der BVB-Verbundkonferenz in München am 08.11.2011 aktuelle Informationen aus der OPUS4‐Entwicklung und dem KOBV-Hostingangebot präsentiert. Dieser und alle weiteren Vorträge der Verbundkonferenz sind online verfügbar unter http://www.bib-bvb.de/vk2011/vk2011.html.

Das Netzwerk Informationskompetenz Berlin-Brandenburg (NIK-BB) ist mit einem eigenen Blog http://nikbb.wordpress.com/ im Internet vertreten. Das regionale Netzwerk ist schon seit längerem Kooperationspartner des Portals http://www.informationskompetenz.de.

Die Online-Publikationen der Senatsbibliothek Berlin <109> aus den Sachgebieten Kommunalwissenschaften, Stadt-, Regional- und Landesplanung stehen unter http://www.senatsbibliothek.de/index.php?de_neuerwerbungen zum Abruf bereit. Diese Publikationen werden dauerhaft auf dem OPUS-Server des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (http://volltexte.kobv.de/) archiviert. Alle Dokumente sind im Online-Katalog (https://www.voebb.de/) nachgewiesen und direkt mit dem Volltext verlinkt.

Deutsche Nationalbibliothek (DNB)

„Die Deutsche Nationalbibliothek wird ihre Erschließung ab Mitte 2013 auf den neuen Standard Resource Description and Access (RDA) umstellen. Dieser Termin orientiert sich an dem von der Library of Congress, der National Library of Medicine und der National Agricultural Library angestrebten Termin für diesen Schritt, der für den Beginn des Jahres 2013 geplant ist. Ab diesem Zeitpunkt will die Library of Congress ihre Daten nur noch nach dem neuen Regelwerk erfassen und sie entsprechend ausliefern. Die Library of Congress ist einer der wichtigsten Lieferanten von Fremddaten in Deutschland. Als verlässliche Partnerin der Bibliotheken und Verbünde bereitet die Deutsche Nationalbibliothek damit den Weg für den Einsatz der RDA im deutschsprachigen Raum. Der Standardisierungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am 5. Oktober 2011 grundsätzlich für die Einführung des neuen Erschließungsstandards Resource Description and Access im deutschsprachigen Raum ausgesprochen. Er wird die erforderlichen Entscheidungsverfahren zur Einführung in den beteiligten Institutionen einleiten, um in seiner nächsten Sitzung am 31. Mai 2012 eine endgültige Entscheidung treffen zu können. Die an der Deutschen Nationalbibliothek angesiedelte Arbeitsstelle für Standardisierung wird in Zusammenarbeit mit den Expertengruppen und weiteren relevanten Gremien den Umstieg begleiten und unterstützen. Dazu gehören neben Überlegungen zu künftigen Datenmodellen unter anderem die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des Regelwerkstextes, die Erarbeitung von Anwendungsregeln sowie die Durchführung von Schulungen“ (zitiert nach: DNB setzt RDA ab Mitte 2013 ein). Eine Zusammenfassung der jüngsten Entwicklungen in Sachen RDA hat Heidrun Wiesenmüller kürzlich veröffentlicht: „Einführung von RDA im Jahr 2013?“. Südwest-Info: Mitteilungsblatt des VDB-Regionalverband Südwest Nr. 24. 2011. S.20-23.

Im Wiki der Deutschen Nationalbibliothek hat die DINI-AG KIM (= Kompetenzzentrum Interoperable Metadaten) Empfehlungen zur Öffnung bibliothekarischer Daten (https://wiki.d-nb.de/pages/viewpage.action?pageId=45419980) veröffentlicht. Gegenstand der Empfehlungen sind nicht nur beschreibende Metadaten, sondern sämtliche Daten, die von bibliothekarischen Organisationen produziert werden, wie z. B. auch statistische Daten. Die Empfehlungen benennen neun Prinzipien für offene bibliothekarische Daten. Um als „offen“ im Sinne der Empfehlungen zu gelten, sind die drei Kernforderungen nach offenem Zugang, offenen Standards und offenen Lizenzen einzuhalten. Außerdem sollten die Daten regelmäßig aktualisiert werden und im Ursprungsformat vorliegen, sie sollten strukturiert beschrieben werden und möglichst ohne Registrierung zugänglich sein. Vorkehrungen für die Nachhaltigkeit der Bereitstellung sollten getroffen werden. Die Empfehlungen orientieren sich an existierenden Open-Data-Prinzipien und -Richtlinien für Gedächtnisinstitutionen oder dem öffentlichen Sektor im Allgemeinen.

Ausland / Internationaler Leihverkehr

Weltweit

Unter dem Namen lib-web-cats = library websites and catalogs (http://www.librarytechnology.org/libwebcats/) hat Marshall Breeding (Vanderbilt University Libraries in Nashville, Tennessee) ein Directory of Libraries Throughout the World ins Netz gestellt. Ein spezielles Verzeichnis bietet außerdem Links auf öffentliche Bibliotheken in den USA, in Großbritannien und Australien und auf die Präsidentenbibliotheken der USA.

Die Partitur des 1734 in Leipzig uraufgeführten Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach ist in die World Digital Library (http://www.wdl.org/) eingestellt worden. Sie gehört zu den dreizehn kostbaren Stücken aus Berlin, die in die Online-Bibliothek aufgenommen wurden. Weiter gehören dazu ein Druck der vom Reformator Martin Luther im Jahr 1517 verfassten 95 Thesen und eine detailreiche Karte von Berlin von 1688 anhand eines Kupferstichs.

Europäische Union

Im EU BookShop (http://bookshop.europa.eu/de/home/) sind alle offiziellen Veröffentlichungen der Europäischen Union zu finden. Zum größten Teil stehen die Veröffentlichungen kostenlos als PDF-Download zur Verfügung. Das Themenspektrum reicht von „Tätigkeitsbereiche der Europäischen Union“ über „Information – Bildung – Kultur – Sport“ und „Verkehr“ bis „Statistik“.

Am 27.10.2011, dem UNESCO Welttag des audiovisuellen Erbes, wurde das neue EU-Portal euscreen (http://www.euscreen.eu/) online geschaltet. In dem über drei Jahre geförderten EU-Projekt haben 28 Partner aus 19 Ländern dazu beigetragen, ein Schaufenster des europäischen Fernseh-Erbes zu gestalten. EUscreen ermöglicht freien Zugang zu Videos, Texten und Hörproben aus europäischen Rundfunkanstalten und audiovisuellen Archiven. Die Inhalte datieren aus den frühen 1900er-Jahren bis in die Gegenwart. Die Inhalte von EUscreen sind auch über Europeana (http://www.europeana.eu/portal/), dem Online-Portal für das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Europas, verfügbar.

Die EU-Kommission hat den Mitgliedsstaaten empfohlen, ihre Bemühungen um die Digitalisierung ihres kulturellen Erbes zu intensivieren. Ziel ist es, einen breiteren Zugang zum kulturellen Erbe Europas zu schaffen. Die digitalen Datenbestände sollen über die europäische Online-Bibliothek Europeana (http://www.europeana.eu/portal/) zugänglich gemacht werden. „Deutschland muss sich ranhalten“ heißt es in der Pressemitteilung der EU. „Bisher hat das Land nur knapp über drei Millionen Werke digitalisiert. Bis 2015 sollen es 5,5 Millionen sein (http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/10272_de.htm).“

Finnland

Auch Finnland diskutiert über eine Anpassung des Urheberrechts an die Entwicklung digitaler Medien. Ein Vorschlag wollte die in den 1980er Jahren eingeführte pauschale Abgabe beim Verkauf von Leerkassetten auf neue Medien übertragen, um so die Lizenzvergütungen für Künstler abzudecken. Dieses Prinzip funktioniert aber nicht bei digitalen Medien, meint die liberale Tageszeitung Ilkka in ihrer Ausgabe vom 05.12.2011: „Es wurde versucht, die Kassetten-Abgabe auf neue digitale Speichermedien auszudehnen. Die jüngsten Pläne beziehen sich auf Speichersticks, Festplatten und Smartphones. Auf eine große Festplatte kann man heute mehr Musik speichern, als ein Mensch im Laufe seines Lebens hören kann. Wie hoch sollte die Abgabe sein? … Illegale Kopien verletzen ohne Zweifel die Rechte des Künstlers, doch den Gedanken der 1980er Jahre kann man nicht auf die heutige Zeit übertragen. Statt Geräte zu besteuern, könnte die Vergütung der Künstler teilweise aus dem Staatshaushalt erfolgen. Gleichzeitig sollte das Urheberrecht verändert werden, damit die lebenden Künstler mehr davon haben und nicht Großkonzerne jahrzehntelang verdienen“ (nach: eurotopics vom 05.12.2011).

Frankreich

Eine neue Rubrik mit dem Titel „Dire, ne pas dire“ (http://www.academie-francaise.fr/langue/dire_nepasdire/dire1.html), die von der Académie française ins Netz gestellt worden ist, soll zum Nachschlageinstrument für die breite Masse werden und die Frage beantworten, ob dieser Begriff bzw. diese Formulierung richtig ist oder nicht.

Großbritannien

Die schottische University of St. Andrews und das University College in Dublin haben ein bibliografisches Großprojekt an den Start gebracht: Der Universal Short Title Catalogue (USTC) ist online (http://www.ustc.ac.uk/). Nachgewiesen sind etwa 355.000 Ausgaben und ungefähr 1,5 Millionen Exemplare in mehr als 5.000 Bibliotheken in Europa von der Erfindung des Buchdrucks bis Ende des 16. Jahrhunderts. Außerdem sind – falls vorhanden - digitale Volltexte nachgewiesen. Grundlage der Datenbank waren bibliografische Projekte der beiden Einrichtungen in St. Andrews und Dublin, die 2011 mit Kataloginformationen aus Italien, Deutschland und Großbritannien zusammengeführt wurden. Eine Fortsetzung der Verzeichnung bis 1650 ist geplant, die Projektfinanzierung bis 2016 ist gesichert. Klaus Graf hat in seinem Archivalia-Blog eine kritische Besprechung veröffentlicht (http://archiv.twoday.net/stories/49621904/).

Die British Library hat Artikel aus etwa 200 Zeitungen aus Großbritannien und Irland aus dem 18. und 19. Jahrhundert digitalisiert, verschlagwortet und im British Newspaper Archive (http://www.britishnewspaperarchive.co.uk/) online gestellt Die 4 Millionen Zeitungsseiten sind gratis durchsuchbar, für die Bestellung von Ausdrucken, die kostenpflichtig ist, ist eine Registrierung erforderlich.

Die britische Royal Society (http://royalsociety.org/) hat ihr historisches Zeitschriftenarchiv für den kostenlosen Online-Zugriff geöffnet. Damit werden rund 60.000 wissenschaftliche Aufsätze, die vor mehr als 70 Jahren veröffentlicht wurden, frei zugänglich und stehen über eine Suchmaske zur Verfügung. Die Royal Society ist der älteste Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften überhaupt. Die erste Ausgabe der noch heute existierenden Philosophical Transactions oft the Royal Society (http://rstl.royalsocietypublishing.org/) erschien 1665. Bevor Aufsätze darin veröffentlicht wurden, mussten sie von Mitgliedern der Royal Society gegengelesen werden. Darin sind die Anfänge des heutigen Peer-Review-Verfahrens zu sehen. Zu den bemerkenswertesten Dokumenten des Archivs gehören geologische Studien des jungen Charles Darwin (PDF-Datei) und Benjamin Franklins Bericht über seinen Drachenversuch, mit dem er die elektrische Natur der Ladung der Gewitterwolken nachwies (PDF-Datei). Daneben gibt es Isaac Newtons erstes Paper aus dem Jahre 1671, in dem er seine New Theory of Light and Colors (PDF-Datei) vorstellte (nach heise online vom 28.10.2011).

Niederlande

Das Max-Planck-Institut (MPI) für Psycholinguistik in Nijmegen / Niederlande hat ein Online-Archiv zu bedrohten Sprachen namens The Language Archive (http://www.mpi.nl/research/research-projects/the-language-archive) in Betrieb genommen. Die Sammlung enthält Daten zu mehr als 200 Sprachen. Unterstützer sind neben dem MPI die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und die Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen.

Im Archivalia-Blog weist Klaus Graf am 10.11.2011 auf das Portal zu Quellen zum Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden hin (Netwerk Oorlogsbronnen).

OCLC / WorldCat

Unter http://www.oclc.org/worldcat/statistics/default.htm sind aktuelle Statistikzahlen zum WorldCat abrufbar. Demnach haben rund 72.000 Bibliotheken aus 170 Ländern insgesamt circa 1,8 Milliarden Bestandsnachweise eingebracht. Mehr als 254 Millionen bibliographische Datensätze sind im WorldCat nachgewiesen, und über 470 Sprachen und Dialekte sind vertreten. Inzwischen sind rund 8,8 Mio. deutschsprachige Titel enthalten.

Im August 2011 feierte OCLC 40 Jahre WorldCat. Am 26.08.1971 wurde das OCLC Online Union Catalog and Shared Cataloging System (heute als WorldCat bekannt) in Betrieb genommen. An diesem ersten Tag wurden in der Ohio University in Athens (Ohio, USA) 133 Bücher über ein einzelnes Systemterminal katalogisiert. Heute umfasst WorldCat circa 247 Millionen Titeldatensätze mit mehr als 1,7 Milliarden Besitznachweisen der OCLC-Mitgliedsbibliotheken weltweit.

OCLC und HathiTrust haben vereinbart, den Volltext-Index der HathiTrust Sammlungen in die Dienste WorldCat.org und WorldCat Local zu integrieren. Nach der Integration werden Nutzer bei ihrer Titelsuche den Volltext dieser Bestände miteinbeziehen können. Mit einer Suchanfrage in WorldCat.org oder WorldCat Local finden Nutzer bereits jetzt Inhalte der HathiTrust Digital Library (http://www.hathitrust.org/).

Österreich

ALEX (http://alex.onb.ac.at/), der Digitale Lesesaal für historische Rechts- und Gesetzestexte der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB), hat nach fünf Jahren einen Relaunch erfahren. Optisch wurde die Seite dem Corporate Design der ÖNB angepasst. Die Inhaltsseiten werden über das Content-Managementsystem der ÖNB erstellt und verwaltet. Kleine technische Details wie die Möglichkeit, die einzelnen Seiten stufenlos zu vergrößern oder auch zu drehen, erhöhen den Komfort für den Nutzer. In den nächsten Wochen wird das Angebot an Informationsseiten erweitert. Der zeitliche und inhaltliche Bogen wird vom Theresianischen Gesetzbuch, über die stenografischen Protokolle aus der Zeit der Monarchie bis zu den Landesgesetzblättern aller Kronländer und auch der Bundesländer gespannt. ALEX wird bereits täglich von mehr als 400 Lesern genutzt.

In der Datenbank „Verzeichnis der künstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachlässe in Österreich“ (http://opac.obvsg.at/nlv) der ÖNB Wien finden sich rund 6.000 Nachweise von Beständen (Nachlässe, Vorlässe) österreichischer Persönlichkeiten in Archiven, Bibliotheken und Museen in Österreich. Grundlage der Erfassung waren die revidierten und aktualisierten Ausgaben von zwei Standardwerken (Gerhard Renner. Die Nachlässe in den Bibliotheken und Museen der Republik Österreich. 1993 und Murray G. Hall; Gerhard Renner. Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. 2. Aufl. 1995). Unter der Regie des Literaturarchivs der ÖNB Wien wird die Datenbank vierteljährlich aktualisiert.

Schweiz

Alle Bände der Bibliographie der Schweizergeschichte (BSG) sind jetzt online zugänglich. Die BSG-Jahresbände 1913-1974 wurden gescannt, OCR-erfasst, strukturiert und auf der Seite http://retro.seals.ch bereit gestellt. Seit 1975 sind die BSG-Jahresbände in der Datenbank Bibliographie der Schweizergeschichte (http://www.nb.admin.ch/bsg) enthalten. Die Bände 1975-1998 wurden im vergangenen Jahr retrokatalogisiert und in die Datenbank BSG eingespielt.

Rechtzeitig vor den eidgenössischen Wahlen am 23.10.2011 hat die Bundeskanzlei eine Broschüre mit dem Titel ABC der politischen Rechte veröffentlicht. Die kostenlose Broschüre ist in fünf Sprachen erschienen. Das Glossar der politisch in der Schweiz gebräuchlichen Ausdrücke richtet sich an die breite Öffentlichkeit. Die Ausdrücke umfassen die politischen Rechte und das System der direkten Demokratie der Schweiz. Es wurden die 135 wichtigsten Begriffe ausgewählt, die in leicht verständlicher Weise erklärt werden. Die Broschüre kann als PDF von der Website der Bundeskanzlei unter http://www.bk.admin.ch - Dokumentation - Sprachen - Publikationen zur Terminologie heruntergeladen werden.

USA

Die University of North Carolina Libraries haben eine Sammlung mittelalterlicher medizinischer Abbildungen, die MacKinney Collection of Medieval Medical Illustrations (http://www.lib.unc.edu/dc/mackinney/index.html), ins Netz gestellt. Die Zusammenstellung, in der sowohl recherchiert als auch gebrowst werden kann, enthält mehr als 1.000 Abbildungen. Es ist empfehlenswert, mit Hilfe des Suchfeldes „By Subject“ zu browsen: Thematisch reicht die Palette von „Abused Women“ bis „Zodiac“.

Zentrale Angebote und Informationen

Der Datenreport 2011 (http://www.bpb.de/publikationen/GAKC8E) der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bietet Analysen, kommentierte Tabellen, Statistiken und Grafiken für all jene, die sich schnell und verlässlich über statistische Daten und sozialwissenschaftliche Analysen zu den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland informieren wollen.

Seit Oktober 2011 ist die neue Website der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI) online (http://www.dgi-info.de/). Design, Struktur und Navigation wurden grundlegend überarbeitet und bieten den Besuchern mehr Übersicht und Funktionalität sowie ein Mehr an Information.

E-Books waren im Online-Shop von libri.de (http://www.libri.de/) im Oktober 2011 erstmals das meistverkaufte Buchformat. Die digitalen Buchausgaben zum Download auf PC oder mobile Geräte überholten nach Stückzahlen sowohl Hardcover-Ausgaben mit festem Einband als auch Taschenbücher.

Anfang Oktober 2011 ging ein Internet-Portal an den Start, auf dem Zeitzeugenberichte zur deutschen Geschichte zugänglich gemacht werden. Auf der Seite Geschichte lebt! Gedächtnis der Nation (http://www.gedaechtnis-der-nation.de/) sind rund 1.600 Zeitzeugeninterviews aus ZDF-Beständen zu finden, die nach Daten und Themen wie „Deutsch-deutsche Geschichte“, „Holocaust“, „Frauen“ oder „Migration“ geordnet sind.

Zwei Jahrhunderte britische Buchauktionsgeschichte spiegeln sich in der PDF-Version der List of British Book Sales 1676-1900 (http://www.venturus.de/sales1915.pdf), eines 1915 erschienenen Verzeichnisses, das sich im British Museum in London befindet. Caroline und Johannes Saltzwedel (Hamburg) haben den Versteigerungskatalog auf ihre Website gestellt. Außerdem haben sie PDF-Dateien weiterer Werke (u. a. das Register zu Gustav Adolf Erich Bogengs biographischem Verzeichnis Die großen Bibliophilen von 1922, Ecksteins Biographisches Lexikon der Klassischen Philologie von 1871, die Bibliographie der Sammlung Tusculum, einer Sammlung zweisprachiger Ausgaben antiker Literatur, und das Register zu Herders Privatbibliothek von 1804) auf ihrer Homepage zugänglich gemacht. Johannes Saltzwedel, promovierter Germanist, schreibt als SPIEGEL-Redakteur über kulturgeschichtliche Fragestellungen und Klassische Musik.

PaperC (http://paperc.de/) ändert sein Geschäftsmodell. Zum Jahresende 2011 schaltet PaperC seine bisherige Website ab, an ihre Stelle tritt ab Januar 2012 ein neuer Web-Auftritt unter der Domain paperc.com, der zunächst nur Fachbücher aus der Informationstechnologie, später auch aus Wirtschaft, Recht und Medizin zum Lesen bereitstellt. Künftig können die PaperC-Kunden wahlweise einzelne Kapitel oder vollständige E-Books kaufen oder E-Books bei Zahlung einer Flatrate mieten.

Auf der letzten Mitgliederversammlung des vascoda e.V. am 04.11.2011 haben die Mitglieder einstimmig die Auflösung des Vereins zum Jahresende beschlossen.

Neue und geänderte Adressdaten und Bibliothekssigel

neue Anschrift: Kreis- und Heimatbücherei Aichach <1401>, Am Plattenberg 12, 86551 Aichach

neue Anschrift: Deutscher Bibliotheksverband e.V., Fritschestraße 27-28, 10585 Berlin, E-Mail dbv@bibliotheksverband.de, URL http://www.bibliotheksverband.de, Tel. (030) 644 98 99 10 (unverändert), Fax (030) 644 98 99 29 (unverändert)

neue Anschrift ab 02.01.2012: Stadtbibliothek am Neumarkt <131>, Kavalleriestraße 17, 33602 Bielefeld

neue Anschrift: Stadtbibliothek Diez <166>, Wilhelmstraße 48, 65582 Diez

Mediathek Gundelfingen <neues Sigel: 1872>, Kandelstraße 47, 79194 Gundelfingen/Breisgau, Tel. (0761) 15 06 51-280, E-Mail mediathek.gundelfingen@lkbh.de, URL http://www.gundelfingen.de/mediathek.html, URL OPAC http://www.bibliotheken.bw-online.de/wwwopac-gundelfingen/index.asp?DB=Gundelfingen BAW; ISIL DE-1872

Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen, Bibliothek <neues Sigel: 1869>, Sigmaringer Straße 15/2, 72622 Nürtingen, Tel. (07022) 9 33 36-18, E-Mail bibliothek@hkt-nuertingen.de, URL http://www.hkt-nuertingen.de/95-0-bibliothek.html, URL OPAC http://cambase.dmz.uni-wh.de/CiXbase/hkt/ BAW; P; SWB; ISIL DE-1869

neue Anschrift: UB Potsdam <517> Fernleihe, Haus 18, Karl-Liebknecht-Straße 24/25, 14476 Potsdam, Tel. (0331) 9772788

neue Anschrift: Stadtbibliothek Zwickau <163>, Pölbitzer Straße 25a, 08058 Zwickau, Tel. (0375) 211 82 88, Fax (0375) 211 86 350, E-Mail stadtbibliothek@zwickau.de

Ausgewählte Literaturhinweise zum Thema Fernleihe, Dokumentlieferung und Internet-Recherche

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat (WR) haben eine strategische Neuausrichtung und Neuordnung des bibliothekarischen Verbundsystems empfohlen. Beide Wissenschaftsorganisationen sehen dringenden Handlungsbedarf und haben eine gemeinsame Erklärung mit zentralen Empfehlungen veröffentlicht. Unter http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10463-11.pdf?wa=BIB11-06&uid=3891551 sind die Empfehlungen des Wissenschaftsrates abrufbar; das Positionspapier der DFG steht unter http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2011/pressemitteilung_nr_04/index.html zur Lektüre bereit. Übergreifende Empfehlungen zu Informationsinfrastrukturen hat der Wissenschaftsrat unter http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10466-11.pdf veröffentlicht. Einige Autoren haben die Empfehlungen zum Anlass genommen, kritisch dazu Stellung zu nehmen.

Dugall, Berndt. „Informationsinfrastrukturen gestern, heute, morgen: Anmerkungen zu Empfehlungen des Wissenschaftsrats“. ABI-Technik 31 (2011) H.2. S. 92-107.

Haubfleisch, Dietmar. „Die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates zur Zukunft der Bibliotheksverbünde aus Sicht einer Universitätsbibliothek“. BIBLIOTHEKSDIENST 45 (2011) H.10. S.843-867.

Wiesenmüller, Heidrun. „Die Zukunft der Bibliotheksverbünde: Ein kritischer Blick auf die Empfehlungen des Wissenschaftsrates und der Deutschen Forschungsgemeinschaft“. Buch und Bibliothek 63 (2011) H.11/12. S.790-796.



Baron, Christine. „Die Usability-Studie der DigiBib“. ProLibris 3/2011. S.122-125.

Langel, Ines. „Wie benutzerfreundlich ist die DigiBib? – Antworten finden mit Hilfe einer Usability-Studie“. ProLibris 3/2011. S. 126-127.

Das hbz hat 2009/2010 in Zusammenarbeit mit der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, der Stadtbibliothek Köln, der Hochschulbibliothek Niederrhein, der UB Siegen und der UB Wuppertal eine Usability-Studie des Bibliotheksportals Digitale Bibliothek (DigiBib) durchgeführt. Insgesamt 40 Bibliotheksbenutzer wurden zu der Software befragt, und die Auswertung mündete in einen 160seitigen Empfehlungskatalog mit 57 Einzelvorschlägen zur Verbesserung der DigiBib-Benutzeroberfläche. Die Studie steht unter http://www.hbz-nrw.de/dokumentencenter/produkte/digitale_bibliothek/aktuell/veroeffentlichungen/Usability-Tests_DigiBib.pdf zur Verfügung.

Boll, Katharina; Schmidt, Hans-Günther. „Elektronische Semesterapparate der UB Würzburg“. B.I.T. online 14 (2011) Nr. 3. S.255-260.

Elektronische Semesterapparate stellen die Literatur, die für eine Lehrveranstaltung benötigt wird, online bereit. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Dozenten ersparen sich das zeitraubende Erstellen von Kopiervorlagen, und die Studierenden können unabhängig von Zeit und Ort auf die benötigte Literatur zugreifen. Besonders bei zweischichtigen Bibliothekssystemen mit verteilt stehenden Beständen ist der Service-Gewinn für die Studierenden erheblich. Den Vorgaben des Urheberrechts zufolge, insbesondere § 52a, muss allerdings sichergestellt sein, dass – zum Beispiel durch Pass- oder Kennwortschutz – nur ein abgegrenzter Kreis von Unterrichtsteilnehmern Zugriff auf die elektronischen Semesterapparate hat. Die Verfasser, beide Mitarbeiter der UB Würzburg, beschreiben, wie elektronische Semesterapparate an der Universität Würzburg realisiert werden konnten.

Ceynowa, Klaus. „Informationsdienste im mobilen Internet – das Beispiel der Bayerischen Staatsbibliothek“. ZfBB 58 (2011) H. 5. S.247-255.

Der Artikel stellt die verschiedenen mobilen Services und Anwendungen der BSB München vor (Online-Katalog und Website, 50 digitalisierte Spitzenstücke ihres Bestandes, die App 'Islamic Books – Oriental Treasures oft the Bavarian State Library', mobile Applikation 'Ludwig II.' als Augmented-Reality-Applikation), beleuchtet ihre technische Realisierung und bewertet die Chancen und Grenzen bibliothekarischer Dienste im mobilen Internet.

Digitalisierung: Kunst und Kultur 2.0. Hrsg. von Olaf Zimmermann und Theo Geißler. Red.: Gabriele Schulz und Stefanie Ernst (Nachdruck von Beiträgen aus politik und kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates). [Berlin: Deutscher Kulturrat, 2011] 240 Seiten, ISBN 978-3-934868-25-0

Die Publikation, die kostenlos als Download erhältlich ist (http://www.kulturrat.de/dokumente/buecher/digitalisierung.pdf?wa=BIL11-50), befasst sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf Kunst und Kultur. Sie stellt folgende Fragen: „Welchen Herausforderungen muss sich der Kulturbereich mit Blick auf die Digitalisierung stellen? Welche Veränderungen treten bei künstlerischen Produktionen ein? Wie sehen die neuen Verbreitungsformen von künstlerischen Inhalten aus? Was ist zu beachten, wenn aus künstlerischen Werken Content wird? Wie werden die Lebensbedingungen dieser Content-Produzenten durch das Urheberrecht gesichert? Wie gestaltet sich europäische und nationale Medienpolitik im digitalen Zeitalter? Was bedeutet der Vorschlag einer Kulturflatrate? Wie verändert sich das wissenschaftliche Publizieren durch die Digitalisierung und was wollen Wissenschaftler? Was können Verlage in Zeiten der Digitalisierung leisten?“

Dokter, Gunter. „E-Journals – ein Informationsmittel mit Nebenwirkungen (Teil 1: Fernleihe)“. Bibliotheksdienst 45 (2011) H.10. S.814-842.

G. Dokter vergleicht die Verschiebungen in der Fernleih-Bilanz zwischen den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, die auf den Zuwachs an E-Journals in den Universitätsbibliotheken dieser Bundesländer zurückgehen. Sein polemisches Fazit: „Wenn vollmundig immer wieder die moderne Informationsgesellschaft beschworen wird und die Bibliotheken darin zu Kompetenzzentren der Informationsversorgung hochstilisiert werden, sollte unter intensivierter Vernetzung nicht verstanden werden müssen, dass informationssuchende Landeskinder immer häufiger in andere Bundesländer betteln gehen müssen“.

Embach, Michael. „Bibliotheken zwischen Originalüberlieferung und Digitalisierung: Das virtuelle Skriptorium St. Matthias. Vortrag innerhalb der Reihe 40 Jahre Universität Trier“. bibliotheken heute 7 (2011) H.3. S. 110-113.

M. Embach, Leiter der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs Trier, stellt ein gemeinsames Projekt der Stadtbibliothek Trier und der Universität vor, das von der DFG gefördert wird: die Digitalisierung der mittelalterlichen Bibliothek von Trier–St. Matthias (http://www.stmatthias.uni-trier.de/). Ziel des Projekts ist es, die überlieferten Handschriften aus St. Matthias zu digitalisieren und damit die Bibliothek virtuell zu rekonstruieren. Dabei handelt es sich um eine Zahl von circa 450 Kodizes, die weltweit auf etwa 25 Standorte verteilt sind. Der weitaus überwiegende Anteil von circa 400 Handschriften liegt in Trier, sowohl in der Stadtbibliothek als auch im Priesterseminar.

Götze, Michael. „EuropeanaLocal: Aggregatoreninfrastrukturen für lokales und regionales Kulturerbe – Ein Pionierprojekt für die Anfangsjahre der Europeana“. BIBLIOHEKSDIENST 45 (2011) H.12. S.1084-1094.

EuropeanaLocal war ein dreijähriges Best-Practice-Netzwerk-Projekt der EU mit dem Ziel, nachhaltige Aggregatoreninfrastrukturen für das Einbringen von lokalen und regionalen Inhalten in die europäische digitale Bibliothek Europeana aufzubauen. Die ZLB Berlin entwickelte als deutscher Partner im Netzwerk den Aggregator EuropeanaLocal-Deutschland, der bis zum Mai 2011 über 90.000 digitale Objekte von 29 Archiven, Bibliotheken, Museen und audiovisuellen Archiven für die Europeana bereitstellte. Am 30.05.2011 endete das EU-Projekt, was Anlass für eine Rückschau bietet (nach der Einführung).

Greifeneder, Elke. „Benutzerforschung im Online-Zeitalter: Remote-Usability-Tests – die Methode der Zukunft für digitale Bibliotheken?“ Buch und Bibliothek 63 (2011) H.10. S.726-729.

„Große Unternehmen wie Xing oder Nokia wenden bei ihren Studien eine neue Methode der Benutzerforschung an. Sie nennt sich 'Remote Usability Testing'. Dahinter steckt … eine ganz einfache Idee. Unter 'Remote' ist eine Trennung zwischen Forscher und Teilnehmer zu verstehen. Ein Studienteilnehmer kann demnach überall auf der Welt sein. Beim sogenannten 'asynchronen Usability-Testing' kommt eine zeitliche Distanz hinzu“. In dem Beitrag, der im Zusammenhang mit ihrer Dissertation entstanden ist, stellt Elke Greifeneder die neue Methode vor. Sie erklärt, welchen Nutzen das Remote Usability Testing den Bibliotheken bringt, mit welchen Kosten es verbunden ist und welche Vor- und Nachteile der Ansatz mit sich bringt.

Haug, Judith I.; Diet, Jürgen. „Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft als Werkzeug für digitale Musikforschung“. BibliotheksMagazin. Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München 3 / 2011. S.13-17.

Ende März 2011 wurde der neue Webauftritt der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft (ViFaMusik) freigeschaltet (http://www.vifamusik.de/). Die ViFaMusik ist ein von der DFG gefördertes Fachportal, das seit 2005 von der BSB München in Kooperation mit der Gesellschaft für Musikforschung und dem Staatlichen Institut für Musikforschung aufgebaut wird. In dem Beitrag wird zunächst die allgemeine Zielsetzung der ViFaMusik erläutert und anschließend das neue ViFaMusik-Angebot beschrieben (nach dem Abstract).

Hermann, Christoph. „Bericht vom 12. BSZ-Kolloquium in Stuttgart“. Expressum. Informationen aus dem Freiburger Bibliothekssystem 2011 / 6. S. 17-20.

Christoph Hermann, Mitarbeiter der UB Freiburg, berichtet vom 12. BSZ-Kolloquium, das am 27./28.09.2011 an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart stattfand. Die Vorträge des BSZ-Kolloquiums können auf der Website des BSZ nachgelesen werden (http://www.bsz-bw.de/kolloquium/2011.html).

Hiller von Gaertringen, Julia Freifrau. „Digital und Original: Der 'Historische Katalog' der Badischen Landesbibliothek“. Südwest-Info: Mitteilungsblatt des VDB-Regionalverband Südwest Nr. 24 (2011) S.19-20.

Die Direktorin der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe stellt den Historischen Katalog (http://ipac.blb-karlsruhe.de/) aus den Jahren 1872-1942 vor (vgl. auch ZKBW-Dialog Nr. 69 vom 12.10.2011).

Ikas, Wolfgang-Valentin. „Digitalisierte handschriftliche Schätze für Europa und die Welt: Die Bayerische Staatsbibliothek als Partner des europäischen Gemeinschaftsprojekts Europeana regia“. BibliotheksMagazin. Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München 3 / 2011. S.53-58.

Seit Beginn des Jahres 2010 ist die BSB München an einem von der europäischen Kommission im Rahmen des Programms CIP-ICT PSP-2009-3 geförderten und von fünf Partnerbibliotheken aus insgesamt vier europäischen Ländern getragenen Projekt maßgeblich beteiligt, das bis Mitte 2012 die Digitalisierung, Erschließung und Web-Präsentation eines größeren Corpus an herausragenden und wertvollen Handschriften anstrebt. Da nach mehr als der Hälfte der Projektlaufzeit ein Gutteil der Ziele erreicht und erste Ergebnisse weltweit online sichtbar und wahrnehmbar sind, stellt Ikas zum ersten Mal Europeana regia einer breiteren Öffentlichkeit vor.

Kohl-Frey, Oliver. „Katalogrenovierung, Discovery, Summon, KonSearch“. Bibliothek aktuell Heft 93 / 15.11.2011. S.2-5.

Schwerpunktthema im neuesten Heft der Konstanzer Bibliothekszeitschrift ist KonSearch, die Literatursuchmaschine der Bibliothek der Universität Konstanz, die im Beta-Status in Betrieb genommen wurde. Der Artikel von Oliver Kohl-Frey berichtet von der Entscheidungsfindung für das Produkt Summon, das in Konstanz den Namen KonSearch erhalten hat. Ein weiterer beschreibt die Themen, die in der Arbeitsgruppe Benutzung anfielen (Kerstin Keiper; Isabell Leibing. „KonSearch aus Sicht der Benutzung“), und Helena Knatz, Konstanzer Referendarin, die während des Sommersemesters 2011 ein Seminar zum Thema Usability zu KonSearch begleitete, fasst die Ergebnisse der Studie zusammen (Helena Knatz. „Usability-Studie zu KonSearch“). Die aktuelle Ausgabe von Bibliothek aktuell steht unter http://w4.ub.uni-konstanz.de/ba/issue/current/ zum Abruf bereit.

Rohde-Enslin, Stefan; Wehmann, Jens. „Die digitale Sammlung früher Händel-Notendrucke der Stiftung Händel-Haus und ihre Internetpräsentation über die Muse-umsplattform Museum-digital“. Forum Musikbibliothek 32 (2011) H. 3. S.240-247.

Anlässlich des 326. Geburtstages des Komponisten Georg Friedrich Händel am 23.02.2011 schaltete die Stiftung Händel-Haus in Halle ihre Sammlung früher Händel-Notenausgaben im Internet für die Benutzung frei (http://www.haendelhaus.de/de/bibliothek/Musikalien_Buecher/index.html). Damit steht erstmals eine größere Anzahl von Händel-Ausgaben des 18. Jahrhunderts online zur Verfügung. Die technische Umsetzung der Internetpräsentation erfolgte auf der Basis der vom Museumsverband Sachsen-Anhalt betriebenen Plattform Museum-digital (http://www.museum-digital.de/san/).

Schäffler, Hildegard; Seiderer, Birgit. „Digitalisierung im urheberrechtsgeschützten Raum – das Projekt Digi20“. ZfBB 58 (2011) H.6. S.311-315.

„Für den Bereich der wissenschaftlichen Monographien und Sammelbände des 20. und 21. Jahrhunderts lässt sich im Vergleich zu anderen Gebieten der retrospektiven Digitalisierung ein Mangel an digitalem Angebot feststellen. Mit dem Projekt Digi20 wurde ein prototypischer Weg erprobt, um urheberrechtlich geschützte Literatur im Open Access zugänglich machen zu können. Der vorliegende Beitrag skizziert zum einen die rechtlichen Rahmenbedingungen und die methodischen Überlegungen, die dem Projekt zugrunde lagen. Zum anderen wird die konkrete Umsetzung sowohl hinsichtlich der inhaltlichen Aspekte wie auch der Digitalisierung und Online-Bereitstellung erläutert. Insgesamt scheint das mit diesem Projekt erprobte Modell geeignet zu sein, auf weitere Bestände ausgeweitet und auf andere Rechtekonstellationen übertragen zu werden“ (nach dem Abstract).

Schwerpunkt Web 2.0. Bibliotheksforum Bayern 5 (2011) H. 4.

Das neueste Heft des Bibliotheksforums Bayern hat den Schwerpunkt Web 2.0. Folgende Artikel beschäftigen sich inhaltlich mit dem Schwerpunktthema: Berthold Gillitzer. „Wir müssen reden! Die Bayerische Staatsbibliothek in Facebook“; Gerhard Robold. „Die Staatliche Bibliothek Neuburg im Web 2.0“; Web-2.0-Angebote der Bayerischen (Fach)Hochschulbibliotheken: Erste Erfahrungen mit Facebook, Twitter und Co.“; Carolin Bayer. „Bloggen kann jeder: Das Weblog als Marketinginstrument“; Gregor Horstkemper und Lilian Landes. „Die wissenschaftliche Rezension auf dem Weg ins Web 2.0: Rezensions-Plattform für Geschichtswissenschaften“. Sämtliche Ausgaben des Bibliotheksforums Bayern seit dem Jahrgang 2007 können als PDF-Versionen unter http://www.bibliotheksforum-bayern.de/ abgerufen werden.

Ullrich, Hannah; Ruppert, Ato. „Katalog plus – die Freiburger Lösung zur Kombination von lokalem Katalog und globalem RDS-Index“. Südwest-Info: Mitteilungsblatt des VDB-Regionalverband Südwest Nr. 24 (2011) S.10-16.

Nach Inbetriebnahme des neuen Katalog plus (http://katalog.ub.uni-freiburg.de/opac) in der UB Freiburg verfügen die NutzerInnen über einen lokalen Sucheinstieg, der ihnen die parallele Suche in den lokalen Bestandsdaten der UB und einem RDS (= Resource Discovery System)-Index ermöglicht. Durch einfaches Umschalten zwischen den beiden Reitern „Bücher & mehr“ und „Artikel & mehr“ können die beiden Ergebnismengen unabhängig voneinander angezeigt werden.

Weber, Reinhold. „Die Saarländische Bibliographie: 50 Jahre“. Südwest-Info: Mitteilungsblatt des VDB-Regionalverband Südwest Nr. 24 (2011) S.17-19.

R. Weber blickt auf 50 Jahre Saarländische Bibliographie zurück (http://www.sulb.uni-saarland.de/de/literatur/katalog/sbo/).

Wirtz, Gudrun. „Russische Geschichte digital: Russische Präsidentenbibliothek neuer Kooperationspartner der Bayerischen Staatsbibliothek. BibliotheksMagazin. Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München 3 / 2011. S. 40-43.

Im Juni 2011 wurde in München die Kooperationsvereinbarung zwischen der 2007 gegründeten russischen Präsidentenbibliothek und der BSB München feierlich unterzeichnet. Die BSB München hat in Deutschland eine führende Rolle in der Versorgung mit osteuropäischer Literatur. Sie übt mit ihren durch die DFG geförderten osteuropäischen Sondersammelgebieten die Funktion einer Nationalbibliothek für die russische Geschichte aus; ihre über 450 Jahre gewachsene Osteuropasammlung ist eine der führenden weltweit und umfasst neben etwa einer Million Büchern und 5.000 laufenden Zeitschriften eine bedeutende Sammlung mikroverfilmter Archivmaterialien und vielfältige digitale Medien sowohl lizenzierter Daten als auch derzeit schätzungsweise 50.000 Digitalisate eigener Titel. In den letzten Jahren wurden von ihr mehrere spezialisierte Dienste für die Osteuropaforschung geschaffen (darunter die 100(0) Schlüsseldokumente zur russischen und sowjetischen Geschichte (http://www.1000dokumente.de/), die Virtuelle Fachbibliothek Osteuropa (http://www.vifaost.de) sowie ein sogenanntes Fachrepositorium für Osteuropastudien (http://www.ostdok.de), das wissenschaftliche Texte u. a. des 20. Jahrhunderts im Open Access zur Verfügung stellt.

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